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21.09.2010, 19:59
AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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21.09.2010, 20:29Inaktiver User
AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?
Das ist doch kein Argument, die Überbevolkerung weiter zu befördern.
Das ist ein Argument dafür, unsere Sozialsystem neu zu ordnen.
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22.09.2010, 08:40Inaktiver User
AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?
Ganz ohne Nachwuchs geht es ja auch nicht. Ich staune trotzdem immer wieder, dass die Politiker von rechts bis links, von rot bis grün, nach mehr Kindern plären. Zur gleichen Zeit bekamen wir bei in der Weiterbildung vom BWL-Dozenten gesagt, dass "es einfach zu viele" gäbe.
Ja was denn nun? Zu wenig Menschen gibt es im Moment ganz sicher nicht. Somit könnte man die Frauen hier gebären lassen, wenn sie dies möchen und wenn sie dies nicht möchten, dann lassen sie es eben.
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22.09.2010, 09:02Inaktiver User
AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?
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22.09.2010, 09:06Inaktiver User
AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?
Klar, die Frauen sind ja so karriere-orientiert - vor allem in den tollen Jobs mit Spitzenlohn, die sie üblicherweise bekleiden. *ironie off*
Im Ernst: Ich denke, daß mindestens 80 % aller Frauen Kinder wollen. Und mit Freuden einen Zeitlang aussteigen oder auf Teilzeit gehen würden.
Fakt ist: Viele finden keinen Mann, der Lust hat, eine Familie zu ernähren.
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23.09.2010, 10:56Inaktiver User
AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?
Die Vereinigung von DDR und BRD ist auch in europäischem Maßstab eine Ausnahmesituation und wohl kaum als Gegenargument gegen aktive Familienpolitik geeignet.
In Ostdeutschland gab es einen radikalen Wechsel des politischen und wirtschaftlichen Systems und in der Folge abrupte Massenarbeitslosigkeit und große psychologische Verunsicherung. Dass Menschen in einer solchen Situation nicht unbedingt Kinder haben möchten, liegt auf der Hand.
Übrigens kommen mittlerweile auch in Ostdeutschland wieder mehr Kinder zur Welt.
Das ändert aber nichts daran, dass es zwischen den europäischen Ländern massive Unterschiede gibt, und diesen Unterschieden gilt es nachzugehen.Es gibt kein europäisches Land, das seine Bevölkerungsgröße aus eigener Kraft stabil hält, alle sind mittel- und langfristig auf Einwanderung angewiesen, auch Frankreich und Skandinavien.
Denn es kann wohl kaum im Interesse der heimischen Kultur sein den nicht gedeckten Bedarf an Nachwuchs in derartig großem Umfang durch Zuwanderung außereuropäischer Ausländer zu ersetzen.
Dass es zwischen den Ländern Europas Unterschiede gibt, liegt auf der Hand. Aber dies zu konstatieren bringt uns keinen Millimeter weiter, zumal auch die Länder, die niedrige Geburtenraten haben (z.B. Deutschland, Italien) durchaus unterschiedlich sind.Deutschland hat im Unterschied zu den meisten anderen westlichen Ländern noch eine starke Industrie und damit einen anders strukturierten Arbeitsmarkt als etwa die skandinavischen Länder.
Nicht die Unterschiede sind interessant, sondern die Gemeinsamkeiten, die in manchen Ländern zu einer so viel positiveren demographischen Entwicklung geführt haben als in anderen.
Du sagst, Norwegen sei reich. - Aber Deutschland ist wohl kaum arm, sondern ganz im Gegenteil das wirtschaftlich potenteste Land Europas. Dennoch ist es ein Land, das sich eine aktive Familienpolitik nicht leisten will. - Anders als Frankreich oder solche skandinavische Länder, die nicht über reiche Erdgasvorkommen verfügen.
P.S.
Übrigens geht es gar nicht unbedingt um mehr Geld, obwohl es hierfür sicher gut angelegt wäre, sondern es geht um bessere Konzepte. Es zeigt sich im internationalen Vergleich nämlich, dass die deutsche Familienpolitik zwar viel kostet, aber verhältnismäßig wenig bringt (kürzlich irgendwo gelesen.)
