Ca. 25 % der israelischen Staatsbürger sind Moslems (Tendenz steigend) und das Leben mit diesen klappt problemlos.
Die Drusen, obgleich Moslems, haben sich schon zu Beginn des Konflikts vor 60 Jahren auf die israelische Seite geschlagen, weil sie als islamische Minderheitsrichtung in moslemischen Ländern auch mit Verfolgung rechnen müssen. Der stellvertretende israelische Außenminister ist z.B. Druse.
Weiterhin haben die Bahei, die in allen islamischen Ländern brutal verfolgt werden, in Haifa ihr Hauptquartier aufgeschlagen - wo sie eben in Ruhe ihren Glauben pflegen können.
Und es gibt es ca. 250.000 christliche Israelis.
Israel ist eine jüdisch dominierte, aber letztendlich multikulturelle Gesellschaft.
Und kein Fundi-Gottesstaat, wie es hier einige - die sogar behaupten, Israel bereist zu haben (was zu glauben schwerfällt ) - darstellen.
Ja, die ultra-orthodoxen Juden, die Haredim, beschäftigen sich im wesentlichen mit dem Thora-Studium und Kinder-in-die-Welt setzen, weshalb ihr Anteil ebenfalls zunimmt.Es wurde aber auch darüber berichtet, dass im muslemischen Teil immer mehr Frauen mit Kopftücher herumlaufen und sich der Teil der strenggläubigen Juden immer mehr ausweitet.
Der große Unterschied zu den islamischen Staaten ist aber eben, daß sich jeder und jede Haredim morgen entscheiden kann, säkular zu leben, ohne das er oder sie da irgendwelche Nachteile zu fürchten hätte.
Im Gegensatz zum Leben von Moslems in Staaten wie dem Iran, Saudi-Arabien etc.
Antworten
Ergebnis 481 bis 490 von 517
-
23.06.2010, 09:05Inaktiver User
AW: Israelische Agression auf hoher See
Geändert von Inaktiver User (23.06.2010 um 09:24 Uhr)
-
23.06.2010, 09:14Inaktiver User
AW: Israelische Agression auf hoher See
Ich denke, der Unterschied zum Nordirland-Konflikt ist, daß niemand ein Interesse daran hatte, das dort Krieg herrscht.
Mich hat es immer völlig irritiert, daß sich mitten in Europa, im 20. Jahrhundert, 2 christliche Strömungen die Köpfe einschlagen.
Der Konflikt im Nahen Osten aber wird von den arabischen Staaten gezielt geschürt.
Noch mal zur Erinnerung: Bei Israels Gründung war ausdrücklich eine Zwei-Staaten-Lösung geplant.
Das wurde durch den Krieg verhindert, mit dem die Nachbarn Israel - damals ein Grüppchen von ca. 500.000 (!) Juden, zumeist Flüchtlinge vor den Nazis oder KZ-Überlebende - sofort überzogen.
Vielleicht ändert sich die Situation erst, wenn den arabischen Staaten das Öl und damit das Geld ausgeht ?
Geändert von Inaktiver User (23.06.2010 um 09:22 Uhr)
-
23.06.2010, 10:08Inaktiver User
AW: Israelische Agression auf hoher See
Du kannst Nordirland nicht mit Palästina vergleichen, auch wenn es vordergründig in beiden Ländern um einen Religionskonflikt geht. In Nordirland bestand das Problem in einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dominanz und Privilegierung der Protestanten. Daher ist es naheliegend in einer Gleichberechtigung aller Nordiren, ob katholisch oder protestantisch, die Lösung zu finden. Wenn das erreicht ist, kann man sich auch von ganzem Herzen gegen Terroristen zusammenschließen, die den Frieden nicht wollen.
In Palästina haben wir eine Situation, in der die Palästinenser im Zuge von 40 Jahren jüdischer Dominanz und jüdischer Militärmacht in jedem Sinne des Wortes an den Rand gedrängt wurden - rechtlos und in hoffnungsloser Lage.
Die Situation hat sich im Laufe der Jahrzehnte auch nicht etwa verbessert, sondern im Gegenteil verschlechtert, woran beide Seiten Schuld tragen. Denn immer wenn die jeweils schwächere Seite Frieden suchte, war die Seite, die gerade im Vorteil war oder schien, dazu nicht bereit.
