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  1. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von legrain Beitrag anzeigen
    heute nacht hatte der regierungssprecher gesagt, im ernstfall einer kernschmelze müssten nur die menschen im umkreis von 10 km um den reaktor evakuiert werden.
    Heute nachmittag brachten sie eine Sendung zu Tschernobyl. Zwar meinte ich, einiges darüber zu wissen, mußte das aber revidieren. Es wurde zweimal eindringlich darauf verwiesen, daß eine zweite, verheerende "Explosion" drohte, die halb Europa hätte unbewohnbar werden lassen. Kann man hier Die Schlacht von Tschernobyl ansehen.

    Trotzdem das alles so weit weg schien, wird einem in etwa das Ausmaß in etwa klar - ganz zu schweigen davon, was noch hätte passieren können. Ich war nie ein Freund der Atomkraft, aber mir wird das (neben den Problemen der ungelösten Entsorgung) immer unheimlicher.


  2. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Heute nachmittag brachten sie eine Sendung zu Tschernobyl. Zwar meinte ich, einiges darüber zu wissen, mußte das aber revidieren. Es wurde zweimal eindringlich darauf verwiesen, daß eine zweite, verheerende "Explosion" drohte, die halb Europa hätte unbewohnbar werden lassen. Kann man hier Die Schlacht von Tschernobyl ansehen.
    Ja, das war heute auf Phoenix! Anscheinend ist das eine Sendung des Discovery Channel.
    Eine klasse Dokumentation. Sehr empfehlenswert.
    Wer sie nicht im TV gesehen hat - unbedingt auf YouTube anschauen!
    .
    Geändert von Inaktiver User (12.03.2011 um 23:04 Uhr)

  3. User Info Menu

    lg
    legrain

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Mir scheint da auch viel Panikmache dabei zu sein - nicht bei der jetzt vorhandenen Katastrophe, sondern bei den lancierten Horrorszenarien. Eine atombombenähnliche Explosion sollte aufgrund der viel geringeren Anreicherung als für so eine solche Bombe nötig ist gar nicht möglich sein, die Gefahr scheint immer vornehmlich die "Wolke" zu sein.

    Eine Kernschmelze gehört eigentlich in der Planung aller modernen Kernkraftwerke zu den Unfällen, die man glaubt noch beherrschen zu können. D.h., dass die Behörden und Ingeneure davon ausgehen, dass die Sicherheitsbehälter eben doch in der Lage sind, einen schmelzenden Kern aufzufangen und abzuschirmen. Die Kernschmelze ist ein Unfall, dessen Beherrschbarkeit bei der Planung eines AKWs als Auslegungsstörfall = GAU = Grösster anzunehmnder Unfall der noch beherrschbar ist) ) nachzuweisen ist um eine Betriebsgenehmigung zu erhalten. Tatsächlich gab es ja auch bereits mehrere Unfälle mit schmelzenden Kernen, z.B. in der Schweiz, in Frankreich 1980 oder auch in Harrisburg. Da schmolz der Kern die Schutzbehälter jedenfalls nicht durch.

    Aber, das ist halt nur die Theorie und ohne zusätzliche Beschädigungen durch Erdbeben über dem als Risikomaximum angenomenen Wert auf der Richterskala.

    Japan hat diesen Unfall als Unfall der Kategorie 4 gemeldet. Nach der offiziellen Unfallsdefinition handelt sich aber wenn Radioaktivität über dem Grenzwert austritt, Aussenstehende verstrahlt werden und Evakuierungsmassnahmen eingeleitet werden müssen per Definition bereits um einen SuperGAU, jedenfalls nach der mir bekannten Liste.

    Ich befürchte, dass der Unfall auch von den Befürworten ausgeschlachtet werden kann, in dem Sinne, dass dieser Supergau eben hoffentlich doch kaum Opfer fordert, und es dann heisst: "siehe da, wir können auch einen SuperGAU beherrschen - ist doch alles gar nicht so schlimm!"

