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  1. gesperrt

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    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Insofern ist die Intelligenzdiskussion bzw. genetische Ausstattung für diese Diskussion völlig banane.

    Was nicht egal ist, ist warum manche Gesellschaften Fleiß, Lernbereitschaft und Strebsamkeit fördern (z.B. Vietnamesen) und warum große Teile von anderen Gesellschaften nicht im Traume diese Ansprüche an sich stellen (und das gilt keineswegs nur für Moslems).
    Und wie eine Gesellschaft gepolt sein muss, damit sie Leute, die keine Ansprüche an sich stellen, streichelt und einlädt.
    Africa light mitten in Deutschland.

    Aber darum wird es leider nicht mehr gehen. Wirklich schade.
    Ja schade und wirklich gruselig, der Link. Hier ein Auszug daraus:

    Verkehrte Welt?

    Die Fürsorger, Sozialarbeiter und Kinderbetreuer sind sympathische und empathische Menschen. Sie treffen sich regelmäßig, um den Fall der Familie zu besprechen. Sie haben für alles Verständnis und bieten für jedes Problem eine Lösung an - sogar wie der Garten hinter dem Haus gestaltet werden kann. Sie schicken den ältesten Sohn zum Logopäden und bemühen sich darum, für die Familie eine größere Wohnung zu finden. Sie erwarten keinen Dank und bekommen auch keinen.

    Nicht ein einziges Mal zeigen Martin oder Michaela einen Anflug von Dankbarkeit. Sie nehmen alle Leistungen wie selbstverständlich hin. Immerhin, sie können auch differenzieren. Das Jugendamt, sagt Michaela, funktioniere "gut", das Sozialamt nicht, da gebe es eine Bearbeiterin, "die ist arbeitsfaul, wenn man der was schickt, muss man drei Wochen warten, bis man das Geld kriegt".

    Die Lage der Familie ist in der Tat prekär, eine Besserung nicht in Sicht. Und so schrecklich schön die Reportage auch ist, die jeden arroganten Unterton vermeidet, sie hört an der Wohnungstür von Martin und Michaela auf.

    Draußen vor der Tür wartet nicht nur das Sozialamt mit einer Fülle von hilfsbereiten Mitarbeitern, da ist auch eine Gesellschaft, in der die Idee von "Verantwortung" durch Begriffe wie "Maßnahmen" und "Fürsorge" ersetzt wurde. Eine Gesellschaft, in der die Vorstellung, dass Wohlstand etwas mit Arbeit und Leistung zu tun hat, als reaktionär und "sozial unverträglich" gilt. Und wer es wagt, die Frage zu stellen, ob für die Aufzucht von Kindern nicht vor allem die Eltern zuständig und verantwortlich sind, der wird sofort mit einer Einladung zu einem therapeutischen Gespräch bei Ursula von der Leyen abgestraft.

    Etwas Gutes ist aber an der Sache doch dran. Es sieht nur so aus, als würde ein halbes Dutzend Sozialarbeiter eine Familie betreuen. In Wirklichkeit ist es umgekehrt. Eine Familie sichert die Existenz von einem halben Dutzend Sozialarbeiter. Rund um die "Prekariat" ist eine Industrie entstanden, die von der Verwaltung der "neuen Armut" lebt.

    Allein in Bad Homburg gibt es 20 Familien, die dafür sorgen, dass die Sozialarbeiter nicht arbeitslos werden.
    Ein sehr krasses Beispiel. Es gibt diese Beispiele jedoch zigfach in sehr unterschiedlichen Formen.

    Tja, haben da viele womöglich doch mehr Angst um den Verlust dieser s. g. "Industrie", die sich um all diese Absurditäten, welche sehr wohl real sind und nicht dem sonstigen Unterschichtfernsehen entspringen, rankt?

    Wer lebt eigentlich alles vom aufzuräumen und hat dadurch auch so gar kein Interesse, an der eigentlichen Ursache etwas ändern zu wollen?

