Antworten
Seite 7 von 8 ErsteErste ... 5678 LetzteLetzte
Ergebnis 61 bis 70 von 75
  1. User Info Menu

    AW: Währungsreform oder -umstellung in Sicht?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wolfgang, was passiert eigentlich, wenn jemand während eines Währungsschnittes privat verschuldet ist; durch Hauskauf z.B.? Gibt einige die meinen da wäre so ein Schnitt gut, andere meinen es wäre schlecht. Ich kann mir immer nur schwer vorstellen, daß eine Halbierung der Schulden auf dem Papier an der Sachlage was ändern würde - genausowenig, wie das im großen Stil bei einer Staatsverschuldung der Fall wäre. Oder muß man das völlig unterschiedlich betrachten?
    jetzt lasse ich mir mal Zeit für eine Antwort. Sonst bin ich immer kurz da, dann wieder weg usw.

    Ich bin ja nicht nur skeptisch, was den Euro betrifft, USD und Pfund sind ja auch nicht gerade Vorzeigewährungen.

    Was mir beim Dollar auffällt: Es gibt unvorstellbare Dollarmengen. Egal wo, ob Indien, China, Saudi-Arabien, Europa oder wo auch immer. Und für diese unvorstellbaren Dollarmengen gibt es kein Äquivalent. Die realen Güter, die hinter diesen Dollarsummen stehen, sind sehr begrenzt. Der Vorteil des USD ist, dass er als internationale Tauschwährung genommen wird. Egal, ob ich irgendwo Erdölprodukte, Gold, Bodenschätze, Lebensmittel etc. in großen Mengen handle, fast immer wird in Dollar abgerechnet. Zudem gilt der Dollar in vielen Ländern als Flucht- oder Reservewährung.
    Das Pfund hat längst nicht die internationale Stellung des USD, ist aber in Europa auch eine Weichwährung.

    Der Euro befindet sich ebenfalls auf dem Weg dorthin. Es sieht so aus, als wolle man den Dollar so schnell wie möglich überrunden.
    Wie stelle ich mir mögliche Abläufe vor? Andere Ideen höre ich gerne.
    Irgendwann mal kommt eine Situation ähnlich wie diesmal mit Griechenland. Stellen wir uns mal vor, wir hätten das Pulver bereits verschossen. Dann könnte nicht nur dieses Land, sondern (falls das Land eine gewisse Größe hat), ganz Europa und die Banken der ganzen Welt in einen Strudel geraten, der den ganzen Geldverkehr der gesamten Welt vernichtet. Was haben denn z.B. Chinesische Banken? Dollar- und Euro-Forderungen. Auch China wäre bei Null, wie die USA, Europa und alle anderen Länder.
    Ich weiß nicht, was dann passiert. So etwas gab es noch nie. Dann können die Menschen tagelang vor den Banken stehen, dann gibts nichts mehr. Sowohl Forderungen als auch Schulden wären in einem Moment bei Null.

    Vielleicht kommt es auch ganz anders. Vielleicht versucht man, die gigantischen Schulden und Luftbuchungen über eine Rieseninflation zu regeln. Dann würden die Besitzer von Realgütern profitieren, die Geldbesitzer würden im Grunde enteignet. Wenn man Glück hätte, könnte man z.B. über einige Jahre diese Politik durchziehen. Aber immer mit dem Risiko, dass der Politik alles aus den Händen gleitet.

    Das Problem über eine extreme Schuldenrückzahlungspolitik zu lösen, was eher zur Rezession führen würde, kann es wohl nicht mehr geben, denn man kann gar nicht mehr so viel sparen, wie es nötig wäre.

    Für mich bleibt nur eine riesige Inflation übrig, die möglicherweise zu einem Weltwährungscrash führen kann, oder direkt ein Weltwährungscrash.

    Jedoch hoffe ich anders!!!
    Ich bin, also denke ich

  2. User Info Menu

    AW: Währungsreform oder -umstellung in Sicht?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wolfgang, was passiert eigentlich, wenn jemand während eines Währungsschnittes privat verschuldet ist; durch Hauskauf z.B.? Gibt einige die meinen da wäre so ein Schnitt gut, andere meinen es wäre schlecht. Ich kann mir immer nur schwer vorstellen, daß eine Halbierung der Schulden auf dem Papier an der Sachlage was ändern würde - genausowenig, wie das im großen Stil bei einer Staatsverschuldung der Fall wäre. Oder muß man das völlig unterschiedlich betrachten?

