Die Parteien und Berufspolitiker sind sich sehr bewusst, weshalb man sich bei Gründung der Bundesrepublik Deutschland ausdrücklich dagegen entschieden hat. Deshalb wird dieser Vorschlag nicht diskutiert.
Die politische Integrationsfigur, deren Aufgabe u.a. in einer Repräsentation des gesamten deutschen Volkes besteht, würde dann in polarisierenden Wahlkämpfen verhackstückt werden.Politik- und Demokratieverdrossenheit würden offensiv wie spektakulär angegangen!
Außerdem würde dadurch von einem Präsidenten etwas erwartet, was er angesichts der Ausgestaltung seines Amtes nicht leisten kann und nicht leisten darf.
Beides ist für das Thema Politik- und Demokratieverdrossenheit ausgesprochen kontraproduktiv.
Das ist falsch.
Näheres siehe Wikipedia.
Keine gute Idee, wenn man die Macht eines Bundeskanzlers und die Macht eines Bundespräsidenten in eine Hand legt. - In der DDR war das so, und am Ende der Weimarer Republik kam es letztlich auch dazu.Was ich hingegen für eine überlegenswerte Alternative halten würde, wäre ein grundsätzlicher Umbau des Amtes.
Warum z.B. nicht das Amt des Kanzlers mit dem des Präsidenten zusammenlegen ?
Ebenfalls mit der Beschränkung auf 2 Amtszeiten die meinetwegen jeweils 5 Jahre dauern könnte.
Es hätte m.E. folgende Vorteile:
1. würden wir ein Gehalt und eine Pension einsparen.
2. Jede Partei wäre gezwungen nach spätestens 10 Jahren ein neues Gesicht zu bringen. Das würde, so glaube ich, einiges an Abnutzungserscheinungen vermindern.
Nur mal so als Idee.
Es ist nicht sinnvoll, dass der Kanzler/Präsident die Gesetze macht und sie anschließend auf verfassungsmäßiges Zustandekommen prüft bzw. durchwinkt. Es ist auch nicht wünschenswert, wenn er (nach Belieben?) den Bundestag auflösen kann.
Eine Zusammenlegung der Funktionen des Kanzlers und der Funktionen des Präsidenten könnten letztlich (wieder) zu einer Präsidialdiktatur führen. Solche Machtfülle, wie sie dieser Ersatzkaiser (sic!) hätte, wurde von den Müttern und Vätern des Grundgesetzes ausdrücklich abgelehnt.
Die Kosten für den Bundespräsidenten sind übrigens bei weitem niedriger als die Kosten, die eine repräsentative Monarchie verursacht, wie es sie in etlichen europäischen Ländern gibt.
Und ein Letztes:
.. Leute wie Merkel, Kohl oder Schröder in Personalunion Kanzler und zugleich Präsident ... für solche Ideen kann ich mich absolut nicht erwärmen.
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25.06.2010, 15:34Inaktiver User
AW: DIREKTWAHL des BUNDESPRÄSIDENTEN
Geändert von Inaktiver User (25.06.2010 um 17:57 Uhr)
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25.06.2010, 18:07
AW: DIREKTWAHL des BUNDESPRÄSIDENTEN
Geändert von hombre (28.06.2010 um 17:20 Uhr)
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25.06.2010, 18:13Inaktiver User
AW: DIREKTWAHL des BUNDESPRÄSIDENTEN
Wie du weißt, gab und gibt es immer wieder Änderungen am Grundgesetz. Aber man pflegt sich das reiflich zu überlegen.
Ich gehe davon aus, dass Berufspolitiker ein gewisses historisches Wissen haben *hüstel*. Viele von ihnen sind obendrein Juristen.
Fakt ist, dass diese Idee nicht diskutiert wird. Offensichtlich verspricht sich niemand davon irgend einen Vorteil für unser Land. - Auch du hast die obigen Gegenargumente nicht entkräftet. Ich kenne eigentlich kein einziges Argument, das überzeugend dafür spräche.