    Einige Tiefflieger haben sich da ja schon aus der Deckung gewagt, mit dem Argument, dass Erdbeben dieser Stärke bei uns ja gar nicht möglich seien. Nur: genau deshalb sind unsere Kraftwerke eben auch nur auf viel geringere Erbeben ausgelegt. Und der Punkt ist doch der, wie auch jetzt wieder deutlich wurde: Niemand weiss mit ausreichender Sicherheit, wie hoch der Sicherheitsabstand von dem angenommenen zu erreichenden Höchstwert auf der Richterskala sein muss.
    Geändert von Ahab (12.03.2011 um 23:55 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Ahab, da stimme ich dir vollumfänglich zu.

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Ahab Beitrag anzeigen
    Mir scheint da auch viel Panikmache dabei zu sein - nicht bei der jetzt vorhandenen Katastrophe, sondern bei den lancierten Horrorszenarien. Eine atombombenähnliche Explosion sollte aufgrund der viel geringeren Anreicherung als für so eine solche Bombe nötig ist gar nicht möglich sein, die Gefahr scheint immer vornehmlich die "Wolke" zu sein.
    Kannst Du das bitte erklären, ich weiss nicht, was Du sagen willst. Welche Wolke?

    Aber, das ist halt nur die Theorie und ohne zusätzliche Beschädigungen durch Erdbeben über dem als Risikomaximum angenomenen Wert auf der Richterskala.
    Das AKW Fukushima wurde nicht durch ein Erdbeben beschädigt. Das Erdbeben und der Tsumani waren verantwortlich, dass die Stromversorgung ausfiel. Und das dauerhaft.
    Das Problem bei Fukushima ist also der Stromausfall und die dadurch nicht funktionierende Kühlung.

    Japan hat diesen Unfall als Unfall der Kategorie 4 gemeldet. Nach der offiziellen Unfallsdefinition handelt sich aber wenn Radioaktivität über dem Grenzwert austritt, Aussenstehende verstrahlt werden und Evakuierungsmassnahmen eingeleitet werden müssen per Definition bereits um einen SuperGAU, jedenfalls nach der mir bekannten Liste.
    ??
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Kannst Du das bitte erklären, ich weiss nicht, was Du sagen willst. Welche Wolke?
    Die "Wolke ist das durch die hohen Temperaturen verdampfte verstrahlte und radioaktive Material welches die Umwelt kontaminiert und mit dem Wind überall hingetragen werden kann.
    Das AKW Fukushima wurde nicht durch ein Erdbeben beschädigt. Das Erdbeben und der Tsumani waren verantwortlich, dass die Stromversorgung ausfiel. Und das dauerhaft.
    Das Problem bei Fukushima ist also der Stromausfall und die dadurch nicht funktionierende Kühlung.
    Ja, und das wäre eben bei einem sanfteren Beben so nicht passiert. Wenn das Beben nicht ursächlich für die Katastrophe war, was dann? Der Stromausfall alleine ist auch nicht ursächlich, sondern, dass die Notstromversorgung und meines Wissens auch Ventilklappen im Kühlkreislauf beschädigt wurden.
    ??
    Ein GAU ist per Definition ein beherrschbarer Störfall. Ein Synonym für den Eintritt eines "Worst Case Szenarios" für dessen Handling ein AKW ausgelegt ist - und bei dem dementsprechend keine Radioaktivität über dem Grenzwert freigesetzt wird. Heute heisst das "Auslegungsstörfall". Für die Erlangung der Betriebsbewilligung muss "nachgewiesen" werden, dass ein GAU, also die schlechtest denkbare Entwicklung eines Störfalls (Kernschmelze gehört dazu), ohne austretende Radioaktivität über dem Grenzwert gehandhabt werden kann.