    Kommt drauf an, was mit "Währungsschnitt" genau gemeint ist. Üblicherweise wohl das Wegstreichen einiger Nullstellen, um das Rechnen zu vereinfachen, so wie vor Jahrzehnten beim deshalb sogenannten "alten" Franc, oder vor nicht alzu langer Zeit der tükischen Lira etc.

    Das ändert für den Schuldner natürlich gar nichts, die Nuller werden bei Guthaben und Schulden natürlich gleichermassen gestrichen.

    Vielleicht ist grundsätzlich Inflation gemeint? Insbesondere galloppierende oder Hyperinflation - die hilft Schuldnern auf Sachwerten natürlich gewaltig, weil das Geld seinen Wert viel schneller verliert als eben z.B. eine Immobilie. Vor allem verliert allerdings der Staat an Schuldenlast. Wertvorteile von Sachwerten, besonders Immobilien gegenüber Geld wurden bisher jedenfalls zumindest ansatzweise weggesteuert oder mit Zwangsanleihen belegt.

  3. Inaktiver User

    AW: Währungsreform oder -umstellung in Sicht?!

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, was dann passiert. So etwas gab es noch nie. Dann können die Menschen tagelang vor den Banken stehen, dann gibts nichts mehr.
    >>In Österreich gibt es einen geheimen Notfallplan, sollte sich die Finanzkrise zuspitzen. Dies wurde erstmals am Dienstag am Rande des Ministerrats bekannt. Im Innenministerium liegen entsprechende Aufmarschpläne der Exekutive vor. Demnach müssen die Kreditinstitute vorübergehend die Schalter schließen und die Bankomaten sperren. Das Innenministerium bestätigte der „Presse“ die Existenz solcher Direktiven, äußerte sich aber nicht zu den Details.<<
    Regierung arbeitet an "Griechenland-Gesetz" DiePresse.com

  4. Inaktiver User

    AW: Währungsreform oder -umstellung in Sicht?!

    Btw.: Hiermit wurde die ganze Krise ins Rollen gebracht...im April...

    >>Morgan Stanley has warned that the Greek debt crisis is setting off a chain of events that may prompt German withdrawal from the eurozone, with grim implications for investors caught off-guard.<<
    Morgan Stanley fears German exit from EMU - Telegraph

  5. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Währungsreform oder -umstellung in Sicht?!

    Der Weuro

    Eine Währungsreform ist die Änderung von relevanten Merkmalen einer Währung. Die jüngste Währungsreform liegt gerade eine Woche hinter uns, sie datiert auf den 9. Mai 2010. Seither ist der uns bekannte Euro verschieden, und eine neue, inflationsgefährdete Weichwährung ist entstanden. Das innere Gefüge, die bisherigen Merkmale der Währungsunion, wurde über Nacht fast putschartig manipuliert.


    Chefsache Blog Archive Der Weuro - wiwo.de

    gruss, Jack

    P.S. sehr gute Zussamenfassung!!

  6. User Info Menu

    AW: Währungsreform oder -umstellung in Sicht?!

    Zitat Zitat von Jack-London Beitrag anzeigen
    Eine Währungsreform ist die Änderung von relevanten Merkmalen einer Währung. Die jüngste Währungsreform liegt gerade eine Woche hinter uns, sie datiert auf den 9. Mai 2010. Seither ist der uns bekannte Euro verschieden, und eine neue, inflationsgefährdete Weichwährung ist entstanden. Das innere Gefüge, die bisherigen Merkmale der Währungsunion, wurde über Nacht fast putschartig manipuliert.
    Auch wenn der Euro sich in der Gesamtkonstruktion grundlegend geändert hat, würde ich nicht von einer neuen Währung reden. Da Deutschland ab sofort für die Schulden anderer Länder bürgt, besitzt Deutschland ab sofort die gleiche Bonität wie Griechenland oder Portugal. Das wird man auch bald merken, wenn sich die Zinssätze deutsche Staatsanleihen den griechischen Zinssätzen angeglichen haben.
    Wir haben immer noch die gleiche Währung, aber nicht mehr die selbe.
    Ich bin, also denke ich

  7. Inaktiver User

    AW: Währungsreform oder -umstellung in Sicht?!

