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Thema: Legalisierung aller Drogen?
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08.11.2010, 12:24
AW: Legalisierung aller Drogen?
Ich bin, also denke ich
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08.11.2010, 12:36
AW: Legalisierung aller Drogen?
Hallo,
hm, ich bin da zwigespalten.
Es geht ja bei dieser Forderung nicht darum, dass die Drogen kostenlos abgegeben werden. Sie müssen nach wie vor von den Konsumenten käuflich erworben werden. Ja, einerseits könnte man nun das Argument ins Feld führen, dass der Preis für illegale Drogen allein aufgrund des Status' "illegal" höher ist, andererseits sind gerade die Abhängigen der harten Drogen häufig nicht berufstätig. Das heißt, dass sich die Abhängigen auch hier das Geld für den nächsten Schuss, den es in der Drogerie oder sonstwo zu kaufen gäbe, erst beschaffen müssten.
Da würde dann -um es überspitzt zu formulieren- der Straßenraub nicht für 40 Euro sondern für 20 Euro Drogengeld stattfinden.
Ich glaube nicht, dass das wirklich etwas bringt.
Außerdem sperre ich mich innerlich dagegen, der Attitüde nachzugeben "wenn ich dagegen nicht ankomme, dann legalisiere ich es halt". Das ist in meinen Augen (auch) ein Versagen des Staates oder der staatlichen Institutionen. Hier klein beizugeben, halte ich für ein ganz gefährliches Signal.
Welche Außenwirkung hätte dies? "Setze den Staat nur brutal, lange und nachhaltig unter Druck und Du bekommst, was Du willst." Ich glaube nicht, dass dieses Signal gesendet werden sollte.
Lieben Gruß
*wiesenblume*
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08.11.2010, 20:35
AW: Legalisierung aller Drogen?
Wie Coeur-de-Leon schon sagte, der Staat sind wir alle.
Wenn der Saat also für die Legalisierung ist, wieso sollte er es sich dann selber verbieten?
Lasst uns darüber abstimmen und gut ist.
Ich spreche allerdings einzig und allein für die weiche Droge Cannabis.
Was den Rest angeht, enthalte ich mich (erst mal) der Stimme.
Da bin ich mir mit meiner Meinung noch nicht schlüssig.
Bei Cannabis ist die größte Gefahr, erwischt zu werden.
Alle anderen - härteren - Drogen können tödlich sein.
Ich denke dabei an meine Kinder.
So wie ich nicht möchte, dass vergiftete Lebensmittel in den Handel kommen, sollten generell keine potentiell tödlichen Produkte in den Handel kommen dürfen.
Allerdings klingt das Argument, dass durch die Legalisierung aller Drogen der Beschaffungskriminalität der Boden entzogen würde, überzeugend.
Die negativen Folgen von harten Drogen lassen sich bestimmt anders besser bekämpfen, als durch die Ksiminalisierung.
Da Cannabis an jedem Straßenrand wachsen könnte wie die Brennnesseln, bestünde hier schon mal keine Gefahr der Beschaffungskriminalität mehr.
Bei einer eventuellen Verhandlung würde ich als erstes den Richter bitten, mir zu erklären, warum Cannabis in Deutschland verboten ist, während man in Holland seit Jahrzehnten keinerlei negative Folgen zu verzeichnen hat, die ein Verbot rechtfertigen könnten.
Die Tschechen haben offensichtlich daraus gelernt.
Wann ist Deutschland so weit?
Von wegen "Hanf- und Cannabisproduzenten und -konsumenten sind alle erwerbslos"...
Jeans aus Hanf - Google Produktsuche
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09.11.2010, 09:24
AW: Legalisierung aller Drogen?
Bei exzessiven Cannabis-Konsum besteht die Gefahr des Angestumpftwerdens. Und die des Flash-backs. Konsequenzen sind nicht harmlos.
Außerdem ist der Haschkonsum nicht selten der Einstieg in härteren Drogenkonsum.
