Geht es vielleicht auch etwas weniger hysterisch?
Um es nochmal zu betonen: Ich habe nirgendwo von "Verbot" oder "Zensur" gesprochen - wie auch? Die Verlage/Shops können Bücher weder verbieten noch zensieren.
Es geht um die moralische Frage, ob ein Buchshop eines sonst vollmundig die freiheitlich-demokratische Grundordnung verteidigenden Verlags Geschmiere von Nazis verkaufen sollte oder nicht. Es geht nicht um "historische Dokumente", sondern um Ergüsse von Nazis - das ist m.M.n. etwas völlig anderes.
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10.11.2010, 09:45Inaktiver User
AW: FAZ, SZ und Spiegel verdienen an Nazi-Literatur
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10.11.2010, 10:20Inaktiver User
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10.11.2010, 10:51Inaktiver User
AW: FAZ, SZ und Spiegel verdienen an Nazi-Literatur
Das ist hier im Forum und übrigens auch auf der Seite des SWR, der diese Reportsendung gemacht hat, beantwortet worden:
Der Online-Buchhändler hat nicht nur nicht die Pflicht in mühseliger Arbeit Bücher aus dem Sortiment heraus zu selektieren, sondern auch gar nicht das Recht auf Basis einer von irgendwem (?) nach irgendwelchen Kriterien (?) verfassten Negativliste dem Käufer und Leser Bücher vorzuenthalten.
Bei REPORT erwähnt wird z.B. ein gewisser Otto Skorzeny, Offizier der Waffen-SS.Es geht nicht um "historische Dokumente", sondern um Ergüsse von Nazis - das ist m.M.n. etwas völlig anderes.
Seine Erinnerungen, die Erinnerungen eines begeisterten Nazi, ermöglichen einen unmittelbaren und anschaulichen Einblick in die Denkweise solcher Leute, in Details ihrer Erlebnisse, letztlich in eine Vergangenheit, die uns alle angeht und deren Fragen ("wie konnte das geschehen", was waren das für Menschen") auf andere Weise nicht beantwortet werden können.
David Irving, ein weiterer in der Reportage erwähnter Autor, ist ein bekannter zeitgenössischer Geschichtsrevisionist, der an die 30 Bücher verfasst haben soll. Er ist zwar kein Zeitzeuge und auch kein Historiker, sondern ein dummer Schwätzer, aber eben auch ein aktiver Autor, dessen Name viele Menschen schon wg. der Skandale und Gerichtsverhandlungen kennen.
Wenn man sich selber ein Bild machen möchte, wenn man wissen möchte, welche Denke Neonazis pflegen, dann muss diese Information in einem freien Land möglich sein.
Inhaltlich ist Irving aber sicher verzichtbarer als Skorzeny - nur: wer ihn aus dem Sortiment nehmen würde, müsste begründen, warum er Skorzeny drin lässt.
Nee, also nee, auf eine solche Rutschbahn sollte sich ein Internetbuchhändler erst gar nicht begeben. Verkauft wird, was legal im Handel ist. Basta. Dadurch macht sich der Internetbuchhändler mitnichten die Inhalte der Bücher zu eigen. Seine Aufgabe ist das Riesensortiment; der kleine Buchhändler um die Ecke kann hingegen jederzeit das Sortiment so zuschneiden, wie er es für gut hält - ob esoterisch oder frauenbewegt, ob erotisch, kommunistisch, lyrisch oder sonstwas.
.Geändert von Inaktiver User (10.11.2010 um 11:02 Uhr)
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10.11.2010, 10:53Inaktiver User
AW: FAZ, SZ und Spiegel verdienen an Nazi-Literatur
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10.11.2010, 10:59Inaktiver User
AW: FAZ, SZ und Spiegel verdienen an Nazi-Literatur
Das ist das was ich an Euch "normalen" Usern so liebe

Ihr dürft (oder wollt dürfen) anderen z.B. Hysterie vorwerfen, aber wenn ich als Mod dann sage, dass ich eher den als hysterisch empfinde, der eben anderen das vorwarf, dann ist das ein Anraunzer über den man den Kopf schüttelt ... merkwürdige Sichtweise ...
Aber, wie gesagt: nix neues hier
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10.11.2010, 11:00Inaktiver User
AW: FAZ, SZ und Spiegel verdienen an Nazi-Literatur
Erstens: Von irgendeiner "Pflicht" habe ich auch gar nicht geredet.
