Ein Super-Posting, Schlamperl.
Ich kenne auch Überlebende, alle so um die 80, die über ihre Erlebnisse überhaupt nicht sprechen, höchstens mal da und dort eine Andeutung.
Obwohl natürlich immer mal wieder Historiker oder Journalisten versuchen, mit ihnen zu reden.
Ich habe einer alten Dame (83) mal gesagt, daß ich es so wichtig fände, daß ihre Geschichte festgehalten wird. Sie sagte, sie kann darüber nicht reden, sie würde zerbrechen, wenn sie dies hoch kommen ließe - auch heute noch.
Der Schauspieler Michael Degen hat mit 70 (?) ein sehr beeindruckendes Buch geschrieben über die Zeit, die er als Kind mit seiner Mutter versteckt in Berlin überlebt hat ("Nicht alle waren Mörder").
Im Nachhinein hat er geäußert, daß es ihm leid getan hat, dieses Buch geschrieben zu haben, weil alle Kindheitstraumata dadurch wieder präsent wurden.
(Ich bin allerdings sehr froh, daß er es getan hat - und damit seiner Mutter, einer unglaublich beeindruckenden Frau mit enormer Chuzpe - ein Denkmal gesetzt hat.)
Die Menschen haben offensichtlich verschiedene Mechanismen, damit umzugehen.
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Thema: Tanzen in Auschwitz
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16.07.2010, 09:31Inaktiver User
AW: Tanzen in Auschwitz
Geändert von Inaktiver User (16.07.2010 um 09:41 Uhr)
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16.07.2010, 09:34Inaktiver User
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16.07.2010, 09:36Inaktiver User
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16.07.2010, 09:42Inaktiver User
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16.07.2010, 09:59
AW: Tanzen in Auschwitz
@ Blautanne: Nun ja, teilweise magst du Recht haben, ich kenn mich in Sachen Klezmer auch überhaupt nicht weiter aus, ich weiss nicht, inwieweit das Folkore ist, die von Nichtjuden aufgegriffen wird.
Aber ich würd fast behaupten, dass das Lebensgefühl in z.B. Melbournes Suburbs mit hoher osteuropäisch abstammender Bevölkerung sich nicht so sehr von den entsprechenden in einer nordamerikanischen Grossstadt unterscheidet.
Die Alten fühlen sich möglicherweise noch verwurzelt, die Jüngeren suchen Wurzeln - ab und an liest man von Aufarbeitungsversuchen, in Roman oder in Filmform."I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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16.07.2010, 10:19Inaktiver User
AW: Tanzen in Auschwitz
War ein Scherz....

Vermutlich gibt's auch in Israel Klezmer .... Nur war es mir leider in 1 Woche Tel Aviv letztes Jahr absolut nicht möglich, irgendwo ein solches Konzert zu finden. Trotz intensiver Recherche vorab.
Die Musikszene wird halt überall von der Jugend dominiert - und die hören halt andere Musik.
Allerdings ist Yasmin Levy, die sephardische Musik (= traditionelle Musik der spanischen Juden) macht, anscheinend ein großer Star.
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18.07.2010, 22:15Inaktiver User
AW: Tanzen in Auschwitz
@ Lorelei, es klang mir einfach so, als ob Klezmer als tot und von gestern angesehen wird, was man durchaus reinlesen konnte.
blautanne das hier
sehe ich ganz, ganz anders. Kommt vielleicht drauf an, in welchen Kreisen man verkehrt, wie so oft. Ich habe aber auch eher "Fusion" im Kopf, nicht Oppa's olle Original-Kamellen.Im übrigen glaube ich nicht, dass Klezmer besonders gut zur jungen Generation passt.
Beispielsweise Klezmer Ska Gypsy Rock, Baby!!
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19.07.2010, 10:23Inaktiver User
AW: Tanzen in Auschwitz
Sehe ich auch anders. In Berlin gibts jede Menge Gruppen ganz junger Leute, die professionell Klezmer spielen, z.B. die "Meschuggeles".
Die graben teilweise auch noch Stücke aus, die ich nicht mal kenne (und das will was heißen
).
Und "Klezmatics" und ähnliche Gruppen kann man nun auch nicht gerade als "verstaubt" ansehen.
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19.07.2010, 19:35Inaktiver User
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20.07.2010, 10:02Inaktiver User
AW: Tanzen in Auschwitz
Kennst Du das lustige "Klezmatics" Musical von dem netten amerikanischen Mädel, das in eine liberale Gemeinde einheiratet, konvertiert - und schließlich die "gestrenge" Rabbinerin wird, die allen mal wieder zeigt, wo's lang geht ? (zu derem Leidwesen
)
Meine Lieblings-CD ist derzeit auch "Jews with Horns" - das ist wahrscheinlich eine Nachwirkung der Vuvuzuela-Beschallung.
Der Rabbiner der Düsseldorfer Gemeinde hat sich übrigens in einem Artikel auch sehr begeistert darüber gezeigt, daß die Deutschen das Schofar entdeckt haben.



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!! Die sind ja auch gut! Danke für den Tip, die kannte ich noch nicht. 