Ich möchte gern noch auf ein anderes, wachsendes Problem aufmerksam machen, das vielleicht hilft, die Diskussion ein wenig differenzierter zu gestalten.
Wisst Ihr eigentlich, wieviele Leute nach dem Studium auf Hartz IV angewiesen sind, und auch noch nachdem sie eine Arbeit aufgenommen haben - weil die zur Verfügung stehenden Stellen, die ihrer Qualifikation entsprechen, nur 50 % Stellen sind, die aufgestockt werden müssen, weil es sonst nicht langt zum Leben? Die kriegen teilweise immer noch Vermittlungsvorschläge vom Amt, die aber gar nicht ihren Qualifikationen entsprechen.
Wisst Ihr eigentlich, was die Kulturtreibenden, Journalisten etc. so machen, zwischen ihren Aufträgen, während sie akquirieren? Sie gehen zum Arbeitsamt. Das ihnen nichts nutzt. Das eigentlich niemandem nutzt.
Es redet nur keiner darüber.
Antworten
Ergebnis 81 bis 90 von 437
-
05.10.2010, 22:31Inaktiver User
AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit
Geändert von Inaktiver User (05.10.2010 um 22:35 Uhr)
-
05.10.2010, 23:21Inaktiver User
AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit
weil die zur Verfügung stehenden Stellen, die ihrer Qualifikation entsprechen, nur 50 % Stellen sind, die aufgestockt werden müssen,
Also am Bedarf vorbei qualifiziert / studiert ?
Wer trägt die Schuld ?
-
05.10.2010, 23:31Inaktiver User
AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit
Ich weiß nicht, ob ich die Frage so stellen würde, wenn jemandem mit mehreren Auszeichnungen und Publikationen vom Arbeitsamt eine Stelle als Bürohilfskraft angeboten wird.
Das klingt für mich auch, offen gesagt, nach platter Angriffslust, und führt zu gar nichts, außer einer Diskussion darüber,
- ob Studenten nur studieren sollten, was der Arbeitsmarkt in 5 Jahren eventuell hergibt - was nie ganz planbar ist, zumal gerade in den Sprach- und Literaturwissenschaften etwa der Berufsplanung u.a. durch die CDU-Bildungs- und Kulturpolitik ein kräftiger Strich durch die Rechnung gemacht wird, der Ausbau des Studienfaches zugelassen wird, weil's den Professoren nützt und der Erwerb von Zusatzqualifikationen während des Studiums schlichtweg nichts bringt, weil die Verlage, Zeitungen etc. niemanden mehr fest einstellen (und ich rede hier von den oberen 10 % eines Studienjahrabschlusses)
- oder ob wir die Studienplatzvergabe der DDR wieder gern hätten.
Und angesichts der sinnlosen BA-MA-Umstellung, die zu nichts qualifiziert, ist die Diskussion eh obsolet. Es passiert hier gerade etwas mit der intellektuellen Elite unseres Landes, das niemand gutheißen kann.Geändert von Inaktiver User (05.10.2010 um 23:35 Uhr)
-
05.10.2010, 23:32Inaktiver User
-
05.10.2010, 23:46Inaktiver User
AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit
Puh, äh - jetzt hab ich mich ganz schön verausgabt und bin vom Thema abgekommen.
Sorry dafür!
-
05.10.2010, 23:59
AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit
Bevor sowas finanziert wird, wäre ich auch dafür, den Menschen eine regelmäßige Tätigkeit durch gemeinnützige Arbeit anzubieten. Der Lohn dafür ist dann eben das Hartz4-Geld.
Wie man allerdings die tatsächlichen schwarzen Schafe vorrangig dazu bekommt, auch mal wieder was für die Solidargemeinschaft zu tun, ist auch mir ein Rätsel.Ich möchte nichts mit Naturkost zu tun haben. In meinem Alter braucht man alle Konservierungsstoffe, die man kriegen kann.
George Burns (1896-1996), amerik. Humorist u. Stückeschreiber
-
06.10.2010, 07:44
AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit
Vielleicht solltest du zu deinem Thema einen eigenen Strang aufmachen.
