djgm, deine Sticheleien tangieren mich eher peripher.
Ich habe den Eindruck, dass du, ähnlich wie Blautanne sehr obrigkeitshörig bist. Du, was deine Obrigkeit (CDU?, FDP?) betrifft, Blautanne, was ihre Obrigkeit (SPD) betrifft. Immer, wenn es in Diskussionen eng wird, verweist ihr auf die absolute und unumstößliche Kompetenz der Führenden mit ihren genialen Beraterstäben, die jeglicher Kritik erhaben sind.
Entweder haben mal die Rechten recht, oder mal die Linken. Und bei Überschneidungen wird es herrlich, dann beglückwünscht ihr euch gegenseitig zu euren blitzgescheiten Meinungen.
Ich versuche, mir ein eigenes Bild zu machen, meine Äußerungen ohne Vorgaben von Parteiideologen zu machen. Und ganz ehrlich: Manchmal denke ich wirklich, dass ich mit meiner Meinung besser liege als z.B. die CDU-FDP mit den Besten der besten Fachleuten, die alles andere in den Schatten stellen, was sie mit ihrer derzeitigen Politik unmissverständlich beweisen.
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Ergebnis 31 bis 40 von 67
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19.05.2010, 15:31
AW: Transaktionssteuer – Trojansisches Pferd für allgemeine Steuererhöhungen?!?
Ich bin, also denke ich
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19.05.2010, 15:40
AW: Transaktionssteuer – Trojansisches Pferd für allgemeine Steuererhöhungen?!?
Dem kann ich mich nur anschliessen.
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19.05.2010, 16:09Inaktiver User
AW: Transaktionssteuer – Trojansisches Pferd für allgemeine Steuererhöhungen?!?
Meine Aussage bezog sich auf "global" - nicht auf einen einzelnen Häuslebauer.

Nun, wer darf denn noch Geld schöpfen außer die (Zentral-)Bank? Die restlichen Marktteilnehmer spielen einfach keine Rolle - oder doch: Bei einem System-Bankrott werden sie geschröpft und die realen Werte (z.B. Immobilien) enteignet.
Ein wirklich kurzes Intermezzo, was Zentralbankgeld betrifft. IdR. sind Kredit-Zinssätze positiv. Und die Zinsen der Geschäftsbanken sind imho immer! positiv und noch wesentlich höher als Zentralbankzinsen und blähen die Geldmenge noch stärker auf.
Es stimmt eben einfach nicht! die einfache Gleichung: Summer aller Verbindlichkeiten=Summe aller Guthaben. Die Zinsen der Summe aller Verbindlichkeiten stehen als zukünftige Forderung erstmal im luftleeren Raum und werden eben Jahr für Jahr fällig und müssen ständig neu an Kredit aufgenommen werden oder es geht statt der Zinszahlung ein Realwert an die Bank (z.B. Bankrott eines Marktteilnehmers) oder man verrechnet es mit Rohstoffen (Öl, Gold). Das Problem ist nur, das natürliche Resourcen und Bankrotte nicht unbegrenzt verfügbar sind, die Zinseszinsen aber unbegrenzt wachsen werden. Irgendwann ist das Spiel eben vorbei.
>>Das langfristige Problem einer Überschuldung des Staates besteht letztendlich darin, dass er allein aufgrund der jährlichen Zinszahlungen für diese Schulden stetig höhere Defizite aufnehmen muss. Die so genannte Schuldenfalle ergibt sich aus dem Sachverhalt, dass die Defizitquote des Staatshaushalts bereits durch die Zinsquote des Staatshaushalts jeweils gemessen am Bruttoinlandsprodukt überschritten wird. Der Staat wäre dann gezwungen alle anderen Zahlungen sukzessive einzuschränken, um seinen Zahlungsverpflichtungen aus den Staatsschulden noch nachkommen zu können. Insbesondere kann der Prozess des Staatsbankrotts dann beschleunigt werden, wenn die Zinssätze für Staatschuldverschreibungen am Kapitalmarkt aufgrund sinkender Bonität deutlich ansteigen. Könnte ein Staat seine Schuldenlast noch bei niedrigen Zinsen schultern, dann führt ein deutlicher Zinsanstieg in die rasche Zahlungsunfähigkeit. Derzeit haben bereits eine große Zahl von EU-Mitgliedsländer mit entsprechenden Problemen zu kämpfen. Während für zehnjährige Staatsanleihen aus Deutschland nur 3,1% Jahreszinsen fällig werden, liegen sie in Griechenland mit 6%, Irland mit 5,7% Italien und Portugal mit 4,5% und Spanien mit 4,3% deutlich höher. Öffnet sich dieser Zinsspread noch weiter, dann treibt diese Entwicklung die Zinsquote über diejenige der Defizitquote und diese Länder stecken in einer Schuldenfalle. Nur durch drastische Kürzung der Staatsausgaben wäre dann der Vertrauensverlust der Finanzmärkte in die Solvenz des jeweiligen Staates wieder herzustellen. Dies kann aber an politischen Grenzen scheitern, weil die gesellschaftspolitischen Verhältnisse eine solche Austeritypolitik nicht zulassen. Dann tritt de facto und de jure der Staatsbankrott ein.<<
Readers Edition Was ist ein Staatsbankrott?