Der Hinweis auf Holland ist wenig hilfreich, da Holländer bekanntlich das Problem anders angehen. Sie behaupten, dass Drogenkonsum bei ihnen seit der Legalisierung kein Problem mehr sei. Das trifft genauso zu wie unsere Behauptung, wir hätten kein Alkoholproblem in Deutschland.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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09.11.2010, 10:29Inaktiver User
AW: Legalisierung aller Drogen?
Ich erwarte von einer Legalisierung, dass sich das grundsätzliche Drogenproblem etwas entschärft, weil:
1. Niemand mehr ein Interesse hat, potentielle Kunden "anzufixen" um den Markt auszuweiten
2. Man durch legale Verteilstellen (in welcher Form immer) problemlos an die Konsumenten heran kommt und ihnen eine Behandlung anbieten kann.
Es ist klar, dass das Angebot einer Behandlung nicht allgemein angenommen wird, aber es würde ein größerer Teil der Süchtigen deutlich früher erreicht werden.
Die Sorge von Wiesenblume, dass sich die Beschaffungskriminalität nicht erledigen würde, weil viele Süchtige gar kein Geld haben, also auch nicht genug, um legal Drogen zu bezahlen, ist berechtigt. Aber zumindest würde sich das Problem deutlich reduzieren, und wenn man die Drogenkonsumenten besser erreicht, sind auch in diesem Bereich deutliche Verbesserungen zu erwarten: Ein Süchtiger, der rechtzeitig betreut wird, ist wesentlich eher in der Lage, ein "normales" Leben zu führen (und sich selbst zu finanzieren) als jemand, der mit seinem Problem allein gelassen bleibt.
Die Frage, ob der Staat einfach so aufgeben sollte, ist legitim. Aber da es bisher nirgendwo gelungen ist, das Drogenproblem und die Mafiastrukturen in den Griff zu bekommen, und da man außerdem wenig Erfolg hat, die Süchtigen zu erreichen und zu behandeln, kann man von unserem Staat (und auch von Mexiko, Kolumbien oder Afghanistan) nicht erwarten, dass dies in Zukunft besser wird.
Es ist kaum zu bestreiten, dass sich die Mafia (wer immer das im Einzelfalle ist) alternative "Geschäftsfelder" suchen wird, wenn die Einnahmen aus dem Drogengeschäft wegfallen. Aber es ist ebenfalls nicht zu bestreiten, dass die Mafia solche Felder, die illegalen Profit versprechen, besetzen wird, ob das Drogengeschäft blüht oder nicht. Denn "Mitarbeiter", die auch neue "Projekte" betreuen können, finden sich allemal.
Ich bin auch weiterhin der Meinung, dass die Frage der Legalisierung von Drogen - einschließlich harter Drogen! - eine ernsthafte Diskussion verdient.
Übrigens könnte (und sollte) man im gleichen Zusammenhang auch die Themen Alkohol und Tabak angehen. Auch hier würde der Wegfall von hohen Profiten bei den Herstellern und Verteilern den Anreiz wegfallen lassen, möglichst früh möglichst viele potentielle Kunden "anzufixen".
Dies wäre offensichtlich schwieriger umzusetzen als bei Drogen, da man traditionelle und seit Langem legale Strukturen ändern müsste, auch unter dem Wegfall von Arbeitsplätzen.
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09.11.2010, 10:53Inaktiver User
AW: Legalisierung aller Drogen?
Ich denke, so einfach ist das insgesamt mit Drogen, Giften, Medikamenten nicht umzusetzen. Sowohl Drogen als auch Medikamente unterliegen zumindest teilweise demselben Gesetz.
Denn ... auf der einen Seite wäre es paradox, harte Drogen in speziellen Shops frei verkäuflich zu veräussern und auf der anderen Seite, Medikamente einer Rezeptpflicht zu unterwerfen.
Denn wenn harte Drogen frei verkäuflich sind, und der Konsument nach Einnahme kollabiert oder stirbt, ist möglicherweise jemand haftbar zu machen.
Also müsste zuvor im Prinzip jemand ein Rezept ausstellen, mit dem harte Drogen erworben werden können.
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09.11.2010, 11:25Inaktiver User
AW: Legalisierung aller Drogen?
