Guter Ansatz.
Und was Kletzmer angeht:
"Although the genre has its origins in Eastern Europe, the particular form now known as klezmer developed in the United States in the milieu of Yiddish-speaking Jewish immigrants who arrived between 1880 and 1924. [...]
In the 1970s there was a klezmer revival in the United States and Europe, led by Giora Feidman, Zev Feldman, Andy Statman, The Klezmorim, and the Klezmer Conservatory Band. They drew their repertoire from recordings and surviving musicians of U.S. klezmer. In 1985 Henry Sapoznik founded KlezKamp to teach klezmer and other Yiddish music.
Shortly thereafter, in the 1980s, there was a second revival as interest grew in more traditionally-inspired performances with string instruments, largely in non-Jews of the United States and Germany. Musicians began to track down older European klezmer, by listening to recordings, finding transcriptions, and making field recordings of the few klezmorim left in Eastern Europe. Key performers in this style are Joel Rubin, Budowitz, Khevrisa, Di Naye Kapelye, The Chicago Klezmer Ensemble, the violinists Alicia Svigals, Steven Greenman[2] and Cookie Segelstein, the flutist Adrianne Greenbaum, and the tsimbl player Pete Rushefsky. The New York City-based Klezmatics also emerged during this period.
In the 1990s, musicians from the San Francisco Bay Area also helped revive interest in Klezmer music by taking it into new territory. Clarinetist Ben Goldberg played in Bay Area-based Klezmorim, and formed the critically-acclaimed New Klezmer Trio with drummer Kenny Wollesen. The New Klezmer trio kicked open the door for radical experiments with Ashkenazi music and paved the way for John Zorn's Masada, Don Byron's Mickey Katz project and violinist Daniel Hoffman's intrepid band Davka. The New Orleans Klezmer All-Stars [3] also formed in 1991 with a mixture of New Orleans Funk, Jazz, and Klezmer styles."
Source: Klezmer - Wikipedia, the free encyclopedia
Nur mal eben so nebenbei, ist mir als Klezmer-Fan dann doch sehr wichtig.
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Ergebnis 51 bis 60 von 92
Thema: Tanzen in Auschwitz
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15.07.2010, 23:51Inaktiver User
AW: Tanzen in Auschwitz
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16.07.2010, 01:09Inaktiver User
AW: Tanzen in Auschwitz
Von den im Ausgangsposting aufgeführten 3 Videos ist nur noch das 3. verfügbar. Da wird aber nicht getanzt. Letztlich kann ich aber nachvollziehen, warum der alte Mann dort getanzt hat, wo er fast 60 Jahre zuvor als junger Mann in die Hölle geschaut hat.
Es ist dieses undefinierbare Gefühl zu leben. Ich meine nicht Lebensfreude, sondern wirklich das spürbare Gefühl: ich lebe noch. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Gefühl bei ihm überhaupt erst wieder in Auschwitz nach 60 Jahren entstanden ist. Auschwitz, alle KZs, die ich kenne, haben heute ja doch mehr musealen Charakter und sind weit davon entfernt so zu sein, wie sie damals waren. Was der alte Mann tatsächich erlebt hat, und was er heute als Restant sieht, sind zwei unterschiedliche Dinge. Ich sehe darin auch eine Art Übersprungshandlung: würde er zulassen, was er in Erinnerung an den Horror empfindet, würde er zusammenbrechen. Aber er wird sein ganzes Leben tragende Systeme aufgebaut haben, um genau diese Erinnerungen und Schermzen nicht merh zu spüren.
Ich entnehme das auch seinem "fröhlichen" Lachen in dem Wagon, mit dem oder einem ähnlichen er wohl auch nach Auschwitz gebracht wurde. Damals war der Wagon eine bestialische Behausung. Heute ist er sauber, leer, steht an einem hellen Ort. Das sind 2 unterschiedliche Wagons. Ich denke, es ist auch eine Spur der Erleichterung, dass die Hölle ihre Bedrohung verloren hat. Auf der anderen Seite ist es auch ein hysterisches Verhalten, denn er wird ja auch mit seinen Erinnerungen konfrontiert. Er sagt ja auch, dass über 100 aus seiner Familie ermordet wurden.
Ich finde die Diskussion hier gut, aber ich glaube, niemand, der nicht im KZ war, Opfer des Holocausts war, kann nachempfinden, was in dem alten Mann vorgeht. Vielleicht können es die Kinder der Überlebenden, die mit traumatisierten Eltern groß wurden. Aber m. E. ist das Erlebte, die Reaktion darauf und der Umgang damit nicht mit "normalem" Menschenverstand, zu greifen.