Genau das ist es doch, was "wir" momentan alle erleben.
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19.05.2010, 16:22Inaktiver User
AW: Transaktionssteuer – Trojansisches Pferd für allgemeine Steuererhöhungen?!?
Das ist Quatsch, und umso mehr Quatsch, als die SPD gar nicht meine Partei ist, ich also auch nicht "betriebsblind" sein kann.
Wolfgang60,
ich bin sicher nicht "obrigkeitshörig", was auch immer du darunter verstehen magst. Allerdings kann ich meine Fähigkeiten und Grenzen halbwegs realistisch einschätzen, und habe - ebenso wie djgm01 - den deutlichen Verdacht, dass einigen anderen Leuten diese Fähigkeit zur Selbsteinschätzung fehlt. Aber das hatte ich schon bei früherer Gelegenheit gesagt.
Jeder, der die Bedeutung des Kürzels CDS kennt, hält sich dieser Tage bereits für einen ausgebufften Guru, dem kein Beraterstab irgendwie gewachsen wäre. Ich finde das lächerlich.
Mindestens (allermindestens!) fehlt es auch denjenigen Usern im Internet, die von der Materie wirklich Ahnung haben, schlicht an Kenntnis und Überblick über die konkreten Interessenslagen aller Euro-Staaten, EU-Staaten und G-20-Staaten, an Kenntnis über Verhandlungspositionen, Angebote, Gegenangebote, innenpolitische Zwänge, Lobbydruck, Inhalte vertraulicher Gespräche mit Vertretern der Finanzindustrie, des IWF, usw. usw. usw.
Wir können nicht einen vergleichbaren Kenntnisstand haben, denn alles, was wir wissen, wissen die deutschen und europäischen Spitzenpolitiker und Finanzpolitiker schon längst und aus berufenerem Munde als von Journalisten irgendeiner Tageszeitung oder aus einem lang verflossenen BWL-Studium. Darauf kannst du Gift nehmen.
Selbst etwaige Börsenfachleute unter uns verfügen über beschränktes Wissen - beschränkt nämlich auf nichtpolitische Zusammenhänge.
Ob die Politiker wirklich immer intelligenter sind als wir, darf bezweifelt werden. Dass sie nicht immer das Wohl des Landes im Auge haben, wissen wir, aber die Regierungen und Finanzpolitiker haben uns in dieser ungemein komplizierten Sache mindestens einen Wissensvorsprung voraus, den du nicht wegdiskutieren kannst. Und mit diesem Wissensvorsprung eine Fülle von einzelnen Punkten, die alle berücksichtigt werden wollen und die wir hier schlicht ignorieren. Weil wir sie nicht kennen, weil wir uns aber auch allzu oft dafür gar nicht interessieren..
Wenn man das im Blick hat, wenn man seine eigenen intellektuellen, fachlichen und sachlichen Grenzen halbwegs richtig einschätzen kann - dann wird man gleich sehr viel bescheidener und zurückhaltender im Urteil. Und genau das würde ich mir bei einigen Usern dringend wünschen.
.Geändert von Inaktiver User (19.05.2010 um 16:37 Uhr)
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19.05.2010, 16:39
AW: Transaktionssteuer – Trojansisches Pferd für allgemeine Steuererhöhungen?!?
Blautanne, hier ein Link:
Euro in Not: Eine Krise mit Ansage - Euro-Krise - Wirtschaft - FAZ.NET
Der Euro wurde von Politikern eingeführt, die überhaupt keine Ahnung von Wirtschaft hatten oder haben. Der weit größte Teil der Wissenschaftler (sofern sie nicht parteiengesponsert sind) war gegen die Einführung des Euro. Viele prognostizierten dem Euro mittelfristig die größten Probleme. Politisch lief es so, dass jeder, der gegen den Euro war, quasi als Vaterlandsverräter und Antieuropäer beschimpft wurde.
