ich hoffe, dass die mitteleuropaeischen staaten langsam erkennen, wie wichtig ein solcher finanzausgleich fuer die erhaltung der vielfalt hier ist.
z.b. die alpen, die mischwaelder, die kleinteiligen felder, alleen, hecken, magerwiesen, streuobstwiesen - alles vielfaeltige kulturlandschaften, die sich nicht von selbst erhalten.
und die nicht nur sorten erhalten, sondern auch auf dauer bares geld in anderen bereichen wert sind. extrem interessant fuer die tourismusindustrie, vor allem in kombination mit den vorhandenen baudenkmaelern, fachwerkhauspanoramen, neuschwanstein, burgen etc.pp.
wenn man mal erlebt hat, wie globalisierte inder oder asiaten bei einem schoenen panoramablick, am besten mit burg, schloss oder fachwerk - oder beim blick auf die schneebedeckten alpen - kameratechnisch ausrasten, wird einem klar, dass diese optiken gutes geld wert sind.
und das ist erst der anfang. das lohnt sich also auch noch aus anderen gruenden zu erhalten.
vielfalt ist geld wert. eintoenige monokultur- oder gar wuestenlandschaften gibt es ueberall.
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08.11.2010, 19:30
AW: Saatgut und Ernährungssicherheit
Der Charakter eines Menschen läßt sich daran erkennen, wie er mit Leuten umgeht, die nichts für ihn tun können. by courtesy of ravina
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08.11.2010, 20:15Inaktiver User
AW: Saatgut und Ernährungssicherheit
@ Blautanne
Ich freue mich, dass du meinen Geschmack so präzise erkannt hast.
@ Coco-Lores
Ich stimme dir völlig zu: Wir sollten uns bemühen, die Vielfalt zu erhalten - bei uns und - soweit möglich - in anderen Regionen (wo dies aber die Entscheidung der Menschen dort sein muss).
Das kostet Geld, aber es ist unsere Entscheidung, ob wir diejenigen, die deswegen Nachteile akzeptieren müssten, durch finanzielle Zuwendungen motivieren wollen. Das gilt für Bauern, die als "Landschaftspfleger" weniger aus ihren Höfen erwirtschaften genauso wie für denjenigen, der ein "Baudenkmal" erhält, obwohl Abriss und Neubau sinnvoller (und energieeffizienter) wären.
Aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass dies Geld kostet, und dass Landschaftsschutz uns Ertragsmaximierung meist nicht unter einen Hut zu bringen sind.
Und da - wie Blautanne richtig bemerkt hat - die Mehrheit der Menschen hier wenig Wert auf die Qualität der Lebensmittel legt und lieber billig einkauft, werden wir wohl mit einem zweigeteilten Markt leben müssen.
In anderen Regionen - z.B. Afrika - gibt es völlig andere Prioritäten. Dort geht es noch viel weniger als bei uns um Qualität, sondern um Quantität - nicht um billig einzukaufen, sondern um zu überleben.
Wenn sich die Bevölkerung in Ostafrika in gut 100 Jahren von 4 auf 60 Millionen Menschen vervielfacht hat, und wenn wir wissen, dass diese Bevölkerungsexplosion noch lange nicht gestoppt ist (und sich dort noch beschleunigen wird, wenn erst einmal ein Mittel gegen Aids verfügbar ist!), dann müssen wir den Menschen die Möglichkeit geben, auf der vorhandenen Ackerfläche immer mehr Lebensmittel zu produzieren.
Auch mit verbessertem Saatgut.
Um auch dies zu betonen: Hohe Hektarerträge bedeuten nicht Qualitätseinbußen. Sie bedeuten aber unvermeidlich einen Verlust von Diversität.
Wir können es uns leisten dies zu vermeiden, wenn wir bereit sind, dafür zu bezahlen. In Afrika liegen die Prioritäten anders.
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09.11.2010, 00:31
AW: Saatgut und Ernährungssicherheit
Also, ich sag mal so...
wenn es ein einziger Unternehmer weltweit - meinetwegen Nestlé -
schafft, alle 6-Milliarden Menschen auf der Welt für einen Euro
pro Tag mit gesundem Essen satt zu bekommen
und mit frischem Trinkwasser zu versorgen,
dann sollte man diesem Unternehmer diese 6-Milliarden Einnahmen pro Tag
mehr als gönnen - oder nicht?
Es wird dann wohl in seinem eigenen Interesse liegen,
sich diese Einnahmen durch genetische Vielfalt der Pflanzen zu erhalten.
Bei dem bewerbe ich mich dann als Schlepperfahrer
Da wäre ich sofort dabei!Geändert von Streuner (09.11.2010 um 00:41 Uhr)
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09.11.2010, 01:02
AW: Saatgut und Ernährungssicherheit
Bei dem Jahreseinkommen dürfte es kein Problem sein,
Kredite für ein zehntel Prozent Zinsen zu vergeben.
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09.11.2010, 10:32Inaktiver User
AW: Saatgut und Ernährungssicherheit
Ich weiss nicht so recht, wie du das meinst. Ich nehme an, du willst uns anregen zum Nachdenken. Aber gut, die Versorgung mit Nahrungsmittel obliegt Nestle. Dann geht Nestle Pleite und wir alle verhungern.
Mir ist eines nicht so ganz klar: da haben jahrhundertelang Bauern das Saatgut selber gezogen, untereinander getauscht und nun soll dies nicht mehr gehen, weil wir dafür Monsanto brauchen. Dafür soll jedes Jahr erneut Saatgut gekauft werden.
Die Hektarerträge steigen ja nicht mal, das hat sich inzwischen gezeigt. Wofür denn das Ganze? Nur Monsanto zuliebe?! Mir persönlich ist einfach nicht wohl, wenn die Versorgung mit Saatgut in den Händen einiger weniger Firmen liegt. Das ist etwas anderes als Zeitschriften (wenn es mal ein Jahr keine Zeitungen mehr gibt, überlebt die Menschheit trotzdem, vielleicht sogar besser) oder Fernseher, da geht es um etwas absolut Überlebensnotwendiges.
In diesem Sinne mache ich mal Pause von Bricom.
Bis irgendwann wieder.
Nalini
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09.11.2010, 10:41Inaktiver User
AW: Saatgut und Ernährungssicherheit
Lieber Streuner,
bist du bereit, von deinem Hartz IV Satz, auf alles, was an Anteilen für Ernährung über 30 Euro im Monat liegt, zu verzichten?
Hast du eigentlich eine Vorstellung, was es kostet, allein die landwirtschaftlichen Produkte zu erzeugen, geschweige denn verzehrsbereite Lebensmittel herzustellen?
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10.11.2010, 20:19
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10.11.2010, 21:24Inaktiver User
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10.11.2010, 23:41Inaktiver User
AW: Saatgut und Ernährungssicherheit
Auf jeden Fall deutlich mehr als die 30 Euro, die Streuner dafür bereit ist im Monat auszugeben (1 Euro pro Tag) ...
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11.11.2010, 14:37
AW: Saatgut und Ernährungssicherheit



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