Aber noch ein Kommentar von mir. Wenn es einfach nicht geht in deinem Fach eine Stelle zu bekommen, dann geht es eben nicht. Dann musst du dich anders orientieren. Wobei ich damit nicht meine, dich nach unten zu orientieren.
Aber du schreibst es betrifft die oberen 10% deines Studiengangs. Vielleicht bin ich ja naiv, aber ich bilde mir immer noch ein, dass ein Studium, Intelligenz, Fremdsprachen und Wille ausreichen, um sich im Leben durchzusetzen. Studienfach ist doch zweitrangig. Es gibt genügend Topp-Jobs wo o.g. Eigenschaften ausreichen.
Ich habe schon Topp-Unternehmensberater kennengelernt mit Medizinstudium, Pharmaberater mit Ingenieurausbildung und Personal-Trainer mit Handwerkerausbildung (aber bitte nicht in Finanz- und Immobilienbranche).
Ich denke immer, Wasser macht uns vor, wie es erfolgreich ins Meer findet - es sucht sich einen Weg und hält nicht stur eine feste Richtung ein. Aber eins ist auch wichtig: nie unter Niveau arbeiten (wobei z.B. ein Hotel-Job in China nicht unter Niveau sein muss - man kann auch in einfachen Jobs viel lernen).
-
06.10.2010, 09:07Inaktiver User
AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit
Das ist absolut richtig, das ganze System, so wie es jetzt ist, läuft in die völlig falsche Richtung.
Aber wir "Fußvolk" tragen eben auch dazu bei, wenn wir möglichst viel möglichst billig konsumieren wollen. Das Ganze noch gepaart mit der Gier der "Machthaber" - das kann nicht funktionieren.
Daher muss eben im Grunde das komplette System verändert werden und nicht nur hier oder dort an einer Stellschraube gedreht werden.
Am Gesundheitssystem kann man ja sehen, dass das gar nichts bringt.
-
06.10.2010, 09:20Inaktiver User
AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit
Hier muss ich dir rundum Recht geben.
Notfalls muss man eben rechtzeitig, bevor man völlig mittellos ist und zum Hampelmann der ARGE wird, in ein Land gehen, in dem qualifizierte Arbeitskräfte noch gebraucht werden ..
Allerdings amüsant, dass ausgerechnet du Sätze wie die oben markierten schreibst.
... Nie unter Niveau arbeiten - aber gern als Ingenieur oder Magister Laub rechen.
Tja.
Wobei ich dir auch mit dem obigen "nie unter Wert" zustimme, weil ich nämlich sehr wohl finde, dass Arbeit weit unter Niveau demütigend und wenig karrierefördernd ist ...
Weshalb deine Schnapsideen bezüglich Zwangsarbeit für Arbeitslose auch aus diesem Grund fragwürdig sind.
.Geändert von Inaktiver User (06.10.2010 um 09:26 Uhr)
-
06.10.2010, 09:35Inaktiver User
AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit
Gestern war doch mal wieder eine "geile Diskussion" bei Maischberger.
Mit Wallraff, Henkel und Co.
Erst kam mal wieder das Totschlagargument gegen Begrenzung von Managergehältern:
Die gehen dann ja alle ins Ausland!
Um eine Stunde später was davon zu faseln, dass wir mal darüber nachdenken sollten, Glück nicht allein über Geld zu definieren.
Da könnten sich ein paar Spitzenverdiener mal an die eigene Nase packen.
Dass das ein Widerspruch war, hat seltsamerweise niemand gemerkt.
Und wenn man das 300-fache eines Angestelltengehaltes unanständig findet, kriegt man gleich die Neidkeule zwischen die Beine geworfen.
Neee ich bin nicht neidisch. Sowas übersteigt vollkommen mein Vorstellungsvermögen.
Ich finde, dieses Land braucht vor allem eine Wertediskussion.
U.a. über den Wert von Arbeit.
Warum die Arbeit eines Bankers so viel mehr wert sein soll als die einer Krankenschwester oder eines Arbeiters ist mir wirklich schleierhaft.
Da hat sich eine Perversion herangebildet, die dringend behoben werden muss.
Viel dringender als ein paar Hartz 4 Schmarotzer (die ich aber auch nicht mag).


Zitieren
