Nein, es hat keine Stufen - oder einfacher: es hat ganz viele kleine Stufen, die dann eine Kurve ergeben. Kennst du den Unterschied zwischen Grenzsteuersatz und Durchschnittsteuersatz? Der Grenzsteuersatz gibt heute schon den Steuersatz an, mit dem das zusätzlich verdiente Einkommen besteuert wird. Nur sind die Einheiten eben wesentlich kleiner als beim Stufenmodell. Spirch: du verdienst jetzt 30.000 Euro und im nächsten Jahr 30.005, dann werden die fünf Euro schon mit dem nächsten Steuersatz belastet, während bei einem Stufenmodell das z.B. erst bei 45.000 erfolgt (Zahlen rein fiktiv gewählt). Der Durchschnittststeuersatz hingegen gibt wiederum an, wie hoch der Steuersatz nach Berücksichtigung aller Ministufen, die es jetzt gibt, dann für dein Gesamteinkommen ausfällt. Der ist übrigens ganz einfach zu berechnen: dein Durchschnittsteuersatz ergibt sich aus deiner Steuerbelastung im Verhältnis zu deinem zu versteuernden Einkommen.
Äh, hab ich das jetzt einigermaßen verständlich erklärt?
@ utopia_2020
Anstatt hier auf dem fehlenden Wissen herumzuhacken, könntest du es auch ganz einfach erklären. Betty hat das ja zur Diskussion frei gegeben, was wir davon halten, insofern ist das ja eine offene Diskussion auch über die Schwachstellen. Und Steuerrecht ist nun mal eine komplexe und auch nicht unbedingt für jeden zugängliche Materie, da darf man dann auch gerne mal was nicht wissen.
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Thema: FDP Steuerreform
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15.04.2010, 09:51
AW: FDP Steuerreform
Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan
Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.
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15.04.2010, 09:52
AW: FDP Steuerreform
Betty, vielleicht ein kleines Beispiel:
von Null bis 10.000 Euro Einkommen - Steuersatz: Null
von 10.000 bis 20.000 Euro Einkommen - Steuersatz 10 Prozent
von 20.000 bis 50.000 Euro Einkommen -Steuersatz 30 Prozent
Ein Einkommen liegt bei 25.000.
Steuer: von Null bis 10.000 : Null
von 10.000 bis 20.000 - 1000 Euro (10 Prozent )
von 20.000 bis 25.000 - 1.500 (30 Prozent der letzten 5.000)
Insgesamt: 1000 + 1.500 = 2.500 Steuer.
Stell dir jetzt einmal vor, dass die Stufen im Stufentarif nicht waagerecht sind, sondern ein bisschen schief. So etwa ist ein Teil der alten Steuerformel beschaffen. Der Unterschied ist wirklich nebensächlich. Wirklich.
Die Kritik von Utopia finde ich nicht berechtigt, denn die meisten wissen nicht so richtig, was das sein soll: Mittelstandsbauch, kalte Progression etc. Ich habe sogar den Eindruck, dass manche Politiker, die groß von der Abschaffung der kalten Progression reden, nicht wissen, von was sie überhaupt reden.
Der neue FDP-Tarif hat etwas niedrigere Steuersätze, so dass jeder etwas weniger Steuern zu zahlen hätte. Die Frage, die sich mir stellt: Wo will die FDP groß einsparen, um diese Mindereinnahmen zu finanzieren. Sollen die Bürger mehr zahlen für Kindergarten, Schwimmbäder etc?
Bisher hat sich die FDP dazu nicht geäußert.
Und meine Meinung: Die FDP-Steuerformel wird nicht kommen. So nicht.Ich bin, also denke ich
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15.04.2010, 09:54
AW: FDP Steuerreform
Ach ja und die Mindereinnahmen ergeben sich wohl vor allen Dingen daraus, dass sich bei den mittleren Einkommen tatsächlich durch den Stufensatz insgesamt eine geringer Steuerbelastung ergibt. Da müsste man sich aber die Berechnung mal genauer anschauen.
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15.04.2010, 09:56
AW: FDP Steuerreform
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15.04.2010, 09:56
AW: FDP Steuerreform
Ich entschuldige mich für meine bösen Formulierungen und bedanke mich für die erläuternden Bemerkungen der gelasseneren Forumsteilnehmerinnen und -teilnehmer.
Meine Kritik am vorgelegten FDP-Konzept behalte ich bei, da in meinen Augen aus rein wahltaktischen Gründen ein Konzept vorgelegt wird, dessen Finanzierung erst nach der NRW-Wahl konkretisiert werden soll.Geändert von utopia_2020 (15.04.2010 um 10:03 Uhr)
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15.04.2010, 10:11Inaktiver User
AW: FDP Steuerreform
Ich habs nicht verstanden

