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  1. Inaktiver User

    AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen

    Eine ziemlich plumpe Behauptung, die die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen und die unterschiedlichen Anforderungen des Arbeitsmarktes in Deutschland und der Schweiz schlichtweg ignoriert.

    Mal kurz: einige der zitierten Probleme kennen wir durchaus aus. Vor allem die Kinderbetreuung ist nicht wirklich gut geregelt und die Frauen in meinem Umfeld sidn vielleicht beim ersten Kind noch enthusiastisch, was die Berufstätigkeit nach der Geburt angeht, beim zweiten, spätestens beim dritten hören aber die meisten auf.

    meine Schwägerin bezahlt z.B. für Krippe pro Tag 500.00 Franken, wenn das Kind also 5 Tage die Woche dort ist, 2500.00 Franken, kann dies kaum von den Steuern abziehen und subventioniert ist dieser Krippenplatz auch kaum. Gute (!) Kinderbetreuung ist kaum bezahlbar. Dieses Geld müssen wir auch erst verdienen. Eine andere Freundin arbeitet 50 % (mittleres Einkommen, leicht über dem Durchschnitt) und bezahlt wohl auch etwa die Hälfte ihres Gehalte für die Tagesmutter.

    Weshalb wir momenten (!) noch weniger Arbeitslose haben: bei uns arbeiten mehr Arbeitskräfte im Dienstleisungssektor und bisher waren diese Stellen noch nicht so gut auszulagern. Auch bei uns gibt es viel weniger Stellen in der Industrie als noch vor einem Jahrzehnt, aber es fällt prozentual weniger ins Gewicht. Es gibt auch weniger Temporärstellen, einfach weil wir nahezu keinen Kündigungsschutz haben. Es kann fast immer wegen allem gekündigt werden. Somit können die Leute auch fest angestellt werden, weil man sie ja eh jederzeit entlassen kann. Mein Bruder wurde z.B. eingestellt (Fachhochschulabsolvent) und kaum war er einen, zwei Monate in der neuen Firma hiess es, man hätte sich geirrt und brauche ihn doch nicht. Schon war er wieder draussen.

    Nalini

  2. Inaktiver User

    AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Wie war denn die Situation vor der Wende? Da gab es doch trotz Neuer-Mensch-Frühindoktrinierung und Erziehung von Kleinkind bis Erwachsenenalter auch keine wesentlich höhere Geburtenrate, oder? Es gab vielleicht weniger oder gemütlichere Arbeit und dafür etwas mehr Zeit für Kinder und Kindermachen, andererseits aber kaum Innovationen, wirtschaftliche Pleite und letztlich ein 'Wir-sind-das-Volk-und-wollen-hier-raus'.
    Keine Ahnung, wie das in der DDR war. Das interessiert mich auch nicht, denn weder Deutschland noch andere EU-Länder sind sozialistisch oder wollen sozialistisch werden.


    Allein die Tatsache, dass Deutschland und Italien auch im europäischen Vergleich bereits das höchste Durchschnittsalter haben, könnte schon mit dafür sorgen, dass hier die Geburtenrate niedriger ist. Und da würden auch noch so viele neue Kindergärten vermutlich erst mal nicht viel dran ändern.
    Und was würde deiner Meinung nach an den italienischen Geburtenraten etwas ändern?

    In Italien werden in der Tat recht wenig Kinder geboren. Und das ist in diesem traditionell kinderlieben Land schon lange so. Italien hatte zeitweise sogar die niedrigste Geburtenrate in Europa.
    Die traditionelle italienische Familie mit der mamma, die sowohl Ehemann als auch Kinder betütelt, ist für junge, moderne Italienerinnen vielfach keine Option. Dies gilt umso mehr, als das Ehe- und Scheidungsrecht in Italien hintervorgestrig ist.
    Ich finde es geradezu "normal" sich im ausgehenden 20. bzw. Anfang des 21. Jahrhunderts der traditionellen italienischen Frauenrolle zu verweigern.
    Wenn Italien mehr Kinder haben möchte, dann wird sich die Gesellschaft trotz massiven Widerstands der Kirche darauf verständigen müssen moderne Lebensstile zu unterstützen. Ein paar Kindergarten zusätzlich würden hierbei wohl kaum ausreichen.