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28.06.2010, 13:30Inaktiver User
AW: Margot Käßmann wanted for Präsident --laut Brigitte-Umfrage
Ein recht interessanter Artikel von David Precht hierzu:
Essay: Die entfremdete Republik - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - DER SPIEGEL
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28.06.2010, 16:18Inaktiver User
AW: Margot Käßmann wanted for Präsident --laut Brigitte-Umfrage
Der Autor sieht anscheinend ein demokratisches Defizit darin, dass die Deutschen sich den Repräsentanten ihres Landes (und den Mann, der Bundestage auflösen darf) nicht aussuchen dürfen wie Handytarife oder Dudeldei-Sänger für einen Eurovisions Contest. - Diesen Vergleich finde ich frivol.
"Wie ein Dinosaurier torkelt der Staat seinem evolutionären Ende entgegen" - Bei diesem Satz muss man sich fragen, was der Mann denn bloß um alles in der Welt geraucht haben mag.
Nichts gegen die Sehnsucht nach einer grundlegend anderen Politik. Aber es ist sicher nicht der Bundespräsident, der über Wachstumspolitik und Umgang mit Ressourcen bestimmt. Egal, nach welchem Wahlmodus er gewählt wurde.Die Entfremdung der Politiker von den Bürgern ist mehr als nur eine Frage von verweigerter Mitbestimmung. Sie ist auch der immer trotzigere Versuch, eine Politik von gestern zu bewahren, in der Form und im Inhalt. Ihren stärksten Ausdruck findet sie in der Ideologie des Wachstums, die glauben machen möchte, dass wir weiterhin die Umwelt zerstören und Ressourcen aufbrauchen müssen, um noch mehr Konsumgüter zu erzeugen. Tatsächlich fördert das Wirtschaftswachstum schon lange nicht mehr den Wohlstand, sondern es ruiniert ihn. Jede neue Autobahn erhöht die Lärmentwicklung, jedes neue Einkaufscenter enteignet den Mittelstand, und die Abwrackprämie bezahlen der Steuerzahler und die Umwelt.
Ich muss auch sagen, dass diese Sehnsucht nach einer Führerfigur, die - an der Regierung vorbei - hoffentlich alles richtet, was in der Politik falsch läuft, mich durchaus ein wenig befremdet ...
Übrigens - welcher der letzten Bundespräsidenten wäre tatsächlich bei einer Direktwahl gewählt worden?
Der kühle Aristokrat Richard von Weizsäcker, der m.E. beste Bundespräsident, den Deutschland je hatte, wäre wohl kaum einer wenig intellektuellen Mehrheit vermittelbar gewesen; Roman Herzog war entschieden zu bayrisch, Johannes Rau zu sozialdemokratisch-abgehalftert; Köhler wäre einem Direktwahlkampf schon psychisch nicht gewachsen gewesen.
Wer hätte also jeweils eine Direktwahl gewinnen können - in einem Land, in dem ein Intellektueller (!) die Bundespräsidentenwahl mit der Wahl eines Handytarifs vergleicht?
Insgesamt waren die Menschen mit dem jeweiligen Wahlergebnis der Bundesversammlung, mit Weizsäcker, Herzog, Rau und Köhler, hinterher doch zufrieden. - Es ist nicht unbedingt naheliegend den Wahlmodus ändern zu wollen, weil einem etwas ganz anderes nicht passt. Etwas, das mit der Wahl des Bundespräsidenten überhaupt nichts zu tun hat: nämlich die Tagespolitik und die grundlegenden Denkstrukturen in der Politik.
Ingesamt ist dieser Artikel so unreflektiert, dass man sich im Grunde die Auseinandersetzung damit sparen kann. Nichts gegen Precht. Ich leide mit ihm mit, wenn er an der Politik verzweifelt. Und vielleicht war er nach dem gestrigen Fußballspiel und angesichts der Sommertemperaturen einfach zu faul zum Denken.
Ich jedenfalls bin zu faul auch noch die zweite Seite dieses überflüssigen Artikels zu lesen.
