Und genau das ist es ja: Man kann nicht alles haben, was man sich wünscht. Seit wir Kinder haben, sind uns auch 50% der Einnahmen weg gebrochen. Diesen Preis zahlen wir aber gerne.
Und ich konnte mein Studium auch nicht beenden. Es hat finanziell einfach nicht gereicht. Muß man sich eben eine andere Lebensstrategie aussuchen.
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28.07.2010, 16:12Inaktiver User
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
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28.07.2010, 16:19Inaktiver User
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Lorelei, Alleinerziehende war aber nicht das Thema.
Hier wurde ja vieles vermischt, und mich hat dieser Gesamtanspruch genervt, nicht dass man Job und Kind besser vereinbaren will oder für seine Arbeit auch Geld bekommen.
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28.07.2010, 16:19Inaktiver User
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28.07.2010, 16:35
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Dafür hat die TE ihr Anliegen denn doch zu persönlich formuliert.
Sie ist Akademikerin und arbeitet an der Promotion.
Und gerade wenn es allgemein-politisch gehalten wäre, ziehe ich mir das doch nicht persönlich rein.
Ist das ein spezielles Problem von Akademikerinnen?
Was sagt denn die hochgeschätzte Fraktion der Verkäuferinnen dazu?
Was meinen 'die ' Frauen?
Öhm...die Eltern dieses Landes?
Sicher gibt es da viel zu verbessern.
Keine Frage.
Aber wieso speziell und hervorgehoben für Akademikerinnen?
Steht nicht die Frage im Vordergrund, wie sich ein Kind leisten?
40% der Alleinerziehenden leben von Hartz IV.
Das finde ich brisant.
(Das mal zu Hartz IV-Empfängern, die Kinder haben.)
Die Situation wird in wenigen Jahren Früchte tragen, dann wird Arbeitskräftemangel herrschen.
Aaaaber, die große persönliche Frage Kind ja oder nein, dass haben Eltern immer aus ihrem persönlichen Blickwinkel heraus betrachtet.
Auf Ideal wird da nicht 'gewartet' ein 'Fruchtbarkeitslebenlang.
Karriere kostet Energien, ich persönlich möchte die gar nicht von meinem Kind abziehen oder an den anderen Elternteil delegieren.
Vielleicht wäre ein Umdenken in Richtung 'Karriere' überlegenswert.
(Dies geht an die Unternehmen.)
Ein Kind zu bekommen ist eine Lebensentscheidung.
Die ändert so einiges.
Sie bringt einige Unwägbarkeiten mit sich.
Ich kenne absolut niemanden, der aufgrund finanzieller Umstände komplett darauf verzichtet hätte.
Liebe Grüße,
MatratzeNow, bring me that horizon.
Mein Avatar zeigt Euch Smashie. - Sie wurde nur 3 Jahre alt.
Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
NYC's ACC platzierte sie auf der berüchtigten **Kill List**
Kein Foster - keine Rettung.
Smashie starb am 17.09.2016.
Ihre grünen Funkelaugen gibt's nicht mehr.
Sie war eine sehr liebe, menschenliebende zarte Fee.
Es ist ein Privileg die tägliche **Kill List** zu bekommen.
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28.07.2010, 17:30Inaktiver User
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Hallo TokyoJane,
ich hab jetzt nicht den ganzen Strang gelesen.
Ich kann deinen Frust sehr gut verstehen. Nach meinem Studium (das, als ich angefangen haben, eine super Idee zu sein schien) hab ich auch echt Jahre gebraucht, bis ich einen einigermaßen qualifizierten Job hatte. Ich war da zwischenzeitlich wirklich schon ein bisschen verzweifelt.
Und dann so blöde Kommentare in den Zeitungen zu lesen, dass Akademikerinnen keine Kinder wollen, na ja ...
Noch mehr geärgert hat es mich aber, wenn ich so einen totalen Superschwachsinn gelesen habe, dass es in Deutschland an Akademikern mangeln würde. Mein Eindruck war eher, dass es sich das Land leisten kann, mit qualifizierten Arbeitskräften absolut verschwenderisch umzugehen. Denn logischerweise war meine Ausbildung für den Staat schon teuer.