Mittlerweile, angesichts eines Wiedererstarkens des jüdischen Extremismus (Regierungskoalition aus Konservativen, Ultrareligiösen und Neofaschisten) und angesichts der militärischen und wirtschaftlichen Stärke Israels wird von vielen einflussreichen Juden sogar ganz Palästina für Juden beansprucht.
In Westjordanland, wo keine Hamas den Frieden "stört", werden z.B. nach wie vor palästinensische Familien aus ihrem Haus und von ihrem Land vertrieben, so dass sich auch dort die Situation für Palästinenser immer mehr verschlimmert. (Link wird nachgereicht.)
Angesichts dessen ist es schwer vorstellbar, dass Palästinenser in Israel einen Verbündeten sehen könnten. Das gilt auch für jene Palästinenser, die den Frieden suchen und mit dem radikalen Arm der Hamas nichts zu tun haben wollen.
.Geändert von Inaktiver User (23.06.2010 um 11:35 Uhr)
-
23.06.2010, 10:36Inaktiver User
AW: Israelische Agression auf hoher See
Diese Behauptung wird - auf Israel als Staat bezogen - nicht richtiger, wenn man sie gebetsmühlenartig wiederholt.
Es ist richtig, das es einige national-konservative Kräfte (auch in der Regierung) gibt, die von einem "Groß-Israel" träumen. Dies ist aber nicht Teil israelischer Außenpolitik und gibt auch keinesfalls die Mehrheits-Meinung des israelischen Volkes wieder, das einfach in Ruhe leben will.
Die ultra-orthodoxen Juden - die in der Diskussion immer als besondere Buhmänner dargestellt werden - lehnen den israelischen Staat sogar komplett ab. Aus ihrer Sicht war es Sünde, das Menschen Israel geschaffen haben - da erst der Messias, wenn er denn mal kommt, den Juden ihr heiliges Land wiedergeben soll. (was die Haredim allerdings nicht daran hindert, nicht zu arbeiten und von israelischer Sozialhilfe zu leben. Ich würde vor Ärger die Krätze kriegen, wäre ich israelischer Steuerzahler).
Die israelische Siedlungspolitik im West-Jordanland lehne ich übrigens zutiefst ab.Geändert von Inaktiver User (23.06.2010 um 10:40 Uhr)
-
23.06.2010, 10:55Inaktiver User
AW: Israelische Agression auf hoher See
Wie kann es sein, dass es nicht Teil israelischer Außenpolitik ist von einem Großisrael zu träumen, wenn einer der Chef-Träumer ausgerechnet für die Palästinapolitik der Regierung zuständig ist?

Über die Mehrheitsmeinung eines Volkes, das diese Regierung aus Radikalreligiösen und Neofaschisten gewählt hat, möchte ich im übrigen lieber nicht spekulieren.
Das ist alter Kaffee. Du sprichst mir ab je in Israel gewesen zu sein, dabei kommst du mit völlig veralteten Behauptungen an.Die ultra-orthodoxen Juden - die in der Diskussion immer als besondere Buhmänner dargestellt werden - lehnen den israelischen Staat sogar komplett ab.
Ja, es hat früher Ultraorthodoxe gegeben, die sogar den Schekel abgelehnt haben. Die meisten sind lange vor 1940 in Palästina eingewandert und lebten in Frieden mit ihren palästinensischen Nachbarn. Sie sind oder waren überzeugte Antizionisten und lehn(t)en Israel und dessen militärische Verteidigung rundum ab. Zu diesem Umfeld zu gehören ist bis heute sogar ein offizieller Grund den Militärdienst zu verweigern.
Aber dieses Kuriosum ist zu einer Randerscheinung geschrumpft. Nun bezahlt man längst auch in Mea Shearim nicht mehr mit US-Dollar, und immer mehr radikalreligiöse Juden, vor allem die neu Eingewanderten, sind Militaristen und träumen von einem Großisrael.
Damit wären wir uns zum ersten Mal einig.Die israelische Siedlungspolitik im West-Jordanland lehne ich übrigens zutiefst ab.
Wobei ich diese Siedlungspolitik nicht nur als zutiefst ungerecht empfinde, sondern auch als einen sichtbaren Ausdruck dieses jüdischen Anspruchs auf ganz Palästina.