    Nun, das scheint nicht nur so zu sein sondern ist leider auch die nackte Realität und Wahrheit, die doch die wenigsten genau so lesen wollen!

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    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von Halbmast... Beitrag anzeigen
    2.
    Der Gutmensch Schirrmacher hat im Gutmensch-Blatt FAZ zwei lesenswerte Artikel
    geschrieben:

    Hier und hier.
    Ich lese aus diesen Artikeln die Angst des Bildungsbürgers Schirrmacher vor der Realität.
    Was er "Biologismus" nennt, das halte ich für realistisch, die Anerkenntnis der Basis des Kulturwesens Mensch: das Säugetier Mensch.
    Hier spricht die Angst dessen, der nicht erkennen will, dass der Mensch nicht so durch und durch kulturell selbstbestimmt sein könnte, wie gehofft, eine schwere Kränkung, der man durch Verleugnung der Tatsachen entgehen will.

    3.
    Ich kann hellsehen, ich hab' gewusst, worauf's hinausläuft, ich bin ein Genie!

    Kann mir jemand bitte (bittebittebitte!) das schöne Gerücht bestätigen, wonach Sarrazin vorschlägt, das allgemeine Kindergeld zu streichen und stattdessen eine Gebärpämie für Akademikerinnen in Höhe von 50.000 Euro einzuführen?

    Ist das wirklich wahr? Sagt mir bittebitte, dass das wahr ist!

    Wäre das geil: Sarrazin zeigt den Gutmenschen wie richtige Quotenpolitik geht: Mittelschichts-Eugenik vom Allerfeinsten.
    Ich weiß nicht, ob er das fordert.

    Ich hoffe nicht.
    Forderte er es, wäre das in der Tat Sozialdarwinismus, den ich ablehne.
    Nicht, weil er nicht funktionierte, nicht, weil er ineffizient wäre, sondern weil er die Menschenwürde verletzt, weil er unethisch ist, weil der Zweck nicht in jedem Falle die Mittel heiligt.

    Schlimmer noch, bei Licht besehen wäre es sozialdarwinistische Planwirtschaft, vereinigte harmonisch die Nachteile freiheitlicher, "sozialdarwinistischer" Systeme mit den Nachteilen sozialistischer Systeme.
    Geändert von arouet58 (01.09.2010 um 05:51 Uhr)
    Cum grano salis

  3. Inaktiver User

    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von ceremony Beitrag anzeigen
    Das ist pure Unterstellung. Entweder es steht da oder es steht nicht da. Wenn es nicht da steht, kann der Verf. nichts dafür, dass die Empfänger etwas "Rassistisches" herauslesen, es kann ihm auch nicht zur Last gelegt werden.

    Solche böswilligen Spekulationen hätten zum Glück vor keinem rechtstaatlichen Gericht Bestand.
    Bitte genau lesen...
    Ich hatte geschrieben dass er einige konkrete Zitate gebracht hat und in anderen Bereichen im Unklaren bleibt....

    Ansonsten gebe ich es jetzt auf .....

    (ps auch wenn hier intelligente Antworten wie die von Nochmaler Mann gekommen sind - generell halte ich Sarrazins Thesen für keine gute Diskussionsrundlage - ein branchenfremder Theoretiker mit unklaren Absichten - da sind mir die Praktiker und Fachleute lieber...)

  4. Inaktiver User

    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Konsequenterweise musst du es hinnehmen, dass ich erwähne, was die Statistiken zu der Intelligenzverteilung bei den politischen Orientierungen aussagen.

