Klar kann man da argumentieren, dass es nicht Aufgabe des Staates ist, die Mehrbelastung durch Schichtarbeit finanziell zu kompensieren sondern dass das Aufgabe der Arbeitgeber ist. Da gibt es dann aber nur zwei Möglichkeiten: entweder man zwingt die AG über eine gesetzliche Regelung dazu, dies auszugleichen oder man hofft auf Freiwilligkeit. Das eine bedeutet eine Mehrbelastung für die Unternehmen, das andere halte ich für utopisch. so dass es bei der finanziellen Mehrbelastung der AN bliebe. Insofern bin ich da mittlerweile auch der Meinung, dass da der Staat zumindest ein Stück weit einspringen muss.
Das finde ich besonders perfide: Da wird einfach mal unterstellt, dass die Werbungskosten bei Geringverdienern niedriger sind als bei Mehrverdienenden. Und da gibt es meiner Ansicht nach nun wirklich nicht unbedingt einen Zusammenhang.Sehr bedenklich aus Sicht der Arbeitnehmer ist ein weiterer Punkt: Die FDP will die Absetzbarkeit von Werbungskosten grundsätzlich pauschalieren, und zwar bei zwei Prozent der Bruttoeinkünfte. Das stellt für viele Steuerzahler gegenüber der derzeitigen Rechtslage eine Verschlechterung dar: Denn der heutige Arbeitnehmerpauschbetrag von einheitlich 920 Euro wird im FDP-Konzept erst bei einem Jahresbrutto von 46.000 Euro erreicht. Alle Steuerzahler mit geringeren Bezügen zahlen also drauf.[/I]
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Thema: FDP Steuerreform
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15.04.2010, 10:26
AW: FDP Steuerreform
Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan
Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.
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15.04.2010, 10:27Inaktiver User
AW: FDP Steuerreform
Das sehe ich ganz anders.
Ich würde es als großen Vorteil empfinden, die Steuer zu verstehen und nicht einfach ein Programm als eine Art Black Box bedienen zu müssen.
Das macht es ja auch so kompliziert, einzuschätzen, wie gerecht oder ungerecht das System denn nun wirklich ist.
Und das findest du schlecht?
Offen gesagt habe ich noch nie Werbungskosten abgesetzt.
Ich habe bisher nicht mal eine Einkommenssteuererklärung abgegeben.
Eine Umstellung auf gerechtere "Grundsteuern" und dafür eine Abschaffung von diversen Freibeträgen und Sonderregelungen würde es sehr vereinfachen und man käme vielleicht auch mit sehr viel weniger Bürokratie aus.
Das heisst NICHT, dass ich dafür bin, der Krankenschwester in die Tasche zu greifen. Aber statt zuschlägen, sollte sie vielleicht einfach mehr Grundgehalt bekommen.
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15.04.2010, 10:27
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15.04.2010, 10:31
AW: FDP Steuerreform
Bist du denn jetzt in der Lage, dir dein zu versteuerndes Einkommen auszurechnen? Also das, was von deinem Einkommen letztendlich überhaupt versteuert wird? Weißt du, welche Dinge du in welcher Höhe du absetzen kannst, was außergewöhnliche Belastungen oder Sonderausgaben sind? Weißt du, wo du Pauschbeträge berücksichtigen kannst, in welcher Höhe deine Vorsorgeaufwendungen zu berücksichtigen sind, was unter deine Werbungskosten fällt? Oder wie unteschiedliche Einkunftsarten zu berücksichtigen sind? Kennst du den Progressionsvorbehalt? Nein?
Dann nützt es dir auch nichts, wenn du deinen Steuersatz weißt, denn du weißt ja nicht, auf welche Summe du diesen anwenden musst.
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15.04.2010, 10:32Inaktiver User
AW: FDP Steuerreform
In gewisser Weise schlägt hier jedenfalls die übliche Kritik an der FDP ins Leere: Eine Partei für Besserverdienende zu sein.
Das Elterngeld hat Geringverdiener und Alleinerziehende zum Teil schlechter gestellt als das vorherige Erziehungsgeld.
Was auch nicht gerade fair ist.
Auch wenn man noch so sehr jammert, dass die gut Gebildeten keine Kinder mehr kommen.
Das liegt meines Erachtens nach nicht an diesem einen Jahr finanziellem Engpass, sondern auch an ganz anderen gesellschaftlichen Umständen, die in der Tat wohl für einen eigenen Strang reichen würden
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15.04.2010, 10:33
AW: FDP Steuerreform
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15.04.2010, 10:34Inaktiver User
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15.04.2010, 10:36
AW: FDP Steuerreform
Das ist, soweit ich das überblicken kann, bisher aber nicht wirklich in der Diskussion. Der Pauschbetrag wird abgeändert, das heißt, es gibt weiterhin eine Werbungskostenpauschale, die sich nur anders berechnet. Und die Steuerfreiheit der Nacht- und Feiertagszuschläge macht im ganzen EStG gerade mal einen kleinen Absatz aus.
Vereinfachung sieht anders aus.
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15.04.2010, 10:41Inaktiver User
AW: FDP Steuerreform
Ich weiss.
Ich habs mir für dieses Jahr vorgenommen
Habe sogar schon Elster runtergeladen.
Aber ein Blick da rein und ich dachte nur ... uahhhhh
Vielleicht geht es noch mehr Leuten wie mir?
Denen das alles einfach zu kompliziert ist. Die Angst haben, was falsch zu machen. Die sich wünschen würden, dass es mit dem berühmten "Bierdeckel" getan wäre ...
Ich bin da nicht stolz drauf. Aber so fühlt es für mich an.
Danke
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15.04.2010, 11:09Inaktiver User
AW: FDP Steuerreform
Das ist nicht richtig.
Die Bedienung eines jederzeit und für alle zugänglichen Programms macht ein System keineswegs weniger durchsichtig als ein Stufentarif - im Gegenteil. Es ist davon auszugehen, dass jemand, der mit einem solchen Programm Probleme hat, erst recht Probleme hat die Steuerbelastung durch einen Stufentarif mit dem Taschenrechner auszurechnen.
Wie gerecht oder ungerecht ein System ist, lässt sich - so oder so - nicht aus der hohlen Hand abschätzen. Dazu ist es grundsätzlich notwendig einige Fälle durchzurechnen. Und dafür wiederum ist ein Programm die einfachste, zeitsparendste und zuverlässigste Lösung.
In der Tat wäre das etwas gewesen, womit die FDP sich hätte profilieren können. Aber wie wir feststellen durften, sind die Spitzenpolitiker der FDP inkompetente Hochstapler, die den Menschen jahrelang eine Kompetenz vorgespiegelt haben, die sie anscheinend nicht besitzen oder jedenfalls nicht in Anwendung bringen.Eine Umstellung auf gerechtere "Grundsteuern" und dafür eine Abschaffung von diversen Freibeträgen und Sonderregelungen würde es sehr vereinfachen und man käme vielleicht auch mit sehr viel weniger Bürokratie aus.
Die Möwenpick-Entscheidung hat ganz im Gegenteil das Steuersystem weiter kompliziert.
Und auch sonst kann von einer Vereinfachung des Steuersystems durch die FDP nicht die Rede sein.
.Geändert von Inaktiver User (15.04.2010 um 11:25 Uhr)



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Es könnte durchaus sein, dass du dem Staat damit Geld schenkst. Kleiner Tipp: der Bezug von Elterngeld verpflichtet dich zur Abgabe einer Steuererklärung.