Fragt sich - und diese Frage möchte ich hiermit auch dir stellen - welche Möglichkeiten die Palästinenser haben sich gegen diese 'Siedlungspolitik', oder genauer gesagt 'Vertreibungspolitik' zu wehren. - Ich sehe keine. Die Gerichte helfen ihnen jedenfalls nicht.
Was für eine Perspektive hätten die Menschen in Gaza, wenn sie sich tatsächlich von der Hamas abwenden würden? Ein Blick nach Westjordanland zeigt ihnen überdeutlich, was die Israelis unter Frieden verstehen.
.Geändert von Inaktiver User (23.06.2010 um 11:30 Uhr)
-
23.06.2010, 11:31Inaktiver User
AW: Israelische Agression auf hoher See
Das spreche ich Dir nicht ab - aber ich wundere mich extrem über Deine Wahrnehmung dieses Landes.
Die NULL mit meiner gemein hat. Ich sehe da ein Land, das extrem säkular ist, von Gebieten wie Mea Schearim etc abgesehen.
In Tel Aviv z.B. trägt außerhalb des Schabbats nur eine absolute Minderheit von Männern eine Kippah (und am Schabbat gammeln die meisten auch lieber am Strand rum, als in die Synagoge zu gehen).
Eine moderne, lebendige Stadt, die Barcelona oder Berlin in nichts nachsteht.
Das ist überhaupt nicht veraltet, sondern gilt nach wie vor. Die Haredim verweigern auch nicht den Militärdienst, sie sind davon frei gestellt. Und ja, sie sind Antizionisten.dabei kommst du mit völlig veralteten Behauptungen an.
Ja, es hat früher Ultraorthodoxe gegeben, die sogar den Schekel abgelehnt haben. Die meisten sind lange vor 1945 in Palästina eingewandert und lebten in Frieden mit ihren palästinensischen Nachbarn. Sie sind oder waren überzeugte Antizionisten und lehn(t)en Israel und dessen militärische Verteidigung rundum ab. Zum Umfeld dieser Leute zu gehören ist bis heute sogar ein Grund den Militärdienst zu verweigern.
Das vor Israels Gründung Juden und Moslems friedlich dort zusammen gelebt haben, ist auch eine nicht auszurottende Mär. Es gab immer wieder brutale Ausmerzungen jüdischer Dörfer mit unwahrscheinlichen Grausamkeiten - bevorzugt die der Haredim, weil man dort nicht mit allzuviel Widerstand rechnen mußte.
Ich sehe einfach, daß die Positionen extremst verhärtet sind, daß ein Teufelkreis existiert.Fragt sich nur - und diese Frage möchte ich hiermit auch dir stellen - welche Möglichkeiten die Palästinenser haben sich gegen diese zutiefst ungerechte Siedlungspolitik zu wehren. - Ich sehe keine.
Was für eine Perspektive hätten die Menschen in Gaza, wenn sie sich tatsächlich von der Hamas abwenden würden? Ein Blick nach Westjordanland zeigt ihnen überdeutlich, was die Israelis unter Frieden verstehen.
Kurzgefaßt: Palästinensische Terrorakte führen zu isralischen Militäraktionen mit zivilen Opfern, was wieder Hass säht und Jugendliche in die Arme der Terrororganisationen treibt.
Ebenso wie die Siedlungspolitik, die Israel im Zuge vermeintlicher Grenzsicherung betreibt (und nicht mit dem Anspruch auf Groß-Israel !), unter Verletzung der Rechte der dort ansässigen Palästinenser.
Ich wäre froh, wenn ich dafür eine Lösung wüßte.Geändert von Inaktiver User (23.06.2010 um 16:10 Uhr)
-
23.06.2010, 11:36Inaktiver User
AW: Israelische Agression auf hoher See
Der Knackpunkt beim Finden einer Lösung, mit der alle Seiten leben können, ist doch der Status von Jerusalem. Darauf möchte keiner verzichten.
-
23.06.2010, 12:09Inaktiver User
AW: Israelische Agression auf hoher See
Diese 'Siedlungspolitik' bzw. Vertreibungspolitik lässt sich schwerlich als Ergebnis von Grenzsicherung begreifen. Im Gegenteil. Kann man den jüdischen Rückzug aus Gaza und den Mauerbau noch als Sicherheitsmaßnahme begründen, so ist dieses Argument in Westjordanland hinfällig. Denn diese Siedlungspolitik besteht ja gerade darin, mitten in Palästinenserland zu siedeln.
