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    AW: Kinderarbeit??

    Siebenbürgen, eigentlich kann man aus deinem letzten Beitrag mehrere Stränge machen.

    - Verantwortung der Entwicklungländer und Verantwortung der Industrieländer.

    - Aktuelle, vergangene und zukünftige Politik der Industrieländer: Schlagworte: Waffenexporte, Unterstützung von Diktatoren und multinationalen Konzernen, Verhinderung von politischen Bewegungen, die eine "gerechtere" Verteilung von Produktionsmitteln vorsehen.....

    Leider ist die Korruption in den armen Ländern gigantisch. Sie mündet darin, dass Geld in den armen Ländern abgeschöpft wird, und dann irgendwo auf den Konten der Großbanken in Zürich, London, NY oder Tokio landet. Und dies scheint von vielen Industrieländern gewünscht zu sein.
    Ich bin, also denke ich

  2. Inaktiver User

    AW: Kinderarbeit??

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Leider ist die Korruption in den armen Ländern gigantisch. Sie mündet darin, dass Geld in den armen Ländern abgeschöpft wird, und dann irgendwo auf den Konten der Großbanken in Zürich, London, NY oder Tokio landet. Und dies scheint von vielen Industrieländern gewünscht zu sein.
    Das wäre ein notwendiger Teil der Sanierung der Welt:

    Steueroasen austrocknen. Auch wenn unsere Herren Ospel, Grübel und Co. und auch das gemeine Volk etwas weniger hätten.

    Ja, es ist von den Industrienationen so gewollt. Ich erinnere mich nicht mehr genau, aber da war ein lateinamerikanischer Diktator, der hatte ein mehrfaches des Jahres-BIP seines Landes auf einer Zürcher Grossbank. Nein, man konnte nach seinem Tod das Geld nicht seinem Land zurückgeben. Wie viele Kinder hätten mit diesem Geld ernährt und gebildet werden können.

    Hier stehen aber beide in der Verantwortung: Die "Steueroasen-Länder" und die Entwicklungsländer.

    Manchmal denke ich schon, was für eine verlogene Sch...das doch ist. Da wird der Süden systematisch ausgebeutet, auf der anderen Seite wird nach mehr Entwicklungshilfe geschrien.

    Apropos: Christian Felber hat in seinem Buch "Neue Werte für die Wirtschaft" gute Ansätze.

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    AW: Kinderarbeit??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Zur Kinderarbeit: es ist doch ganz einfach: die Erwachsenen so bezahlen, dass sie ihre Kinder einigermassen durchbringen können. Dies ist resp. wäre die Verantwortung der Industrienationen resp. der Firmen, von denen die Insustrienationen ihre Güter beziehen.
    Seit wann hat es für Industrieunternehmen Priorität, für Menschen Verantwortung zu tragen? Da zählen vorrangig andere Dinge, vor allem der Profit. Wird auch gerne als Verantwortung bezeichnet - Verantwortung den Aktionären gegenüber.

    Aber auch für uns ist es einfacher, von Verantwortung zu reden als sie wahrzunehmen. Helfen will irgendwie ja schon jeder - fühlt sich ja auch gut an. Aber genau da, wo es unbequem wird (und auch da, wo es an den eigenen Geldbeutel geht), da wird es leider für die Meisten zu viel. Dabei sind es, wenn viele Menschen mitmachen, schon kleine Dinge, die etwas verändern. Bewusstes Einkaufsverhalten z.B., aber das setzt voraus, dass ich mir Gedanken mache und auch mal etwas mehr bezahle.