    Eine ziemlich plumpe Behauptung, die die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen und die unterschiedlichen Anforderungen des Arbeitsmarktes in Deutschland und der Schweiz schlichtweg ignoriert.
    Wo bleibt die Begründung?
    Du magst die Feststellung, dass Deutschland eine doppelt so hohe Arbeitslosenquote hat wie die Schweiz, gern "ziemlich plump" nennen. Das ändert aber nichts an den Fakten.
    .
    Geändert von Inaktiver User (23.09.2010 um 13:06 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    In Italien werden in der Tat recht wenig Kinder geboren. Und das ist in diesem traditionell kinderlieben Land schon lange so. Italien hatte zeitweise sogar die niedrigste Geburtenrate in Europa.
    Die traditionelle italienische Familie mit der mamma, die sowohl Ehemann als auch Kinder betütelt, ist für junge, moderne Italienerinnen vielfach keine Option. Dies gilt umso mehr, als das Ehe- und Scheidungsrecht in Italien hintervorgestrig ist.
    Ich finde es geradezu "normal" sich im ausgehenden 20. bzw. Anfang des 21. Jahrhunderts der traditionellen italienischen Frauenrolle zu verweigern.
    Wenn Italien mehr Kinder haben möchte, dann wird sich die Gesellschaft trotz massiven Widerstands der Kirche darauf verständigen müssen moderne Lebensstile zu unterstützen. Ein paar Kindergarten zusätzlich würden hierbei wohl kaum ausreichen.


    Wo
    .

    Finde in gewissen Gegenden von Italien mal eine Wohnung. Finde in gewissen Bereichen mal eine Stelle. Da gibt es nicht wenig Akademiker, die Strassen kehren.

    Da gibt es nicht wenig 30-Jährige, die noch bei der Mutter wohnen. Nicht weil das Hotel Mamma so schön wäre, sondern weil es schlicht und einfach keine bezahlbaren Wohnungen mehr gibt. Da gibt es Paare, die einfach nicht zusammenziehen, weil er vielleicht in Milano eine Stelle hat (aber keine Wohnung) und sie vielleicht 150 km entfernt irgendwo und auch keine Wohnung.

    Dass man unter diesen Voraussetzungen lieber (vorerst) auf Kinder verzichtet, kann ich gut verstehen.
    Du hast mir meine Frage, wieso wir denn unbedingt mehr Kinder brauchen, nicht beantwortet.

  4. Inaktiver User

    AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wo bleibt die Begründung?
    .
    Ich habe dir die Begründung zu liefern versucht. Ich mass mir mal an, über die Verhältnisse in meinem Heimatland so einigermassen Bescheid zu wissen.

  5. Inaktiver User

    AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mal kurz: einige der zitierten Probleme kennen wir durchaus aus. Vor allem die Kinderbetreuung ist nicht wirklich gut geregelt und die Frauen in meinem Umfeld sidn vielleicht beim ersten Kind noch enthusiastisch, was die Berufstätigkeit nach der Geburt angeht, beim zweiten, spätestens beim dritten hören aber die meisten auf.

    meine Schwägerin bezahlt z.B. für Krippe pro Tag 500.00 Franken, wenn das Kind also 5 Tage die Woche dort ist, 2500.00 Franken, kann dies kaum von den Steuern abziehen und subventioniert ist dieser Krippenplatz auch kaum. Gute (!) Kinderbetreuung ist kaum bezahlbar. Dieses Geld müssen wir auch erst verdienen.
    Meinst du, in anderen Ländern gibt es irgend etwas umsonst ???