.Geändert von Inaktiver User (23.09.2010 um 11:16 Uhr)
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23.09.2010, 10:57
AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?
Dazu fällt mir wieder Badinter ein: "Der Rückzug auf die unterschiedliche Natur von Frauen und Männern, die Reduzierung auf das Biologische ist gefährlich für Frauen, die ihre vor 30 Jahren mühsam erkämpften Freiheiten wieder verlieren könnten, wie etwa selber entscheiden zu können, ob und wann eine Frau Kinder möchte, ob und wie lange sie diese stillen möchte oder ob sie erwerbstätig sein möchte, ohne hierbei gesellschaftlichen Zwängen ausgesetzt zu sein."
Klar sind Frauen keine Schimpansinnen und Männer auch keine Orang-Utans (selbst wenn sie vielleicht beim gemeinsamen evolutionsbiologischen Erbe die eine oder andere Phantasie teilen mögen), aber letztlich sind Männer auch nur Menschen:
"Warum ist Männern denn die Beziehungsqualität so viel wichtiger als Frauen?"
Und da finden sich einfach immer weniger passende Paare:
"Die immer höhere Bildung von Frauen, die etwa beim Abitur Männer inzwischen übertreffen, verknappt für gut ausgebildete Frauen und für schlecht ausgebildete Männer das Angebot an potentiellen Partnern (da Frauen bislang selten einen insoweit unterlegenen Mann und Männer selten eine insoweit überlegene Frau akzeptieren)."
Insofern hilft Frauenförderung und -quote im Beruf wohl Frauen ab einem bestimmten Alter, die eventuell bereits einen festen Partner und vielleicht sogar Familie oder jedenfalls ein oder mehrere Kinder haben und zumindest gefühlt nun gegen gläserne Decken ankämpfen. Aber auf der anderen Seite treibt die Bevorzugung von jungen Frauen schon bei der Schul- und Ausbildung Jugendliche und junge Erwachsene Männer und Frauen immer weiter auseinander, ein Schneeballsystem, das ist zumindest mein Eindruck, und es bleibt bei immer mehr Singles immer mehr Nachwuchs aus.
Aber vielleicht ändern sich ja die gegenseitigen Ansprüche auch noch rechtzeitig, wer weiss? Können wir ja zumindest hoffen."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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23.09.2010, 11:06Inaktiver User
AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?
Bei der Frage "Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus?" geht es übrigens bei weitem nicht nur um die demographische Entwicklung.
Es geht ganz genauso auch um die Thematik der Aus- und Weiterbildung und um die (Wieder-)Eingliederung von erfahrenen älteren Fachkräften.
Zumal gerade die deutsche Wirtschaft mit ihrer Exportorientierung nicht unbedingt in erster Linie an neue Konsumenten in Deutschland oder an den Pflegenotstand denkt, sondern vielmehr an Arbeitskräfte für die Exportindustrie.
Wir haben in Deutschland Baustellen auf allen drei Gebieten: nicht nur bei der Familienpolitik, sondern auch bei der Nutzung des Potenzials erfahrener älterer Fachkräfte und bei der Bildung.
Wäre es anders, hätten wir nicht eine Arbeitslosenquote, die doppelt so hoch liegt wie in der Schweiz.
Klar macht sich ein FDP-Minister Brüderle nicht für die Gesellschaft stark. Er ist - obwohl als Bundesminister dem Wohl des Volkes verpflichtet - zuerst und vor allem ein willfähriger Handlanger der Wirtschaftslobbyisten.
Und keiner kann mir erzählen, dass Wirtschaftsbosse, die in Quartalen oder allenfalls in 12-Monats-Perioden zu denken pflegen, sich plötzlich massiv Gedanken über das langfristige Wohl des Staates und der Gesellschaft machen.
Es geht allein um ein Reservoir an billigen Facharbeitskräften, in die man nichts investieren muss.
Was das mit unserer Gesellschaft macht, interessiert die Wirtschaft nicht.
.Geändert von Inaktiver User (23.09.2010 um 11:12 Uhr)
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23.09.2010, 12:05
AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?
