Immer wieder komme ich einmal an den Punkt, dass ich mich doch wundere über Menschen, die zwar ein gewisses Alter ereicht haben, aber dabei offensichtlich nicht reifen. Mir kommt es manchmal vor, als gäbe es vermehrt eine Weigerung, Verantwortung für sich und sein Handeln zu übernehmen. Das Erwachsenwerden wird vor sich hergeschoben und widerwillig abgelehnt.
Das sieht man auch in manchen Beiträgen hier im Forum. Sicher ist das dem einen oder anderen auch schon begegnet. Die einen haben kaum Einsicht, dass sie für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen müssen und fühlen sich vom Leben hart rangenommen, wenn kein Weg daran vorbei geht. Andere wiederum verhalten sich anderen Menschen gegenüber lieblos oder hinterhältig oder konsumieren Beziehungen, haben aber kein Unrechtsbewußtsein. Und überhaupt wird viel Energie darauf verwendet, die Schuld oder Verantwortung bei anderen zu suchen.
Hat die Brigitte eigentlich über dieses Thema schon mal was veröffentlicht? Was passiert da gerade?
Ich habe mich hier bewußt allgemein ausgedrückt und natürlich keine konkreten Beiträge genannt. Um die geht es auch nicht im Einzelnen. Es geht um dieses Gefühl, was ich immer mal habe, was in der Gesellschaft passiert und vielleicht hat ja der/die eine oder andere auch einige Gedanken dazu ....
Bin mal gespannt, ob was kommt ...
P.S. Ich wußte nicht so recht, wo ich das Thema hinpacken sollte, denn in Gesellschaft gehört es, aber die Rubriken sind doch speziell....
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20.04.2010, 16:20Inaktiver User
Die Infantilisierung der Gesellschaft
Geändert von Inaktiver User (20.04.2010 um 16:22 Uhr) Grund: Erklärung zur Verortung
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20.04.2010, 16:38Inaktiver User
AW: Die Infantilisierung der Gesellschaft
Mir fällt das auch zunehmend auf.
Allein schon optisch, durch die Kleidung. Ich seh total viele deutlich Ü30er, die sich kleiden wie ein Kindergartenkind. Nix gegen kreative Kleidung, aber ich find das oft betont kindhaft und unerwachsen.
Ist mir ein Rätsel warum man sich so darstellen will.
Im emotionalen finde ich diese Entscheidungsunfähigkeit merkwürdig, und den Anspruch, alles müsste perfekt sein, sonst dreht man am Rad. Ziemlich unentspannt alles.
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20.04.2010, 18:26
AW: Die Infantilisierung der Gesellschaft
Mich irritieren immer wieder die 'erwachsenen' frauen, die mit einer kleinmädchenstimme sprechen. Bei männern scheint es nicht so viele mit kleinjungsstimme zu geben.
Auf jeden fall meine ich, dass dieses phänomen zugenommen hat.
Das ist aber nur meine subjektive wahrnehmung; hat mit tatsachen nicht unbedingt 'was zu tun.nichts ist wie es scheint
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20.04.2010, 18:50Inaktiver User
AW: Die Infantilisierung der Gesellschaft
War das denn früher anders

Gab es nicht mal Zeiten, wo "die Juden" an allem Schuld waren , z.B. ? Oder die "Kommunisten, die Russen" usw ?
Um Ausrede(n) war mensch noch nie verlegen.
Eigenes Fehlverhalten zu reflektieren und auch dafür gerade zu stehen, war m.E. noch nie populär......
Was mich extrem nervt, das berufsjugendliche Getue mancher Moderatoren in vielen Radiosendern z.B., ich hasse es, wenn
man von denen geduzt wird und krieg die Krise, wenn ich im Auto keinen vernünftigen Sender zeitweise reinkriege , überhaupt der ganze Mist in den Trashmedien, davon lassen sich mehr Leute prägen, als man sich so vorstellen mag.....
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20.04.2010, 19:11
AW: Die Infantilisierung der Gesellschaft
Die typische Jungmännerstimme ist ungefähr eine Oktave tiefer als ein Bass, während der weibliche Teil der (nicht nur, aber auch Teenie-) Bevölkerung lieber eeetwas höher spricht als Maria Calls jemals gesungen hat