    Da wird von Sarrazin unter Beifall etlicher User eine IQ-Sau durchs Dorf getrieben.
    Ich halte denen, die ihm Beifall zollen, einfach einen Spiegel vor.
    (Sarkasmusmodus an)
    Mir fiel dazu direkt dieser Artikel aus der Süddeutschen ein:
    Konservative sind weniger intelligent Damit wäre dann bewiesen, dass Herr Sarrazin und Konsorten die Unklugen sind. Auch, wenn er noch in der SPD ist, ist das wohl erzkonservatives Gedankengut, das er vertritt.
    (Sarkasmusmodus aus)

    Mensch, merkt Ihr nicht, was das für ein niedriges Argumentationsniveau bei Herrn Sarrazin ist?

    Aus dem Studium wissen wir doch alle, dass man keiner Statistik trauen sollte, die man nicht selbst gefälscht hat Herr Sarrazin kann jede Statistik so frisieren, bis sie zu seinen Aussagen passt.

    Ich möchte nochmal sagen, wie unglaublich dumm ich diese Intelligenzdebatte finde. Ich werde mich jetzt auch zurückziehen, denn ich denke, um weiter zu argumentieren sollte ich das Buch kaufen und lesen und ich möchte dafür kein Geld ausgeben. Vielleicht gibt es das ja in der Bücherei, dann bis in einigen Wochen ;-)
    Geändert von Inaktiver User (01.09.2010 um 08:05 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Doch mehr als ein bisschen Gemöpper:
    soziale Marktwirtschaft mit reinen Leistungseliten
    Unter Elite wird in der Regel ja nicht der Bandarbeiter verstanden, sondern der Akademiker.
    Und genau da liegt der Hase im Pfeffer.
    Denn ich kenne sehr wohl eine (ich nenn`s mal) Elite der Bandarbeiterschaft. Sehr gut sogar, aus meiner Heimat. Damals: zehntausende verdammt gut bezahlte Schicht-Bandarbeiter, wovon heute noch die Hälfte oder sogar nur ein Drittel (?) zu Werke gehen kann.
    Die würdest du jetzt alle nicht zu deinen Eliten zählen. Das eigentliche Problem ist aber, dass die dort Entlassenen jetzt irgendwo vor Nintendo-Spielen hocken, nicht wissen, wie sie ihren Kindern ein ordentliches Vater-Vorbild abgeben sollen, sich inzwischen auch gar nicht mehr anstrengen usw usw usw...
    Früher gab es etwas, wofür es sich anszustrengen lohnte.
    Dass heute Hauptschüler praktisch keine Chance auf einen Auszbildungsplatz haben - das ist das Problem.
    Und dass der heute arbeitslose Vater dieses Hauptschülers nichts als Druckmittel in der Hand hat, um ihn zu Zielstrebigkeit, Fleiß, Mut etc... zu erziehen.
    Das Problem ist, dass sich Leistung eben früher für alle lohnen konnte und dies heute eben nur noch für einen weitaus kleineren Kreis Menschen gilt.

    Und aus dem Dilemma werden uns auch noch so bestens leistungsgerecht gesteuerten Akademiker-Eliten nicht raushauen. Das ist so ein typischer Irrglaube der Akademiker, dass sie als Elite das schon richten werden (wenn man nur die richtigen Männer ranließe statt Quotenweiber ). Womit denn? Tolle Erfindungen? Die Frage ist doch, wo produziert wird und nicht, wer`s erfunden hat.

    Der Krieg tobt beim Kampf um die wenigen Rest-Arbeitsplätze im weniger qualifizierten Bereich. Wem nützt es da eigentlich, wenn Sarrazin jetzt noch gruppenweise bevorteilt oder dumm hinstellt?

  6. gesperrt

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    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    #lunalimette

    Was bist du denn für ein Vorbild?

    ALSO für einen Hauptschüler lohnen sich gute Leistungen in der Schule nicht, weil er "vielleicht" nur schwer einen Ausbildungsplatz findet????