    Leider sind viele nicht dazu bereit. Hier im Ort hatten wir sieben Jahre lang einen kleinen Eine-Welt-Laden. Wir mussten ihn schließen, weil immer weniger Kunden kamen. Zu unbequeme Öffnungszeiten, zu teuer, war die Meinung bei vielen. Schade.
    Um zurück zum Thema zu kommen: Da ich kein Politiker bin und auch keinen direkten Einfluß in einem Unternehmen habe, bleibt mir nur, über mein Einkaufsverhalten Änderungen anzukurbeln. Wir als Verbraucher sind nicht ohnmächtig. Es gibt inzwischen in jedem Supermarkt eine Ecke mit fair gehandelten Produkten. Wenn wir die kaufen, unterstützen wir die Erzeuger, indem sie fair bezahlt werden. Für deren Kinder besteht dann die Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Die müssen nicht mitarbeiten, um das Familieneinkommen aufzustocken.
    Und bevor es jemand anderer schreibt: Ja, ich weiß, dass ich das nicht 100prozentig wissen kann. Aber wenn wir immer warten wollen, bis wir völlige Gewissheit haben und alle Zweifel ausgeräumt sind, hungern in der Zwischenzeit die Kinder. Manchmal muss man auch mal einfach etwas tun!




    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... Wie mein indischer Bekannter mal erzählt hat, hat der Staat durchaus genügend Geld, um jedes Kind zu bilden und zu ernähren. Es versickere halt eben durch die Korruption in den Taschen weniger.
    Auch das ist ein unterschätztes Problem. Gerade deshalb halte ich nichts von Entwicklungshilfe. Geht zu oft in die falschen Taschen. Faire Erzeugerpreise helfen dort, wo es nötig ist, und sind m.M.n. der Schlüssel.


    Gruß,

    Tabea57
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

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    AW: Kinderarbeit??

    macht die Entwicklungshilfe nicht so runter. Entwicklungshilfe ist ja nicht nur Zucker, Mehl und Milchpulver zu liefern. Entwicklungshilfe kann auch Hilfe zur Selbsthilfe sein. Kostet zuerst auch mal ordentlich Geld.
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Kinderarbeit??

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    macht die Entwicklungshilfe nicht so runter. Entwicklungshilfe ist ja nicht nur Zucker, Mehl und Milchpulver zu liefern. Entwicklungshilfe kann auch Hilfe zur Selbsthilfe sein. Kostet zuerst auch mal ordentlich Geld.

    Wenn Du Hilfe zur Selbsthilfe auch unter Entwicklungshilfe laufen lässt, dann ja.

    Ich meinte damit die Gelder, die wir in Entwicklungsländer geben und wobei natürlich die Gefahr der Korruption immer gegebenist.

    Hilfe zur Selbsthilfe, indem gefördert wird, dass die Menschen sich mit ihrer Arbeit ernähren können - das ist doch Sinnvoller als Spenden bzw. Geldgaben, die nur kurzfristig Not lindern.
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

  6. Inaktiver User

    AW: Kinderarbeit??

    Zitat Zitat von Tabea57 Beitrag anzeigen
    Seit wann hat es für Industrieunternehmen Priorität, für Menschen Verantwortung zu tragen? Da zählen vorrangig andere Dinge, vor allem der Profit. Wird auch gerne als Verantwortung bezeichnet - Verantwortung den Aktionären gegenüber.
    Tabea57
    Das ist ja gerade das Problem. Die Veranwortung eines Unternehmens gilt seinen Aktionären und dem Profit. Aber wir tragen dies ja auch in der Gesellschaft mit. Würden wir dies nicht, würde es mit der Zeit auch anders.

    Ich glaube, wenn die Mehrheit mal einsieht, dass das gegenwärtige Wirtschaftsmodell schön und gut ist, aber nicht zukunftsträchtig und des 21. Jahrhundersts nicht mehr würdig, dann haben wir sehr schnell ein anderes. Wie dies aussieht, weiss wohl niemand. Ein gemässigter Kapitalismus, dem man versucht, ein menschliches Antlitz zu verpassen? Eine Art Gemeinwohlöknonmie, wie von Ch. Felber (Attac) beschrieben? Ansätze gäbe es viele und es ist sehr schade, dass sie nicht diskutiert werden, denn dem grössten Teil der Bevölkerung würde es mit einer neuen, anderen Ökonomie besser gehen.

