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    AW: Kinderarbeit??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Streuner es geht da ums nackte Überleben . Die Alternative heisst verhungern also auch nicht gerade prickelnd . Sozialromantik und Prüfungen sind da erstmal wenig hilfreich.
    Aha, so so, ums nackte Überleben.
    Ich habe weiter oben die Prostitution zur Kinderarbeit mit hinzugezählt.

    Und statt eines Einwandes kommt von Dir sowas!
    Was soll das?!!
    (es mag ja Leute geben, die das für eine erstrebenswerte Welt halten.. )

    Wo bleibt der Einwand?!
    Wo bleiben die Einwände?!
    Geändert von Streuner (15.11.2010 um 12:19 Uhr)

  2. gesperrt

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    AW: Kinderarbeit??

    Jack66, und jeder der das liest,

    stell Dir vor, Du sitzt auf einer Parkbank.
    Die Beine ausgestreckt, die Sonne scheint.

    Vor Deinen Füßen fällt ein Kind zu Boden und weint.
    Was machst Du?
    Lässt Du es schreien, bis es von selber aufsteht?
    Gibst Ihm dann vielleicht noch einen Schups, damit es erneut zu Boden fällt, damit es lernt, aufzustehen?
    Aberwitzig, was!!!

    Oder hilfst Du Ihm gleich von Anfang an auf die Beine?
    ...völlig egal ob es Dein eigenes Kind ist oder das eines Anderen.

  3. Inaktiver User

    AW: Kinderarbeit??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der zitierte Spiegel-Artikel hat bei mir die Frage aufgeworfen, ob ein allgemeines Verbot von Kinderarbeit wirklich wünschenswert und sinnvoll ist.

    Wenn man also die Kinderarbeit wirksam verhindert, dann gehen die Einkünfte der Familien zurück. Und der Rückgang wirkt sich direkt auf deren Überleben aus
    Natürlich würden die Jobs der Kinder zumindest teilweise von Erwachsenen übernommen, aber dies würde nicht unbedingt den betroffenen Familien helfen, denn die Arbeitslosigkeit ist dort, wo es Kinderarbeit gibt, viel zu hoch als dass jeder einen Job finden könnte.

    Es geht ja in den meisten Fällen auch nicht darum, dass die Kinder, wenn man sie aus den ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen "befreien" würden, statt dessen zur Schule gehen würden - oft gibt es keine schulen, oder die für die Schule anfallenden Kosten sind für die Familien zu hoch.

    ... neben der emotionalen Frage stellt sich eben auch eine andere, eine pragmatische oder vielleicht sogar moralische Frage: Wie können wir es verantworten, dass es durch den Boykott von Kinderarbeit bei uns den Familien dort noch schwerer gemacht wird zu überleben.
    Genau. Wie können wir es moralisch überhaupt verantworten gegen Kinderarbeit zu sein?

    Wenn man schon nicht jedem Kind den Schulbesuch ermöglichen kann oder will, sollte man zumindest dafür sorgen, dass die Kinder - wenn auch als Billigstarbeiter ausgebeutet - wenigstens von der Straße weg sind.

    Und wenn es schon Arbeitslosigkeit, d.h. zu wenig Arbeitsplätze für Erwachsene gibt, sollte man wenigstens Kindern die Erwerbsarbeit ermöglichen.


    Kinderarbeit in Fabriken, auf Baumwollfeldern, in Bergwerken - ein moralischer Imperativ!

    Danke, Tante Bri, dass du uns nachdenkliche User schenkst, die unser Koordinatensystem in Bezug auf Ethik, vorausschauendes Denken, Wirtschaftskompetenz und Kinderpädagogik zurechtrücken.

    .

  4. Inaktiver User

    AW: Kinderarbeit??

    Zitat Zitat von Streuner Beitrag anzeigen

    Es gäbe noch eine Alternative: Helfen!
    Wozu gibt es die vielen Kinderhilfswerke überall?!
    Jo irgendeiner wird schon all meine tollen Ideen von der heilen Welt umsetzen und bezahlen auch wenn ich selbst lieber die Finger gerade sein lasse .

    Fakt ist Streuner , dass uns genau deine Arbeitsleistung fehlt um die Welt zu retten nur fromme Sprüche kloppen können wir alle selbst ganz gut

  5. Inaktiver User

    AW: Kinderarbeit??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Streit mit Städten: Wie die EU-Kommission Fair-Trade-Produkte verhindert - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft


    Emotional ist die Antwort klar - Kinder sollten nicht ausgebeutet werden.


    Natürlich kann man davon ausgehen, dass sie ausgebeutet werden, da man ihnen wahrscheinlich allgemein geringere Löhne zahlt als Erwachsenen. Und wahrscheinlich sind die Löhne auch dann zu niedrig, wenn man die geringere Produktivität (kleinerer) Kinder im Vergleichh zu Erwachsenen berücksichtigt.

