Und jetzt kommt der nächste alte Mann und verspricht die Segnungen einer Demokratie, in einem Land wo 20% Analphabeten leben, das eine kaum zu kontrollierende geographische Größe hat.
Unruhen in Ägypten: ElBaradei*dringt auf*Regimewechsel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 377
-
27.01.2011, 18:45
AW: Tunesien, Ägypten und was dann?
-
27.01.2011, 18:46
AW: Tunesien, Ägypten und was dann?
Frank, das finde ich gut. Viele von diesem Kaliber gibt es nicht, die etwas bewirken können.
Ich bin, also denke ich
-
27.01.2011, 18:51Inaktiver User
AW: Tunesien, Ägypten und was dann?
Es ist nicht nur die Unterstützung der Diktatoren, die den Islamismus gestärkt hat: Es ist insbesondere die Unterstützung Israels trotz aller offensichtlichen Verbrechen, die dieses Land an Palästinensern begangen hat (es mag hier unterschiedliche Meinungen dazu geben, aber in der arabischen Welt gibt es nur diese eine Meinung!).
Es wird die einfache Verbindung gesehen: Westliche Welt = Demokratie = Unterstützung der Diktatoren = Unterstützung Israels.
Und dazu kommt seitens der Islamisten noch das Argument der Gottlosigkeit: Man akzeptiert (NICHT: toleriert!) die anderen "Buchreligionen", insbesondere das Christentum, aber man akzeptiert nicht - man kann nicht einmal verstehen! - dass es Menschen gibt, die nicht an Gott glauben. Insbesondere bei der Einreise nach Saudi-Arabien wird jeder, der nicht eine (irgendeine) Religion ins Einreiseformular einträgt, an der Grenze abgewiesen, wenn er nicht gerade seeeehr gute Beziehungen zu den Machthabern hat.
Demokratie wird also als eine der Grundlagen der Gottlosigkeit dargestellt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in den wirklich kritischen Ländern wie Ägypten, Algerien oder Saudi-Arabien sich eine Mehrheit für eine Form der westlichen Demokratie findet.
Und auch in den Ländern, in denen es den Menschen relativ gut geht (Oman, Kuweit, Emirate, ..), werden sich die Monarchen kaum gegen islamistische Strömungen halten können, wenn diese in den großen Staaten der islamischen Welt gesiegt haben.
Grundsätzlich ist dem Islam (und den Islamisten) das Konzept von Nationalstaaten fremd - es gilt die Umma, die Gemeinschaft der Gläubigen. Und dies gilt erst recht für die Länder der arabischen Welt, die eine gemeinsame Sprache und Kultur und ein gemeinsames "Nationalgefühl" haben.
und wenn Israel sichtbar leute wie Mubarak unterstützt (http://www.spiegel.de/politik/auslan...741986,00.html), dann wird dies seine Position ganz sicher nicht stärken!
-
27.01.2011, 18:54
AW: Tunesien, Ägypten und was dann?
Irak, Afghanistan, Tunesien …. diese Ländern sind nicht oder noch nicht fähig für Demokratien.
Die diskutieren nicht, die hauen alles kurz und klein, wie bockige Kinder, bis zur Selbstzerstörung.
Ein Großteil der Bevölkerung ist bildungsfern und hat damit kein Problem. Die machen es so, wie sie es verstehen und wie es die Alten seit Jahrhunderten vormachen, das Recht des Stärkeren.
Da kann der ElBaradei aufrufen zu was er gerade Lust hat, es interessiert keinen. Wie auch, wenn die das Internet abstellen.
Das die Studenten demnächst regieren ist doch nur Wunschdenken.
Als nächstes werden die Pfründe aufgeteilt, das letzte bisschen Volksvermögen verschachert usw.
So wie es immer lief und laufen wird. Nur diesmal wird es eng für die Israelis. Um Ägypten herum lauern alle nur darauf, dass Ägypten kippt.
