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  1. Inaktiver User

    AW: Sind das Enthüllungen ?

    Zitat Zitat von Ahab Beitrag anzeigen
    ach quark. ist immer spannend wieviele aussenstehende nach persönlicher einschätzung eines ihnen persönlich unbekannten verdächtigten wissen ob ein (sexual)delikt stattgefunden hat oder nicht. dir jedenfalls schien ein internationaler haftbefehl ein indiz - das ist er wohl nicht, glaube ich jedenfalls.
    Laut britischer Wikipedia und dem dort verlinkten Factsheet von Interpol *klick* wurden 2009 ca. 5.000 Leute weltweit auf Red gesetzt.
    Dies nur zur Info, um mal Größenordnungen zu sehen.

    Ich finde es erfrischend, dass es 2009 in einer Weltbevölkerung von 7 Milliarden Menschen weltweit "nur" 5.000 Menschen gab, die auf die Red Notice List von Interpol gesetzt wurden - Qaidah-Kämpfer, Drogenbarone, Sexualstraftäter, Wirtschaftskriminelle etc. inbegriffen.

    In diesem exklusiven Kreise hat nun auch Julian Assange Aufnahme gefunden - mit der Aussicht gegebenenfalls an die USA ausgeliefert zu werden.

  2. Inaktiver User

    AW: Sind das Enthüllungen ?

    Zitat Zitat von Mr_McTailor Beitrag anzeigen
    Kein Wunder, denn zur FDP habe ich nur geschrieben, dass sie sich auf die Suche machen will.
    Eben nicht.

    Es geht auch nicht um die Informanten der Geheimdienste sondern um Leute die mit Diplomaten plaudern.
    "mit Diplomaten plaudern" - ein amüsanter Euphemismus für die Offenlegung vertraulicher Protokolle
    .

  3. User Info Menu

    AW: Sind das Enthüllungen ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Laut britischer Wikipedia und dem dort verlinkten Factsheet von Interpol *klick* wurden 2009 ca. 5.000 Leute weltweit auf Red gesetzt.
    Dies nur zur Info, um mal Größenordnungen zu sehen.

    Ich finde es erfrischend, dass es 2009 in einer Weltbevölkerung von 7 Milliarden Menschen weltweit "nur" 5.000 Menschen gab, die auf die Red Notice List von Interpol gesetzt wurden - Qaidah-Kämpfer, Drogenbarone, Sexualstraftäter, Wirtschaftskriminelle etc. inbegriffen.

    In diesem exklusiven Kreise hat nun auch Julian Assange Aufnahme gefunden - mit der Aussicht gegebenenfalls an die USA ausgeliefert zu werden.
    Also, wie ich da lerne ist eine Red Notice nichtmal ein internationaler Haftbefehl. Es ist albern sich jetzt hier festzubeissen. Denn es ist ja wohl selbstverständlich, dass, wenn der Schweizer Kachelmann mit Firma in Kanada sich vor dem Prozess aus Deutschland "abgesetzt" hätte, dann international nach im gesucht würde, und zwar zu recht. Schweden ist zuerst mal ein Rechtsstaat, und da ist nicht als erstes JamesBond mässiges Nordkorea zu vermuten, wenn die Ermittler mit einem beschuldigten sprechen wollen. Vergewaltigung ist ein Kapitalverbrechen. Und genau dafür ist Interpol da - mit dem Internationalen Terrorismus sind die offenbar hingegen nicht so befasst, laut deutschem Wiki. Allerdings kann Assange natürlich, wenn er erstmal festgenommen ist dann an die USA ausgeliefert werden. Ich halte eine Finte ja auch nicht für unwahrscheinlich - aber es ist auch nicht richtig, jemanden aufgrund von augenblicklichem moralischen Renomee für automatisch unschuldig zu halten, wenn die deutsche, schweizer, schwedische oder sonst eine ebenfalls als rechtstaatlich beleumundete Justiz gegen ihn ermittelt.

  4. Inaktiver User

    AW: Sind das Enthüllungen ?

    Zitat Zitat von Ahab Beitrag anzeigen
    Also, wie ich da lerne ist eine Red Notice nichtmal ein internationaler Haftbefehl. Es ist albern sich jetzt hier festzubeissen.
    Ich habe den Witz nicht verstanden. Lass mich doch bitte mitlachen.

