In gewisser Hinsicht sind solche Absichtserklärungen zahnlose Papiertiger oder sogar kontraproduktiv.
Im schlimmsten Fall haben die Migranten nämlich am Ende das Problem, dass diskriminierende Strukturen unverändert fortbestehen, während gleichzeitig ständig der Vorwurf des "Quotentürkentums" im Raum steht.
Dann fühlt sich derjenige, der einen Migranten nicht einstellt, als Rächer und Retter der unterdrückten Deutschen, der den Quotentürken furchtlos die Stirn bietet - während der Migrant faktisch nicht in den Genuss einer Quotenregelung kommt.
Das Gesetz schreibt jedenfalls keine positive Diskriminierung von Migranten fest. Und bei Gesetzestexten sollte man eher auf den Wortlaut achten als zwischen den Zeilen zu lesen.
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10.12.2010, 20:08Inaktiver User
AW: Abschiebung krimineller Ausländer ?
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10.12.2010, 22:24
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10.12.2010, 23:00Inaktiver User
AW: Abschiebung krimineller Ausländer ?
Hallo Exzellenz,
ich selbst habe überhaupt noch keine Wertung dazu abgegeben, was ich davon halte, ich habe lediglich gesagt wie ich es verstehe.
Ich selber halte nicht viel von Quotenregelungen. Eine Quotenregelung ist für mich sowas wie der Patchday bei Microsoft: Flickschusterei an einem anfälligen System.
Es ist in den letzten ... Jahren, muss man inzwischen sagen, in diesem Forum mehrfach darüber diskutiert worden, wie man den Ursachen grundsätzlicher beikommen kann.
Nur sind Quotenregelungen und Absichtserklärungen nunmal billiger zu haben, wie auch es einfacher ist, über einfache Lösungen zu streiten.
Deshalb wird auch gern, kaum dass mal etwas mehr in die Tiefe diskutiert wird, prompt (von irgendwem) ein neuer thread eröffnet, um lieber wieder in flacheren Gewässern zu debattieren (damit meine ich nun nicht Dich!)
Ich weiss nur, dass Abschiebungen das Problem nicht lösen wird, über das wir hier reden, denn der gösste Anteil derer, die Teil des Problems sind, wird man nicht abschieben können.
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10.12.2010, 23:23Inaktiver User
AW: Abschiebung krimineller Ausländer ?
Hallo Tomsten,
da bin ich im Prinzip mit Dir einer Meinung.
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13.12.2010, 10:30Inaktiver User
AW: Abschiebung krimineller Ausländer ?
Dieser Interpretation kann ich nicht folgen.
Wenn man Migranten ausdrücklich ermutigen möchte sich bei der Polizei oder bei Sozialbehörden zu bewerben, dann hat das mit Quote nichts zu tun. In dem Text heißt es auch mit keiner Silbe, dass bei gleicher Befähigung Bewerber mit Migrationshintergrund bevorzugt würden.
Eine solche Ermutigung, sich bei der Polizei zu bewerben, ist aber durchaus angebracht.
Auch in anderen Ländern ist man längst smart genug zu erkennen, dass es von praktischem Vorteil ist, wenn Polizeibeamte und Beamte im Sozialwesen über einschlägige sprachliche und kulturelle Kenntnisse verfügen, um mit mutmaßlichen Tätern, aber auch mit mutmaßlichen Opfern, Angehörigen usw. sachgerecht umgehen zu können.
Dabei geht es aber nicht nur um sprachliche und kulturelle Aspekte.
In Deutschland besteht bei Bürgern mit Migrationshintergrund ein ausgeprägtes Wir-Ihr-Gefühl bezüglich der deutschen Gesellschaft und ihrer Ordnungsstrukturen.
Das führt u.a. dazu, dass das Recht und die Ordnungshüter in Deutschland als "fremd" und nicht als Teil des eigenen Ordnungssystems empfunden werden. Man identifiziert sich nicht mit deutschem Recht und betrachtet es nicht als eigenes. Man wendet sich im Fall von Konflikten ungern an deutsche Polizisten. Und man kommt kaum auf die Idee bei der Polizei arbeiten zu wollen - oder zu dürfen.
Was wiederum das Gefühl der Fremdheit weiter zementiert.
In dieser Situation Signale auszusenden: ihr seid bei uns willkommen (vorausgesetzt, dass ihr die erforderliche Eignung besitzt) - ist die pragmatische und sehr naheliegende Konsequenz.
An dieser Stelle möchte ich auch daran erinnern, dass die Polizei bei Sexualdelikten gegen Frauen möglichst weibliche Beamte einsetzt. Auch das hat herzlich wenig mit Frauenquoten zu tun, sondern ausschließlich sachliche Gründe, die hoffentlich auch von Quotengegnern als solche wahrgenommen werden.