Aber das würde ich nicht unbedingt auf deine Erklärkunst beziehen wollen
Mir fällt es wirklich schwer, mich in solche Berechnungen reinzudenken.
Zum Beispiel so?!
Neuer Koalitionsstreit: FDP stellt Elterngeld infrage | FTD.de
OK - Frieden
Das mag sein.
Wobei ich ehrlich sagen muss, dass mich diese ewige Blockade zwischen Bundestag und Bundesrat mittlerweile mehr aufregt, als die "falschen Parteien" an der Macht.
Schröder hat damals aus wahltaktischen Gründen die Holzmann-Rettung in Szene gesetzt.
In diesen Punkten schenken sich die etablierten Parteien nichts.
Ich fände es mal spannend, wenn man Reformkonzepte vorgestellt bekäme, ohne zu wissen, welche Partei sie vorgeschlagen hat.
Dann würde endlich mal rein sachlich diskutiert werden.
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15.04.2010, 10:15
AW: FDP Steuerreform
Okay, plain and simple: auch heute wird dein Einkommen nicht mit einem einheitlichen Steuersatz belastet, sondern für jeden Euro, den du verdienst, fällt ein anderer Steuersatz an, der mit steigendem Einkommen ebenfalls steigt (allerdings nicht proportional). Besser?

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15.04.2010, 10:17
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15.04.2010, 10:18
AW: FDP Steuerreform
Ich halte die Frage: 3 oder 5 Stufen oder bisherige Steuerformel für zweitrangig - wenn erstmal das zu versteuernde Einkommen bestimmt ist, macht das ein Softwareprogramm - und jeder kann das auf einer der einschlägigen Internetseiten ausrechnen lassen, ohne
die heutigen Steuerformeln zu kennen oder gar verstehen zu müssen.
Viel entscheidender ist, was vom Einkommen versteuert wird:
Dazu die FR:
Steuerreform: FDP stellt Sonntagszuschläge infrage | Frankfurter Rundschau - Politik
Berlin. Bei Steuerkonzepten aller Art lohnt ein Blick ins Kleingedruckte: Nicht der Tarifverlauf und die Steuersätze allein bestimmen, wie hoch die Belastung sein wird. Entscheidend ist auch, welches Einkommen überhaupt versteuert werden muss. Mit Änderungen in diesem Punkt will die FDP offenbar die von ihr gewünschte Steuerentlastung finanzieren.
Zwar hat die FDP bei ihrem am Dienstag vorgestellten Konzept die Steuersätze in den Vordergrund gestellt und erwähnt, dass Steuervergünstigungen abgebaut werden sollen. Doch die Finanzexperten Hermann Otto Solms und Andreas Pinkwart führten dies bei der Präsentation nicht weiter aus. In ihrem Konzept, das als Antrag zum Bundesparteitag Ende April vorliegt, steht jedoch klar und eindeutig: "Die FDP stellt grundsätzlich alle Ausnahmen von der Steuerpflicht zur Diskussion."
Dazu gehört dann auch eine der wichtigsten Steuervergünstigungen für Arbeitnehmer, nämlich die Steuerfreiheit der Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge: Streicht man einer Krankenschwester diesen Steuervorteil, dann dürfte der Einkommensverlust durch die niedrigeren Steuersätze der FDP häufig nicht kompensiert werden. Im Gegenteil: Für viele Betroffene dürfte die Steuerlast unterm Strich sogar steigen.
Sehr bedenklich aus Sicht der Arbeitnehmer ist ein weiterer Punkt: Die FDP will die Absetzbarkeit von Werbungskosten grundsätzlich pauschalieren, und zwar bei zwei Prozent der Bruttoeinkünfte. Das stellt für viele Steuerzahler gegenüber der derzeitigen Rechtslage eine Verschlechterung dar: Denn der heutige Arbeitnehmerpauschbetrag von einheitlich 920 Euro wird im FDP-Konzept erst bei einem Jahresbrutto von 46.000 Euro erreicht. Alle Steuerzahler mit geringeren Bezügen zahlen also drauf.
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15.04.2010, 10:22Inaktiver User
AW: FDP Steuerreform
Bisschen

Naja das hat mich auch erst mal aufgeregt.
Wobei ich die Umverteilung nach oben beim Elterngeld auch nicht besonders gerecht finde.
1800 Euro muss man keinem Paar geben, das davor wahrscheinlich schon mit zwei Einkommen sehr gut verdient hat.
Es wäre für mich also mehr die Frage, was die FDP stattdessen vorschlagen würde, um Eltern die Überbrückung zu erleichtern.



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