    Wann immer ich in der Bricom die Grossunternehmens-Maxime "der Sinn eines Unternehmens ist es, Gewinn zu machen" anzuzweifeln wage, dann werde ich zurechtgewiesen.

    Ich glaube, dass sich die meisten ein anderes Wirtschaftssystem, wo die Wirtschaft dem Menschen dient und nicht umgekehrt, irgendwie nicht so recht vorstellen können. Solange es sie ja nicht trifft, kann es ihnen egal sein, wenn die Welt in ihre Bestandteile zerfällt.

    Noch was zu Fair-Trade: ich habe mal gelesen, dass die meisten Bauern wirklich profitieren würden. Es gibt viele Bauern, die gern mitmachen würden, aber nicht können, weil der Absatz hier im Norden zu gering ist.

    Mit der Einkaufsverantwortung hast du recht: wenn wir keine Avocados aus Peru für CHF 1.20 (das ist nichts für hiesige Verhältnisse) kaufen, dann werden sie nicht mehr importiert. wenn wir statt der billigen Mango eine Bio-Mango kaufen, dann ermöglichen wir zumindest einem Afrikaner oder Asiaten, dass er nicht mehr mit hier verbotenen Giften hantieren muss.

    Und noch was zur Entwicklungshilfe: ich habe wirklich darüber schon viele Bücher verschlungen. Es ist mir aufgefallen, dass seltenst ein Afrikaner, eine Inderin, ein Südamerikaner nach mehr Entwicklungshilfe schreit. Im Gegenteil, viele wünschen sich die korrupte Regierung weg und an guten Ideen, wie man sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen kann, mangelt es auch nicht.

    Mittlerweile mag ich aber langsam nicht mehr mit Leuten diskutieren (ich meine nicht die User der Bricom, sondern ganz allgemein), die meinen zu wissen, was Sache ist, sich aber nicht mal die Mühe gemacht haben, ein einziges Buch zu diesem Thema zu lesen.

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    AW: Kinderarbeit??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ich glaube, wenn die Mehrheit mal einsieht, dass das gegenwärtige Wirtschaftsmodell schön und gut ist, aber nicht zukunftsträchtig und des 21. Jahrhundersts nicht mehr würdig, dann haben wir sehr schnell ein anderes. Wie dies aussieht, weiss wohl niemand. Ein gemässigter Kapitalismus, dem man versucht, ein menschliches Antlitz zu verpassen? Eine Art Gemeinwohlöknonmie, wie von Ch. Felber (Attac) beschrieben? Ansätze gäbe es viele und es ist sehr schade, dass sie nicht diskutiert werden, denn dem grössten Teil der Bevölkerung würde es mit einer neuen, anderen Ökonomie besser gehen.
    Wahrscheinlich haben zu wenig Menschen ein Interesse daran, über Wirtschaftssysteme zu diskutieren. Wer an der Macht ist - egal ob politisch oder wirtschaftlich - will nichts ändern. Aber es müsste eigentlich allen klar sein, dass Wachstum an sich kein Ziel ist. Bis wohin soll Wachstum gehen? Irgendwann implodieren wir, wenn wir so weitermachen. Mit allen vorhandenen Ressourcen gerecht umzugehen, wäre ja auch mal ein Ziel.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Solange es sie ja nicht trifft, kann es ihnen egal sein, wenn die Welt in ihre Bestandteile zerfällt.
    Tja, früher oder später wird es uns treffen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mittlerweile mag ich aber langsam nicht mehr mit Leuten diskutieren (ich meine nicht die User der Bricom, sondern ganz allgemein), die meinen zu wissen, was Sache ist, sich aber nicht mal die Mühe gemacht haben, ein einziges Buch zu diesem Thema zu lesen.

    Was für eins empfielst Du?


    Gutes Wochenende,

    Tabea57
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

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