    Zitat Zitat von Ahab
    Kommt drauf an, was mit "Währungsschnitt" genau gemeint ist. Üblicherweise wohl das Wegstreichen einiger Nullstellen, um das Rechnen zu vereinfachen, so wie vor Jahrzehnten beim deshalb sogenannten "alten" Franc, oder vor nicht alzu langer Zeit der tükischen Lira etc.

    Das ändert für den Schuldner natürlich gar nichts, die Nuller werden bei Guthaben und Schulden natürlich gleichermassen gestrichen.
    Da habe ich Ihre Antwort völlig übersehen.

    Gemeint ist tatsächlich z.b. "streichen von Nullen" - wovon ich auch meine, daß es sich nicht auswirken wird. Theoretisch. Denn praktisch bedeutet so etwas wohl einerseits Irritationen der Gesellschaft und Wirtschaft national (bringt vermutlich Nachteile mit sich), bis sich die Lage wieder entspannt und austariert hat, als auch international. Da bin ich ein wenig vorsichtig, wenn ich das Griechenland-Beispiel heranziehe: Hierzu schreiben Finanzzeitungen, daß eine theoretische Entlassung Griechenlands aus dem Euro dazu führen würde, daß die bestehenden Altschulden in Euro kaum mehr zu bewältigen wären. Also trotz Insolvenz eine Folgeinsolvenz auftreten wird. Dasselbe dürfte es bei einer Nullerstellenstreichung sein oder irre ich mich?

    Was passiert eigentlich, wenn ein Euro-Vermögen X auf ein Konto auf den Caymans transferiert wird, dann eine Währungsreform passiert und anschließend das Euro-Vermögen wieder auf ein deutsches Konto geht? Wird das mit X oder 1/10 von X bewertet?

  8. User Info Menu

    AW: Währungsreform oder -umstellung in Sicht?!

    nullstellen streichen heisst nullstellen streichen. dass da ein problem entsteht ist unwahrscheinlich bis ausgeschlossen.

    ihren befürchtungen nach, werde ich das gefühl nicht los, dass sie währungsschnitt und schuldenschnitt nicht ausseinander halten (können).

  9. User Info Menu

    AW: Währungsreform oder -umstellung in Sicht?!

    WuesterGrobi,
    was in Frankreich passiert ist, war folgendes: Es gab einfach zu viele Nullen auf den Scheinen: Man wollte nur die Nullen streichen, aber nicht das Geld entwerten. So schaffte man neue Geldscheine an: Das war dann der "Neue Franc". Der "alte Franc" war immer noch so viel wert wie früher, wurde nur ersetzt durch einen Franc, der nur mehr wert war wie der alte. So war das auch mit dem Buchgeld.

    Unterm Strich hat sich gar nichts verändert.
    Ich hab das als Kind mitbekommen. Die alten Franzosen rechneten noch Jahre / Jahrzehnte mit dem alten Franc.
    Ich bin, also denke ich

  10. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Währungsreform oder -umstellung in Sicht?!

    Ich persönlich glaube nicht das es kurzfristig zu einer Währungsreform kommt. Die Politik hat zu viel Angst davor.
    Wir werden uns auf ein langsames aber sichers "Sterben" des Euros einstellen müssen. Wahrscheinlich mit hohen Infaltionsraten, sehr viel mehr Arbeitlosigkeit, Verarmung und Steuererhöhungen.
    Was letztlich besser ist weiß ich nicht. Es gibt allerdings auch genügend Gründe für kurzfristig Deutschland kurzfristig aus dem Euro auszusteigen.

    hier ist mal ein Kommentar der auch keinen kurzfristigen Ausstieg sieht:

    Wahrscheinlicher wäre Bretton Woods II

    Die politischen Konsequenzen eines solchen Schritts wären derart fatal, dass es kaum vorstellbar erscheint, dass die deutsche Politik zum jetzigen Zeitpunkt einen solchen Schritt machen würde. Für einen Austritt aus dem Euro wäre die deutsche Bevölkerung nach dem „Griechenland-Bashing“ der letzten Monate zweifellos psychologisch hinreichend konditioniert – für einen drastischen Vermögensverlust aufgrund eines Währungsschnitts jedoch nicht. Warum also soll die deutsche Politik ein solches Risiko eingehen?

    Replik auf Walter K. Eichelburgs Beitrag ?Vom Euro zur D-Mark II?: Ein tragischer Irrtum - Bernd Lessing - eigentümlich frei

    gruss, Jack

Antworten
Seite 7 von 8 ErsteErste ... 5678 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •