Sehe ich auch so.
Mann oder Frau muss doch sowieso diverse Eignungstests
(Kondition, Ausdauer, an Grenzen stoßen, gewisse Vorgaben
einhalten, sonst geht nichts) machen wie
bei der Polizei z.B. (oder nicht? Mein Neffe und einige
andere im Umfeld haben das hinter sich), um dann aufgenommen zu
werden. Ich habe jahrelang Kampfsport Ken Juitsu und Taekwondo mit Mehrkampf (und bin klein und wog 49 kg)gemacht u. a. waren
in meiner Gruppe Polizisten von der Polizeischule Göppingen. Wir hatten teilweis
nachts im Wald Mehrkampfprüfungen, die ich antreten musste.
Es wurde kein Unterschied im Training damals gemacht zwischen Mann und Frau,
hat man nicht nach vorne geschaut oder gelacht oder gequasselt, flog ein Gummimesser,
hat man seinen Kopf nicht geschützt, hatte man voll eine Männerfaust im Gesicht (auch
von den Trainern hart am Kopf getroffen also man war nicht zimperlich nach dem Motto
"lern was draus",
wenn man gequatscht hat, musste man 50 Liegestützen machen oder man ließ
sich was anderes einfallen....).
(ich weiß, das kann man nicht vergleichen mit der Tätigkeit
auf einem Segelschiff für die Armee).
Ich konnte am Anfang zwei Liegestützen machen und später
30 und dann 40 oder mehr und vieles andere, was ich anfangs nicht
annähernd konnte. Der Chef-Takeondo-Prüfer meiner Tochter (seit 6 Jahren ist bundesweit Prüfer und bildet auch Polizisten in speziellen
Techniken in speziellen Einheiten aus, Personenschutz) und als wichtiger Punkt in
Prüfungen kommen Beispiele von Extremsituationen in seiner
Polizeilaufbahn, wenn es um Leben oder Tod geht, wie man
sich verhalten sollte, was geht und was nicht geht. Das habe
ich auch in meinem Kopf, wenn ich z.B. über den 1. Tag dieser
tödlich verunglückten Frau in der Ausbildung auf der Gorch Fock lese.
Lieber als VersagerIn vom Schiff gehen oder den Vorgesetzten
deutlich zeigen: Stopp, hier und heute, da sind meine Grenzen,
ich kann nicht mehr, auch wenn ich auf der Gorch Fock bin,
also schon recht weit und erst am Anfang. Mein Leben ist mir
wichtiger, meine Kraft reicht doch nicht aus. Das weiß ich jetzt!
Vieles kann man nicht vergleichen, aber manches doch bei Militärs, ob es die Schilderungen waren, die mein Mann mir aus Exjugoslawien
und Familienangehörige aus Kroatien und vom dortigen
Militär berichteten oder mein Sohn als damaliger Anfänger
Gebirgsjäger bei der Bundeswehr in den Alpen mit den
Skiern und Rucksack auf den Berg bei widrigen Umständen und
Wetterverhältnissen oder Kriegssituationen und extreme Härte im Krieg in Exjugoslawien oder anderswo auf der Welt. War beratend tätig
bei einer Organisation und hatte viel mit Soldaten zu tun.
Bin ein wenig abgeschweift und Laie, was wohl die meisten hier
sind. Ganz welt- und militärfremd ist man doch nicht.
frank60 sieht es wie ich.
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Thema: Gorch Fock
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25.01.2011, 10:11
AW: Gorch Fock
Geändert von Feinsinn (25.01.2011 um 10:20 Uhr)
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25.01.2011, 13:35
AW: Gorch Fock
… und immer eine handbreit Schnaps unterm Kiel.
Nun, auch mich wundert das nicht wirklich.
Musste ich doch leider ähnliche Erfahrungen in meiner Zeit als Kanu-Kapitän machen.
So fiel mir seinerzeit beim Einchecken eine ziemlich große Kühlbox auf, die ein Matrose mit an Bord zu schmuggeln gedachte. Auf meine Frage, was sich in dieser Kühlbox befände, erhielt ich zur Antwort:
„Sir! Kraftriegel, Sir!“
„Kraftriegel, Matrose?“
„Sir, jawohl, Sir! Kraftriegel und elektrolytische Getränke, Sir!“
Als Verantwortlicher für die Mannschaft kannst du dir keine Naivität erlauben. Dafür steht zu viel auf dem Spiel. Andererseits bist du als Kapitän stets auch Pädagoge. Nur wer Vertrauen schenken kann, dem schenkt man auch Vertrauen und Vertrauen ist auf See das A und O. Also habe ich diesem einfachen Matrosen geglaubt. Es schien ja auch plausibel, Kraftriegel und Fitnessdrinks als Proviant für eine dermaßen zehrende Paddeltour mitzunehmen!
Natürlich wurde mein Vertrauen sofort enttäuscht. Denn kaum hatten wir vom Kiesstrand abgelegt, da griff der Matrose auch schon in die Kühlbox und beförderte zwei eiskalte Dosen 1664 [eine Biermarke] ans südfranzösische Tageslicht.
„Sir! Bitte um Erlaubnis eine kleine Erfrischung zu mir nehmen zu dürfen, Sir!“
Stellen wir eins klar: als Kapitän habe ich es nicht nötig meine Entscheidungen ex post zu rechtfertigen. Und schon gar nicht gegenüber den Landratten hier in der Bri.
Dennoch gebe ich zu bedenken: Bier besteht lediglich zu 5% aus Alkohol. Nur zu 5 Prozent! Der ganze Rest – 95 Prozent! - besteht aus gesunder Erfrischung! Und es war heiß damals, verdammt heiß und meine Kehle war ausgedörrt und der Matrose war schon mehr Staub als Lehm! In dieser Situation musste verantwortungsbewusst abgewogen werden.
Und ich entschied mich für die 95 Prozent!
Um es abzukürzen, der Tag war heiß und die Tour war lang und schließlich musste ich dem Matrosen immer häufiger und immer weniger dosierter das Paddel in den Nacken knallen, damit es überhaupt mal weiterging. Nur einmal da legte er sich ins Zeug. Als uns nämlich zwei junge Französinnen überholten. An der nächsten Biegung des Flusses hatten die uns allerdings wieder abgehängt...
Was ich damit sagen will: Alkohol ist aus der Seefahrt nun einmal nicht wegzudenken. Wer etwas gegen Alkohol hat, der muss halt an Land bleiben. Das sind die Fakten.
...praeter gallum, qui cantat.
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25.01.2011, 14:18
AW: Gorch Fock
Und ploetzlich hat jeder eine Geschichte zu erzaehlen - und jedes Medium schreibt bereitwillig darueber.
Das heisst nicht, dass ich glaube an Bord sind immer alle nuechtern - das waere mehr als naiv - aber anscheinend hat das frueher niemanden gestoert - oder den Medien was das Thema nicht wichtig genug - oder zu heiss.
Jetzt wird alles ausgegraben und es werden noch mehr fruehere Offiziersanwaerter aus der Tiefe, mit Berichten auftauchen.
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25.01.2011, 14:34Inaktiver User
AW: Gorch Fock
Alkohol-Exzesse hat es bei der BW schon immer gegeben ... und zwar in der gesamten BW ... nicht nur auf der Gorch Fock.
Und wie beim Rest der Gesellschaft gibt es sowohl in der gesamten BW, als eben auch auf der Gorch Fock, Menschen, die durch (starken) Alkoholkonsum übermässig aggressiv reagieren.
Ist also im grossen und ganzen nicht wirklich eine explizite Meldung wert. Beim "Mikrokosmos" Gorch Fock, der sich zusätzlich auch noch überwiegend (oder zumindest häufig) auf hoher See befindet ist es natürlich notwendig, dass solche Auffälligkeiten konsequenter aufgearbeitet werden müssten ... das wäre es aber auch schon ...
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25.01.2011, 14:51
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25.01.2011, 15:06Inaktiver User
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25.01.2011, 17:24
AW: Gorch Fock
ich glaube nicht, dass auf einem Marineschiff auf hoher See jemand an Schnaps rankommt. Die Jungs und Mädchen bekommen nie mehr als 4 Stunden Schlaf am Stück. Und müssen dann wieder Decksdienst machen oder in die Wanten.
Wenn, dann muss Alkohol an Bord geschmuggelt werden. Das kann zu einer sofortigen Suspendierung führen. Bei Freigängen an Land können sie sich vollaufen lassen, so viel sie wollen.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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25.01.2011, 17:43Inaktiver User
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27.01.2011, 09:05
AW: Gorch Fock
Tollhaus Gorch Fock: Hier fährt der neue Kapitän mit dem Beiboot Wasserski - Politik - Bild.de
Warum sitze ich vor dem Beitrag und nicke nur grinsend und murmle vor mich, „dass passt ebenso ins Bild“?
Im Grunde genommen traurig, man erwartet schon gar nicht mehr, dass es ordentlich, vernünftig und normal zugeht.
Der Eine verscherbelt die Formel 1 Rechte für ein paar Milliardchen unter Preis und kassiert 50 Mio. ab, der Andere spielt Aufsichtsrat für einen Haufen Geld ohne davon Ahnung zu haben oder mal den Versuch zu unternehmen, sich damit zu beschäftigen, der Nächste dankt nach Jahrzehnten Politikerdasein sofort in die Wirtschaft ab (Althaus, Koch, Schröder usw.), natürlich rein zufällig in die Unternehmen, mit denen sie erst kürzlich zu tun hatten und das dumme…, nee saudumme Volk regt sich über Leistungsträger auf, die mit geklauten Daten aus dem Ausland unter Generalverdacht gestellt werden.
Die Irren in der Klapsmühle wissen wenigstens warum sie da drinnen sind, ich hingegen weiß immer noch nicht, warum ich hier draußen bin.
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27.01.2011, 09:07



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