    Aber es stellt sich mir auch die Frage warum diese Kinder arbeiten: Doch in sehr vielen Fällen, weil sie und ihre Familien auf das Geld angewiesen sind - egal wie gering die Löhne sind.


    Natürlich würden die Jobs der Kinder zumindest teilweise von Erwachsenen übernommen, aber dies würde nicht unbedingt den betroffenen Familien helfen, denn die Arbeitslosigkeit ist dort, wo es Kinderarbeit gibt, viel zu hoch als dass jeder einen Job finden könnte.


    Gerade im landwirtschaftlichen Bereich (einschließlich Kaffeeplantagen) sollten wir vielleicht auch daran denken, dass noch vor ein paar Generationen bei uns jedes Familienmitglied bei der Ernte eingesetzt wurde, und dass die Herbstferien noch in der ersten Nachkriegszeit "Kartoffelferien" hießen, weil eben auch die Schüler auf den Feldern gebraucht wurden.




    Ich habe keine Antwort - jedenfalls keine einfache.

    Und vielleicht ist es wert, dies einmal mit offenem Ausgang zu diskutieren.


    Wie gesagt: Auf den ersten Blick erscheint Kinderarbeit eindeutig schlecht, aber ist vielleicht doch ein zweiter Blick notwendig?



    Übrigens: Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass Kinderarbeit auch aus Konkurrenzgründen abgelehnt wird, weil sie Produkte aus anderen Regionen billiger macht ...
    Ich möchte ja wirklich nicht respektlos sein, aber ist kein Argument zu blöd, um herrschende Verhältnisse zu zementeiren und moralisch gut zu heissen?

    Aber der Reihe nacht:

    Nein, Kinderarbeit (jedenfalls Kinderarbeit in Fabriken) ist absolut abzulehnen. (Ich persönlich kann nichts dabei finden, wenn Kinder ihren Eltern auf dem Bauernhof ab und zu helfen.)

    Die Lösung wäre: die Erwachsenen so gut bezahlen, dass sie ihre Kinder eben ernähren können.

    Meist arbeiten die Kinder ja eh in Fabriken, die für den westlichen (Luxus-)Konsum produzieren. Wo also ist das Problem, wenn die Tasche dann schlussendlich ca. 10 Cent mehr kostet?

    Aber vielleicht ist einfach das System hochgradig marode und Kinderarbeit nur ein Symptom!?

    Abgesehen davon ist ein grosser Teil des Elends über die 3. Welt hereingebrochen durch die Landflucht, dadurch, dass die Bauern ihre traditionelle Tauschwirtschaft aufgegeben habe.

    Ich habe dies für mich so gelöst, als ich nach Möglichkeit (und es gibt sehr viele Möglichkeiten) Grosskonzerne generell boykottiere und von mittelständischen Firmen, die in Europa produzieren, meine Sachen beziehe.

  6. Inaktiver User

    AW: Kinderarbeit??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Na eigentlich besser nicht kaufen und wenn dann zu realistischen Preisen , dann haben die i.d.R selbst genug zum essen .
    Es ist ja nicht so dass diese Länder an sich arm sind . Wir machen die halt arm weil wir hier billigst alles auf dem Gabentisch haben wollen .

    Solange sich unsere Einstellung natürlich nicht ändert und wir uns z.B. über günstige Kleidung und alle möglichen exotische Produkte freuen ( natürlich möglichst billig ) sollte man halt dazu stehen und sagen ok dafür haben die Kinder dort wenigstens Arbeit und sie ihnen auch lassen .

    Das System ist schon sehr, sehr komplex. Obwohl ich mich seit bald 20 Jahren damit beschäftige, blicke ich noch überhaupt nicht erfüllend durch. Daher ein paar Fragmente:

    Es wird oft in eine solche Runde der Satz geworfen "ja, sonst hätten die Leute dort gar keinen Job". Das kann man so nicht stehen lassen.

    Ein Beispiel: ein Feld von XY Hektar ernährt XY Leute, wenn diese ihre eigenen Früchte anbauen und den Überschuss davon gegen Naturalien tauschen können.

    Auf einem Feld von gleicher Grösse werden z.B. Blumen oder Früchte für den Export angebaut. Dort werden dann jedoch weit weniger Menschen einen Job finden, als wenn sie ihr eigenes Land bebauen könnte. Ausserdem reicht das wenige Geld kaum für eine einzige Mahlzeit pro Tag.

    Wir tun den Menschen im Süden keinen Gefallen, wenn wir ihre spottbilligen Produkte kaufen! Das ist mal so und lässt sich einfach nicht verbal umbiegen!

