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  1. User Info Menu

    AW: Tunesien, Ägypten und was dann?

    Ich glaube die bekommen gerade ein anderes Problem.
    Offenbar bekommt Mubarak die Sache nicht in den Griff.

    Aufstand gegen Mubarak: Ägyptens Polizei bekommt Erlaubnis zu schießen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

    Die gesamte Region wird kippen, wenn in Ägypten ein harter Kurs in Richtung Fundamentalismus.
    Israel verhält sich sehr ruhig.

    Ich halte es mittlerweile für illusorisch zu glauben, dass Mubarak die Sache in den Griff bekommt.

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    AW: Tunesien, Ägypten und was dann?

    laut Al Jazeera wurde ElBaradei gerade von Mubaraks Leuten festgenommen. Au wei, wenn das stimmt
    Ich bin, also denke ich

  3. gesperrt

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    AW: Tunesien, Ägypten und was dann?

    Komisch, Komisch ... gem. Politisch-Korrekter Logik ist es doch selbst IN Deutschland VERBOTEN Kritik an Muslimen zu äussern. Wer es da wagt Statistische Wahrheiten oder gelebte mittelalterliche Strukturen zu kritisieren - ist automatisch Islamophob, Rechtsradikal oder ein politischer Brandstifter.

    UND NUN kommen die gleichen Leute und fragen warum man nicht ganze Islamische Länder mit ähnlichen "Wahrheiten" und Fragestellungen konfrontiert hat ... DAS ist Heuchelei in Reinkultur!

    Dann MUSS natürlich IMMER DER deutsche Staat die Diktaturen unterstützen ... WARUM fragen wir uns nicht mal OB der Ägyptenurlauber nicht auch den Ägyptischen Staat unterstützt?

    Diplomatische Kontakte sollte es, unabhängig von der jeweiligen politischen Struktur IMMER geben. Man bedarf derer für die Lösung tatsächlich anfallender Probleme und dem Aufbau einer Basis von der man Veränderungen einleiten kann.

    Kontakte gab es auch zu allen Zeiten des Kalten Krieges zwischen Ost und West - keine der Parteien glaubte an eine ernsthafte Einflussnahme auf die jeweilige Politik - und dennoch waren die Kontakte als Basis zur Problemlösung stets Sinnvoll.

    WIE hätte Deutschland sich den gg. Ägypten verhalten sollen? Keine Deutschen Waren mehr durch den Suez-Kanal, keine Deutschen Urlauber mehr nach Ägypten, kein Export von Maschinen und kein Import von Datteln ...

    Warum sollten sich die deutschen Geheimdienste nicht mit ihren Ägyptischen Kollegen über Anschlagsziele und Terroristen austauschen? Würde dann nicht bei einem Anschlag in D die abgebrochenen Beziehungen zu Ägypten als Mitschuld gedeutet werden?

    Übrigens ist der Anteil Muslimischer Staaten am Deutschen Export, gemessen an der islamischen Bevölkerungszahl, MINIMAL.

  4. Inaktiver User

    AW: Tunesien, Ägypten und was dann?

    Unter moralischen Gesichtspunkten sollten wir die Opposition in diesen Ländern unterstützen.

    Unter realpoltischen Aspekten ist es in unserem Interesse, dass in diesen Ländern Ruhe herrscht, der Handel blüht (besonders der Nachschub von Öl), und die Islmisten von der Macht fern gehalten werden.

    Allerdings sollte man rechtzeitig auch die Realpolitik überdenken. Denn wenn es aussieht als könnten die Oppositionellen siegen, sollte man mit diesen möglichst schnell möglichst gute Beziehungen aufbauen.



    Mal sehen, was tatsächlich in Tunesien und anderen Staaten passiert: Im Deutschlandfunk wurde eben die Meinung eines Experten zitiert, der meint, dass in Ländern wie Ägypten die praktische Diktatur ohne Schwierigkeiten schnell in eine formelle Diktatur - ohne demokratisches Mäntelchen - umgewandelt werden: Das Militär hätte genug Motivation eine Machtübernahme durch eine Opposition (und den damit verbundenen Verlust an Einnahmen der herrschenden Gruppen) zu verhindern.

    Und nachdem der tunesische Diktator jetzt mit internationalem Haftbefehl gesucht wird und seine Auslandskonten sistiert werden, wird es natürlich immer schwieriger, jemanden wie Mubarak zum freiwilligen Rückzug zu bewegen, wenn er und seine Sippe mit Strafverfolgung und Geldmangel rechnen müssen.

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    AW: Tunesien, Ägypten und was dann?

    Wen interessiert denn aktuell was der Westen denkt?
    Von den Sorgen der Deutschen wird sich kein Ägypter aufhalten lassen, Mubarak zu stürzen.