.Geändert von Inaktiver User (28.06.2010 um 17:39 Uhr)
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28.06.2010, 17:45Inaktiver User
AW: Margot Käßmann wanted for Präsident --laut Brigitte-Umfrage
Dieselben Deutschen dürfen sich vollumfänglich ihre Dudeldei-Parteien "aussuchen". Sind sie für das eine zu blöd und für das andere tauglich genug?
Ihnen ist anhand Ihres Zitates sicher nicht entgangen, daß der "bestimmte Bundespräsident" pars pro toto ist - und das Ganze spricht Precht an.Nichts gegen die Sehnsucht nach einer grundlegend anderen Politik. Aber es ist sicher nicht der Bundespräsident, der über Wachstumspolitik und Umgang mit Ressourcen bestimmt.
Sie kennen ihn ja laut Bekunden nicht. Ich darf Ihnen sagen, daß es sich bei Precht um einen scharfsinnigen und keineswegs uninformierten Mann handelt.Abgesehen davon, dass Precht anscheinend eine etwas schiefe Vorstellung von den Aufgaben des Bundespräsidenten hat
Intelektuelle können so weit abstrahieren, daß Handytarif nicht Bundespräsident ist. Es geht um Möglichkeit und Form, eine Mündigkeit ausüben und ihr Ausdruck verleihen zu können - was verwehrt wird.Wer hätte also jeweils eine Direktwahl gewinnen können - in einem Land, in dem ein "Intellektueller" (!) die Bundespräsidentenwahl mit der Wahl eines Handytarifs vergleicht?
Das hat überhaupt nichts Ihrer gefühlten Sehnsucht nach einer Führerfigur im Sinne einer "harten Hand" zu tun, sondern z.b. der durchaus möglicherweise ganz realen Sehnsucht, einen als integer wahrgenommenen Menschen dieses Amt bekleiden zu lassen. Gerade Repräsentanz hat etwas mit Symbolik zu tun - ich weiß nicht, ob es unbedingt sein muß, auch das auskungeln und austaktieren zu lassen.
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28.06.2010, 17:47
AW: Margot Käßmann wanted for Präsident --laut Brigitte-Umfrage
"das gleiche wie ich vermutlich" hätte ich gesagt würde ich rauchen (dabei bin ausdrücklich nicht Precht-Fan)
Wenn du die Krankheiten in der realen Republikwelt nicht siehst, ist das ein deutliches Zeichen für mich. Daß die Trennung mitten durch die Gesellschaft so markant ist, daß selbst Gutmeinende (ich meine dich, Blautannne2) nicht mehr nachempfinden können was auf der anderen Seite abgeht... weil sie eine andere Welt wahrnehmen, ihr heiles Weltbild nicht aufgeben wollen!
Ich bin sicher, daß deine Wahrnehmung (die, der Bourgeoisie) in diesem Falle trügt.
Das ist eine gute Frage. Aber unzulässig in der Art wie sie gestellt ist.Übrigens - welcher der letzten Bundespräsidenten wäre tatsächlich bei einer Direktwahl gewählt worden? ... Der kühle Aristokrat Richard von Weizsäcker.., Roman Herzog ...,Johannes Rau...,Köhler...?
Noch dazu weil du dich mit der Frage wie ein Kandidatenfind- und Wahlmodus aussehen könnte, nicht beschäftigt hast. Dazu aufgerufen hatte ich bereits.
Pah!Insgesamt waren die Menschen mit dem jeweiligen Wahlergebnis der Bundesversammlung, mit Weizsäcker, Herzog, Rau und Köhler, doch zufrieden.
Köhler wollte doch die Volks-Direktwahl nicht um seinerselbst willen?- Es ist nicht unbedingt naheliegend den Wahlmodus ändern zu wollen, weil einem etwas ganz anderes nicht passt.
Und wir, die ihn hier "postpostig" unterstützen, erst recht nicht.