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16.07.2010, 09:04Inaktiver User
AW: Tanzen in Auschwitz
Die tanzende Familie ist aus Australien.
Im übrigen glaube ich nicht, dass Klezmer besonders gut zur jungen Generation passt.
... sage ich, obwohl ich Klezmer schätze und selber 2 CDs mit Klezmermusik zu Hause habe.
Kleine Anekdote am Rand:
In USA gab es seitens der Juden zuerst große Vorbehalte gegen diese Arme-Leute-Musik aus Osteuropa. Es hat ziemlich lange gedauert, bis sie in USA überhaupt Anerkennung fand. Wie du selber zitierst, ist der Wirkungsgrad des Klezmer bis heute auf wenige Länder begrenzt. Warum sollten sich ausgerechnet Australier mit Klezmer befassen?
.Geändert von Inaktiver User (16.07.2010 um 09:12 Uhr)
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16.07.2010, 09:08Inaktiver User
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16.07.2010, 09:08Inaktiver User
AW: Tanzen in Auschwitz
doppelt
Geändert von Inaktiver User (16.07.2010 um 09:19 Uhr)
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16.07.2010, 09:14Inaktiver User
AW: Tanzen in Auschwitz
Naja - der alte Herr ist ja polnisch-stämmig.
Mir fielen schon einige Klezmer-Lieber ein, die hier passen würden.Außerdem hätte Klezmer nicht annähernd ausdrücken können, was sie ausdrücken wollte.
Mehr noch: Mir fiele kein Lied ein, dass besser passen würde.
Ein seichtes Disco-Liedchen, in dem es eigentlich um das Überleben von Liebeskummer geht, finde ich persönlich nicht sehr passend.
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16.07.2010, 09:20
AW: Tanzen in Auschwitz
Blautanne: warum nicht? Flüchtlinge gab und gibt es hier ja genug.Warum sollten sich ausgerechnet Australier mit Klezmer befassen?
KLEZMANIA - Klezmer, Yiddish folk music in Australia
Klezmeritis"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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16.07.2010, 09:22Inaktiver User
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16.07.2010, 09:22Inaktiver User
AW: Tanzen in Auschwitz
Seine Kinder und Enkel haben mit Polen nichts zu tun.
Und auch der alte Herr ist wohl schon seit einem halben Jahrhundert in Australien, wo der Klezmer wohl eher nicht gepflegt wird.
Sie haben dich aber nicht gefragt.Mir fielen schon einige Klezmer-Lieber ein, die hier passen würden.
Du vergisst, dass dieses Video sehr persönlich ist. Es hat keinen Sinn aus deutscher Perspektive darauf zu sehen und festzulegen, welche Musik einem selber dafür am besten gefallen würde. (Wobei ich persönlich das Lied "I will survive" nicht unpassend finde. Vor allem glaube ich sehr gut zu verstehen, warum dieses Lied gewählt wurde und kein anderes.)
Was anderes.
Der Gedanke an Kunst ist mir beim Ansehen der Videos überhaupt nicht gekommen. Da aber der Kunstbegriff heute ein sehr weitgefasster ist und da Kunst heute auch immer als Auseinandersetzung mit Tabus bzw. als neue Sichtweise auf Altbekanntes begriffen werden muss, ist es wohl sogar Kunst. Irgendwie.Geändert von Inaktiver User (16.07.2010 um 09:32 Uhr)
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16.07.2010, 09:29Inaktiver User
AW: Tanzen in Auschwitz
Ja, aber sehen sie sich in Osteuropa verwurzelt? Das ist doch die Frage.
Australien und Osteuropa - das passt für mich überhaupt nicht zusammen. Das Lebensgefühl ist extrem unterschiedlich.
Jedenfalls scheint Klezmer in Australien keine Rolle zu spielen. Ich lese zum ersten Mal, dass dort überhaupt eine Klezmergruppe existiert. Aber selbst dass es doch eine Gruppe gibt besagt erstmal nichts. Ich weiß von zwei Salsa Bands allein in München. Deshalb kann man noch lange nicht sagen, dass Salsa in Deutschland irgend eine Bedeutung hat.Geändert von Inaktiver User (16.07.2010 um 09:33 Uhr)



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