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  1. Inaktiver User

    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    arouet, auch ich wünsche dir gute Besserung und schnelle Genesung!

  2. Inaktiver User

    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Wenn Breivik überhaupt mit irgendwem zu vergleichen ist, dann mit Amok-Läufern, die sich in der Schule gemobbt fühlten, oder jugendlichen Schlägern die kaum noch Fähigkeit zu einer allgemeinen sozialen Empathie ihren Mitmenschen gegenüber besitzen.
    Ich würde Breivik mit Jared Lee Loughner vergleichen, der im Januar das Blutbad von Tucson/Arizona angerichtet hat.

    Loughner war ebenfalls Einzeltäter und hatte es gezielt auf die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords abgesehen und sein Attentat seit 2007 geplant und vorbereitet.

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    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Arouet, auch wenn du ein Mann bist, gute Besserung!


    Da bleibt mir nur anzufügen: Arouet, auch wenn es von einer Frau kommt - auch ich wünsche dir gute Besserung!

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    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von arouet58 Beitrag anzeigen
    Zitat von Halbmast...
    Das Beleidigtsein ist eine Kampfhaltung des Orientalen. (Sarrazin)
    Und der Linken.

    Und der Rechten.

    Und der Schwulen, der Lesben, der Heteros, der Männer und der Frauen.

    Man könnte fast auf den Gedanken kommen, eine Kampfhaltung der Menschen, auch der Orientalen, der Türken, der Muslime.
    Da hast du vollkommen recht.
    Aber genau so sieht das Sarrazin ja nicht.

    Er bezeichnet Beleidigtsein ausdrücklich als "Tendenz bei Vertretern muslimischer Migranten".

    In der Dokomentation formuliert er es folgendermaßen: " Das Beleidigtsein des Orientalen ist eine Kampfhaltung mit der er ihm unangenehme Diskussionen wegwischt."

    Er sagt nicht: Beleidigtsein ist eine weit verbreitete Form passiver Aggression.
    Er sagt nicht: Beleidigtsein ist der Versuch kommunikativer Nötigung.
    Er sagt nicht: Beleidigtsein ist leider allzu menschlich.

    Er erklärt Beleidigtsein zum ethnischen Merkmal.
    Geändert von Halbmast... (27.07.2011 um 22:06 Uhr)

    ...praeter gallum, qui cantat.

  5. gesperrt

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    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich sehe den Vergleich eher nicht so. Topmanager entpersonalisieren ihr Vorgehen indem sie sich hinter Bilanzen, Mathematik, sprich:Zahlen, verschanzen.
    jup. Breivik macht das mit seinen 1500 Seiten Manifest, das auch zu einem grossen Teil aus einer Sammlung von Fakten besteht, auch mit reichlich Zahlen garniert.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Breivik hingegen nutzte eine eher entpersonalisierte Aktion, nämlich die Bombe, zur Ablenkung, um mehr Zeit zu für seine ihm wichtigere Aktion zu gewinnen: die Tötung von so vielen jugendlichen Menschen wie möglich in einer direkten Konfrontation, indem er mit Gewehr und Pistole Jagd auf sie machte.

    Das hat meines Erachtens mit der Vorgehensweise und Denke eines Topmanagers wenig gemein.
    Laut Breivik ist der Anschlag lediglich ein Mittel, um seine Ziele zu erreichen, also die Bekämpfung des Multikulti-Liberalismus. Das ist dieselbe Denkart wie bei Managern, die so rasch mal altbewährte Mitarbeiter entlassen, um für das nächste Quartal einen Gewinn in die Bilanz wegen Kostenersparnis zu schreiben. Menschliche Schicksale sind ihnen beiden egal und nur insofern relevant, als das sie dabei helfen, das Ego noch mehr aufzublähen, Aufmerksamkeit zu gewinnen, als Held zu gelten, und auch: gefürchtet zu werden.