Daß den Parteien im Laufe der Entwicklung der BRD mehr und mehr Macht zukam hatten die Gründungsväter keineswegs ins Stammbuch geschrieben. Schon vor 30 Jahren lautete die zentrale Kritik an unserem Politsystem auf ein sich verfestigendes starres 4 bis 5 Parteiensystem. Die 5% Hürde , ein Unding für Bewegungsdenker !
Aber nicht genug, auch der Bundespräsident soll fest in der Parteien Fängen sich finden!? ------ HÄSSLICH DAS !
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28.06.2010, 17:56Inaktiver User
AW: Margot Käßmann wanted for Präsident --laut Brigitte-Umfrage
Jedenfalls ist es dumm-frivol, solche Vergleiche anzustellen.
Ob nun mit oder ohne Latein - der Bundespräsident ist nicht zuständig für eine Änderung politischer Paradigmen oder auch nur für eine Änderung der Tagespolitik. Die Wahl des Bundespräsidenten mit derartigen Träumen zu beladen, heißt sie zu überfrachten.Ihnen ist anhand Ihres Zitates sicher nicht entgangen, daß der "bestimmte Bundespräsident" pars pro toto ist - und das Ganze spricht Precht an.
Das dachte ich mir schon. Er sei entschuldigt (Sommerhitze und gestriges Fußballspiel).Sie kennen ihn ja laut Bekunden nicht. Ich darf Ihnen sagen, daß es sich bei Precht um einen scharfsinnigen und keineswegs uninformierten Mann handelt.
Auf die Frage, ob die bisherigen Bundespräsidenten Weizsäcker, Herzog, Rau und Köhler in direkter Wahl gewählt worden wären und was daraus zu schließen ist - darauf sind weder Sie noch der Autor dieses Artikels eingegangen.
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28.06.2010, 18:06Inaktiver User
AW: Margot Käßmann wanted for Präsident --laut Brigitte-Umfrage
Wie bitte

Glaubst Du tatsächlich, mit wegfallen der 5 %-Klausel, würden die Parlamente überflutet mit wohlmeinenden Parlamentariern, die niemals die eigenen Pfründe im Blick haben, immer in der der Lage sind, den allgemeingültig geltenden und glückselig machenden, für alle tragbaren Kompromiss herbeizuführen?
In NRW kriegen derzeit 5 Parteien nix auf die Kette, mit 10 Parteien soll das dann einfacher werden?!
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28.06.2010, 18:07Inaktiver User
AW: Margot Käßmann wanted for Präsident --laut Brigitte-Umfrage
War nicht eigentlich von etwas anderem die Rede, nämlich von der Bundespräsidentenwahl? - Ich sehe keinen Zusammenhang.
Im Gegenteil. Spätestens an dieser Stelle wird nämlich klar, dass es hier um etwas ganz anderes geht oder gehen sollte als um die Bundespräsidentenwahl.Das ist eine gute Frage. Aber unzulässig in der Art wie sie gestellt ist.Übrigens - welcher der letzten Bundespräsidenten wäre tatsächlich bei einer Direktwahl gewählt worden? ... Der kühle Aristokrat Richard von Weizsäcker.., Roman Herzog ...,Johannes Rau...,Köhler...?
Ich habe mich damit beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen, dass das genau so bleiben sollte, wie es ist und wie es sich bewährt hat.Noch dazu weil du dich mit der Frage wie ein Kandidatenfind- und Wahlmodus aussehen könnte, nicht beschäftigt hast.
Dies auch in Richtung von Madame Merkel gesprochen, die einen gänzlich unwürdigen und überdies verfassungsrechtlich bedenklichen Fraktionszwang in diese Wahl hinein bringt.
Ist aber die richtige Entscheidung gewesen. Wir brauchen hier keine Verhältnisse wie in Israel oder in der Weimarer Republik.Schon vor 30 Jahren lautete die zentrale Kritik an unserem Politsystem auf ein sich verfestigendes starres 4 bis 5 Parteiensystem. Die 5% Hürde , ein Unding für Bewegungsdenker !
.Geändert von Inaktiver User (28.06.2010 um 18:15 Uhr)



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