Zweitens: Dann hast du bei dem Beitrag offenbar nicht richtig zugehört: Ein Shop hat sehr wohl das Recht und die Möglichkeit, beim Großhändler bestimmte Bücher von der Lieferung/Bestellung auszunehmen. Dass er das Recht nicht habe, haben die Zeitungen behauptet, Juristen sehen das ganz anders.
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10.11.2010, 11:02Inaktiver User
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10.11.2010, 11:14Inaktiver User
AW: FAZ, SZ und Spiegel verdienen an Nazi-Literatur
Auf der rein inhaltlichen Ebene: Wo liest Du bei mezurazii Hysterie heraus?
Man braucht ihre Sichtweise nicht zu teilen, aber man kann das Eingangsposting zum Anlass für eine einigermaßen interessante Diskussion nehmen.
Es besteht kein Zweifel daran, dass es ein Spannungsfeld zwischen Freiheit der Presse und Verbot rechtsextremer Propaganda gibt, das auszuleuchten sich lohnt. Der Strang könnte durchaus ein Aufhänger sein.
Ich kann diese Angriffe (nicht von Dir) , als wolle m. höchstpersönlich die Grundwerte unserer Verfassung aushebeln und eine Zensurbehörde schaffen, nicht nachvollziehen.
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10.11.2010, 11:21Inaktiver User
AW: FAZ, SZ und Spiegel verdienen an Nazi-Literatur
Nein, das hast du nicht. Du hast ihnen lediglich unlautere Motive unterstellt und dich empört, weil sie diese Nichtpflicht nicht erfüllen.
Ich habe das wohl gehört. Aber ich möchte wetten, dass der Journalist um seiner Story willen genau diejenigen Juristen zu Wort kommen ließ, die seine Message unterstützen und nicht solche, die es ablehnen, wenn ein Großbuchhändler nach Kritierien, die irgendwer (wer eigentlich?) nach seinen Kriterien (welchen?) festlegt, ein Millionen von Titeln umfassendes Sortiment in Zensurabsicht manipuliert.Zweitens: Dann hast du bei dem Beitrag offenbar nicht richtig zugehört: Ein Shop hat sehr wohl das Recht und die Möglichkeit, beim Großhändler bestimmte Bücher von der Lieferung/Bestellung auszunehmen. Dass er das Recht nicht habe, haben die Zeitungen behauptet, Juristen sehen das ganz anders.
Es geht auch gar nicht darum, was an Restriktionen rein juristisch möglich ist oder nicht, sondern um die Auffassung bezüglich der Freiheitsrechte der Bürger und ob diese Auffassung mit dem Geist des Grundgesetzes in Einklang zu bringen ist.
Bedenken, die die zitierten Juristen im weiteren Gespräch geäußert haben mögen, wird er zugunsten seiner Story einfach herausgeschnitten haben. Jeder einzelne von ihnen kommt in der Reportage jedenfalls nur für wenige Sekunden zu Wort. Frag mich nicht, wie der Tenor des Gesamtgesprächs tatsächlich war ...
Kurzum: Ich nehme das mitnichten für bare Münze.
.Geändert von Inaktiver User (10.11.2010 um 11:42 Uhr)
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10.11.2010, 11:25
AW: FAZ, SZ und Spiegel verdienen an Nazi-Literatur
Als hysterisch habe auch ich Dich nie empfunden. Wär ja noch schöner, wenn jede Erföffnung samt dezidierter Meinung sich das anhören müsste. Oder kommt demnächst nach dem ersten derart gefühlten Post: Hysterie. Strang geschlossen!? Gibt's einen smiley dafür?
Ich finde Dein Thema gut!
Aber was Du m.E. schon forderst, ist die "moralische Verpflichtung" von Verlagen, Bücher nicht zu vertreiben, die der propagierten Gesinnung ihres eigenen Hauses widersprechen. Würde das aber nicht auch bedeuten, dass z.B. in Interviews, Debatten, Leserbriefen etc. auch niemand mit anderer Denke zu Wort kommen dürfte?
Ansonsten kann ich mir nur einem Post von weiter vorne anschießen: Was im jur. Sinn nicht eindeutig verboten ist, darf auch angeboten werden. Auch das ist Demokratie.*
Der Adler fängt keine Mücken.
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