@hombre
Joooah, da steckt schon ein bisschen Programm drin, ist aber so nicht zu realisieren.
Das "Sterben lassen" ist eine Ethik-Frage und enorm schwer zu beantworten. Ich gehe hier mal soweit, zu sagen, dass die Piratenposition hier klar für ein SterbeRECHT eintritt, das ja auch der BGH bejaht hat und das den Medizinern ein Dorn im Auge ist.
Das Thema wird sowieso noch ein gaaanz großes Thema im Zusammenhang mit transplantierbaren Organen. Es wird sich schon bald die Frage stellen, ob die vorhandene Leber einem 80jährigen oder einem 50jährigen zur Verfügung steht.
Es werden mit Medikamente nur 34 Milliarden umgesetzt, davon kann man unseres Erachtens die Hälfte einsparen, aber niemals 85%.
Ich werde mal sogar noch ein bisschen konkreter und postuliere:
Weg mit dieser Form der Arzneimittelzulassung
Weg mit Patentierbarkeit von Scheininnovationen in der Pharmazie
Weg mit der Verwässerung der Rechte der gesetzl. Versicherten
Weg mit dem Selbstverwaltungsrecht der Ärzteschaft
Weg mit dem Numerus Clausus für das Medizinstudium
Weg mit Steuern auf Medizinprodukte und med. Equipment
Antworten
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Thema: Rösler`s Gesundheitsreform
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23.09.2010, 13:21Inaktiver User
AW: Rösler`s Gesundheitsreform
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23.09.2010, 13:44Inaktiver User
AW: Rösler`s Gesundheitsreform
Das soll konkret(er) sein?
Es fehlen die Begründungen und Gegenvorschläge bzw. Alternativen. Ein "weg mit XYZ" stellt grundsätzlich noch kein Konzept dar.
Ich stutze außerdem insbesondere über die letzten beiden Punkte.
Wieso sollte der numerus clausus für Medizin abgeschafft werden?
Und weshalb sollten die Steuern auf Medizinprodukte abgeschafft werden?
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23.09.2010, 16:18Inaktiver User
AW: Rösler`s Gesundheitsreform
Arzneimittelzulassung:
-Arzneien erhalten für bestimmte Anwendungen eine Zulassung und für andere nicht - trotz vorhandener Evidenz (Bsp.: Avastin <--> Lucentis)
-Europäische Synergien müssen genutzt werden.
Scheininnovationen:
-Neue Wirkstoffe gibt es nicht wirklich; ganze 7 sind dokumentiert.
Trotzdem werden jedes Jahr "neue" Medikamente auf den Markt gebracht und patentiert, was "dank" Patent nach deutschem Recht freie Preisgestaltungsmöglichkeit bedeutet und als pure Abzocke bezeichnet werden muss.
Forderung: Novellierung des Patentrechtes; zumindest vorübergehende staatl. Preisdeckelung und Kontrolle
Patientenrechte:
Der Versicherte hat de facto keine konkreten Rechte, die sich aus seiner Beitragszahlung an die GKV herleiten lassen. Das liegt am System, ist überaus schwierig zu durchschauen und zu erläutern, weshalb ich hier nicht in die Tiefe gehe. Noch nicht einmal ein Rezept darf ein Patient verlangen und muss es u.U. als IGeL selbst bezahlen.
Fakt ist, dass wir einem Arzt nicht das souveräne Ermessen zubilligen, darüber zu befinden, ob eine Maßnahme/Therapie nach "WANZ" erfolgt ist oder nicht und ein verbraucherfreundlichere Beweislastregelung.
Wir fordern paritätisches Mitspracherecht für die Versicherten in allen Gremien des Gesundheitswesen über gewählte Patientenvertreter bis hinauf zum g-BA und eine konkretisierte (Gegen-)Leistung der Versicherung(!!) für entrichtete Beiträge.
Selbstverwaltung:
Dei Selbstverwaltung hat sich als untauglich erwiesen, dem Sicherstellungsauftrag der GKV nachzukommen. Schon heute fehlen mehr Landärzte, als zugegeben wird, da Bereiche als "ärztlich versorgt" gelten, obwohl sich Ärzte nur am Speckgürtel der Städte ansammeln und die Dörfer in der Peripherie in die Röhre schauen.
Niederlassungsbeschränkungen sind aufzuheben.
Numerus Clausus:
Wir werden in Bälde sehr viele praktizierende Ärzte benötigen. Dabei kann es nicht darauf ankommen, ob man dank einer guten Note in Englisch gerade noch die Anforderungen fürs Studium erreicht hat oder wegen einer schlechten nicht.
Der Notenschnitt allein kann kein Kriterium sein, jemandem die Befähigung zum Arztberuf abzusprechen.
Preise für Medizinprodukte und Equipment:
Eine Arztpraxis für eine Eröffnung einzurichten, kostet ein Schweinegeld. Von einer Klinik gar nicht zu reden. Ursache dafür ist unter anderem, dass Geräte entwickelt und hergestellt werden müssen, für die es nur einen vglw. überschaubaren Markt gibt. Entsprechend teuer wird das einzelne Teil. Und auf diese Preise wird dann auch noch MWSt. erhoben.
Der Arzt wird eher von einer Niederlassung in D Abstand nehmen oder an die Speckgürtel der Städte gehen.
Deshalb fordern wir für jedwedes Produkt, das für die Heilkunde benötigt wird, Steuerbefreiung, ob es das Wundpflaster oder der Kernspintomograph ist...
Preise für Geräte müssen unter staatl. Aufsicht und ggf. subventioniert werden.