    Es gibt es mittlerweile wieder MEHR Ausbildungsplätze als Bewerber, allerdings brauchen Hauptschüler gute Noten, soziales Verhalten und haben geringere Auwahlmöglichkeiten (im Einzelhandel, als Maurer oder Fleischer findet sich sicher etwas), dann hat JEDER Hauptschüler die Chance seinen Realschulabschluß und dann das Abitur und dann ein Studium "durchzuziehen" etc.

    Und zum Thema "Vorbild": Ich kann nicht verstehen wie Eltern, gerade wenn sie Arbeitslos sind auf dem Sofa versauern. Man kann auch als Arbeitsloser Vorbild sein: Nämlich dann wenn man sich glaubhaft laufend bewirbt, weiterbildet, das Haus renoviert, Freunden/Bekannten hilft, sich sozial oder im Verein engagiert UND den Kindern MUT und Hoffnung mit auf den Lebensweg gibt ... und nicht "ich schaue 14 Stunde Fern weil es eh keine Arbeit gibt und du brauchst nicht zu lernen weil du auch nichts finden wirst ...

    DIESE "Vorbildfunktion Familie" kann kein Sozialarbeiter, Schulpsychologe, Arbeitsvermittler, Bewehrungshelfer, Ausländerbeauftragter, Familienberatungsamt etc. so leicht ersetzen - und deshalb entlasse ich diese auch nicht aus ihrer Pflicht.

    Deshalb bin ich auch für eine faktische Beschäftigungspflicht für Langzeitarbeitslose. Wenn sie den Kinder schon kein positives Beispiel gegen können, dann soll wenigstens keine "ruhige soziale Hängematte" ein Ziel für den Nachwuchs sein!

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    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von Inaktiver User

    ... Ich kann nicht verstehen wie Eltern, gerade wenn sie Arbeitslos sind auf dem Sofa versauern. Man kann auch als Arbeitsloser Vorbild sein: Nämlich dann wenn man sich glaubhaft laufend bewirbt, weiterbildet, das Haus renoviert, Freunden/Bekannten hilft, sich sozial oder im Verein engagiert ....
    Du warst noch nicht arbeitslos , oder ?

    Ich schon ....

  8. Inaktiver User

    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Dieser Beitrag (#983) muss unbedingt noch einmal nach vorne geschoben werden, da wirklich gute Beiträge leider immer so schnell wieder in der Versenkung verschwinden (was für schlechte ja wiederum gut ist):


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Na gut, ich erkläre Dir, was ich darüber denke.



    Hier äußert Herr Sazarin seine Befürchtung bzw. etwas, was er nicht will, insofern wird diese Aussage wohl stimmen.
    Er liefert allerdings keine belastbaren Hinweis, dass diese Befürchtung eine sachliche Berechtigung hat.

    Ich teile seine Befürchtung nicht einmal im Ansatz.
    Warum nicht, steht weiter unten.


    Unbestritten.
    Soweit ich es beurteilen kann, wird die Zuwanderung in Deutschland vom Konsens der Gesellschaft getragen.

    Ich gehe jedenfalls nicht davon aus, dass der Bundestag und die Ministerien migrationsfreundlichere Gesetze und Ausführungsbestimmungen erlassen, als ihnen politisch legitimiert zukäme.

    Ein klareres Bekentnis zu der Tatsache, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und klare Richtlinien, wie Einwanderung hier funktioniert (siehe Kanada oder die USA) würde ich begrüßen.

    Vor allen im Interesse der Einwanderer, die dann nämlich nicht mehr aus fragwürdigen Motiven heraus als Sündenböcke durchs Land getrieben werden könnten, wie beispielsweise Herr Sarrazin es tut.



