Antworten
Seite 22 von 44 ErsteErste ... 12202122232432 ... LetzteLetzte
Ergebnis 211 bis 220 von 437
  1. Inaktiver User

    AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit

    Zitat Zitat von DerJunge82 Beitrag anzeigen
    Wenn das Argument "kein Geld" zählt, dann kann das nur zu einer massiven Ausweitung der gemeinnützigen Arbeit führen. Und zwar in fast allen Bereichen.
    Eben ... und das Aussterben der Klein- bis Kleinstunternehmen des Mittelstandes geht weiter.

    Statt dass Schulen die Klassenzimmer peu a peu von Eltern (oder eben 1-Euro-Jobbern) streichen lassen, sollten sie das peu a peu lieber an kleine Malerfirmen übergeben. Statt alle 10 Jahre die komplette Schule zu renovieren, könnten sie das in Zeiten klammer Kassen eben "Häppchenweise" erledigen lassen. Denn sonst erledigen bald sämtliche Handwerker in der Elternschaft, "schwarz" sozusagen, sämtliche Reparaturarbeiten, z.B. im Sanitär oder auch im Elektrobereich. Den Maler- und Gärtnerbereich haben die Eltern ja fast schon komplett übernommen (In Köln zumindest schon bei den Kigas, Kitas und Grundschulen)

    Gerade der Mittelstand mit den Kleinunternehmen lebt doch von Aufträgen der öffentlichen Hand auf kommunaler Ebene. Wenn man all diese Arbeiten nach und nach zu gemeinnützigen Tätigkeiten erklärt, schiessen sich die Kommunen ins eigene Knie.

  2. Inaktiver User

    AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit

    Evelyn, auch in der freien Wirtschaft machen immer weniger Mitarbeiter die gleiche Arbeit. Ich sage nicht, dass das gut ist.

    Aber damit haben die Ein Euro Kräfte nicht das Geringste zu tun.

    In den 70ern hatten wir unglaublich viele Arbeitskräfte, das waren zu viele, seit den 90ern wird massiv abgebaut, mittlerweile müssen wir uns mit Zeitarbeitern behelfen.

    Und dafür sind die Ein Euro Jobs auch nicht gedacht, Arbeitsplätze einzusparen

    Aber das sind zwei Paar Schuhe, ob jemand etwas für sein Geld tut, oder ob Missbrauch getrieben wird. Warum muss das immer vermischt werden. Man kann das Eine tun und das andere bekämpfen.

  3. Inaktiver User

    AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Aber damit haben die Ein Euro Kräfte nicht das Geringste zu tun.


    Und dafür sind die Ein Euro Jobs auch nicht gedacht, Arbeitsplätze einzusparen
    Ich raff es einfach nicht, was dagegen spricht, den 1 Eurojobber, der in der Schule als Hausmeister arbeitet, auch als Hausmeister einzustellen. Oder die Spülfrau. Oder halt die Wäscherin.
    Meine Bekannte arbeitet in einem Seniorenzentrum in der Küche. Immer im Wechsel 6 Monate 1 Euro-Job, sechs Monate zu Hause sitzen.Es gibt zwei feste Belegschaften aus 1 Eurojobbern, die sich das schon seit Jahren teilen. Und es wird im Traum nicht daran gedacht, dort mal jemanden einzustellen.
    Von unserer Friedhofsverwaltung höre ich das gleiche. Vier Ein Eurojobber, immer im halbjährlichen Wechsel. Die Verwaltungschefin gibt offen zu "Wenn wir die 1 Eurojobber nicht hätten, müssten wir wohl Mitarbeiter einstellen"

    Und erzählt mir nicht, es ist zu teuer. Für Hartz 4 ist ja auch Geld da. Und die Einrichtungen, die die 1 Eurojobber einstellen, bekommen ja noch bis zu 500 € monatlich dazu.

    Ein Krankenhaus hat vor fünf Jahren die hauseigenen Putzkräfte entlassen und einen externen Reinigungsdienst beauftragt. Aus Geldmangel wurde dann der Reinigungstakt gestreckt: Es wird nur noch jeden zweiten Tag geputzt, dann nur noch jeden dritten Tag. Und jetzt werden Ein-Euro-Jobber für die »zusätzliche Reinigung« der verdreckten Toiletten angefordert.