Ich würd's aber an deiner Stelle - da du ja nun mal auch schon 33 bist (so wie ich
) - pragmatisch angehen: Vielleicht überlegen, ob der Schuldienst für dich oder deinen Freund nicht doch was wäre? (Auch wenn mich jetzt vielleicht einige dafür hauen.) Oder über Umwege (Zeitarbeit etc.) versuchen, in einen anderen Bereich reinzukommen? (Akademiker sind ja z. B. teilweise auch als Assistenz in großen Unternehmen gefragt, unabhängig vom Studium.)
Oder es einfach risikieren, ein Kind zu bekommen und die nächsten 1-2 Jahre weiterhin mit sehr wenig Geld auszukommen, bis das Kind in eine Krippe kann? Schlimmstenfalls dauert's für dich nämlich noch einige Jahre, bis du einen qualifizierten Job hast und dann ist's für ein Kind womöglich schon zu spät.
schwimmkatze - bald mit kleinem schwimmkaterchen
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28.07.2010, 22:32Inaktiver User
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Na ja, bis vor ein paar Jahrzehnten war das mit dem Warten nicht wirklich eine Option, wenn man nicht enthaltsam leben wollte oder konnte. Da kamen halt Kinder oder auch nicht, egal ob man das mit seinem persönlichen Blickwinkel vereinbaren konnte.
Die Situation, dass Menschen zuverlässig entscheiden können, ob und wann sie Kinder haben ist ja noch sehr neu. Vor dem Hintergrund ist es vermutlich auch verständlich, dass alle möglichen Ursachen für die niedrigen Geburtenraten gefunden werden müssen - und wenn es die karrieregeilen Akademikerinnen sind. Als ob Menschen so einfach gestrickte Wesen wären, dass es eine Patentlösung gäbe.
Aber es ist halt schwer erklärbar, was sich die Evolution bei dieser Art von "Selbstreduzierung" der Menschheit gedacht hat
.
Ich kann den Frust der TE schon irgendwie nachvollziehen, mich ärgern diese undifferenzierten Betrachtungen, die von einigen Politikern und in den Medien immer wieder durchgekaut werden. Und die gleichzeitige Weigerung, sich mal konkret mit den anstehenden Problemen auseinanderzusetzen, die ja nicht nur Ergebnis einer niedrigeren Geburtenrate sind.
Aber wir leben halt im hier und jetzt und müssen mit den Umständen leben. Und da ist wahrscheinlich konstruktiver, sich Gedanken darüber zu machen, wie man seinen Kinderwunsch (wenn man den einen hat) verwirklichen kann, zur Not vielleicht auch durch Abstriche bei der Auswahl der Arbeitsstelle.
Eine neue DDR oder staatlich zugewiesene Arbeitsplätze sind aber garantiert keine Lösung, so sieht zumindest in meinen Augen keine lebenswerte Gesellschaft aus.
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28.07.2010, 23:15
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Das war vor meiner Zeit...wahlweise auch: da kann man mal sehen, wie relativ ich das immer meine.
Was ich nicht verstehe, sind die Pauschalisierungen der TE und die Anspruchshaltung, die Forderungen.
Wünschen ist natürlich erlaubt.
Gibt es keinen Wunscherfüller muss man halt selber ran.
Man kann dem Staat vorwerfen, nicht für alle und jeden ideale Bedingungen zu schaffen, um Kinder zu bekommen.
Aber man muss sich auch nicht abhalten lassen trotzdem das ein oder andere zu bekommen.
Da gibt es doch deutlich widrigere Umstände.
Liebe Grüße,
MatratzeNow, bring me that horizon.
Mein Avatar zeigt Euch Smashie. - Sie wurde nur 3 Jahre alt.
Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
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Kein Foster - keine Rettung.
Smashie starb am 17.09.2016.
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29.07.2010, 08:40Inaktiver User
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Jetzt habe ich wieder bis heute Morgen nachgegrübelt und schreibe es, damit es mich nicht während der Arbeit innerlich begleitet und Kapazitäten abschöpft - ich hasse multitasking. Es beschränkt meine Kreativität:
Liebe TokyoJane

,
ich kann Deinen Kummer und Deine Gefühle und Deinen Werdegang sehr gut verstehen!