    Da die Religionszugehörigkeit von Migranten, so sie nicht den staatlich alimentierten Kirchen angehören, nicht bekannt ist, sind solche Schätzungen mit großer Vorsicht zu genießen. Und definitiv keine Fakten.
    Das ist aber auch egal, denn:

    Wir werden uns in diesem Land nun langsam mal mit der Tatsache abfinden müssen, dass es nicht für jeden Arbeitswilligen einen Vollerwerbsarbeitsplatz gibt.
    Und dass sich daran auch in den nächsten 50 Jahren nichts ändern wird.
    Einfache Rechnung: Wir haben derzeit ca. 3,2 Millionen offizielle Arbeitslose und noch mehrere Milloinen, die in irgendwelchen Maßnahmen der BA geparkt sind.
    Nicht einmal Guido Westerwelle auf Speed würde behaupten, es bestünde die realistische Möglichkeit, all denen einen Vollerwerbsarbeitsplatz schaffen zu können.
    Egal, nach welchem Ritus die Leute beten.

    Insofern werden immer die Menschen mit der besten Bildung und Ausbildung die besten Chancen haben, einen dieser raren Vollerwerbsarbeitsplätze zu ergattern.
    Die Schlüsselfaktoren für gute Bildung und Ausbildung ist in Deutschland die soziale Herkunft.
    Die Kinder aus sozial schwachen Familien egal welcher Religion werden da also immer das Nachsehen haben.

    Gegenmaßnahme: drastischer Um- und Ausbau des Bildungssystems.


    Jeder intelligente Mensch versteht sofort:
    Wenn es eine Analyse nicht gibt, dann besagt das nur, dass es diese Analyse nicht gibt.
    Über das Ergebnis der Analyse, wenn man sie denn anstellen würde, sagt ihre Nichtexistenz nichts.

    Was den Beitrag zum Wohlstand angeht, so denke ich nicht, dass man Menschen primär danach "bewerten" sollte.
    Denn wer hat denn welche Chance, einen Betrag zu diesem Wohlstand zu leisten?
    Siehe 3.




    Erstens hindert niemand protestantische, katholische, jüdische, griechisch- oder russisch-orthodoxe oder atheistische Deutsche, Kinder zu kriegen, wenn sie das denn wollen.
    Zweitens muss man sich mal den muslimischen Bevölkerungsanteil ansehen (ca. 5 %) und diesen per Geburtenrate hochrechnen, dann noch in Betracht ziehen, dass nicht jedes Kind, welches in eine muslimische Familie geboren wird, später selbst eine muslimische Familie gründet, um schlussendlich festzustellen, dass dies kein wirkliches Problem darstellt.
    Drittens führt dies nur dann "... zu einer Zunahme ... wenig gebildeter/qualifizierter Menschen ..." wenn unser Bildungssystem so schlecht bleibt, wie es ist.
    Siehe Punkt 3. und 4.



    Ja, logisch, das Leben am Existenzminimum kostet hier ja auch ein Vielfaches von dem, was es im Herkunftsland kostet.
    Sollen wir die Leute verhungern lassen?

    Zum Desert mal ein paar Zahlen, Quelle Statistisches Bundesamt, also eher keine gutmenschliche Kampfpropaganda:
    Zuwanderung in 2008 saldiert, also Einwanderer gegen Auswander:
    + 11.000 ausländische Einwanderer
    - 66.000 deutsche Auswanderer
    Die Einwanderungszahlen waren von 2001 bis 2006 kontinuierlich zurückgegangen, von 2007 auf 2008 sind sind sie etwa gleich geblieben.

    Wir reden also über 11.000 Leute auf 80 Millionen Bundesbevölkerung.
    Und woher kamen die meisten ausländischen Migranten?
    "... Hauptherkunftsländer der ausländischen Zuwanderer waren Polen (119 200), Rumänien (47 000), die Türkei (26 200), Ungarn (25 100) und Bulgarien (23 600) ..." und dann haben wir noch einen Anstieg um 3.500 Menschen aus dem Irak.

    Für das Jahr 2009 schreibt tagesschau.de:
    "... Die meisten ausländischen Zuwanderer kommen dabei nicht aus Entwicklungs- oder Schwellenländern, sondern aus der Europäischen Union: Fast sechs von zehn stammen aus EU-Ländern. ..."