Erwachsen werden hat etwas zu tun mit Verantwortung übernehmen, ich habe oft den Eindruck, dass die Menschen nicht mal die Verantwortung für sich selbst, geschweige denn für andere übernehmem möchten. Da gibt es Familienväter Mitte 40, die sich immer neue Liebschaften genehmigen, Frauen, denen reichlich spät einfällt, dass sie sich bisher noch nicht selbst verwirklicht haben, Menschen beiderlei Geschlechts, denen bei den ersten grauen Haaren/ Falten schlagartig klar wird, dass die Pubertät eiigentlich
vorbei sein sollte, über die Schnittmengen können wir diskutieren...
Auf Geduze reagiere ich noch nicht einmal besonders empfindlich, sehr wohl aber auf betont "jugendliches" Gehabe (Pippi- Langstrumpfzöpfe finde ich jenseits von 12 Jahren eigentlich schon peinlich). Merke: je mehr man sich bemüht, "jung" zu erscheinen, umso sinnloser wird es. Wer jung geblieben ist, entscheidet sich nicht an Äußerlichkeiten, und Jungsein hat nichts mit gequält jugendlichem Gehabe zu tun.
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20.04.2010, 20:05Inaktiver User
AW: Die Infantilisierung der Gesellschaft
Geändert von Inaktiver User (20.04.2010 um 21:34 Uhr) Grund: hab ein E vergessen!
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20.04.2010, 20:38
AW: Die Infantilisierung der Gesellschaft
Duzen finde ich heutzutage schon fast normal. Das liegt aber sicher auch an der branche, in der ich arbeite; englisch mit 'you' und vorname als anrede ist da allgemeiner internationaler standard. Auch die deutschen kollegen reden sich untereinander überwiegend mit 'Du' an.
...und auch kein verständnis dafür, dass andere ihren lebensunterhalt verdienen müssen.
Gerade im internet muss alles kostenlos sein. Egal, wieviel zeit und arbeit jemand da in etwas gesteckt hat. Egal, ob derjenige eine leistung erbracht hat, die honoriert werden sollte.
Das ist wie im supermarkt vor dem süssigkeitenregal:
Ich will das jetzt haben. Sofort. Bezahlen? Wird schon jemand anders tun, wenn ich nur lange genug rumschreie und mich auf den boden werfe. Und wenn nicht, klau ich's halt.nichts ist wie es scheint
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20.04.2010, 20:55
AW: Die Infantilisierung der Gesellschaft
wenns hier um Mode(n) gehen soll, dann verschiebt den Strang mal bitte andernorts.
Falls es politisch sein soll, dann sag ich zu... genau dieses ist aber das politische Gebot der Stunde.Und überhaupt wird viel Energie darauf verwendet, die Schuld oder Verantwortung bei anderen zu suchen.
Die Devise im kleinen sein Ding zu leben darf nicht zum Rückzugsargument werden. Man darf gleichzeitig nicht aus dem Auge verlieren was oben gemacht wird.
Denn was wenige oben verbocken, können Tausende, und im Extremfall Millionen, unten nicht korrigieren durch noch soviel Buckelei.
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20.04.2010, 21:02
AW: Die Infantilisierung der Gesellschaft
Obwohl ich selbst jünger bin als die Art von Menschen, um die es hier geht, fällt mir das auch auf und ich weiß nicht, ob ich es witzig finden soll oder ob es traurig ist und vor allem, woher kommt diese Tendenz?
Weiteres Beispiel: wenn sich Leute jenseits 34/35 überlegen, ob sie "irgendwann" mal heiraten und Kinder haben wollen.
Hallo!?
Vor allem bei Männern: er ist noch nicht reif genug für die Verantwortung, er will doch noch seine Jugend genießen. "Er" dann meistens ü 30!
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20.04.2010, 21:14Inaktiver User
AW: Die Infantilisierung der Gesellschaft
Ich verbinde mit "Infantilisierung" etwas ganz anderes als Leute, die von der Kleidung und/oder dem Gehabe als (in der Tat peinliche) "Berufsjugendliche" daherkommen.
Ich verbinde damit ein Phänomen unserer Zeit, dass Jugendliche immer später in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen.
Ich kann jetzt nur von meiner näheren Umgebung ausgehen: Mittlere Reife mit 19 oder Abitur mit Anfang 20. Das "Kind" ist dann natürlich total platt, braucht erstmal Zeit um sich zu erholen....
Reise nach Neuseeland oder Australien etc. etc.
Keine Energie, sich über berufliche Möglichkeiten zu informieren (Besuch von beispielsweise Ausbildungsmessen ist nicht drin), man beginnt mal irgendetwas zu studieren, dann Neuorientierung.
Bis diese Menschen in vollem Umfang in den Beruf einsteigen können, also auch mal Steuern zahlen, sind sie häufig Anfang dreissig.
Merkwürdigerweise stört das die Eltern in der Regel nicht: heutzutage können sich es schlichtweg viele "leisten", ein Kind bis zum St.Nimmerleinstag zu unterstützen......
Bei vielen fehlt mir die Verantwortung für das eigene Leben. Wie kann man dann Verantwortung für andere oder anderes haben ?
Aber andererseits sage ich auch immer: diese Kinder sind UNSERE !
Gruß, ElliGeändert von Inaktiver User (20.04.2010 um 21:40 Uhr) Grund: Rechtschreibung


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