Ich sehe kein Problem darin, Drogen über Apotheken - auch auf Rezept - zu verkaufen.
Wichtig ist, dass der Erwerb von Drogen legal wird, damit
1. der Mafia diese Finanzquelle entzogen wird
2. die Beschaffungskriminalität zumindest deutlich reduziert wird
3. man leichter an die Konsumenten herankommt, um ihnen eine Behandlung anbieten zu können
Auch Legalisierung wird die Drogenproblematik und deren Suchtgefahren nicht ausschalten, wird aber die Profite der Drogenmafia - auch aus dem Beigeschäft Prostitution und Hehlerei - eliminieren oder zumindest reduzieren.
Die gegenwärtige Politik unterstützt die Mafia und verhindert ganz offensichtlich nicht, dass Süchtige mit Drogen versorgt und neue Kunden - Kinder - angefixt werden.
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09.11.2010, 11:33Inaktiver User
AW: Legalisierung aller Drogen?
Wenn es so einfach wäre, würde es doch in irgendeinem Land der Welt funktionieren, oder?
Aber es ist müßig. Drogen sind in unserer Gesellschaft - von Alkohol abgesehen - nach wie vor geächtet und es wird sich niemals eine politische oder gesellschaftliche Akzeptanz ergeben.
Und ich kann es wissenschaftlich nicht erklären: Aber ich glaube einfach nicht daran, dass eine Freigabe von bis jetzt illegalen Betäubungsmitteln großartig Vorteile bringen wird.
Wie sollte das denn aussehen? Man darf ja wohl nicht vergessen, dass es sich um Rausch-gifte handelt, die sehr schnell abhängig machen können. Wollen wir das flächendeckend?
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09.11.2010, 11:52
AW: Legalisierung aller Drogen?
Zu welchem Preis sollen denn die Drogen erhältlich sein? Bei einer grossindustriellen Fertigung und OHNE Steuern wären Cannabis-Zigaretten günstiger als Tabak-Zigaretten. Bei einer vergleichbaren Produktion von Kokain und Heroin würden die derzeitigen Strassenverkaufspreise wohl auf ein Zehntel der bisherigen Preise fallen.
WENN man nun aber legalisiert und mit Zigaretten vergleichbare Steuern erhebt - wird sich wieder ein Schwarzmarkt, wie bei Zigaretten ausbilden.
WAS wollen denn Süchtige? Weiterhin mehr und immer billigere Drogen ohne Kontrolle? Wie werden sie wohl auf einen Preisverfall "ihrer" Droge reagieren? JETZT hör ich aber auf .....?
Zigaretten sind legal - trotzdem gibt es eine Industrie die an steigendem Konsum interessiert ist - warum sollte dies bei legalisierten Drogen anders sein? WEIL "man" das so will?
Soll man auch zerstörerische Drogen wie Crack legalisieren - schliesslich ist dieses mit den dann legalen Drogen kinderleicht herstellbar.
Wie soll man den eigenen Kindern glaubhaft die Gefahren von Drogen erklären, wenn der Staat die Harmlosigkeit per legalem Handel bestätigt.
Übrigens ist der legale Handel mit Cannabis in Holland durchaus nicht unumstritten und es gibt zahlreiche Initiativen die wieder auf ein Verbot drängen.
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09.11.2010, 13:18Inaktiver User
AW: Legalisierung aller Drogen?
Wer zahlt dann die Untersuchung, die ein Arzt sicher durchführen muss, will er selber nicht riskieren, u.U. haftbar gemacht zu werden.
Falls das die Krankenkasse übernehmen soll (irgendwann müsste sie, da Drogensucht ne anerkannte Krankheit ist) ... ab wann ist schon von einem Krankheitsbild zu sprechen?!
Ich halte die Argumente bezgl. der Beschaffungs- und auch Verteilungskriminalität durchaus für stichhaltig, nur das ganze eben ungeheuer schwer zu organisieren ... auch, weil man zusätzliche Kosten nicht mehr allein den gesetzl. Versicherten zumuten könnte ...



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