    Die Schweizer möchten gern wenig Steuern zahlen. Gut. Sollen sie.
    Dann können sie sich aber nicht beschweren, dass der Staat für subventionierte Kinderbetreuung schlicht das Geld nicht hat.
    Denn anderswo, wo solche Dinge subventioniert werden, muss das Geld auch erst verdient werden.


    Weshalb wir momenten (!) noch weniger Arbeitslose haben: bei uns arbeiten mehr Arbeitskräfte im Dienstleisungssektor und bisher waren diese Stellen noch nicht so gut auszulagern.
    Was heißt da "momentan"? Die Schweiz hat nicht "momentan" "noch" weniger Arbeitslose, sondern das ist seit vielen Jahren so.

    Übrigens möchte ich daran erinnern, dass der Schweizer Franken stark gestiegen ist, was auf den wichtigen Tourismussektor entsprechende Auswirkungen haben dürfte. Und in der Tat ist die Arbeitslosenquote auch ein klein wenig gestiegen.
    Trotzdem ist die Arbeitslosenquote nur halb so hoch wie in Deutschland, und es steht keineswegs zu erwarten, dass sich daran viel ändert.
    .
    Geändert von Inaktiver User (23.09.2010 um 13:27 Uhr)

  6. User Info Menu

    AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn Italien mehr Kinder haben möchte, dann wird sich die Gesellschaft trotz massiven Widerstands der Kirche darauf verständigen müssen moderne Lebensstile zu unterstützen. Ein paar Kindergarten zusätzlich würden hierbei wohl kaum ausreichen.
    Da kann ich nur nochmal wiederholen: Frauenförderpolitik ist Klientelpolitik:

    1. Für Frauen, zumindest vordergründig, denn immer mehr Frauen werden dadurch keinen Partner mehr finden.
    2. Für Eltern von jungen Frauen, die ihrer Tochter natürlich nur das Beste wünschen.
    3. Für Männer, die davon profitieren, mehr Frauen in ihrer beruflichen Umgebung zu haben, beispielsweise wegen geringerer Gehälter, was aber zunehmend und völlig zu recht nachlässt.

    Was die demografische Nachhaltigkeit angeht: Fehlanzeige. Geförderte Frauen bekommen entgegen aller Ankündigungen und Versprechen weniger statt mehr Kinder, das mag den Anforderungen in vielen Vollzeitjobs geschuldet sein.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wo bleibt die Begründung?
    Du magst die Feststellung, dass Deutschland eine doppelt so hohe Arbeitslosenquote hat wie die Schweiz, gern "ziemlich plump" nennen. Das ändert aber nichts an den Fakten.
    .
    Ziemlich plump ist Deine Behauptung, die Arbeitsmarktpolitik allein könne an der Arbeitlosenquote etwas ändern, ohne die Wirtschaftsstruktur zu berücksichtigen:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weshalb wir momenten (!) noch weniger Arbeitslose haben: bei uns arbeiten mehr Arbeitskräfte im Dienstleisungssektor und bisher waren diese Stellen noch nicht so gut auszulagern. Auch bei uns gibt es viel weniger Stellen in der Industrie als noch vor einem Jahrzehnt, aber es fällt prozentual weniger ins Gewicht. Es gibt auch weniger Temporärstellen, einfach weil wir nahezu keinen Kündigungsschutz haben. Es kann fast immer wegen allem gekündigt werden. Somit können die Leute auch fest angestellt werden, weil man sie ja eh jederzeit entlassen kann. Mein Bruder wurde z.B. eingestellt (Fachhochschulabsolvent) und kaum war er einen, zwei Monate in der neuen Firma hiess es, man hätte sich geirrt und brauche ihn doch nicht. Schon war er wieder draussen.
    "...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
    (Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')

  7. Inaktiver User

    AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meinst du, in anderen Ländern gibt es irgend etwas umsonst?

    Die Schweizer möchten gern wenig Steuern zahlen. Gut. Sollen sie.
    Dann können sie sich aber nicht beschweren, dass der Staat für subventionierte Kinderbetreuung schlicht das Geld nicht hat.