    Breivik ist einfach noch eine Spur skrupelloser und konsequenter. Den Spruch "kill to win - no prisoners", den ein hochrangiger Manager eines grossen Pharmakonzerns einmal seinen Untergebenen lehrte, hat er eins zu eins umgesetzt - wo der Manager hingegen dann durch sozialen Druck gezwungen wurde, eine entschärfte Version in die Unterlagen aufzunehmen.
    Novartis-Pharma-Chef Ebeling nimmt Killer-Regel zurück

    grüsse, barbara

  6. gesperrt

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    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von Halbmast... Beitrag anzeigen
    Da hast du vollkommen recht.
    Aber genau so sieht das Sarrazin ja nicht.

    Er bezeichnet Beleidigtsein ausdrücklich als "Tendenz bei Vertretern muslimischer Migranten".

    In der Dokomentation formuliert er es folgendermaßen: " Das Beleidigtsein des Orientalen ist eine Kampfhaltung mit der er ihm unangenehme Diskussionen wegwischt."

    Er erklärt Beleidigtsein zum ethnischen Merkmal.
    Muslim zu sein ist nicht eine Ethnie, Orientale zu sein ebenso wenig.

    und ganz unrepräsentativ: die einzige Person in meinem Umfeld, die mit schöner Regelmässigkeit durch beleidigtes Schmollen unangenehmen Diskussionen ausweicht - ist tatsächlich eine muslimische Migrantin. Bzw eine Secondo. Aber wenn sie merkt, dass es nichts nützt, hört sie irgendwann auch wieder damit auf und wird wieder normal.

    grüsse, barbara

  7. Inaktiver User

    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Breivik ist einfach noch eine Spur skrupelloser und konsequenter. Den Spruch "kill to win - no prisoners", den ein hochrangiger Manager eines grossen Pharmakonzerns einmal seinen Untergebenen lehrte, hat er eins zu eins umgesetzt
    Für Manager sind Menschen eher ein bisweilen notwendiges Übel, das als hoher Kostenfaktor so gering gehalten werden muss wie möglich. In der Hinsicht gebe ich Dir Recht, da handeln Manager (von Prinzip her betrachtet) ähnlich wie Breivik, nämlich das alle Menschen, die als überflüssig betrachtet werden, möglichst bei Seite gewischt werden.

    Trotzdem gibt es noch einige Unterschiede: erstens unterscheiden Manager nicht nach Ethnien - ihnen ist völlig egal, ob ein Deutscher, Türke, Spanier oder Franzose den Job verliert ... der Job (der Faktor) soll weg ... mehr isses für den Manager ja nicht. Breivik schwang sich weiter nicht nur zum Staatsanwalt (der die Anklage - das Manifest - formulierte) und zum Richter auf, sondern auch ganz bewusst zum Henker!

    Und das rückt ihn eben eher an die Seite des Una-Bombers, diversen Amok-Läufern in Schulen und auch kaltblütigen Schlägern, die sich in einen Rausch prügeln, statt an die Seite von "Schreibtischtätern".

    Top-Manager handeln kaltblütig ... Menschen wie Breivik handeln kaltblütig und trotzdem wütend. Und während der Tat, das wissen wir durch Aussagen Betroffener, wandelte sich diese Wut in Euphorie (er gab während er handelte, Laute der Begeisterung von sich) ... er fühlte keine Wut mehr, er fühlte Macht ... und zwar schon zum Zeitpunkt, als er seine "überflüssigen Faktoren" beseitigte.
    Ein Manager wird erst dann ein Gefühl von Macht verspüren, wenn er gewahr wird, dass sich seine Handlungsweise in steigender Dividende bemerkbar macht.

    Von dem Ziel aber ist Breivik noch weit entfernt.

  8. Inaktiver User

    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Ich muss etwas an folgender (meiner) Aussage ändern und erweitern (Änderungen in blau)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... er fühlte keine Wut mehr, er fühlte Macht ... und zwar schon zum Zeitpunkt, als er seine "Schuldigen" beseitigte.

