Sehr erschreckend, wenn Menschen vor dem Hintergrund der sehr wechselvollen und teilweise hochdramatischen Geschichte Europas und der Anrainerstaaten gedankenlos herumzündeln.
Und genau das sehe ich in dieser armenischen Kampagne.
Selbstverständlich. Deshalb habe ich auch Verständnis dafür, wenn die Türkei sich an diesen Sprengstoff nicht heranwagt.Ich denke mal, dass die Türkei solche Bestrebungen sehr aufmerksam verfolgt.
Die Türkei hat mit den Kurden weiß Gott genügend sozialen und politischen Sprengstoff. Sie (und Europa) braucht einen zusätzlichen alten-neuen armenischen Konfliktherd so notwendig wie ein Loch im Kopf.
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Thema: Armenian Genocide
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13.04.2010, 12:40Inaktiver User
AW: Armenian Genocide
Geändert von Inaktiver User (13.04.2010 um 12:54 Uhr)
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13.04.2010, 12:52Inaktiver User
AW: Armenian Genocide
Das hat auch niemand behauptet.
Die armenische Kampagne, die hier Thema ist, wird aber nicht von unabhängigen Historikern geführt, sondern von historischen Laien und Bürgern westlicher Länder, die sich als Armenier bezeichnen.
Historiker haben viele Quellen zur Verfügung. Ein historisches und länderübergreifendes Großereignis wie dieses wird wohl kaum nur auf Archive eines einzelnen Landes angewiesen sein.Für umfassende historische Forschung ist es übrigens unabdingbar, dass der Zugang zu historischen Dokumenten umfassend gewährleistet ist. Garantiert die türkische Regierung den Geschichtswissenschaftlern diesen Zugang?
Nochmal:Was mir nicht in den Kopf will: Oben redest Du neutraler und unabhängiger Forschung das Wort - um hier Forschung nach dem Prinzip des maximalen Nutzens zu beurteilen. Ein schlimmer Gedanke, dass Wissenschaftler ihre Forschung danach ausrichten müssten, ob die Resultate genehm sind und dabei etwas zu gewinnen ist.
wir sollten unterscheiden zwischen den Forschungen von Historikern und den Kampagnen interessierter Kreise.
Ich gehe davon aus, dass die "Armenier" keineswegs neutrale und unabhängige Forschung in den Mittelpunkt ihrer Wünsche und Forderungen stellen.
Übrigens wäre es ein Novum, wenn in dem Politikforum der Bricom geschichtswissenschaftliche Überlegungen zum Thema gemacht würden. Ich glaube das einfach nicht. Oder sind hier Historiker an Bord, die sich beklagen an das Dokument X im Archiv Y nicht herankommen zu können? Doch wohl kaum.
Hier geht es um ganz was anderes.Geändert von Inaktiver User (13.04.2010 um 16:15 Uhr)
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13.04.2010, 12:58Inaktiver User
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13.04.2010, 23:58
AW: Armenian Genocide
ach Blautanne
ach djgm
lest das mal hier, es geht nicht nur um Geld, es geht um ganz andere DingeIch bin verantwortlich für das was ich sage
nicht für das was Du verstehst
mein Avatar zeigt den Ararat von der armenischen Seite im Sommer
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14.04.2010, 13:21Inaktiver User
AW: Armenian Genocide
@ shiba
Ohne jeden Zweifel ist damals Schreckliches geschehen.
Und natürlich geht es heute bei dieser Diskussion (auch) um Geld.
Aber wichtig ist, dass man alle Aspekte betrachtet, wie ich sie weiter ober z.T. aufgeführt hatte:
* Es besteht kein Zweifel, dass "türkische" Armenier gegenüber dem Osmanischen Reich Landesverrat begangen haben und damit der türkischen Regierung einen Grund/Vorwand für die Maßnahmen gegen alle Armenier in den bedrohten Gebieten gegeben haben, die dann so schreckliche Folgen hatten.
* Armenien hat die Schwäche der Türkei nach der Niederlage 1918 ausgenutzt, um sich im Frieden von Sevres riesige Gebiete im Osten der heutigen Türkei anzueignen, die nie eine mehrheitlich armenische Bevölkerung hatten. Wenn nicht türkisch, so waren und sind die Regionen eher kurdisch als armenisch. Und die Forderungen Armeniens gingen noch viel weiter und umfassten Gebiete bis zum Golf von Adana am Mittelmeer.