    Andererseits ist der Schweizer Franken stark gestiegen, was auf den wichtigen Tourismussektor entsprechende Auswirkungen haben dürfte. Außerdem habt ihr nicht "momentan" "noch" weniger Arbeitslose, sondern das ist seit vielen Jahren so.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir über Jahre fast Vollbeschäftigung haben, während der Rest von Europa unter der Arbeitslosigkeit ächzt.

    Und: es beschweren sich wenig Leute, dass es keine subventionieren Krippenplätze gibt. Diese gibt es schon, aber nur für Geringverdienende, die zahlen signifikant weniger bis teilweise fast nichts für einen Krippenplatz.

    wenn man als Paar so zwischen 8000.00 und 11000.00 netto (aber noch vor Steuer und vor Krankenkasse) verdient, hat man in dieser Beziehung Pech. Keine Subventionen, Gehalt aber noch zu tief, als dass die Kinderbetreuung nicht ins Gewicht fallen würde.

    Ich weiss auch nicht, ob es wirklich subventionierte Krippenplätze für diese Einkommensgruppe braucht. Soll die Verkäuferin, die schauen muss, dass sie eben durchkommt, wirklich für diese Eltern die Krippe mit ihren Steuergeldern subventionieren?

    mein Bruder verdient aktuell so viel, dass er und seine Familie (1 Kind) gut durchkommen würden. (wohl so gegen 7000.00 netto, vor Steuern und Krankenkasse.) Aber sie möchten eben teuer Urlaub machen und brauchen unbedingt das zweit Auto.
    Somit muss eben seine Frau ebenfalls arbeiten und das Kind in die Krippe geben. In dieser Einkommensgruppe (sie verdient recht gut) sind die Krippenplätze (fast) nicht mehr subventioniert und mit allen Abgaben (Fahrt zum Arbeitsplatz, Mehrkosten für Verpflegung etc.) bleibt schon nicht mehr so viel.

    Unter dem Strich sind es also die gering verdienenden Frauen und die alleinerziehenden, die auch mit Kinder arbeiten, weil sie eben müssen und es sind die sehr gut verdienenden, bei denen die Betreuung nicht ins Gewicht fällt. Für diejenigen mit einem ordentlichen aber noch nicht wirklich guten Gehalt (Ingenieurinnen, Lehrerinnen, Krankenschwestern, Bürokauffrauen, Buchhalterinnen) lohnt es sich nicht mehr und diese hängen meist nach dem zweiten Kind die Berufstätigkeit an den Nagel.

    Sorry, wenn ich etwas abgeschweift bin.

  8. Inaktiver User

    AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Da kann ich nur nochmal wiederholen: Frauenförderpolitik ist Klientelpolitik:
    Dies zu kommentieren wäre Zeitverschwendung.

  9. Inaktiver User

    AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    1. Für Frauen, zumindest vordergründig, denn immer mehr Frauen werden dadurch keinen Partner mehr finden.
    2 :
    Sie würden schon einen finden. Aber gerade Akademikerinnen hätten eben selber gerne einen Akademiker als Mann.

    Dummerweise stellen diese mittlerweile nur noch ca. 50 - 60 % der Akademiker beider Geschlechter.

    Nun heiraten eben auch Akademiker nicht nur Akademikerninnen, sondern gerade oft mittel ausgebildete Frauen (Berufslehre mit Weiterbildung, höhere Fachschule). Mein Mann und seine Brüder sind alle Akademiker, aber keiner hat eine Akademikerin geheiratet.

    eine Freundin hat einen Nichtakademiker geheiratet als Akademikerin. Sie liebt ihn, sicher, aber sie hat so ihre Probleme, jammert, dass sie nicht in Akademikerkreise hineinkäme.

  10. Inaktiver User

    AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir über Jahre fast Vollbeschäftigung haben, während der Rest von Europa unter der Arbeitslosigkeit ächzt.
    Wie soll ich das verstehen?
    Kennst du die entsprechenden Zahlen nicht?

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