    Ich habe mal einen Afrikaner im Zug belauscht, er auf Englisch mit jemandem gesprochen hat und seine Rede immer wieder mit dem Ausdruck "we need an Aufklärung" verbrähmt hat. Er hat mich am Zielbahnhof nach dem Weg gefragt und so habe ich ihn kurzerhand zum Kaffee eingeladen und kräftig ausgefragt. Er sagte, er doktosiere hier, komme aber aus einem westafrikanischen Land und kenne die Verhältnisse in Afrika natürlich sehr gut. Für Afrika wäre es das beste, führte er weiter aus, wenn möglichst wenige Export betrieben und eine intaktive Binnenwirtschaft (innerhalb des Kontinents) aufgebaut würde. Dies würde Afrika langfristig aus der Patsche helfen.

  7. gesperrt

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    AW: Kinderarbeit??

    Ich frage mich, warum ausgerechnet
    Verona Pooth Werbung für "KIK" macht, wo wir doch alle wissen, dass sich Verona Poth so sehr für das Wohl von Kindern einsetzt, und wo wir doch auch wissen, dass die Kleidung von kik zum Großteil von Kindern gefertigt wird.

    Ist es dreistes Kalkül zu Ihren Gunsten, Frau Poth?
    Oder ist es kluges Kalkül für Ihre gute Sache für die Kinder?

    Eines ist Ihnen hoffentlich klar:
    Kinderarbeit gehört abgeschafft
    (natürlich Welt-weit!)

    Freilich ist es erst mal besser, die Kinder sind von der Straße weg.
    Aber eine Kleidungsfabrik ist auch nicht der beste Ort für die Kleinen.
    Ein Kind gehört in den Kindergarten, in die Schule - und vor allem in eine Familie, wo es jemand lieb hat und beschützt, wenn es mal Angst hat und weint

  8. gesperrt

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    AW: Kinderarbeit??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Jo irgendeiner wird schon all meine tollen Ideen von der heilen Welt umsetzen und bezahlen auch wenn ich selbst lieber die Finger gerade sein lasse .

    Fakt ist Streuner , dass uns genau deine Arbeitsleistung fehlt um die Welt zu retten nur fromme Sprüche kloppen können wir alle selbst ganz gut
    Besser alle Zehne grade sein lassen,
    als nur einen - vor allem Kindern gegenüber

    Unfromm genug?

    Ich verkneife es mir nochmal, Dich persönlich anzusprechen

    Aber nicht schummeln, Jack!
    Ich meinte natürlich alle zehn FINGER... nicht 9
    Geändert von Streuner (15.11.2010 um 18:14 Uhr)

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    AW: Kinderarbeit??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Letztendlich kommt das aufs selbe raus , bestenfalls kaufen andere dann die Produkte und wir haben in unserer heilen Welt eine weisse Weste wie z.B. mit dem Biospritblödsinn . Ächtet man deren Systeme und kauft die Produkte der Kinder nicht mehr , entzieht man den Menschen das bisschen Grundlage das sie haben um sich zu mehr schlecht als recht zu ernähren .
    Na ja, eine andere Mögklichkeit ist von den 20 Euro fürs T-shirt nicht nur 50Cent zum Hersteller zu überweisen, so das Eltern ihre Kinder finanzieren können.


    Es ist wirklich schockierend, zu welchen intellektuellen und moralischen Leistungen Menschen unter dem Deckmantel der konservativen Wertebewahrer und einzig wahren Durchblicker in der Lage sind.
    Geändert von Ahab (16.11.2010 um 11:51 Uhr)

  10. gesperrt

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    AW: Kinderarbeit??

    Zitat Zitat von Ahab Beitrag anzeigen
    Na ja, eine andere Mögklichkeit ist von den 20 Euro fürs T-shirt nicht nur 50Cent zum Hersteller zu überweisen, so das Eltern ihre Kinder finanzieren können.


    Es ist wirklich schockierend, zu welchen intellektuellen und moralischen Leistungen Menschen unter dem Deckmantel der konservativen Wertebewahrer und einzig wahren Durchblicker in der Lage sind.
    Meine Frau sagt, das billigste T-shirt gibt es bei kik schon für 3 Euro...

    Das Beste wäre, man würde gar keine T-shirts mehr kaufen, die und deren Rohstoffe anderswo hergestellt wurden.
    Das Geld, welches man sich durch den wegfallenden Transport spart, kann man aufteilen zum Zwecke der Verwendung für die jeweilige Landwirtschaft - die des Herkunftslandes, sowie die der Empfängerländer.
    Und so sollte man mit jedem Produkt verfahren und mit jedem Herkunftsland.
    Jedes Land baut erst einmal sein eigenes an was es braucht zum Überleben, schafft es ein Land nicht allein, helfen die bevorzugten Länder den benachteiligten.

    So könnte es gehen

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