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  1. Inaktiver User

    AW: Saatgut und Ernährungssicherheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Übrigens, egal ob man die Gentechnik gut oder nicht so gut findet: Bei neuen Sorten, die durch genetiosche Veränderung gewonnen werden, ist eindeutig, welche Änderungen auftreten, und es wird getestet, ob es möglicherweise Nachteile für Gesundheit und Umwelt gibt.
    Auch auf lange Sicht?

  2. Inaktiver User

    AW: Saatgut und Ernährungssicherheit

    Die geforderten Studien sind darauf angelegt, auch Effekte zu erkennen, die sich erst langfristig entwickeln.

    Wie gesagt: Dies geschieht bisher ausschließlich bei gentechnisch veränderten Pflanzen, bei denen jeweils nur eine gut definierte neue Gensequenz eingefügt wird.

    Bei traditioneller Züchtung, wo es völlig unbekannt ist, welche genetischen Eigenschaften neben der als nützlich erkannten verändert werden, sind keinerlei Tests vorgeschrieben.

    Und dies, obwohl dort im Vergleich zur Gentechnik ein Vielfaches an Erbinformation verändert wird.

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    AW: Saatgut und Ernährungssicherheit

    djgm,
    ich versuche, dich etwas zu desillusionieren, was die großen Saatmittel-Oligopolisten der Welt (zum Großteil aus den USA) betrifft.
    Denen geht es nicht darum, die Bevölkerung in irgendeinem afrikanischen Staat optimal zu versorgen. Es geht ausschließlich um Gewinnmaximierung.
    Das Produkt und seine Produktmerkmale sind für dieses Ziel nachrangig. Wie sich gezeigt hat, sind die Produktversprechen, die z.B. die Reisproduktion in Indien beteffen, alles Werbeblasen und Phantasiegebilde von Monsanto & Co. Diese Aussagen haben aber mit der Realität, die sich bei der Ernte über Jahre gezeigt hat, absolut nichts zu tun. Es hat sich auf Dauer gezeigt, dass die Ernteerträge trotz großspuriger Versprechen von Monsanto gegenüber den alten Saatgutarten nicht gestiegen sind.
    Es sind Mafiamethoden, mit denen diese Produkte an dritte Länder und aufwärtsstrebende Länder der dritten Welt vermarktet werden. Der einzelne Reisbauer kann gar nicht entscheiden, welches Reiskorn er kauft. Er kauft diese Samen, die ihm über große Verteilstellen in Indien angeboten werden. Und dafür, dass diese Verteilstellen Monsanto-Produkte verteilt, sorgt schon die US-Nahrungsmittelmafia. Durch Bestechung, Erpressung etc hat man schon immer seine Ziele erreicht.
    Wie gesagt: Die Produkte sind nicht besser als die bisherigen, mit ähnlich hohen Ernteerträgen, für die man keine Lizensgebühren zahlen musste. Da die US-Monopolisten aber an den Milliarden Menschen in Indien etc ordentlich Gewinne machen wollen, müssen diese herkömmlichen Saatgüter vom Markt verschwinden, das ist alles, das ist US-Capitalism.
    Ich bin, also denke ich

  4. Inaktiver User

    AW: Saatgut und Ernährungssicherheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auch auf lange Sicht?
    Auf lange Sicht kann man dies noch überhaupt nicht sagen. Dazu braucht es wohl ein Jahrhundert bei so langesamen Prozessen. Das Problem ist, dass gewisse Prozesse so langsam ablaufen, dass man sie gar nicht mehr mit der ursprünglichen Ursache des Problems in Verbindung bringt.

    Die Natur ist an sich genial und geradezu ehrfurchterweckend ausgewogen. Am besten wäre, so wenig wie möglich darin herumzupfuschen und wenn man was macht, dann nur extrem schonende Korrekturen.

    Ein Beispiel aus der Dritten Welt: man behauptet hat, die Landwirte in der Dritten Welt seien auf Monsanto und Co. angewiesen. Aber ich glaube, das Problem liegt viel tiefer. Das Herausreissen der Menschen aus der Tratitionellen Tausch- und Selbstversorgerwirtschaft hat z.b. erst zu einem gravierenden Bevökerungszuwachs geführt.

    Das Problem hier und dort liegt wirklich tiefer.

    Aber es ist wohl einfach zwecklos. Die Weisteuropäer sind so verliebt in die neoliberale Doktrin, auch wenn ihnen diese schlussendlich ihre Existenz kostet.