Wie war denn die Situation vor der Wende? Da gab es doch trotz Neuer-Mensch-Frühindoktrinierung und Erziehung von Kleinkind bis Erwachsenenalter auch keine wesentlich höhere Geburtenrate, oder? Es gab vielleicht weniger oder gemütlichere Arbeit und dafür etwas mehr Zeit für Kinder und Kindermachen, andererseits aber kaum Innovationen, wirtschaftliche Pleite und letztlich ein 'Wir-sind-das-Volk-und-wollen-hier-raus'. Da bin ich wieder Biologist genug zu vermuten, dass sich repressive unfreie Gesellschaftsstrukturen genauso senkend auf die Geburtenrate auswirken, wie zuviel Individualismus.
Doch, natürlich. Allein die Tatsache, dass Deutschland und Italien auch im europäischen Vergleich bereits das höchste Durchschnittsalter haben, könnte schon mit dafür sorgen, dass hier die Geburtenrate niedriger ist. Und da würden auch noch so viele neue Kindergärten vermutlich erst mal nicht viel dran ändern.
Eine ziemlich plumpe Behauptung, die die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen und die unterschiedlichen Anforderungen des Arbeitsmarktes in Deutschland und der Schweiz schlichtweg ignoriert."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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23.09.2010, 12:06Inaktiver User
AW: Gehen Deutschland die Arbeitskräfte aus ?
Hallo
Ich stolpere hier über ein paar Aussagen/Begriffe:
"den nicht gedeckten Bedarf" an Nachwuchs
Wer hat denn diesen Bedarf? Und wieso überhaupt? Und könnte es nicht vielleicht doch gut sein, wenn eine Zeit lang etwas weniger Kinder auf die Welt kämen?
Nochmals: wenn wir es schaffen, an der momentanen Alterspyramide herumzuschrauben, lasten wir das Problem nur der nächsten Generation auf. Ich verstehe einfach nicht, wozu es gut sein soll, wenn es von uns möglichst viele gibt. Dann sind wir eben mal eine, zwei Generationen ein Volk von Rentnern. Das renkt sich schon wieder ein.
Oder: "was das mit unserer Gesellschaft macht, ist der Wirtschaft egal".
Wer ist die Wirtschaft?? Sollte wirklich nicht die Wirtschaft für den Menschen das sein und nicht umgekehrt? Wäre die so, wäre die Frage "was brauchen die Menschen in unserem Land?" Und ich glaube nicht, dass sie ausgerechnet Kumar aus Mumbay und Andile aus dem Kongo brauchen. (Nichts gegen Andile und Kumaber, aber vielleicht hätten Indien und der Kongo auch Bedarf an Fachkräften, immerhin sind sie ja dort ausgebildet worden. Abgesehen davon: ich weiss nicht, wie Afrika jemals aus dem Sumpf herauskommen soll, wenn ständig alle klugen Köpfe vom Westen abgezogen werden.)
Noch eine kleine Episode, die schon über 10 Jahre her ist, mir aber immer wieder mal zu denken gibt: Ich war frisch an einer weiterbildenden Schule und habe meinem neuen Schwarm/Verehrer freudestrahlend erzählt, welche Fächer ich m neuen Semester belegen wollte. Ich hatte ein festes Berufsziel vor den Augen und die Fächer entsprechend geplant, ausserdem noch ien Fach eingeschoben, das mich einfach interessiert hat. Er war ziemlich entgeistert und meinte, das sei ja alles schön und gut, das seien aber eben nicht die Fächer, die die Industrie wolle und ich würde auch nicht die Ausbildung machen, die die Industrie wolle. Seit wann müssen sich die Menschen denn dermassen nach der Industrie richten? Die Industrie sollte wirklich für die Menschen da sei und nicht umgekehrt. Wenn er gesagt hätte, das sei nicht die Ausbildung, mit der ich später einen Job finden würde, dann hätte ich dies verstanden, aber nicht die Ausbildung, die die Industrie wolle??
Ich glaube, wenn wir nicht aufwachen werden resp. bleiben wir die Sklaven der Wirtschaft. Schade, denn die Wirtschaft wäre ein so guter Diener!



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