Ein anderer Punkt über die aktuellen politischen Abläufe :
Irgendwann nennt ein führender Politiker eine unumstößliche Tatsache, z.B. dass etwas systemrelevant sei, und es daher keine Alternativen zu einer bestimmten Handlungsweise gäbe. Damit werden dann sämtliche anderslautenden Meinungen ins Abseits gestellt.
So heißt es also: Für die aktuelle Vorgehensweise in der Griechenlandkrise gab und gibt es keine Alternative. Da es also keine Alternative gibt, kann nur die Maßnahme, die man gewählt hat, als die einzig richtige angesehen werden. Und damit sind alle, die etwas anderes sagen, blutige Amateure.
Im Übrigen: Im Moment sind auch wieder fast alle deutschen Wirtschaftswissenschaftler gegen die aktuelle Vorgehensweise in der Griechenland-Krise, es sei denn sie gehören den Parteien an, die diese Aussagen wünschen.
Und dann kommt unsere Übermutti Merkel, die sagt: "Für unser Vorgehen bei der Griechenland-Krise gab es keine Alternative". Und alle Gläubigen plappern nach: "Für unser Vorgehen bei der Griechenland-Krise gab es keine Alternative". Und irgendwann glaubts jeder, bis auf einige Wirtschaftswissenschaftler.Ich bin, also denke ich
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19.05.2010, 16:45
AW: Transaktionssteuer – Trojansisches Pferd für allgemeine Steuererhöhungen?!?
Eigentlich müsste man ja meinen man hat einen surrealen Traum!
Da gibt es einen Staat dessen Wirtschaft sich aktiv NICHT im klassischen (ohne Tourismus) Globalisierungsmarkt bewegt, der auf die Staatsschiene setzt, also mehr staatliche Behörden, mehr Beamte, keine Privatisierungen etc. und der der URLINKEN Theorie von "Schulden sind immer gut solange man einen Idioten findet der für uns zahlt" anhängt. Da wird "soziale" Politik zelebriert, das Rentenalter gesenkt, der Kündigungsschutz erhöht, die Steuern gesenkt, die Pensionen erhöht - WEIL DAS EBEN DAS IST WAS DIE WÄHLER WÄHLEN und weil man nun ja in Europa ist!
DIESER Staat, der dauerhaft über seine Verhältnisse gelebt hat und nun ZURECHT von der Freien Marktwirtschaft, für unseriöses Wirtschaften und zweifelhafte Bonität, durch höhere erwartete Zinsen als Risikoanpassung bestraft wurde - bittet nun den "grossen Bruder" um Hilfe.
EIGENTLICH müsste die LEHRE lauten:
-weniger sinnlose Staatswirtschaft
-Abbau der Sozialleistungen auf ein Niveau das man sich leisten kann
-Privatisierung defizitärer Bereich und Verkauf von Immobilien
-weniger Staatsschulden
UND WAS IST DIE LEHRE für Deutschland, das im Prinzip im gleichen Boot auf der selben Welle reitet
-Stopp der Privatisierungen
-kein Abbau von Sozialleistungen aller Art in Sicht
-Staatswirtschaft bleibt erhalten
-Schulden werden über den Umweg der EZB generiert
ABER
-Besteuerung aller Finanztransaktionen, also auch dem Kauf von Staatsanleihen etc., dabei Aufbau einer riesiegen Behördenstruktur (xy kauft für 1000 € Aktien, zahlt 1 € Steuern - diese Steuer muss auf der Kaufbestätigung der Bank und dem Kontoauszug angegeben werden, dieser Euro muss von der Bank an das Finanzamt abgeführt werden, der Staat muss die Rechtmässigkeit dieser 1 Euro Buchung für die Steuernummer XY prüfen und einbuchen - und natürlich muss man dann noch Statistiken einführen, es wird Beschwerden und Gerichtsverfahren für Streitfälle geben und die ZOCKER (es weiß aber keiner wo die wohnen, wie viele es sind und welchen Einfluß sie haben) werden, sofern es sie überhaupt gibt in "freie Regionen" ziehen.
ABER
Wen interessieren denn noch Fakten, Ursachen, Wirkungen etc. - die Antworten sind doch seit Jahrzehnten vorgegeben:
Die Banken und die Spekulanten sind schuld - und sind diese Beseitigt - dann sind die Schulden auch weg. Nur wer soll dem Sozialstaat dann das Geld für neue Wohltaten leihen? Die Banken doch bitte nicht, vermögende Privatleute doch bitte auch nicht - dann doch direkt die Zentralbank - also linke Tasche rechte Tasche - SO hat es doch im Sozialismus auch funktioniert! Zumindest theoretisch und für ein paar Jahre - aber das reicht immerhin bis zur nächsten Wahl!