.Geändert von Inaktiver User (13.12.2010 um 11:33 Uhr)
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13.12.2010, 12:49Inaktiver User
AW: Abschiebung krimineller Ausländer ?
Ich ahne, wie die Diskussion sich jetzt weiter entwickeln wird. Deine Kontrahenten werden sich genau dieses Zitat herausgreifen und sich darauf stürzen.
Man kann (ohne hellsichtig zu sein) den Wortlaut der Postings voraussehen:
Wenn die Migranten sich nicht als Teil des deutschen Ordnungssystems empfinden, was wollen die dann hier???Sogar Blautanne schreibt, dass die Migranten das deutsche Recht ablehnen!! Wer das deutsche Recht ablehnt, der hat in Deutschland nichts zu suchen.Die Einwände wären nicht ganz unberechtigt - sofern die Voraussetzungen stimmen.Das ist wieder mal typisch. Die Deutschen werben um die Migranten, weil die Migranten das deutsche Recht ablehnen. Der Selbsthass der Deutschen[...] Die Selbstgeißelung[...] Die politische Korrektheit[...]
Ich möchte in diesem Zusammenhang auf eine repräsentative Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hinweisen: "Zuwanderer in Deutschland, Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Menschen mit Migrationshintergrund" (einfach zu ergoogeln).
Unter anderem wurden Menschen mit Migrationshintergrund sowie Personen ohne Migrationshintergrund zu ihrem Vertrauen in die deutschen Institutionen befragt.
Es haben sehr viel oder ziemlich viel Vertrauen in
- die Gesetze: 80% der Migranten gegen 58% der Gesamtbevölkerung
-die Polizei: 74 / 76
-die Gerichte: 70/67
-die Bundesregierung: 53/ 40
(Schaublid auf S. 8)
Diese Ergebnisse sind bemerkenswert. Nach meiner Auffassung widersprechen sie komplett dem Bild von der migrantischen Bevölkerung, die dem deutschen Recht und der deutschen Polizei skeptisch bis feindselig gegenübersteht und geschlossen den Rückzug in Parallelgesellschaften antritt.
Wer aus eigener Anschauung korrupte Ordnungshüter und ein chaotisches Rechtssystem kennt, weiß die deutschen Institutionen möglicherweise eher zu schätzen als der Durchschnittsbürger.
Und während nur wenige junge Migranten eine Laufbahn bei der Polizei in Erwägung ziehen, gehört Jura unter jungen Türken mit Abstand zu den beliebtesten Studienfächern.
Die Lage scheint in mancherlei Hinsicht besser zu sein, als gemeinhin angenommen wird.
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13.12.2010, 14:30Inaktiver User
AW: Abschiebung krimineller Ausländer ?
Exzellenz,
dein Posting empfinde ich als merkwürdig, zumal du bisher ja eigentlich nicht als Sprachrohr derer aufgefallen bist, die in solchen Themenfelder konträre Auffassungen vertreten zu den deinen.
Es ist mühsam heruminterpretieren zu wollen, was du in andere hineinprojizierst und was du selber denkst. Ich warte daher lieber ab, bis die Betreffenden sich zu Wort melden.
An dieser Stelle soll der Hinweis genügen, dass es ein großer Unterschied ist, ob man Vertrauen in die Funktionsfähigkeit eines (fremden?) Rechtssystems hat oder ob man es als eigenes betrachtet, sich damit identifiziert, bereit ist sich bei Problemen an die Gesetzeshüter zu wenden und sich vorstellen kann in diesem System beruflich tätig zu sein, und zwar konkret bei Polizei und Sozialbehörden.
Du breitest hier eine Menge Zahlen aus, aber leider keine, die mit der augenblicklichen Diskussion viel zu tun hätten. Hast du auch Zahlen über den Anteil der Migranten, die bei der Polizei arbeiten?
Das wäre nämlich im Fall des Falles am ehesten geeignet meine Argumentation zu widerlegen.
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13.12.2010, 19:44Inaktiver User
AW: Abschiebung krimineller Ausländer ?
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13.12.2010, 19:58Inaktiver User
AW: Abschiebung krimineller Ausländer ?
Das sehe ich nicht so. Deinen Link betrachte ich ganz im Gegenteil als Bestätigung meiner Argumente vom Gefühl der Fremdheit.
Mag sein, dass Polizisten mit Migrationshintergrund dann und wann als Verräter beschimpft werden. Aber das ist im Grunde genommen nichts als der Ärger über die Auflösung von Fronten, die gedanklich überaus bequem sind.
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13.12.2010, 21:14Inaktiver User



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