Es ging mir um deine Aussage: "Daher lass uns lieber darauf anstoßen, dass dieses Kapitel der Geschichte ebenso "vergessen" wird wie all die anderen unerfreulichen Kapitel in der jahrtausendealten Geschichte der Menschheit."
Die Türkei kämpft darum, dieses Kapitel in ihrer Geschichte zu leugnen, und für diese Geschichtsfälschung Partner zu finden.
Und Erdogan wäre glücklich, wenn die internationale Politik sich an solchen Fälschungen beteiligte.
Ich kann doch nicht, wie du es tust, entscheiden, welche Ereignisse in der Geschichte gefälscht werden dürfen, und welche Bastand haben sollen.
Beispiele:
-Vernichtung der Aboriginees in Australien. Kürzlich entschuldigte sich die Australische Regierung dafür. Wieviel Jahrhunderte später?
- Vernichtung der indianischen Kultur in Nord, Mittel- und Südamerika?
-Vernichtung der Juden in Europa?
-Vertreibung der Deutschen aus ostdeutschen Gebieten?
-Vietnamkrieg?
-Irakkrieg?
-Völkermord an den Armeniern?
Welche dieser Ereignisse dürfen deiner Meinung nach gefälscht werden?
Ich kann nicht mit dir darauf anstoßen, dass "dieses Kapitel der Geschichte ebenso "vergessen" wird wie all die anderen unerfreulichen Kapitel in der jahrtausendealten Geschichte der Menschheit".
Tut mir leid, aber da bin ich doch zu freiheitsliebend.
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 69
Thema: Armenian Genocide
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11.04.2010, 13:06
AW: Armenian Genocide
Geändert von Wolfgang60 (11.04.2010 um 13:11 Uhr)
Ich bin, also denke ich
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11.04.2010, 13:26Inaktiver User
AW: Armenian Genocide
Ich fürchte, Blautanne hat Recht in der Vermutung, dass die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen (und der Erwachsenen!!) keine Ahnung von unserer Geschichte haben - und sich zum größten Teil auch nicht dafür interessieren.
Das ändert aber nichts daran, dass wir (und unsere Kinder und Enkel) wissen sollten, was geschehen ist, wie es war, wie es "dazu" gekommen ist (und es gibt viele "dazu").
Denn sonst erhöht sich die Gefahr, dass sich Geschichte doch wiederholt.
Vielleicht sogar bei uns.
Allerdings ist es wichtig, Geschichte einigermaßen objektiv zu betrachten: Die Tatsache, dass etwas in unseren (den türkischen, armeinischen, polnischen, ..) Geschichtsbüchern steht, bedeutet nicht automatisch, dass es die einzige Wahrheit ist.
Denn wenn das so wäre, wie könnte man dann z.B. türkische und armenische Geschichtsbücher akzeptieren.
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11.04.2010, 13:29Inaktiver User
AW: Armenian Genocide
Blautanne, wenn Du nicht den Sinn dafür hast, dass da etwas im Hinterkopf rumort und geklärt werden will, dann brauchen wir hier wirklich nicht weiter darüber zu debattieren.
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11.04.2010, 13:32
AW: Armenian Genocide
Ich dachte, wir reden über den Völkermord an den Armeniern.
Ich habe nichts dagegen, wenn über mangelhafte Geschichtskenntnisse der Jugendlichen geklagt wird. Das hat aber mit dem Thema des Strangs wenig zu tun. Das Thema ist der Völkermord an den Armeniern, und nicht die mangelhafte Bildung in Deutschland.Ich bin, also denke ich
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11.04.2010, 13:37Inaktiver User
AW: Armenian Genocide
Angeblich gehört ja zu unserer Geschichte auch eine Mitverantwortung für den (angeblichen) Völkermord an den Armeniern durch "die Türken".
Ich weiß zwar nicht warum ich mir einen solchen Schuh anziehen sollte, aber wenn das so im Raum steht, dann reagiere ich darauf.
Was den Streit zwischen Armeniern und Türken betrifft, so interessiert mich der absolut nicht.
Was mich interessiert, und was uns alle interssieren sollte, ist, dass man sich bemüht solche Geschehnisse für die Zukunft zu verhindern.