    Wo Herr Sarrazin oder auch Du, djgm01, da ein Szenario drohender muslimischer Überfremdung hernimmt, erschließt sich mir nicht.



    Die Aussagen von Herrn Sarrazin spiegeln lediglich eine Meinung und nicht ein einziges Faktum wieder.
    Zudem ist diese Meinung von den Tatsachen, soweit sie für mich sichtbar sind, nicht gedeckt.

    Und kommt mir jetzt bitte nicht mir den Burkhas und Kopftüchern in Berlin, ich lebe in "Anatolisch-Altona" (Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund irgendwo bei 50%).
    Individuelle Alltagsbeobachtungen und Anekdoten allein ergeben keine tragfähigen Fakten zu sozialen, politischen, demographischen oder ökonomischen Bedingungen.

    Fazit:
    Jede/r kann ja gern meinen, was er gern meinen möchte.
    Auch Herr Sarrazin.
    Jede/r kann seine Meinung auch gern als Buch veröffentlichen.
    Siehe auch Eva Hermann.

    Ärgerlich ist, das mit den darauf folgenden Pseudo-Problemdebatten abgelenkt wird von den wirklich wichtigen Problemen.

    Die wirklich wichtigen Fragen sind m.E. beispielsweise diese:
    1. Wie organisiseren wir das politische System dieses Landes so um, dass es handlungsfähiger wird und weniger den Lobby-Verbänden als vielmehr dem Nutzen der Allgemeinheit verpflichtet arbeitet?

    2. Wie ordnen wir unsere Staatsfinanzen so, dass Politik wieder im Sinne eines politischen Willens möglich wird, und nicht "nach gefühlter Kassenlage"?

    3. Wie ordnen wir unser Bildungssytem so, dass wir in Sachen Forschung und Ausbildung international an eine Position kommen, welche die Existenz Deutschlands in moderatem Wohlstand wirklich zu sichern vermag?

    4. Wir regeln wir den Lebensunterhalt derer, die nicht arbeiten können (Alte, chronisch Kranke) und derer, die keine Arbeit finden, so, dass die daraus entstehenden Lasten möglichst angemessen und solidarisch auf alle (natürliche wie juristische Personen des Inlandes) verteilt werden?

    5. Wie ordnen wir unsere Krankenversicherungssystem so, dass sich nicht mehr einzelne Berufs- und Einkommensgruppen aus dem gesamtgesellschaftlichen Risiko Krankheit davonstehlen können?

    6. Welche staatlichen Maßnahmen (neben Grundlagenforschung, siehe Bildung und Forschung) sind geeignet, unsere Industrie in den Bereichen absehbar benötigter Überlebenstechnologien zu stärken (ich denke primär an Energiegewinnung, Mobilität, Wasseraufbereitung und Agrartechnologie (Refertilisierung von Böden, Forstwirtshaft)?

    7. Wie richten wir unser Land so ein, dass wir einen angemessenen Lebensstandard zu wirklich vertretbaren "ökologischen Kosten" sichern können?

    8. Welchen Beitrag können wir dazu leisten, anderen Ländern bei der Schaffung politischer und ökonomischer Verhältnisse zu helfen, die Flucht und Migration überflüssig machen (technologisch, politisch, wirtschaftlich und ja, gegebenenfalls militärisch)?

    Die Diskussion solcher Fragen in der breiten Öffentlichkeit scheitert daran, dass die Ideen zu solchen Fragen eben zu lang sind für die Bild-Zeitung oder den 30-Sekunden-Slot einer Nachrichtensendung.
    Oder das durchschnittliche Internetforum.

    Solche Debatten scheitern auch daran, dass immer noch zuviele Menschen glauben, sie könnten an ihrem kleinen Individualvorteil festhalten und die Kosten der erforderlichen Veränderung sollten gefälligst andere tragen.
    Und so bleibt das große Ganze, wie es ist.

    Aber das ist ja auch der Sinn und Nutzen solcher Sarrazin'schen "Säue die durch's Dorf getrieben werden".
    Der weiss natürlich, was er davon Gutes hat:
    Aufmerksamkeit, Auflage, Autorentantieme, Auftrittshonorare.
    Frau Merkel & Co und die Medien wissen auch, was sie am Thilo haben:
    Ein Thema, "das wie von selbst läuft" und ihnen nicht wehtut.

    Meine Kinder oder ich haben leider nichts Gutes davon.
    Die Probleme blieben ungelöst und verschrärfen sich.

    Wieder mal eine gute Stunde meines Lebens verschwendet, um dies kundzutun.
    Ob's was nützt?

    Vielleicht sollte ich ein Buch mit "meinen" Antworten auf die "wirklich wichtigen Fragen" schreiben.
    Aber wie kriege ich nur ansatzweise die Aufmerksamkeit wie Thilo Sarrazin oder Eva Hermann?
    Das muss mir ja Geld bringen, ich habe 'ne Familie zu ernähren ...

    Gute Nacht, Deutschland.

    NM
    Und Menschen, die ähnlich denken, gibt es zum Glück viele (nur die schreiben nicht unbedingt alle bei Brigitte).
    Jedenfalls mehr, als das Buch von Sarrazin kaufen und sich mit den Ansichten identifizieren werden.
    Man kann ja demnächst mal die Verkaufszahlen mit der Zahl der Bundesbürger vergleichen

    Das beruhigt mich ja doch.
    Geändert von Inaktiver User (01.09.2010 um 09:40 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von ceremony Beitrag anzeigen
    Also ich sehe durchaus eine "geifernde hysterische Meute", man muss ja nur die Zeitungen aufschlagen und Talkshows gucken. Das ist leider kein Roman von Dan Brown, sondern bundesrepublikanische Realität.

    Stelle dir einfach vor, du selbst vertrittst eine Meinung, die gerade nicht in den aktuellen politischen Diskurs passt. Stelle dir vor, du erntest solche Reaktionen wie Sarrazin.

    Wie fühlt sich das an?
    Es ist davon auszugehen, dass bei Thilo Sarrazin der IQ durchaus ausreichte um abzuschätzen was auf ihn zukommen würde, wenn er Überfremdungsphantasien ausbreiten und biologische sowie kulturelle Unterlegenheit der türkischen Minderheit behaupten würde.

    Ich bin ganz zuversichtlich, dass er wusste, dass auf seine derbe Polemik mit derber Polemik geantwortet werden würde. Dennoch hat er sich in einer Weise geäußert, die bewusst provokativ war.

    Hätte er einfach nur Integrationsdefizite beklagt, Lösungsvorschläge gemacht und ein Einwanderungssystem nach Vorbild von Australien und Kanada gefordert, bewusst die ausländerfeindlichen Ressentiments NICHT bedienend,
    dann wäre sein Buch kein Bestseller geworden.

    Das alles war also klares Kalkül.
    Nun kann er sich auch nicht darüber beschweren, dass sein Kalkül aufgegangen ist und dass bei vielen Deutschen die Lehren aus unseliger Vergangenheit noch lebendig sind..

    Geändert von Inaktiver User (01.09.2010 um 09:51 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Was ist falsch an Sarrazins Aussagen??

    Zitat Zitat von -BaYa- Beitrag anzeigen
    NochmalerMann, bitte, bitte schreib das Buch. Ich werde viele Exemplare kaufen und an Freunde und Bekannte verschenken!!! :)
    Auch eins für mich.

    ganz besonders, wenn das Buch zusammen mit Halbmast verfasst wird.


    Geändert von Inaktiver User (01.09.2010 um 12:28 Uhr)

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