    Denn er sah in den Menschen, die er tötete, so etwas wie einen Teil einer "Grundschuld" die die Ursache für alles war, was seiner Meinung nach verkehrt läuft. Nicht nur als Faktor, sondern als bestimmende Ursache.

    Ein Manager wird erst dann ein Gefühl von Macht verspüren, wenn er gewahr wird, dass sich seine Handlungsweise in steigender Dividende bemerkbar macht.
    Geändert von Inaktiver User (27.07.2011 um 23:33 Uhr)

  9. User Info Menu

    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Dies ist ein ziemlich langer Strang und doch nur ein kleiner Teil der Diskussion um Sarrazins Thesen. Man kann sagen, die Diskussion ist ziemlich unübersichtlich.

    Bevor ich morgen zum Einstieg mit der inoffiziellen Hauptthese Sarrazins und seiner Anhänger - der Repressionsthese - beginne, möchte ich zuerst ein paar recht banale Punkte aufführen, von denen ich hoffe, dass sie konsensfähig sind und die später vielleicht hilfreich sein könnten.

    1.) Egal ob wir eine eher freizügige Idee von Meinungsfreiheit vertreten oder ob wir bestimmte Einschränkungen der Meinungsfreiheit für notwendig halten (wie das Bundesverfassungsgericht beispielsweise), dürften wir doch darin übereinstimmen, dass Meinungsfreiheit für jeden im gleichen Maße gilt. Es gibt keine Sonderrechte.

    2a) Meinungsfreiheit ist gleichgültig in Hinblick auf Meinungsinhalte und gilt auch unabhängig von Wahrheitswert einer Meinung. Kurzum, jeder hat das Recht eine "falsche" Meinung zu vertreten.

    2b) Meinungsfreiheit ist gleichgültig im Hinblick auf dem Aussagemodus der Meinung. Ob ich meine Meinung in Gedichtform oder als Thesenpapier, ob ich meine Meinung ernst oder ironisch, ob ich pathetisch oder trocken oder albern formuliere, ob laut oder leise, ob ich heule oder lache - all das ist im Grundsatz schnuppe, es bleibt mir überlassen.

    3a) Es ist höchst unwahrscheinlich, dass alle Befürworter/Gegener einer These ein - nach allgemeinem Verständnis - redliches Diskussionsverhalten an den Tag legen. Es wäre unvernünftig, dies zu erwarten.

    3b) Eine These kann wahr sein, obwohl die Begründung für sie falsch/inadäöquat ist. Beispielsweise bleibt die These, dass alle Bewohner der südlichen Erdhälfte nicht in den Himmel fallen, wahr auch wenn sie damit begründet wird, dass die Leute dort Kleber unter den Schuhsohlen haben.

    3c) Eine Theorie kann falsch sein, obwohl die angeführte Begründung sachlich richtig ist. Nämlich dann, wenn die Bezug von Aussage und Argument falsch ist.

    So. Mehr brauchen wir fürs erste nicht.

    ...praeter gallum, qui cantat.

  10. User Info Menu

    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    und ganz unrepräsentativ:
    Eben.


    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    [...]die einzige Person in meinem Umfeld, die mit schöner Regelmässigkeit durch beleidigtes Schmollen unangenehmen Diskussionen ausweicht - ist tatsächlich eine muslimische Migrantin. Bzw eine Secondo. Aber wenn sie merkt, dass es nichts nützt, hört sie irgendwann auch wieder damit auf und wird wieder normal.
    Ist es nicht völlig normal, mit Widerständen zu rechnen, wenn man ein "unangehnehmes Thema" ansprechen möchte? Gibt es einen Automatismus, der uns dazu zwingt, auf "Beleidigtsein" unsererseits "emotional" zu reagieren?

    Die Antwort gibst du ja schon selber, Barbara.

    Du ignorierst den kleinen Erpressungsversuch. Das nennt man kommunikative Kompetenz.

    ...praeter gallum, qui cantat.

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