* Armenien hat nach dem Zerfall der Sowjetunion einen Angriffskrieg gegen Aserbaidschan geführt und dabei neben Berg-Karabach (das wohl tatsächlich eine armenische Mehrheit hat) ein Fünftel des aserbaidschanischen Staatsgebiets besetzt, wo praktisch keine Armenier lebten.
Was die Reaktion des Reichskanzlers v. Bethmann-Hollweg betrifft, so hat er das getan, was damals im Interesse des Deutschen Reiches war: Er hat die innere Sicherheit des wichtigen Verbündeten Türkei gestützt, auf den man zur Flankensicherung angewiesen war.
Und dies stand nicht im Widerspruch zu den damals gültigen Standards, wenn man überlegt, dass wenige Jahre zuvor Länder wie England oder die USA ebenfalls große Bevölkerungsgruppen ausgerottet haben (Buren, Indianer, ...)
Dies macht es aus heutiger Sicht nicht besser, aber man kann nur nach den damals gültigen Standards urteilen. Und die waren nun einmal so, dass Sicherungsmaßnahmen dieser Art zulässig waren bzw. akzeptiert wurden.
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20.04.2010, 11:57
AW: Armenian Genocide
ich möchte hier dennoch, trotz der unterschiedlichsten Auffassungen der einzelnen User, auf einen Artikel in der ZEIT hinweisen, indem es um eine Stellungnahme von Günther Grass geht
Mord an Armeniern: Grass und die Türken | Kultur | ZEIT ONLINEIch bin verantwortlich für das was ich sage
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20.04.2010, 12:37Inaktiver User
AW: Armenian Genocide
sach ma so:
Für mich ist die Meinung von Grass nicht relevanter als die von Blautanne oder anderen Leuten, die hier mit diskutieren. Wir alle sind, wie Helmut Schmidt gerade wieder sagte, "Zeitungsleser". Und ich bin nicht überzeugt, dass Grass zu diesem Thema mehr "Zeitungen gelesen" hat als einer von uns hier.
Die Tatsache, dass er erfolgreich Bücher schreibt macht ihn weder kompetent noch zu einer moralischen Instanz.
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20.04.2010, 12:54
AW: Armenian Genocide
djgm ... und ich sach ma so: und das ist auch gut so! denn darum gehts ja garnicht!
denn.... um sich eine umfassende Meinung zu bilden kann es nicht schaden auch Artikel zu lesen oder Meinungen zu hören die nicht mit der eigenen konform gehen! man könnte ja nochwas lernen oder gar eine andere Sichtweise der Dinge bekommen.Geändert von shiba (20.04.2010 um 12:58 Uhr)
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20.04.2010, 16:22Inaktiver User
AW: Armenian Genocide
Ich bin an jeder Meinung interessiert.
Allerdings sehe ich "Prominenz" nicht als einen Faktor für die Relevanz einer Nachricht oder eines Kommentars.
Vor diesem Hintergrund schätze ich - wie gesagt - die Meinung von Blautanne oder auch deine Meinung (als Meinung, nicht als Fakt) als genau so wichtig oder wichtiger ein als die Meinung von Grass.
Dass er meint, die Türkei schulde den Armeniern eine Entschuldigung, ist in Ordnung. Auch ich bin dieser Meinung, und ich habe auch den Eindruck, dass die Türkei den Tod von (zu) vielen Armenien bereits mehrfach öffentlich bedauert hat.
Allerdings bedarf es einer ausführlichen wissenschaftlichen Aufarbeitung der geschichtlichen Fakten durch Wissenschaftler beider Seiten, um zu bestätigen, was wirklich geschehen ist und wie es dazu kommen konnte: Was waren die Auslöser (Landesverrat durch Armenier?), was ist dann tatsächlich geschehen.
Dass u.a. der amerikanische Kongress mehrheitlich die Türkei wegen des "Völkermords" an den Armeniern verurteilt, bedeutet nicht, dass tatsächlich "Völkermord" stattgefunden hat.
Es ist eine einseitige Bewertung.
Das Prinzip jeder rechtlichen Bewertung bleibt "audietur et altera pars" (man höre auch die andere Seite).
Also nicht (wie in den USA) nur die Armenier sonder in gleichem Umfang auch die Türken.



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