Gerade diese Siedlungs- und Vertreibungspolitik zeigt deutlich, dass Israel ganz Palästina für sich beansprucht und es den Palästinensern in Salamitaktik Quadratkilometer für Quadratkilometer wegnimmt.
Es gibt sie weniger denn je.Ich wäre froh, wenn ich dafür eine Lösung wüßte.
Die palästinensisch besiedelten Gebiete sind nicht zuletzt dank dieser Siedlungs- und Vertreibungspolitik längst so zerrissen und zerstückelt, dass daraus nie und nimmer ein eigener Staat werden könnte. Und je stärker sich Israel politisch und militärisch fühlt, desto weniger ist es zu Zugeständnissen bereit.
Gerade in Westjordanland könnten Israelis beweisen, dass es möglich ist in Frieden mit ihnen zu leben. Und gerade dort kann man jeden Tag sehen, dass das nicht der Fall ist.Geändert von Inaktiver User (23.06.2010 um 12:34 Uhr)
-
23.06.2010, 12:23Inaktiver User
AW: Israelische Agression auf hoher See
Hier der Link, den ich oben erwähnt hatte: *klick*
Für diejenigen, deren Englisch nicht ausreicht, eine kurze Zusammenfassung:
Laut israelischem Gesetz haben die palästinensischen Familien, die im Zuge der Erweiterung und des Neubaus jüdischer Siedlungen vertrieben werden, nicht das Recht auf Entschädigung oder auf Ersatzunterkünfte. Sie sind obdachlos, wenn nicht Freunde, Verwandte oder Wohltätigkeitsorganisationen sich um sie kümmern können.
Die meisten Menschen erhalten auch nach langen und teuren Antragsverfahren und Gerichtsprozessen keine Baugenehmigungen. Sie haben keine andere Wahl als neue Häuser ohne Genehmigung zu errichten, und auch diese Häuser werden als "illegal" von israelischen Behörden abgerissen.
Der Abriss wird dabei grundsätzlich ohne Vorwarnung vorgenommen, so dass die Palästinenser nicht einmal Gelegenheit haben ihre Habseligkeiten aus ihren Häusern zu retten und irgendwie eine andere Unterkunft zu finden.
Allein 2009 sind auf diese Weise mehr als 600 Palästinenser (davon die Hälfte Kinder) obdachlos geworden, nachdem die Häuser von israelischen Behörden abgerissen wurden. Laut Schätzungen der UN sind derzeit etwa 4.800 weitere Abrisse anhängig.
Außer Wohnhäuser zerstören die israelischen Behörden in Westjordanland auch Schulen, Kliniken, Wasserzisternen, Strommasten, Scheunen und Ställe.
So mussten die Menschen in einem bestimmten Dorf im Jordantal ihre Häuser zweimal in fünf Jahren neu aufbauen. 2005 demolierten die isarelischen Soldaten und Bulldozer die Dorfschule, Wohnhäuser, Ställe und Wasserzisternen. Im Januar 2010 kamen sie zurück, zerstörten die Häuser von 100 Palästinensern sowie zum zweiten Mal die Dorfschule. Sie zerstörten ferner 12 Schaf- und Ziegenställe, die die Haupteinnahmequelle des Dorfes darstellten.
Datum dieses ai-Berichtes: 16. Juni 2010
.Geändert von Inaktiver User (23.06.2010 um 12:36 Uhr)
-
23.06.2010, 12:32Inaktiver User
AW: Israelische Agression auf hoher See
Wenn man die Grenzen ausdehnt, kann das (winzige) Land nicht so schnell überrollt werden, was ja nun schon mehrfach versucht wurde.
In sich ist diese Strategie durchaus logisch.
Wenn gleich auch aus meiner Sicht falsch, da es das Problem verschärft - jetzt und später, wenn Israel das Land wieder zurück geben muß (was irgendwann der Fall sein wird) und die jüdischen Siedler wieder ihre neue Heimat verlieren (was sie selbst schuld sind - ich würde da ganz bestimmt nicht siedeln, egal, was für Anreize es gibt).



Zitieren