    Mehr als ein beherrschbarer Störfall, ein GAU, ist ein SuperGAU: dann, wenn ein Unfall, ein GAU eben nicht beherrscht wird und Radioaktivität über dem Grenzwert austritt, wenn Personen ausserhalb des Kraftwerks geschädigt werden und oder grössere Regionen gefährdet sind verseucht zu werden.
    Geändert von Ahab (13.03.2011 um 02:25 Uhr)

  8. Moderation

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Hallo Ahab, danke für deine Postings und auch diesen Satz:

    Niemand weiss mit ausreichender Sicherheit, wie hoch der Sicherheitsabstand von dem angenommenen zu erreichenden Höchstwert auf der Richterskala sein muss.
    Was ich grad nicht verstehe, ist, auch wenn es bislang noch nie ein Beben in der Stärke gegeben hat, heisst es doch nicht, dass es nicht passieren kann. Und warum sichert man AKWs dann nur bis zu einem bestimmten Wert?

    Ok, in Fukushima I scheint ja Einiges schief gelaufen zu sein, im Vorfeld, wenn man dem Glauben schenken darf. Hier ist ein Artikel aus "The Australian" von heute mittag

    Japan's nuclear plant quake protection too lax, said expert | The Australian
    Geändert von frangipani (13.03.2011 um 02:51 Uhr) Grund: typos
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  9. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Ahab Beitrag anzeigen
    Mir scheint da auch viel Panikmache dabei zu sein - nicht bei der jetzt vorhandenen Katastrophe, sondern bei den lancierten Horrorszenarien.
    (...)
    Eine Kernschmelze gehört eigentlich in der Planung aller modernen Kernkraftwerke zu den Unfällen, die man glaubt noch beherrschen zu können. D.h., dass die Behörden und Ingeneure davon ausgehen, dass die Sicherheitsbehälter eben doch in der Lage sind, einen schmelzenden Kern aufzufangen und abzuschirmen.
    Da habe ich anderes gelesen.
    Es soll derzeit in Finnland ein neuer AKW-Typus gebaut werden, der gegen eine Kernschmelze neuerdings (!) besondere Vorkehrungen beinhaltet.
    Unsere AKW sind - ebenso wie die japanischen - samt und sonders gegen eine Kernschmelze nicht geschützt.

    Es ist wohl so, dass eine Kernschmelze nicht zwangsläufig die extremen Folgen haben muss, die es in Tschernobyl gab. Andererseits hätte es sogar in Tschernobyl noch viel schlimmer (!!) kommen können - siehe die von WuesterGroebi verlinkte Dokumentation, die gestern auf Phoenix lief und auf YouTube noch angesehen werden kann.


    Ich befürchte, dass der Unfall auch von den Befürworten ausgeschlachtet werden kann, in dem Sinne, dass dieser Supergau eben hoffentlich doch kaum Opfer fordert, und es dann heisst: "siehe da, wir können auch einen SuperGAU beherrschen - ist doch alles gar nicht so schlimm!"
    Da gebe ich dir Recht.
    Allerdings dürfte ein Hinweis auf 9/11 und Tschernobyl genügen, um deutlich zu machen, dass das Schwachsinn ist. Ein Erdbeben der Magnitude 8 wird es in Europa wohl nicht geben, aber unsere AKW sind gegen Terroranschläge nicht geschützt.


    Einige Tiefflieger haben sich da ja schon aus der Deckung gewagt, mit dem Argument, dass Erdbeben dieser Stärke bei uns ja gar nicht möglich seien. Nur: genau deshalb sind unsere Kraftwerke eben auch nur auf viel geringere Erbeben ausgelegt. Und der Punkt ist doch der, wie auch jetzt wieder deutlich wurde: Niemand weiss mit ausreichender Sicherheit, wie hoch der Sicherheitsabstand von dem angenommenen zu erreichenden Höchstwert auf der Richterskala sein muss.
    Auch da stimme ich zu; das wurde gestern im Strang auch schon erwähnt.

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