    Wenn diese Red Notice bedeutet, dass jemand in 188 (!) Ländern als Zeuge in einem
    Ermittlungsverfahren wegen sexueller Belästigung gesucht wird
    (Vergewaltigungsvorwurf wurde m.W. fallengelassen),
    und wenn die Red Notice ferner bedeutet, dass Assange mit derartig dürrer Basis nach USA ausgeliefert werden kann,
    dann darf man sich nicht nur "festbeißen", man muss es sogar.


    Schweden ist zuerst mal ein Rechtsstaat, und da ist nicht als erstes JamesBond mässiges Nordkorea zu vermuten, wenn die Ermittler mit einem beschuldigten sprechen wollen.
    Hier verweise ich nochmals auf die Zahlenverhältnisse. 5000 Menschen wurden [2009] auf Red Notice gesetzt. Julian Assange, gegen den mitnichten ein Gerichtsverfahren wegen eines Verbrechens eröffnet wurde, geschweige denn, dass er eines Verbrechens überführt worden ist, wird diese zweifelhafte Ehre zuteil.
    Kommt dir daran gar nichts merkwürdig vor?
    Ich meine: du äußerst ja selber Zweifel, ziehst daraus aber offensichtlich keine Schlüsse.


    Ich halte eine Finte ja auch nicht für unwahrscheinlich - aber es ist auch nicht richtig, jemanden aufgrund von augenblicklichem moralischen Renomee für automatisch unschuldig zu halten, wenn die deutsche, schweizer, schwedische oder sonst eine ebenfalls als rechtstaatlich beleumundete Justiz gegen ihn ermittelt.
    Interessanterweise wurde er einen Tag nach seiner vorläufigen Festnahme wieder entlassen; eine Aufnahme der Ermittlungen war abgelehnt worden.
    Und - man staune und wundere sich - das ist auf einmal alles ganz anders.

    Schweden ist ein Rechtsstaat. - Selbstverständlich ist es das. Eigentlich.
    Aber es ist auch ein relativ kleines und erpressbares Land. Es wäre weißgott nicht das erste Mal, dass die USA auf ein Land massiven Druck ausübt - Rechtsstaat hin oder her.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Rechtstaat Schweden Julian Assange einen gesicherten Aufenthaltsstatus verweigert hatte, obwohl dieses "Whistle-blowing" in Schweden legal ist.

    Und so wie es in der FDP Leute gibt, die umgehend zur amerikanischen Botschaft rennen, um den Botschafter über den jeweils tagesaktuellen Stand von Koalitionsverhandlungen in Kenntnis zu setzen, so gibt es in Schweden garantiert Leute - darunter sicher auch Damen und Dämchen - die sich nicht zu schade dafür sind, den USA mal eben in einer kompromittierenden Angelegenheit (gegen einen whistle-blower) behilflich zu sein.

    .
    Geändert von Inaktiver User (02.12.2010 um 12:24 Uhr)

  5. User Info Menu

    AW: Sind das Enthüllungen ?

    Mit festbeissen meinte ich, dass es uns beiden an Informationen fehlt, um aus einem möglicherweise rechtsstaatlich normalen Vorgang eine Verschwörungstheorie zu basteln - oder sie zu widerlegen. Das ist mit unserem Kenntnisstand recht müssig. Wenn man nicht einmal weiss, was ein Red Notice eigentlich ist, wie will man dann die Zahl 5000 beurteilen? Tatsächlich wurden die Ermittlungen Anfangs nicht aufgenommen, weil nur nicht als Kapitalverbrechen "Sex unter Zwang" festgestellt wurde und keine Vergewaltiging - das sieht die Staatsanwaltschaft nun wohl anders, so ungefähr habe ich es jedenfalls gelesen.

    Und, dass die Amerikaner das kleine Schweden so unter Druck setzt, dass es sich vor der Weltöffentlichkeit als US Büttel hinstellt, während Italien echte Internationale Haftbefehle und nicht nur Red Notices gegen CIA-Agenten ausgeschrieben hat, weil die in Italien Terroristen jagen, dass erscheint mir dann doch unwahrscheinlich. Zusätzlich müssten noch die beiden mutmasslichen Opfer zu einer Falschbezichtigung gedrängt werden die niemals vor dem schwedischen Gericht, vor dem dann unter den Augen der Weltöffentlichkeit verhandelt werden würde, herauskommen dürfte. In der Staatsanwaltschaft dürfte es auch keinen Whistleblower geben, etc. Je weiter ich mir das durchdenke, desto unwahrscheinlicher erscheint es mir, dass die Amis dahinter stecken.
    Geändert von Ahab (02.12.2010 um 12:14 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Sind das Enthüllungen ?