    Apropos: kann mir jemand sagen, wieso alle tatenlos zuschauen, wenn immer mehr Bauern aufgeben müssen, weil für ihre Produkte nur noch Dumpingpreise bezahlt werden?

    Gestern im Lokalfernsehen: der Schweinefleischpreis ist im Keller. Ein Schweinebauer hat vor wenigen Jahren noch für ein Ferkel 170.00 bekommen, heute sind es 70.00. Das kanns doch einfach nicht sein.

    Am Schluss eben viele auf und wir sind auf Importe angewiesen. Wer sagt uns, dass das Ausland in Notzeiten ein verlässlicher Lieferant ist?

  5. Inaktiver User

    AW: Saatgut und Ernährungssicherheit

    Nalini -

    die traditionelle Wirtschaftsordnung in der Dritten Welt ist für die heutige Situation absolut nicht mehr geeignet. Sie hat sich durch die Bevölkerungsexplosion selbst zerstört.

    Nur ein Beispiel:

    Die Deutsche Kolonialgesellschaft schätzte 1899 die Bevölkerung des damaligen Deutsch-Ostafrika auf etwa 4 Millionen Menschen.

    Laut Fischer Weltalmanach 2010 beträgt die Bevölkerung der heutigen Nachfolgestaaten Tansania, Ruanda und Burundi zusammen beinahe 60 Millionen Menschen auf rund 1 Million km².

    Die Bevölkerungsdichte ist also in etwa 100 Jahren von 4/km² auf 60/km² gestiegen, in einzelnen Regionen wie Ruanda und Burundi auf weit über 300/km².

    Es wäre ein Wunder (und eine Katastrophe!!), wenn sich bei einer derartigen Veränderung Gesellschaft und Wirtschaftssystem nicht geändert hätten!


    Der Bevölkerungszuwachs liegt nicht an der Veränderung der Gesellschaft, sondern primär an der Verbesserung der medizinischen Versorgung und (in Afrika) der Unterdrückung des arabischen Sklavenhandels, der bis Ende des 19. Jahrhunderts florierte und jährlich Millionen von Menschenleben gekostet hat (der ähnlich schlimme Menschenhandel von Briten, Amerikanern, Spaniern und Portugiesen hat schon Anfang des 19. Jahrhunderts weitestgehend aufgehört.

    Die Kindersterblichkeit ist seit Beginn der Kolonialzeit bis heute sogar in Afrika von bis zu 80% auf deutlich unter 20 % gesunken, die Lebenserwartung sogar in Afrika trotz des AIDS-Problems drastisch gestiegen..

    In Deutschland geben die Bauern nicht auf, weil sie nur noch "Dumpingpreise" erzielen, sondern weil ein Hof unter 10 oder sogar 20 ha selbst in guten Jahren und bei guten Preisen keinen ausreichenden Ertrag mehr bringt, so dass die Bauern in besser bezahlte Berufe abwandern.

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    AW: Saatgut und Ernährungssicherheit

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Denen geht es nicht darum, die Bevölkerung in irgendeinem afrikanischen Staat optimal zu versorgen. Es geht ausschließlich um Gewinnmaximierung.
    Meines Wissens geht es bei 99,999% aller Firmen um Gewinnmaximierung. Dewegen verbessern alle Firmen der Welt ständig ihre Produkte und auf diese Weise entstehen....
    -heute bessere Fernseher als früher
    -heute bessere Computer als früher
    -heute bessere Autos als früher
    -heute besserer Wein als früher
    -usw.

    Nur bei Saatgut soll das deiner Meinung nach anders sein und heute schlechteres vertrieben werden als früher?

  7. Inaktiver User

    AW: Saatgut und Ernährungssicherheit

    Ich denke, der Ausgangspunkt von Nalini war nicht, ob die modernen Sorten schlechter sind als andere, sondern dass sie möglicherweise zu einem Verlust an alten Sorten führen, den wir irgendwann in der Zukunft bedauern könnten, wenn die jetzt genutzten Sorten plötzlich anfällig gegenüber neuen Krankheiuten oder Schädlingen würden.

    Diese Frage wird ja von verschiedensten Institutionen - auch von den Saatzüchtern selbst - dadurch beantwortet, dass man eine Vielzahl von "Samenbanken" unterhält, um möglichst alle noch erhaltenen Sorten auch für die Zukunft zu bewahren.

    Was die Profitsucht der Industrie angeht, so wird diese eigentlich nur von Systemveränderern kritisiert, die der Planwirtschaft des Sozialismus mit Knappheit und Bückware nachtrauern.