    In Schulen bei der Hausaufgabenbetreuung, in Kindertagesstätten und in der Altenhilfe werden längst flächendeckend Ein-Euro-Jobber eingesetzt«, weiß Hille Gosejacob-Rolf, die Vorsitzende des Berufsverbandes für soziale Arbeit DBSH. Sie macht den Einsatz der Jobber inzwischen für einen massiven Qualitätsverlust in der Sozialarbeit und der Pflege verantwortlich, bis hin zu gefährlichen Auswüchsen. Gosejacob-Rolf kennt Fälle, in denen Ein-Euro-Jobber in Altenheimen Arbeit erledigen, die eigentlich nur von Fachkräften geleistet werden darf: Sie verabreichen Medikamente, helfen beim Essen und bei der Körperpflege. Die Namen der Einrichtungen will sie nicht nennen. Sie hat versucht, solche Fälle im Gespräch mit den Altenheimträgern und den verantwortlichen Arges zu klären. »Seitdem habe ich Klagedrohungen auf dem Tisch.

    Von den 30.000 Berliner Langzeitarbeitslosen in »Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung« arbeiten rund 15.000 im öffentlichen Dienst. »In den Bezirken ist zum Teil schon jeder vierte Beschäftigte ein Ein-Euro-Jobber«, sagt Monika Schmidt. Im Bezirk Steglitz gehen den 120 städtischen Angestellten in der Grünpflege 300 Arbeitslose zur Hand. Und der Problembezirk Neukölln beschäftige allein in seinen Schulen rund 450 Ein-Euro-Kräfte.

    Seit die Personalräte sich gegen die Ein-Euro-Jobs an den Schulen sperren, zeigt sich, dass die Arbeit der Jobber vor Ort ganz und gar nicht als zusätzlich empfunden wird. Angesichts des drohenden Entzugs der arbeitslosen Hilfskräfte, die etwa Schulgärten und Schulbüchereien betreuen, aber auch in Klassen mit schwierigen Schülern zur Unterstützung der Lehrer mit in den Unterricht gehen, laufen Eltern, Lehrer und Schulleiter Sturm gegen ihre Personalvertreter. Hauptpersonalrat Uwe Januszewski sieht sich durch die Proteste sogar bestätigt: »Rund 90 Prozent der Ein-Euro-Jobs im öffentlichen Dienst sind rechtswidrig, weil hier Pflichtaufgaben des Staates erledigt werden.«
    Auch Ralf Steiner, Leiter des Jobcenters der Ruhrgebietsstadt Essen, kennt den Effekt, dass Beschäftigte in sozialen Einrichtungen aus schierer Not eine Logik übernehmen, nach der alles zusätzliche Arbeit ist, was man nicht bezahlen kann oder will. Mitarbeitervertreter von Altenheimen berichteten ihm, dass sie von ihren Kollegen unter Druck gesetzt werden, der Einrichtung von Arbeitsgelegenheiten zuzustimmen – »mit dem Argument, dass sie die Arbeit allein nicht mehr schaffen«. Die Hoffnung auf Verstärkung durch reguläre Kollegen haben sie längst aufgegeben.


    Quelle

  4. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit

    Der Staat hat Geld, Leihfirmen und andere Firmen, die den Mitarbeitern einen Hungerlohn zahlen, zu subventionieren, indem die Mitarbeiter aufstocken müssen. Er hat Geld für Hartz IV. Er muss später Geld haben, den Leuten, die heute einen Ein-Euro-Job verrichten oder bei einer Leihbude für paar Cent arbeiten, und die im Alter nichts haben werden, unter die Arme zu greifen. Wie soll das später laufen, wenn jemand, der jahrelang von den Leihfirmen verarscht wurde oder gemeinnützig gearbeitet hat, ins Rentenalter kommt. Ist dann auch kein Geld da?
    Wer arbeitet, muss davon leben können, fertig, aus, so einfach ist das.

  5. VIP

    User Info Menu

    AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit

    Zitat Zitat von Gitta777 Beitrag anzeigen
    Wer arbeitet, muss davon leben können, fertig, aus, so einfach ist das.
    Wer in Deutschland nicht arbeitet, kann auch davon leben. Zwar nicht üppig, aber er kann leben, ohne etwas dafür zu tun.
    Fertig, aus, SO einfach ist das (für manche).
    Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)



  6. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit

    Früher konnte man von Arbeitslosenhilfe leben, von Hartz IV kann man vielleicht grad mal so existieren. Am gesellschaftlichen Leben teilnehmen geht schon mal nicht, Altersvorsorge geht auch nicht, medizinische Leistugen, die nötig sind, aber nicht bezahlt werden, gehen auch nicht. Freizeitgestaltung außer Schlafen und Spazierengehen gehen auch nicht (wobei der Schlaf in so einer Situation auch nicht so gut sein dürfte). Und diese "manche", denen so ein eingeschränktes Dasein ohne Selbstbestimmung reicht, von denen sollte man nicht auf die Mehrheit schließen.