    Zitat Zitat von Ahab Beitrag anzeigen
    Und, dass die Amerikaner das kleine Schweden so unter Druck setzt, dass es sich vor der Weltöffentlichkeit als US Büttel hinstellt, während Italien echte Internationale Haftbefehle und nicht nur Red Notices gegen CIA-Agenten ausgeschrieben hat, weil die in Italien Terroristen jagen, dass erscheint mir dann doch unwahrscheinlich.
    Jetzt ist es an mir, Ausführungen albern zu nennen.

    Wen interessiert ein in Italien ausgestellter Haftbefehl gegen CIA-Agenten?
    Nicht einmal die Italiener selbst.

    Ich betrachte das als einen ehrlich empörten demonstrativen Akt der Hilflosigkeit, der nichts, aber auch rein gar nichts an Konsequenzen nach sich gezogen hat, nach sich zieht oder je ziehen wird.

  7. Inaktiver User

    AW: Sind das Enthüllungen ?

    Zitat Zitat von Ahab Beitrag anzeigen
    assange ist ja nicht allein, sondern nur der sprecher, nicht wikileaks, das sind viel mehr anonyme Leute.
    Das war einmal – zwischenzeitlich distanzierten sich ja schon Mitarbeiter von ihm, und zwar mit dem Vorhaben, eine eigene Plattform wie das ursprüngliche WikiLeaks zu betreiben.

    Denn ursprünglich war WikiLeaks nur eine Plattform wie Wikipedia und keine Organisation. Und es waren ja nicht WikiLeaks-Verantwortliche, die die Website mit ihrem Inhalt füllten sondern anonyme Benutzer, die von der Wikileaks-Plattform Gebrauch machten.

    Assange hat aus dem alten WikiLeaks mit demokratischem Charakter ein anderes, auf ihn zugeschnittenes und von ihm gestaltetes Unternehmen gemacht, das nur noch die Enthüllung amerikanischer Staatsgeheimnisse und insbesondere amerikanischer Militärgeheimnisse betreibt.

    Assange wählt die Publikationen selektiv aus (Hauptfeind = USA) und manipuliert erforderlichenfalls. So editierte er Anfang des Jahres ein 38-minütiges Video von einem US-Helikopter-Angriff im Irak und reduzierte es auf eine 17-minütige Version, die die Crew als Mörder eines unschuldigen Mannes präsentierte, und er bezeichnete sein manipuliertes Produkt als "Collateral Murder".

    Assange allein wählt die "zu veröffentlichen Dokumente" aus, gewichtet sie nach eigenem Ermessen, manipuliert sie bedarfsweise und handelt also politisch. Damit verlässt er den rein informierenden Bereich und macht Propaganda in eigener Sache.

  8. Inaktiver User

    AW: Sind das Enthüllungen ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Assange wählt die Publikationen selektiv aus (Hauptfeind = USA) und manipuliert erforderlichenfalls. (...)
    Assange allein wählt die "zu veröffentlichen Dokumente" aus, gewichtet sie nach eigenem Ermessen, manipuliert sie bedarfsweise und handelt also politisch. Damit verlässt er den rein informierenden Bereich und macht Propaganda in eigener Sache.
    Ziemlich rutschig, dein Argument.
    Denn daraus folgt umgehend, dass die USA jemanden weltweit verfolgen lassen, nur weil er - so deine Darstellung - Propaganda gegen die USA macht.

    Eigentlich passt sowas eher zu Ländern wie China.

    Obwohl - ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert ... . *klick*

    .
    Geändert von Inaktiver User (02.12.2010 um 13:44 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Sind das Enthüllungen ?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Wenn ich heute richtig die Radionachrichten verstanden habe, war Wikileads bisher auf den Servern von Amazon geladen. Die Firma hat die Seiten gesperrt, weshalb auch immer.
    Lieberman, Vorsitzender des Homeland-Security-Ausschusses, hatte Amazon mit einem Boykott gedroht, berichtete die britische Tageszeitung Guardian. "Ich hätte mir gewünscht, dass Amazon diese Maßnahme früher ergreift angesichts der vorherigen Veröffentlichungen klassifizierter Informationen durch Wikileaks", sagte Lieberman.