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    AW: Tunesien, Ägypten und was dann?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Unter moralischen Gesichtspunkten sollten wir die Opposition in diesen Ländern unterstützen.

    Unter realpoltischen Aspekten ist es in unserem Interesse, dass in diesen Ländern Ruhe herrscht, der Handel blüht (besonders der Nachschub von Öl), und die Islmisten von der Macht fern gehalten werden.

    Allerdings sollte man rechtzeitig auch die Realpolitik überdenken. Denn wenn es aussieht als könnten die Oppositionellen siegen, sollte man mit diesen möglichst schnell möglichst gute Beziehungen aufbauen.
    Ob es nicht auch realpolitisch richtig ist, wenn man moralische Gesichtspunkte als Maßstab für sein realpolitisches Handeln nimmt.
    Wenn wir "realpolitsch" Diktatoren unterstützen, wird es die Opposition nicht vergessen, wenn sie mal an der Macht ist.
    Das einzige, was wir erreichen, ist, dass es keine uns wohlgesonnene Opposition gibt. Nur Islamisten.

    ElBaradei wäre ein Lichtblick. Er ist USA-Kritiker, aber in positiver Hinsicht. Er kritisiert, hasst aber nicht. Das wäre ein guter Mann für den Westen. Man sollte ihn mehr unterstützen.
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Tunesien, Ägypten und was dann?

    Die Sache scheint zu eskalieren.
    Al Jazeera meldete eben, dass deutsche, französische und amerikanische Journalisten nicht mehr senden können, weil sie entweder schon verhaftet seien, oder ihre Kameras zerstört seien.
    die ersten Polizisten scheinen bereits zu den Demonstranten überzulaufen.....
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Tunesien, Ägypten und was dann?


  9. Inaktiver User

    AW: Tunesien, Ägypten und was dann?

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Ob es nicht auch realpolitisch richtig ist, wenn man moralische Gesichtspunkte als Maßstab für sein realpolitisches Handeln nimmt.
    Wenn wir "realpolitsch" Diktatoren unterstützen, wird es die Opposition nicht vergessen, wenn sie mal an der Macht ist.
    Das einzige, was wir erreichen, ist, dass es keine uns wohlgesonnene Opposition gibt. Nur Islamisten.

    ElBaradei wäre ein Lichtblick. Er ist USA-Kritiker, aber in positiver Hinsicht. Er kritisiert, hasst aber nicht. Das wäre ein guter Mann für den Westen. Man sollte ihn mehr unterstützen.
    Genau das hatte ich oben geschrieben: Realpolitik sollte eben auch die mögliche Zukunft im Auge behalten.

    Auf den ersten Blick scheint El Baradei eine gute Option zu sein. Allerdings ist die Frage, ob er - gerade wegen seiner westlichen Erfahrungen - für die Menschen in Ägypten akzeptabel ist, besonders nachdem er bei den letzten Wahlen "gekniffen" hat.

    Und, wie ich oben geschrieben hatte, sehe ich bei ihm wie bei jedem anderen Politiker in der arabischen Welt das Risiko, dass er, einmal an der Macht, diese im Interesse seines Clans nicht wieder loslässt.


    P.S.: Ich hatte oben gefragt, ob jemals ein Machthaber im Nahen Osten die Macht freiwillig abgegeben hat und hatte bezweifelt, dass dies jemals der Fall gewesen sei.

    Inzwischen ist mir allerdings ein gutes Beispiel eingefallen: Nasser ist nach der Niederlage im Yom Kippur Krieg zurückgetreten obwohl er immer noch eine Mehrheit der Ägypter auf seiner Seite hatte.

  10. Inaktiver User

    AW: Tunesien, Ägypten und was dann?

    Eine gute Zusammenfassung des Dilemmas vor dem die USA und der Westen in Ägypten und der ganzen Region stehen:

    Unruhen in Ägypten stürzen USA in Dilemma - heute.de Nachrichten

    Wie kann man die Reformer unterstützen ohne die bisherigen "zuverlässigen" Verbündeten preiszugeben?

    Wie auch Wolfgang schrieb, verlieren die USA/Europa auf jeden Fall an Glaubwürdigkeit - den Reformern gegenüber, weil man zu lange die alten Kräfte unterstützt hat und unterstützt, den alten Freunden gegenüber, weil man sich nicht klar von deren Feinden abgrenzt.

    El Baradei ist zu Recht baff wegen der Aussage Obamas, dass das Regime in Kairo stabil sei. Falls er oder jemand anders die Führung übernimmt, wird er sich daran erinnern wie Obama bis zuletzt zu Mubarak stand, falls Mubarak es übersteht wird auch er sich der Unterstützung der USA nicht wieder ganz sicher sein.

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