    Die Industrie beitet nur das dauerhaft an, was vom Verbraucher/Nutzer auch gewünscht wird, egal ob Hausfrau für Lebensmittel oder Waschpulver, Bauer für Saatgut, Landmaschinen oder Futtermittel, oder Industrie für Rohstoffe oder Maschinen.

    Was für den Verbraucher keinen Nutzen bringt, fliegt sehr bald raus.

    Auch deswegen nutzt ja die Landwirtschaft ganz gezielt die neuen Sorten von Getreide usw. - man kauft ja nicht ohne Grund teures Saatgut von KWS, Cargill oder Monsanto, wenn man mit gleichem Erfolg die eigene Ernte wieder aussäen könnte.


    Die Sorge von Cowboy-Rocker wegen der Monokulturen ist schon eher berechtigt, denn sie führt eindeutig auch zu Nachteilen. Aber diese ließen sich nur dann vermeiden, wenn unsere Gesellschaft der Landwirtschaft eine zusätzliche Rolle als Landschafts- und Naturbewahrer zuweist, und sie dann auch dafür bezahlt.

    Wobei dies nicht etwa als Subvention betrachtet werden dürfte, sondern eine Bezahlung für eine Dienstleistung für die Gesellschaft wäre!

    Aber wer schon jetzt gegen die Subventionen für die Bauern wettert, der ist sicher kaum bereit solche Dienste zu bezahlen!

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    AW: Saatgut und Ernährungssicherheit

    Zitat Zitat von Inspirom Beitrag anzeigen
    Nur bei Saatgut soll das deiner Meinung nach anders sein und heute schlechteres vertrieben werden als früher?
    Ich kann mich nicht erinnern, geschrieben zu haben, dass das Saatgut, das heute verkauft wird, schlechter ist, als das frühere.
    Es ist nur nicht erkennbar besser.

    Um was es diesen Oligopolisten geht, ist, das Saatgut mit einem (genetischen) Stempel zu versehen. Dann hat man immer, egal, was die Bauern machen, einen Gewinn aus der Produktion.
    Dann spielt es keine Rolle, ob das Produkt besser ist als die die alten, gleich, oder womöglich sogar schlechter.
    Ich bin, also denke ich

  9. Inaktiver User

    AW: Saatgut und Ernährungssicherheit

    Zitat Zitat von Inspirom Beitrag anzeigen
    Meines Wissens geht es bei 99,999% aller Firmen um Gewinnmaximierung. Nur bei Saatgut soll das deiner Meinung nach anders sein und heute schlechteres vertrieben werden als früher?
    A) das heute vertriebene Saatgut ist zumindest puncto Resistenz, Biodiversität und last but not leas Geschmack eindeutig schlechter. Ob es wirklich auf lange Sicht besser ist puncto Ertrag, wage ich auch zu bezweifeln. (In der Dritten Welt operieren die Saatgutmultis mit einem dreckigen Trick: im ersten, zweiten, was weiss ich Jahr, gibt es das Saatgut sehr günstig. Haben die Bauern dann kein samenfestes Saatgut mehr, sondern sind von den Hybriden abhängig, dann zack, ist das Saatgut sehr viel teurer, was viele Bauern in den Ruin treibt.

    Aber nun zur Gewinnmaximierung: hier zeigt sich eben, dass unser Wirtschaftssystem nicht auf Langfristigkeit ausgelegt ist und in sich pathologisch wie wurmstichiges Holz. Ein langfristiges Wirtschaftssystem, dem Menschen dienlich und nicht umgekehrt, müsste das Bestreben haben, dem Menschen zu dienen. Eine Firma müsste die Motivation haben, ihren Kunden in erster Linie eine gute Dienstleistung zu bringen. In zweiter Linie würde sie Arbeitsplätze anbieten. In dritter Linie würden alle davon leben. (Und wenn die Reihenfolge stimmt, würde sie umso besser davon leben, weil die Kunden ja merken würden, dass Service und Qualität stimmen.)

    Aber dies begreifen im Moment einige wenige, die Hirnwäsche durch die Medien ist zu wirksam. Die Indianer haben gesagt, man solle bei jeder Unternehmung 7 Generationen vordenken. Wir denken noch nicht mal 2 Generationen vor.

  10. User Info Menu

    AW: Saatgut und Ernährungssicherheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    A) Die Indianer haben gesagt, man solle bei jeder Unternehmung 7 Generationen vordenken.
    Das hat was für sich
    Ich bin, also denke ich

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