Einer meiner promovierten Schwäger hat mit über 40 endlich eine sehr gute Festanstellung in der industriellen Forschung gefunden, nicht eher trotz herausragender Leistungen (hab's selbst von seinem Prof bei der Dissertation gehört) und dann stückweisem Arbeiten an Unis quer durch die westliche Welt. Er war praktisch ein unsteter Wanderer, seine Frau ist Künstlerin, teils mitgezogen, teils nicht. Das klingt jetzt wahrscheinlich sehr toll, war jedoch viele Jahre von äußerer und innerer Unsicherheit und Erschwernis begleitet. Also ich kenne Dein Problem aus nächster Nähe
Ich selbst bin froh, dass ich studiert habe. Ich habe dadurch einen wunderbaren Beruf kennengelernt, mit wunderbarer Arbeit, wenn auch zunehmend unsicher und von einigen örtlichen und persönlicher Veränderungen (Scheidung vom Vater meiner Kinder, weil wir als Paar die ganze Übersiedlungsprozedur nicht überstanden haben) begleitet. Das hat natürlich einige scharfe berufliche Brüche und Existenzängste mit sich gebracht. Ich hatte das Glück zwei Kinder großzuziehen (die ich bekam, als ich schon dachte, ich bekomme keine mehr, was mich allerdings nicht belastet hatte), wenn auch gezwungenermaßen eher alleine - ihr Vater tat schon etwas, aber es ist halt nicht das Gleiche wie in einer Familie.
Ich denke also gerade mal wieder, dass ich allen Grund habe auf mich sehr stolz zu sein. Für jemand anderes wär's vielleicht mickrig und manchmal denke ich es selbst
und manchmal denken es Andere von mir
.
Ich finde, Du kannst auch stolz auf Dich sein. Du bist in einer Liebesbeziehung. Du arbeitest an Deiner Dissertation und Du bist diesen Weg mutig eingeschlagen, als sich die Festanstellung nach Deinem Studium - mit sehr guten Noten!!! - nicht ergab. Das ist sehr viel, finde ich. Scheitern kann frau/man immer, aber es kann auch gutgehen und interessant und vielseitig ist es allemal.
Die Zeiten sind einfach schwierig für junge Absolventen von heute, finde ich. Ich sehe es überall in meiner Umgebung und auch, dass es Probleme für Partnerschaften und Kinderbekommen in sich birgt, für diese jungen Männer und Frauen.
Ganz liebe Grüße und ganz herzliche Wünsche für Deine Zukunft und mögen Dein Mann und Du sehr gute und sichere und gut bezahlte Arbeit bekommen - für mich ist das ein völlig normaler Wunsch und Anspruch, auch wenn ich es selbst zur Zeit nicht sicher habe - mit oder ohne Kindern glücklich sein.
Ich sehe Studieren und Promovieren als normale Arbeit.
Ich würde auch gerne noch promovieren. Naja, vielleicht werd' ich's mal ehrenhalber
.
wünscht Dir herbstblatt2
@Lorelei,
mein Beruf gehörte bis vor einigen Jahren auch zu den völlig sicheren, gleich ob freiberuflich (ist bei uns öfters) oder festangestellt. Das hat sich ebenfalls völlig geändert. Hoffen wir das Beste!
.Geändert von Inaktiver User (29.07.2010 um 09:18 Uhr)
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29.07.2010, 08:43Inaktiver User
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
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29.07.2010, 11:17Inaktiver User
AW: Mal wieder sind die kinderlosen Akademiker an allem Schuld...
Die Bedingungen werden aber - gerade für hochqualifizierte Kräfte ! - immer schlechter.
Ich bin nach dem Studium noch mit Ende 20 in den Job eingestiegen, ohne Dissertation. Und brauchte trotzdem bis fast Mitte 30 - und diversen Umzügen - um beruflich gesettlet zu sein, mit einem unbefristeten Job.
Für den gleichen Einstiegs-Job ist heutzutage eine Diss noch wichtiger als damals (weil man eben mit solchen Leuten konkurrieren muß) und möglichst noch ein Aufbaustudium oder zumindest eine einjährige Fortbildung. Und dann ggf. noch ein Praktikum ....
Die Hauptschulabbrecherin macht sich halt keinen Kopf, wie sie ihren Kinderwunsch realisieren soll ... Lustig gepoppt, Kind bekommen + das Hartz IV-Leben beginnt.
Jung-Akademiker rackern sich ab, um sich irgendwie eine wirtschaftliche Basis aufzubauen für eine Familiengründung. Für die es dann gerne mal zu spät wird.
Wenn das staatlicherweise so toleriert wird - ok.
Dann soll man aber nicht rumjammern, daß der Nachwuchs im Schnitt blöder ist, weil sich vornehmlich Harz IVler fortpflanzen - und Akademikerinnen unerklärlichweise nicht.



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