-
27.01.2011, 18:57Inaktiver User
AW: Tunesien, Ägypten und was dann?
Ich denke keiner von uns kann El Baradei wirklich einschätzen. Auf der Grundlage der Medienberichte schätze ich ihn, kenne aber seine Motivation nicht.
Deswegen würde ich auch in seinem Falle nicht ausschließen, dass er eine - und nur eine - demokratische Wahl zulassen würde, ehe er versucht, die Macht für sich und seinen Clan zu sichern.
Ich kann mich im Nahen Osten an keinen Machthaber erinnern, der sich in einer demokratischen Wahl hat abwählen lassen. Aber ich lasse mich gern belehren.
-
27.01.2011, 19:01
AW: Tunesien, Ägypten und was dann?
Du läufst nicht Gefahr, eines Besseren belehrt zu werden.
Ich war erst letztes Jahr auf Sinai im Grenzgebiet zu Israel, da brodelt die Volksseele auf allen Seiten.
Allein die Grenzsicherungen, die Berliner Mauer war dagegen ein Fliegenschieß.
-
27.01.2011, 19:51
AW: Tunesien, Ägypten und was dann?
Eine Schwalbe ( El Baradei ) macht noch keinen Sommer.
Die Gefahr der Islamisten sehe ich gar nicht so groß. Gerade in Nordafrika sind die Leute ( vielleicht durch Tourismus ) besser gebildet als in Afghanistan.
Den gab es auch schon vor 2001, fast in jeder zweiten Familie gibt es einen religiösen Eiferer ( so wie hier ? ), aber man respektiert sich und macht sein eigenes Ding. Der normale Moslem, der regelmäßig zur Moschee geht, u.s.w. wird nicht zu Waffen greifen, sofern es ihm gut geht.... living next door to ...
-
27.01.2011, 19:57Inaktiver User
AW: Tunesien, Ägypten und was dann?
Das Problem ist, dasses zu vielen in diesen Ländern eben nicht gut geht.
Gerade unter den jungen Leuten, die trotz guter Ausbildung keinen Job finden, gibt es reichlich Frustrationen.
Man könnte nur hoffen, dass die Frauen dort intelligent genug sind, nicht solche Parteien zu wählen, die ihnen sofort wieder das Wahlrecht entziehen möchten.
-
28.01.2011, 05:27
AW: Tunesien, Ägypten und was dann?
Das mag heute danach aussehen aber es kommt, wie es immer gekommen ist.
Es ist eine Frage von wenigen Wochen, bis das Land „ausblutet“.
Die Touristen werden wegbleiben, auch ohne Reisewarnung. Inmitten von Demonstrationen sind schon Touristenbusse zu erkennen, die offensichtlich von der Lage überrascht wurden. Wenn die Kommunikation unterbrochen ist, dann trifft das nicht nur die Demonstranten sondern besonders die Reisebüros und Touristen die ohne realistische Info über die Lage keine Gäste hinschicken werden.
Als nächstes wird das Geld knapp, die Arbeitsplätze im Tourismusgeschäft fallen aus, die Lebensmittel werden knapp, Dinge des täglichen Bedarfs an die man gewöhnt ist, werden zu einem kostbaren, kaum bezahlbaren Gut.
Als Schutz vor Wirtschaftsflüchtlingen werden die Grenzen zu den Nachbarn geschlossen usw..
So verläuft es immer.
Im Grunde müssen die USA eingreifen, wie ist egal.
Egal wer an die Macht kommt, er wird nicht „gemäßigt“ sein, die Israelis werden danach in der Klemme sitzen. Israel hat die A-Bombe und die werden diese ohne zu zögern einsetzen, das ist das eigentliche Problem für die restliche Welt.
-
28.01.2011, 07:53Inaktiver User
AW: Tunesien, Ägypten und was dann?
Wenn ich in Blick in Richtung Libanon richte, stimmt mich die dortige "Revolution" ziemlich bedenklich.


Zitieren