    Lieberman rief derweil dazu auf, der Plattform auch in anderen Ländern die Nutzung von Servern zu verwehren. "Wikileaks' illegales, ungeheuerliches und rücksichtsloses Vorgehen setzt unsere nationale Sicherheit aufs Spiel und gefährdet rund um den Globus Leben", hießt es in einer Mitteilung des parteilosen Senators. "Kein verantwortungsbewusstes Unternehmen - ob amerikanisch oder ausländisch - sollte Wikileaks bei seine Bemühungen helfen, gestohlenes Material zu verbreiten."

    Wikileaks hatte sich mit einem Umzug in die Cloud, also in ein Netz von verteilten Rechenzentren, gegen mögliche Attacken auf seine technische Infrastruktur wappnen wollen: Seit der Veröffentlichung der ersten Geheimdokumente hatten Hacker immer wieder versucht, die Website cablegate.wikileaks.org mit einem sogenannten Distributed-Denial-of-Service-Angriff (DDoS) lahmzulegen. Dabei werden von zahlreichen Rechnern aus dem Netz unendlich viele Anfragen an den Wikileaks-Rechner geschickt, um den Server in die Knie zu zwingen.

    Derweil muss der Gründer von Wikileaks, Julian Assange, nach Ansicht seines Sprechers Kristinn Hrafnsson um sein Leben fürchten. Die Sicherheit des 39-Jährigen sei nach der Veröffentlichung der brisanten Dokumente des US-Außenministeriums in Gefahr, sagte der Sprecher in London. Es habe Drohungen von Regierungen und Kommentatoren gegeben. "Es gab sogar Rufe nach einer Ermordung von Julian Assange." Deshalb fürchte Assange zurecht um seine Sicherheit, sagte Hrafnsson.

    Hrafnsson reagierte offensichtlich auf Aussagen aus den USA. Dort hatte der frühere republikanische Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, Medienberichten zufolge gefordert, dass der Verantwortliche für die Wikileaks-Enthüllungen wegen Verrats angeklagt und hingerichtet werden solle.


    "Vom Jäger zum Gejagten", SZ


    Zu Letzterem wird es wohl nicht kommen.
    Manchmal ist es praktischer irgend welche nicht-politischen Straftaten als Fangstricke zu nutzen, anstatt klipp und klar zu konstatieren, dass jemand aus rein politischen Gründen "neutralisiert" werden soll. Dies gilt insbesondere, wenn man den Anspruch hat ein Rechtsstaat zu sein, und keine Diktatur.
    .
    Geändert von Inaktiver User (02.12.2010 um 13:52 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Sind das Enthüllungen ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ziemlich rutschig, dein Argument.
    Denn daraus folgt umgehend, dass die USA jemanden weltweit verfolgen lassen, nur weil er - so deine Darstellung - Propaganda gegen die USA macht.

    Demokratieverständnis und westliches Rechtsverständnis sieht anders aus.
    Thomas Osterkorn sagt heute im Editorial des aktuellen stern, dass gerade ja auch Journalisten gern von Demokratie, Meinungsfreiheit und Informationspflicht sprechen, aber sicher sofort aufschreien und die Pressefreiheit in Gefahr sehen, würden ungebremst vertrauliche Gespräche zwischen Journalisten und deren Informanten öffentlich gemacht.

    Es gibt beste Gründe, Verantwortlichen, egal auf welch hohem Niveau, sehr genau auf die Finger zu sehen ... es gibt aber ebenfalls viele gute Gründe bestimmte Informationen zurückzuhalten. Sei es z.B. aus Gründen wirtschaftlicher Zusammenhänge oder auch Gründen internationaler Sicherheit.

    Nicht umsonst unterhält jedes Land ein riesiges Diplomatisches Corps, das für vertrauliche Gespräche zuständig ist, in einer Sprache, die sicherstellt, dass das jeweilige Gegenüber sich nicht auf die Füsse getreten fühlt.

    In meinen Augen ist Assange kein Aufklärer, sondern ein Brandstifter ...

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