  7. Inaktiver User

    AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit

    Zitat Zitat von Rotfuchs Beitrag anzeigen
    Wer in Deutschland nicht arbeitet, kann auch davon leben.
    Du vergisst aber, dass einige dafür heutzutage dann täglich 2 bis 2 1/2 Jobs täglich nachgehen müssen (wernn sie sich nicht als Schmarotzer bezeichnen lassen wollen) ... und haben sie Kinder, wird ja gern hier auch angemerkt, kann sich nicht der Staat allein um die Nachhilfe dieser Kinder kümmern ... denn ... wozu hat ein Kind denn Eltern ...

    Nur ist das bei Menschen, die ein gewisse Grund-Frustration aufweisen (buckeln ohne Ende, ohne Aussicht mal aufrecht zu gehn, ist nicht so prickelnd) nicht ganz so einfach, sich da noch zu motivieren oder überhaupt den Kopf dafür frei zu haben.
    Denn gegen Monatsende weiss man trotzdem halt nicht, ob das Geld noch fürs notwendigste reicht.

    Existieren kann man von dem was man ganz unten hier in Deutschland erhält wahrscheinlich schon ... leben, sobald Kinder dabei sind ... eher nicht mehr wirklich ... denn leben heisst weiterkommen ... gerade für die Kinder ... aber genau diese Kinder (die ganz unten) treten inzwischen in Deutschland auf der Stelle.

    Und was man in Deutschland nicht vergessen sollte: die Voraussetzungen, dass ALLE vom geschaffenen Wohlstand (der auch von ALLEN geschaffen wurde) partizipieren können, waren gegeben ... nur irgendwann wurden eben die Parameter so verschoben, dass nur die, die eh schon zum oberen Drittel gehörten, sich weiter noch grössere Stücke vom Kuchen abschneiden können.

    Aber was quassele ich ...

  8. Inaktiver User

    AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... nur irgendwann wurden eben die Parameter so verschoben, dass nur die, die eh schon zum oberen Drittel gehörten, sich weiter noch grössere Stücke vom Kuchen abschneiden können.
    Doch noch ein Nachtrag von mir: Viele Manager erhalten am Ende eines Geschäftsjahres Boni ... wenns einigermassen verständlich sein soll, nur wenn sie Gewinn erwirtschafteten ... allerdings werden diese Boni auch dann gewährt, wenn der Gewinn u.a. mit vom Staat subventionierter Arbeitskraft erzielt wurde.

    Das ist für mich gleichbedeutend damit, als würde der Staat Hartz IV-Empfängern am Jahresende eine 13. Extraauszahlung gewähren, nur dafür, dass ihr Konto dann noch mit ein paar Cent im Plus steht ...

  9. VIP

    User Info Menu

    AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit

    Was genau ist eigentlich das "gesellschaftliche Leben", an dem Hartz4-Empfänger nicht teilnehmen können?

    (Die Frage ist ernst gemeint, keine Ironie. Ich weiß wirklich nicht, was hier mit "gesellschaftlichem Leben" gemeint ist.)

    Als Vollzeit-Arbeitnehmer kann ich auch an vielem nicht teilnehmen. Weil ich keine Zeit dafür habe. Oder müde bin. Oder am nächsten Tag wieder früh raus muss.

    Medizinische Leistungen, die nicht von der Kasse bezahlt werden, sind auch für viele Arbeitnehmer, so sie "Normalverdiener" sind, ein Problem. Die müssen sich immer häufiger auch auf die Regelleistungen beschränken, trotz üppiger Krankenkassenbeiträge.

    Bei der Altersvorsorge sind viele, die jahrzehntelang brav und zwangsweise in die Rentenkassen eingezahlt haben, im Alter auch nicht viel besser dran. Für eine private Altersvorsorge bleibt vielen Arbeitnehmern auch nichts übrig.
    Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)



  10. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Hartz4 nur bei gemeinnütziger Arbeit

    Ich arbeite im Lager als Arbeiterin, und ich verdiene weiß Gott nicht die Welt; deswegen habe ich zusätzlich noch einen
    Minijob. Aber mich mit Hartz-IV-Empfängern oder auch mit Leiharbeitern zu vergleichen; letzteres habe ich schon mitgemacht. Und im Gegensatz dazu fühle ich mich jetzt wie ein Millionär, mal überspitzt gesagt.

Antworten
Seite 22 von 44 ErsteErste ... 12202122232432 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •