Wenn jemand meint, aufgrund seines Studium irgendeine Vorzugsbehandlung erwarten zu dürfen, im Gegensatz zu quasi nichtakademischen Pöbel, dann finde ich das durchaus hochmütig.
Kann man so sehen. Ist für mich aber z.B. auch die Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger.Wie schon gesagt: Für mich ist Studieren und Promovieren normale Arbeit, im Sinne von vollwertiger und gesellschaftlich nützlicher Arbeit.
Trotzdem wird beides eben bekanntermaßen nicht bezahlt.
Ja und? Spricht für einen gewissen Realitätssinn. Ich hab auch noch nie gelesen, dass du das irgendwem vorwirfst.Ich habe übrigens auch im zarten Alter auf eine Ausbildung und Karriere verzichtet - auf ein Studium zur Gesangssolistin und ein späteres Engagement an die MET und andere entsprechende Häuser![]()
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Das hat auch niemand bestritten.
Aber es wär mir neu, dass daraus ein finanzieller Anspruch erwächst.
Sonst müsste jeder gute Buchhändler ein sechsstelliges Jahreseinkommen haben.
Das ist aber eine völlig andere Diskussion.Nach meinem Eindruck ist das Rindviech zuu maßgeblich geworden.
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Ich nehme nicht an, dass du damit sagen willst, jemand der in Sachen Berufswahl mit mehr Bodenhaftung unterwegs ist ist ein Rindviech??
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29.07.2010, 14:53Inaktiver User
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
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29.07.2010, 14:59Inaktiver User
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29.07.2010, 14:59
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Gerade den gut ausgebildeten Akademikern müsste doch eine "goldene" Zukunft offen stehen. Zumindest wenn man nicht gerade eine völlig abseitige Richtung eingeschlagen hat.
Oder bilden sich alle den prognostizierten Fachkräftemangel nur ein?
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29.07.2010, 15:06Inaktiver User
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Kann man so unterstellen.
Der Maßstab ist für mich die persönliche Zufriedenheit, und da ist mein Eindruck eher, dass heute viele an ihren überhöhten Erwartungen scheitern, während diejenigen die bewußte Entscheidungen treffen und akzeptieren, dass man Prioritäten setzen muss, eher weniger jammern.
Ich persönlich finde meine Situation ohne Studium, mit lukrativem Teilzeitjob, Kindern und stimmiger work-life-balance ganz und gar nicht als Klein-Klein. Außer ich vergleich mich mit Frau von der Leyen.
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29.07.2010, 15:25
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Ich möchte mich mal bei diesem Satz einklinken, weil ich nicht die Zeit habe, auf alles einzugehen - nur zur Klarheit: pflegerische Tätigkeiten sind natürlich sehr wichtig.
Erstmal sind nicht-Akademiker kein Pöbel sondern eben nicht-Akademiker.
An der Uni ausgebildete Akademiker zeichnen sich dadurch aus, dass sie selbstständig wissenschaftlich arbeiten können (jedenfalls zu meiner Zeit war das so). Das heisst sie betreiben Grundsatzforschung und entwickeln Thesen und begründen diese, was in der Auswirkung Fortschritte für unsere gesamte Gesellschaft bringt. Dieser Fortschritt wird von allen genutzt. Zum Beispiel benutze ich mein Auto, das schon allein vom Material her eine hochkomplizierte Technik voraussetzt, ganz abgesehen von der Mechanik und den physikalischem Wissen, dass im Antrieb steckt.
Hier sind Menschen am Werk gewesen, die nicht nur sehr speziell geforscht haben, sondern die auch - das gebe ich freimütig zu - auf diesen Gebieten begabter sind als ich und auch allgemein intelligenter sind als ich.
Ich profitiere davon und bin sehr dankbar dafür.
Und diese Leistungen können nur von einem begrenzten Kreis an Fachleuten ausgeführt werden. Ein Mensch kann sich zwar zur Ausübung von pflegerischen Tätigkeiten zwingen, aber niemand kann sich zu der gedanklichen Hochleistung zwingen, die die obigen Forschungsarbeiten mit sich bringen.
Das ist etwas Besondere und das respektiere ich sehr.
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29.07.2010, 15:33Inaktiver User
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Das mag sein, und sicherlich ist das nur mit überdurchschnittlicher Intelligenz zu leisten - aber 17 Jahre seines Lebens zu investieren um nun über seine bisherige Lebensbilanz und die Perspektiven frustriert zu sein ist eben nicht gleichermaßen auch überdurchschnittlich klug.

Und wenn ich das hier so alles lese, dann hätt ich mir mein Kunstgeschichtsstudium anscheinend doch nicht verkneifen sollen, weil mir ja für meine tiefgreifenden Erkenntnisse über die Entwicklung der Faltenwurfdarstellung in der Malerei des Mittelalters auch ein sicherer und gutbezahlter Job zugestanden hätte.
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29.07.2010, 15:42
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Hm,
hier wird ja stellenweise so getan, als sei ein normal bezahlter Job als Biologin in die Kategorie "Topmodel" einzustufen. Wie ich die TE verstanden habe, sucht sie eine ganz normale Stelle, die ihrer Ausbildung entspricht, nicht den Posten eines Forschungvorstands bei Merck oder eines Direktors eines Max Planck-Instituts. Und das IST natürlich frustrierend, wenn man den Normaljob nicht findet, wo alle Welt über das Fehlen von Naturwissenschaftlern und Technikern jammert. Allerdings scheint es Biologen ähnlich zu gehen wie Geisteswissenschaftlern - das scheint die Sparte der Naturwissenschaften zu sein, in der es schwierig ist auf dem Arbeitsmarkt.
Hast Du schon einmal überlegt, ins Lehramt zu gehen? Mittlerweile werden dort auch Quereinsteiger gesucht, ich würde mir die Website des Kultusministeriums Deines Bundeslandes einmal ansehen. Es gibt schier keinen familienfreundlicheren Job als das Lehramt.
Dass es hier so wenige Kinder gibt, wundert mich gar nicht. Einmal sind es die Betreuungsmöglichkeiten, die fehlen, zum anderen diese haarsträubende "Mutti-Ideologie", was man für seine Kinder alles tun und aufgeben muss. Wenn man sich hier durchs Forum liest und feststellt, dass man eine gaaanz schlechte Mutter ist/wäre, wenn man findet, dass ein 18jähriger nicht mehr bei den Eltern wohnen braucht, muss man sich nicht wundern, dass Frauen mit nur mittelmäßig ausgeprägtem Kinderwunsch sich das nicht antun.
Da sind die Franzosen anders, aber auch da beginnt es sich vor lauter Ökotum in die Richtung "Vollzeitmami" zu drehen, wie es die Philosophin Badinter gerade in verschiedenen Interwiews und ich glaube, einem Buch, beklagt.
Grüße
Kate
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29.07.2010, 16:00Inaktiver User
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Es war schon immer eine Mär, daß man mit einer langen Ausbildung automatisch ein gutes Gehalt erhält.
Würde mich jemand fragen, wie er möglichst schnell sehr viel Geld verdienen kann, würde ich ihm allemal zum Erlangen eines Meisterbriefs als KFZ-Meister, Bootsbauer o.Ä. raten.
Geisteswissenschaftlier haben dagegen schon immer kaum Jobs gekriegt, und wenn, dann mäßig bezahlte, ohne große Perspektive.
Das ist denen bei Antritt des Studiums auch absolut bewußt, zumindest denen, die ich kenne.
Mich hätte durchaus auch die eine oder andere Geisteswissenschaft interessiert, z.B. Judaistik. Aber aus genau dem Grund hätte ich das nie studiert (vielleicht mal als Rentnerin
).
Architekten haben entweder ein Top-Büro und verdienen sich eine goldene Nase - oder sie sitzen als schlecht bezahlte Sklaven in eben diesem Büro.
Angestellte Tierärzte werden miserabel schlecht bezahlt. Da verdient jede Sekretärin allemal mehr.
Und auch innerhab eines Studiengangs gibt es gigantische Unterschiede:
Ein Molekularbiologe, der den Einstieg in ein großes Pharma-Unternehmen als Laborleiter schafft, wird top verdienen. Ebenso wie der Biologe, der Projektleiter wird und ins Management aufsteigt.
Ein Geobotaniker oder Wildbiologe, der sich also mit Pflege der Öko-Systeme beschäftigt, wird sein Lebtag von miserabel bezahlten, befristeten Projekten leben, die vom Nabu u.Ä. über Spenden finanziert werden.
Eine Kommilitonin von mir, die sowas macht, kriegte nicht mal Wohngeld - mit der Begründung, das es unmöglich sei, daß sie von ihren Einkünften leben könne- sie müsse wohl noch weitere haben.Geändert von Inaktiver User (29.07.2010 um 16:08 Uhr)
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29.07.2010, 16:03Inaktiver User
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Inzwischen nicht mehr.
Aber auch Naturwissenschaftlern werden die Jobs halt nicht hinterher geworfen.
Das Problem ist heute - noch mehr als früher - den Einstieg zu kriegen ... ALLE Unternehmen wollen jemand mit 2-3 Jahren Beruferfahrung.
Meine Mitarbeiter werden durchaus von Headhuntern angerufen, die "händeringend" sowas wie sie suchen. Ein bißschen Erfahrung bitte - aber nicht zuviel, damit man nicht dem Chef am Stuhlbein sägen kann.
Während ander Naturwissenschaftler nicht den Einstieg schaffen. Aber irgendwann muß man halt nun mal anfangen - und dafür ne Chance kriegen.Geändert von Inaktiver User (29.07.2010 um 16:12 Uhr)
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29.07.2010, 16:08Inaktiver User
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Wenn ich mir angucke, wie in Unternehmen zum Teil mit Mitarbeitern umgegangen wird, würde ich mal die These aufstellen, dass das mit dem Fachkräftemangel tatsächlich noch nicht so akut sein kann. Junge qualifizierte Leute werden oft befristet oder sogar nur über Scheinselbständigkeit (ist bei uns Unternehmen leider keine Seltenheit, und es geht hier um MINT-Kräfte, nicht um irgendwelche HiWi-Jobs) beschäftigt; Leuten, die sich der 50 nähern wird ziemlich deutlich gemacht, dass sie nicht mehr zu den „Performern“ zählen, egal wie viel Engagement und Erfahrungsschatz da vorhanden ist.
Neulich habe ich einen Bericht zum Thema Azubi-Mangel gesehen. Da hat ein Hotel-Direktor eines Luxus-Hotels ziemlich unverbrämt zugegeben, dass das Hotel auf schlecht bezahlte Arbeitskräfte (=Azubis) angewiesen ist, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Aber verkauft wird das natürlich als „Wie brauchen qualifizierten Nachwuchs.“
Was mich an der Diskussion auch stört ist, dass so getan wird, als sei es ein Naturgesetz, dass Kinder aus sozial schwächeren Familien ebenfalls in der gleichen Situation wie ihre Eltern landen. Dabei könnte man doch im Bildungsbereich viel bewegen, das würde nicht nur für qualifizierte Arbeitskräfte sondern auch für weniger soziale Probleme sorgen.



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