Egal wo
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11.04.2010, 13:45
AW: Armenian Genocide
ja klar, und der erste Schritt ist, die Vergangenheit zu verfälschen.
dann reden wir nicht mehr von dem Holocaust, und verhindern so etwas in der Zukunft?
Was wollen wir in Zukunft verhindern? - Ich weiß gar nicht, was wir in Zukunft verhindern wollen, ich kenne ja die Vergangenheit nicht. Ist einfach nur absurd.Ich bin, also denke ich
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11.04.2010, 14:04Inaktiver User
AW: Armenian Genocide
So wie ich Blautanne verstehe, so meint sie, dass die Vergangenheit nicht relevant für uns ist. Sie will sie also nicht verfälschen, sondern sie einfach versinken lassen.
Ich halte die Vergangenheit für ganz wichtig für unsere Gegenwart und unsere Zukunft - für uns in Deutschland und genau so auch weltweit.
Und das bedeutet, dass wir die Vergangenheit kenne und verstehen sollten.
Was aber nicht bedeutet, unbedingt die Fakten nur einer Seite zu akzeptieren: In den armenischen Geschichtsbüchern steht genauso viel (oder wenig) Wahrheit wie in den türkischen.
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11.04.2010, 14:11
AW: Armenian Genocide
Ach so, du zweifelst an diesem Mord an Hunderttausenden Menschen. Ich habe das vorher so verstanden, dass du es nicht möchtest, dass darüber groß geredet wird.
Dann hatte ich dich falsch verstanden. ich dachte, du wolltest ähnlich wie Blautanne alte Gräueltaten zum Vergessen bringen.Ich bin, also denke ich
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11.04.2010, 14:48Inaktiver User
AW: Armenian Genocide
Ich zweifle nicht an dem Tod einer viel zu großen Zahl von Menschen (in diesem Falle Armenier), für den die Führung des osmanischen Reiches die Verantwortung trug.
Ich habe allerdings den Eindruck, dass bei der Darstellung von armenischer Seite die Tatsache unterdrückt wird, dass viele Armenier, die damals türkische Untertanen waren, bei der Besetzung der östlichen Türkei durch russische Truppen mit diesen gegen die Türkei zusammen gearbeitet haben. Auch haben armenische Aktivisten während des Krieges die Abtrennung eines armenischen Staates von der Türkei gefordert, in einem Gebiet, das vom Ararat bis zum Mittelmeer reichen sollte (dieselben Armenier haben nicht die Unabhängigkeit des russischen Armenien gefordert).
Diese Haltung stellte nach türkischem Recht (und dem Recht jedes anderen Landes) eindeutig Landesverrat dar, und die Kooperation dieser Armenier mit den zaristischen Truppen hat ganz offensichtlich die Position des Osmanischen Reiches im Krieg mit Russland und der Entente geschwächt.
Insofern waren Gegenmaßnahmen der Türkei gegen diese armenischen "Landesverräter" grundsätzlich gerechtfertigt.
Nicht gerechtfertigt war das Ausmaß der Maßnahmen auch gegen unschuldige Zivilisten, gegen Frauen und Kinder, und die Art wie hunderttausende von Menschen in Todesmärschen umgebracht wurden.
Allerdings muss man auch dies vor dem geschichtlichen Hintergrund sehen: Nur ein gutes Dutzend Jahre zuvor hatten die Engländer vor den Augen der Weltöffentlichkeit im Burenkrieg einen ähnlich grausamen Krieg gegen burische Zivilisten geführt, in dem zigtausende umkamen. Damals haben die Engländer übrigens das Konzept der Concentration Camps erfunden ....
All dies rechtfertigt NICHT, was den Armeniern angetan wurde. Es zeigt aber, dass Krieg gegen Zivilisten keinesfalls eine türkische Erfindung war.
P.S.: Nein, die Tatsache, dass die Engländer die Konzentrationslager "erfunden" haben, rechtfertigt auch nicht die Verbrechen gegen Juden, Demokraten und Widerständler in den deutschen KZs.
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11.04.2010, 15:07
AW: Armenian Genocide
Im großen Ganzen einverstanden
W.Ich bin, also denke ich



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