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19.05.2010, 17:02
AW: Transaktionssteuer – Trojansisches Pferd für allgemeine Steuererhöhungen?!?
Die Neuverschuldung überstieg regelmäßig die Zinslast.
Die jährliche Zinslast heraus gerechnet fielen trotzdem neue Schulden an, um das „Tagesgeschäft“ des Landes zu erledigen.
Klar kann man die Steuern erhöhen, da haben wir Deutschen unsere Erfahrung gemacht. Die Umsätze in dem jeweilig belasteten Konsumgut oder der Dienstleistung sank kurz- mittelfristig soweit ab, das am Ende insgesamt weniger im Säckel gewesen, wie vor der Steuererhöhung.
Ist ja nicht so, dass die Griechen im Überfluss leben.
Deshalb erwecken die Sparpakete allenfalls ein müdes Lächeln und ein „sie sind bemüht“.
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19.05.2010, 17:10
AW: Transaktionssteuer – Trojansisches Pferd für allgemeine Steuererhöhungen?!?
Das ist ja das Fatale an der Situation.
Es geht um reine Mathematik. Sie ist nicht frei interpretierbar.
Im Moment holt sie einige von den Lobrednern der Politik ein.
Klar kann man Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüberstellen, regelmäßig sind die Verbindlichkeiten verwässert und nach unten gerechnet und die Forderungen größtenteils uneinbringbar.
Klar haben die EZB Forderungen an die Griechen, Papier ist eben geduldig.
Wir sagen „Selbstbefriedigung“ zu dieser Art wirtschaften.
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19.05.2010, 17:16
AW: Transaktionssteuer – Trojansisches Pferd für allgemeine Steuererhöhungen?!?
Warum machen die zur Abwechslung nicht einfach mal Politik und lassen die Finger vom Geldgeschäft.
Hier hast du:
Euro-Krise: Investoren ziehen sich aus der Eurozone zurck - WirtschaftsWoche
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19.05.2010, 17:20
AW: Transaktionssteuer – Trojansisches Pferd für allgemeine Steuererhöhungen?!?
Amber wir haben das Märchen hier an anderer Stelle schon zur genüge durchgekaut. Es gibt keine globale Zentralbank. Selbst wenn in einem System das Problem bestände, dass die Gesamtsumme aller Verbindlichkeiten wegen der Zinsen nicht bedient werden könnte, mangels Geldmenge, - können einzelne Marktteilnehmer, da es eben mehrer gibt, temporär jeweils genug Geld auf sich vereinen um ihre Schulden vollständig zu bezahlen, selbst der Staat. Das Problem, so es dies gäbe, wäre weiterhin ein total akademisches, denn in der Realität fehlt schon deshalb kein Geld, weil niemals alle gleichzeitig ihre Schulden Tilgen müssen und die Anzahl der Geldstücke nur ein Aspekt der Liquidität in einem Kreislauf ist.
Aber das Problem mit den aufgrund von Zinsen grösseren Verbindlichkeiten als Geldmenge gibt es sowieso nicht, da eine Bedeutende Geldmenge ohne Verzinsung in den Markt fliesst und ausserdem Schulden auch bei der Zentralbank auch mit anderm als Bargeld getilgt werden können.
Oder hast Du tatsächlich das Gefühl es gibt zu wenig Geld im Augenblick? Das wäre Paradox zu Deiner Inflationserwartung.
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Zu den Fragen nach Nobelpreisträgern kann ich nur sagen: wer die letzten Wochen beobachtet hat, über die von den Regierungsexperten erwartete Auswirkung ihres politischen Tuns auf die Märkte und dem direkt darauf folgenden jeweiligen Eintritt des kompleten Gegenteils in der Realität kann sich sein eigenes Bild machen von der Kompetenz dieser Experten. Wem das nicht auffällt, der muss seine Augen schon sehr fest zudrücken.
Und, dass nur Regierungsexperten zu den nötigen INformationen haben, andere Wissenschaftler aber nicht, das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein. Ebenso finde ich es befremdlich, wenn in einer Demokratie plötzlich nur noch alternativlose Problemlösungen gibt, selbst nachdem die vorherige alternativlose Problemlösung nach hinten los gegangen ist.
Politiker haben die Aufgabe sich aus verschiedenen Alternativen demokratisch die Beste herauszuarbeiten - und es gibt immer mehrere- , wenn Sie dazu nicht in der Lage sind und sich nur noch wöchentlich Treffen um sich Populismen zuzurufen und Rettungspakete abzunicken, dann machen sie sich selbst überflüssig.Geändert von Ahab (19.05.2010 um 17:25 Uhr)



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