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23.09.2010, 17:11Inaktiver User
AW: Rösler`s Gesundheitsreform
@ Dolcinianer
Ihre Vorstellungen über eine Änderung des Gesundheitssystems beinhalten sowohl
kostendämpfende Faktoren mit Einschnitten für die Pharmaindustrie (Arzneimittelzulassung, Scheininnovationen) als auch kostentreibende Faktoren zugunsten der Ärzteschaft (Erleichterung des Zugangs zum Medizinstudium, Verdichtung der ärztlichen Versorgung auf dem Land, Steuerbefreiung für medizinische Geräte, "konkretisierte Gegenleistung für gezahlte KV-Beiträge").
Es ist ja schön, dass Sie sich die Pharmaindustrie vorknöpfen wollen - wobei ich beim besten Willen nicht sehe, woher Sie den dafür erforderlichen Einfluss nehmen wollen. Es wird bei dieser Auflistung aber zugleich deutlich, dass der Piratenpartei die Ärzte bzw. die (angehenden) Jungmediziner am Herzen liegen.
Ob und inwieweit Ihre Vorschläge unter dem Strich die Kosten weiter treiben oder eindämmen, ist für den Laien nicht abzuschätzen. Wenn im Gegenzug zu Einsparungen im Pharmabereich zugleich den Ärzten ein größeres "Kuchenstück" zugeschoben werden soll, sehe ich aber nicht, wie dadurch das Gesundheitssystem bezahlbarer werden soll.
.Geändert von Inaktiver User (23.09.2010 um 20:40 Uhr)
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24.09.2010, 10:37Inaktiver User
AW: Rösler`s Gesundheitsreform
Den Einwand verstehe ich nun nicht. Erstens wird aus demographischen Gründen eine Kostenexplosion im Gesundheitswesen befürchtet (d.h., der Aufwand für heilkundliches Personal und Gerätschaften, vor allem aber Arzneien und Hilfsmittel wird extrem ansteigen), zweitens würde allein eine Halbierung der Ausgaben für Medikamente mindestens 15 Milliarden in die Kassen spülen, andere kostensenkende Maßnahmen noch gar nicht berücksichtigt.
Allein davon könnten Sie so manchen Kernspintomographen erwerben. Eine durchschnittliche Arztpraxis kostet (derzeit noch) ca. 200.000 - 300.000 Euro (Anm.:das wollen wir ja ändern).
Von 15 Milliarden könnten Sie also mindestens 50.000 Arztpraxen komplett finanzieren oder 100.000 Ärzten das Studium bezahlen.
Allerdings würde ein Teil des eingesparten Volumens verwendet, um Beiträge und Preise für die Versicherten zu senken.
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24.09.2010, 11:11
AW: Rösler`s Gesundheitsreform
Wird immer gern behauptet, stimmt aber nicht:
Gesundheitspolitik: Die Lebenslügen des Philipp Rösler - Meinung - Kommentare + Analysen - Handelsblatt.com
schreibt:
"Die Lebenslügen des Philipp Rösler
Gesundheitsfürsorge wird teurer, weil das Volk altert und der Fortschritt viel kostet, behauptet Minister Rösler. Darauf gründet seine Reform. Doch für diese These fehlt jeder Beweis".
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24.09.2010, 11:35Inaktiver User
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24.09.2010, 12:54Inaktiver User
AW: Rösler`s Gesundheitsreform
@utopia
Das ist so nicht richtig. Zwar sind ältere Leute (die Statistik grenzt beim 60. LJ ab, deshalb spreche ich nicht von Rentnern) nicht häufiger krank als jüngere, aber die Verweildauer in Kliniken und die Art und Intensität der Therapien sind erheblich teurer und Leute ab 60 konsumieren wertmäßig das Dreifache an Medikamenten wie jüngere Leute.
Bei der BÄK können Sie sich die Arbeit von Dr. Kopetsch als PDF-Datei herunterladen. Er hat untersucht, weshalb bei leicht steigenden Arztzahlen ein relativer Ärztemangel besteht.
Einer der Gründe liegt eben darin, dass der steigende, proportionale Anteil älterer Leute die Kapazitäten immer mehr binden.
Nur jemand, der dank moderner Medizin mit 65 eine Pneumonie (Lungenentzündung) überlebt, kann mit 85 noch mit Demenz und Alzheimer die Kassen belasten.
Das klingt natürlich zynisch, trifft aber einfach zu.
Derzeit liegt meine Frau in der Klinik und ich besuche sie täglich. Schaue ich mich auf der Station (Innere; Gastroenterologie) um, sieht man fast ausschließlich ältere Leute.
Meine Göttergattin ist mit ihren 52 Jahren eine der jüngsten dort.
@_maddin
Sie können mir den Buckel ´runterrutschen. Nachdem ich hier wie verlangt aus unserem Programm geplaudert habe, fordere ich Sie auf, endlich etwas mit Substanz beizutragen oder Sie wandern bei mir auf die Ignore-List.
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24.09.2010, 13:20
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24.09.2010, 14:48
AW: Rösler`s Gesundheitsreform
Wenn mir die Vollkasko-Versicherung für mein Auto zu teuer wird, wechsle ich auf Teilkasko bzw. ich erhöhe die Selbstbeteiligung.
Das wäre für mich auch ein Modell für das Gesundheitswesen. Rösler´s Gesundheitsreform ist für mich keine. Von einer Reform erwarte ich wirkliche Veränderungen und Verbesserungen und nicht ausschließlich Gebührenerhöhungen.
Ich bin außerdem absolut überzeugt, dass gerade Ältere öfters mal zum Arzt gehen, weils zuhause einfach mal wieder langweilig ist.


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