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Thema: Gorch Fock
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27.01.2011, 11:42
AW: Gorch Fock
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27.01.2011, 12:29Inaktiver User
AW: Gorch Fock
Ich empfand den Umgang mit Alkohol (und die "Heldengeschichten" die aus diesem Umgang gesponnen wurden) schon immer bedenklich. Aber dieses Thema muss allumfassend und generell betrachtet und aufgearbeitet werden. Ein "draufhauen" auf einen Prügelknaben wie derzeit, führt imho nur zu verstärkter "Kameradensolidarität" innerhalb der gesamten BW, als dass das Alkoholproblem wirklich als solches akzeptiert werden würde.
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27.01.2011, 12:34
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27.01.2011, 12:46
AW: Gorch Fock
Das ist alles nicht so einfach.
Wir (Wehrpflichtige/Panzer) konnten so viel Alkohol auf unsere Stube bringen, wie wir wollten. Warum auch nicht. Was man in der Freizeit macht, ist doch zuerst mal Privatsache. Und junge Männer (19-21 Jahre) wochen und monatelang in Kasernen einzusperren, kann einem noch lange nicht das Recht geben, derart in das Privatleben einzugreifen. Es ist schon schlimm genug. Zudem waren Drogen das einzige, was dem Ganzen die Schärfe nahm. Wir konnte uns bei den Amerikanern gut mit Drogen versorgen. Haschisch so viel man wollte (und ohne Ende billig), Schnaps und Zigaretten steuerfrei.
Auch die Drogen konnten mich nicht davon abhalten, irgendwann mal einen Schlussstrich zu ziehen und diesem albernen Haufen durch Verweigerung den Rücken zuzukehren.Geändert von Wolfgang60 (27.01.2011 um 12:52 Uhr)
Ich bin, also denke ich
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27.01.2011, 12:56
AW: Gorch Fock
Dann muss man eben mit den Konsequenzen leben, wenn man nicht durchgreifen möchte.
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27.01.2011, 13:01
AW: Gorch Fock
Junge Junge, ich denke, Alkohol ist ein gesellschaftliches Problem, nicht das Problem der Bundeswehr. Schau mal, wenn ein Zivildienstleistender nach Dienst zuhause ist, und seine 5 Bier trinkt, ist das sein Problem, warum soll das nicht auch für Soldaten gelten, die nach Dienst ihr Bier trinken?
Ich bin, also denke ich
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27.01.2011, 13:07
AW: Gorch Fock
Bei der Bundeswehr kommt noch ein gruppendynamische Prozess hinzu. Ähnlich wie bei Vereinsfesten wird häufig bis zum Erbrechen getrunken. Sinnlos. Bei der Bundeswehr auch. Alkohol verbieten hilft nicht viel. Vielleicht mehr Freizeitangebote. Das kostet aber.
Durch die Schaffung einer Berufsarmee wird es nicht besser. Dann haben wir eine geschlossene Gruppe, die ihre eigenen Regeln schafft. Bestimmt nichts gutes.Ich bin, also denke ich
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27.01.2011, 13:19
AW: Gorch Fock
Natürlich ist das ein gesellschaftliches Problem. Aber wenn in der Kaserne bis zur Besinnungslosigkeit gesoffen wird und irgendwelche widerlichen Spiele gespielt werden, dann schädigt das doch enorm das Ansehen der Bundeswehr. Aber vielleicht ist das der Politik bzw. militärischen Führung ja auch egal.
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27.01.2011, 13:21
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27.01.2011, 14:34Inaktiver User
AW: Gorch Fock
Wie habe ich es nur geschafft die Bundeswehr zu überleben?
So ganz ohne Alkoholexzesse, ohne Drogen, sogar ohne Tabak.
Nicht einmal entwürdigende Rituale habe ich erlebt.
Muß wohl nur ein Traum gewesen sein, wo doch die Bundeswehr offensichtlich ein Haufen von Sadisten, Säufern und Junkies ist.
Nee Leute, so einfach ist das nicht. Natürlich gibt es alle diese Vorfälle, aber sie sind nicht symptomathisch oder gar typisch für die gesamte Bundeswehr.
Es hat zu allen Zeiten auch immer wieder Fälle von Machtmißbrauch gegeben, aber auch das sind alles Ausnahmen.
Und jeder Fall wurde aufgeklärt und die verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wenn man ihnen, wie jedem anderen auch, eine persönliche Schuld nachweisen konnte.
Es ist aber auch mal wieder ein typisch deutsches Phänomen. Anstatt es als positiv zu vermerken das Mißstände, egal wo auch immer, aufgedeckt werden, beschränkt man sich hierzulande viel lieber darauf sofort pauschal auf alle einzuschlagen und zu sagen " wir wußten es doch gleich, sie sind alle Verbrecher".
Es kann einen manchmal echt ankotzen.
Es läßt sich nicht leugnen das manche negative Erlebnisse mit der Bundeswehr verbinden. Aber es gibt auch die andere Seite. Und selbst wenn meine Zeit schon verdammt lang her ist, selbst die letzte Reserveübung ist schon eine Weile her, so bin und bleibe ich im Herzen immer Soldat und der Truppe verbunden. Und es kotzt mich einfach an wenn meine Kameraden jetzt pauschal als Säufer oder Sadisten abgestempelt werden.
Ja, es gibt Übergriffe und ja es gibt Alkoholmißbrauch. Aber nicht überall und auch nicht in einem bedenklichen Ausmaß.
Wo man es antrifft, gehört es abgestellt, keine Frage. Nur Pauschalisierungen sind fehl am Platz und führen in der Tat zu einem falschen Korpsgeist, wie ihn Tomsten aufzeigt.
Und Junge82, während des Dienstes herrscht ein Alkoholverbot. In ihrer Freizeit kann man nicht jeden Soldaten beaufsichtigen und kann es auch nicht verbieten. Da ist schon jeder für sich und sein Verhalten ganz alleine verantwortlich. So wie in jedem anderen Beruf auch.
Und es ist der Führung mit Sicherheit nicht egal welches Image die Bundeswehr hat.
Aber in einem Land in dem man seine Soldaten ungestraft und ohne Anlaß Mörder nennen darf, in dem man Steine auf sie wirft bei öffentlichen Gelöbnissen, wird die Bundeswehr nie ein positives Image bekommen können.
Egal was sie macht.
Als ebenso schwachsinnig empfinde ich auch regelmäßig das Gezeter über die entsprechenden Resortminister wenn etwas passiert.
Ist es denn wirklich Aufgabe eines Verteidigungsministers jeden Soldaten zu kontrollieren ? Das kann doch niemand ernsthaft glauben.
Ein Minister und das ganz unabhängig vom Parteibuch, kann beim besten Willen doch nicht alles wissen was in der Truppe passiert. Wichtig ist was als Konsequenz folgt.
Und da muß man nun wirklich ersteinmal die Ermittlungen abwarten.
Dieses stereotype Geschrei nach Rücktritten durch die jeweilige Opposition ist doch noch peinlicher als das ganze Geschehen selbst.
Leider sind auch in dieser Idiotie alle gleich.



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