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  1. Inaktiver User

    AW: Armenian Genocide

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Zur Unwahrheit aber auch nicht.


    Kein Wunder, wer gibt schon zu, das seine Vorfahren Völkermord begangen haben.


    Wir in Deutschland tun es

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    AW: Armenian Genocide

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wir in Deutschland tun es
    ...und man kann nur hoffen, daß sich die türkische Regierung endlich entschliesst
    es auch zu tun!!! Hoffnungsvolle Ansätze gibt es ja genügend auch von seiten der türkischen Bevölkerung.
    Ich bin verantwortlich für das was ich sage
    nicht für das was Du verstehst


    mein Avatar zeigt den Ararat von der armenischen Seite im Sommer

  3. Inaktiver User

    AW: Armenian Genocide

    Zitat Zitat von shiba Beitrag anzeigen

    24. April 1915
    auf das dieses Kapitel der Geschichte niemals vergessen wird

    jeß tschem morrana
    Immerhin ist diese armenische Tragödie schon hundert Jahre her.

    Daher lass uns lieber darauf anstoßen, dass dieses Kapitel der Geschichte ebenso "vergessen" wird wie all die anderen unerfreulichen Kapitel in der jahrtausendealten Geschichte der Menschheit.



    Man stelle sich nur die Menschen in dem Gebiet vor, das früher Jugoslawien hieß:

    Würden sie sorgsam die Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit pflegen, so wie du vorschlägst, dann könnten sie bis zu ihrem letzten Atemzug und bis zum letzten Atemzug ihrer Kinder und sogar bis zum letzten Atemzug ihrer noch nicht geborenen Enkel niemals ihren Nachbarn verzeihen. Und von den Kindern, Enkeln und Urenkeln (!) der Täter würde man eine ziemlich abstrakte Betroffenheit fordern.

    Wem soll das nützen?
    Ich halte das jedenfalls für ziemlich abwegig.
    Geändert von Inaktiver User (11.04.2010 um 05:36 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Armenian Genocide

    Blautanne, hier geht es doch aber darum, dass die Verantwortung von der türkischen Regierung immer geleugnet und die Sache totgeschwiegen wurde. Oder hab ich da was falsch verstanden?

  5. Inaktiver User

    AW: Armenian Genocide

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Blautanne, hier geht es doch aber darum, dass die Verantwortung von der türkischen Regierung immer geleugnet und die Sache totgeschwiegen wurde. Oder hab ich da was falsch verstanden?
    Worum es geht? Jedenfalls geht es um ein Ereignis, das so dermaßen lange her ist, dass weder die Täter noch die Opfer noch die Kinder der Täter und die Kinder der Opfer am Leben sind.

    In der Tat: es fragt sich, wer und vor allem was steckt hinter diesem Bestreben die Erinnerung an die Details eines Geschehens wach zu halten, das hundert Jahre her ist und an das keiner der Aktivisten eine unmittelbare oder mittelbare persönliche Erinnerung hat.

    Welches Interesse wird verfolgt? - Vermutlich ein materielles. Denn für Gefühle jedweder Art ist einfach zu viel Zeit vergangen.

    Ich habe wenig Sympathie für Revisionismus jeder Art - egal ob es um Sudetendeutsche oder um Armenier geht. Im Kleinen (Familien) wie im Großen (Staaten) habe ich wenig Sympathie für den Versuch Wunden, die sich eigentlich längst geschlossen haben, gewaltsam offen zu halten. Ich glaube, die Betreffenden tun sich mit solchem Verhalten keinen Gefallen, aber das ist allein ihre Sache.

    Jedenfalls habe ich wenig Lust mich auf die Seite von irgend welchen Interessensgruppen ziehen zu lassen, die mit Hilfe des Drucks einer starken Öffentlichkeit versuchen Reparationszahlungen, Gebietsrückgaben und ähnliches durchzusetzen.
    Denn um etwas anderes kann es ernstlich nicht mehr gehen, ganz gleich, was die Betreffenden behaupten mögen.
    Revisionismus und Revanchismus jedoch würde nur wieder neues Unrecht und neue Konflikte hervorrufen.
    Geändert von Inaktiver User (11.04.2010 um 12:17 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Armenian Genocide

    Puh...
    ich glaube, da unterschätzt Du zum einen die Nachwirkungen von Geschichte, und inwiefern sie identitätsbildend und politikbildend für das jetzt und heute ist.
    Eine ganze Kultur wurde ausgelöscht, Armenier erlebten tatsächlich eine Zeit der Diaspora. Und wenn Du so argumentierst - dann wäre letztlich die jüdische Diaspora 586 v. Chr. völlig unrelevant für heute - mit ihren daraus folgenden Vertreibungen, Stigmatisierungen etc. Stimmt aber nicht.
    Zum anderen widerstrebt es meinem Gerechtigkeitssinn, die Ermordung von 1 Million Menschen einfach so unreflektiert dem Vergessen anheim fallein zu lassen. Und eine fast 100jährige Geschichte der Verdrängung ist mithin schon Thema für sich.

  7. Inaktiver User

    AW: Armenian Genocide

    Ich denke, uns allen ist es ziemlich egal, was damals geschehen ist, zumal wir die Fakten bestenfalls teilweise kennen - und ganz offensichtlich recht einseitig präsentiert.

    Worum es heute geht ist, dass wir alle aufmerksam bleiben, wenn doch wieder ein (neuer) Völkermord oder Unterdrückung droht, egal von wem: Von Massenmördern wie Pol Pot, bei den Hutu gegenüber den Tutsi (und/oder umgekehrt ??), von Israelis gegenüber den Palästinensern, ...

    Und die Wahrscheinlichkeit ist gering (aber > 0 !!), dass sich die Geschichte dort wiederholt, wo so etwas schon geschehen ist (Deutschland, Türkei, ..) - die Wahrscheinlichkeit ist größer dort, wo man sich der Problematik nicht wirklich bewusst ist.

    Insofern ist es wichtig, dass wir nie vergessen, dass es Völkermord immer gegeben hat (man denke an die fast komplette Ausrottung der Indianer in den USA und der Aborigines in Australien), und dass die Gefahr immer wieder besteht, wenn wir nicht alle achtsam bleiben.

    Nicht durch immer wiederholte Schuldzuweisung, sondern durch das Bewusstmachen, dass die Unterdrückung der einen durch die andere Gruppe überall ein Riskio oder gar eine Tatsache darstellt.

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    AW: Armenian Genocide

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    .....Würden sie sorgsam die Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit pflegen, so wie du vorschlägst, dann könnten sie bis zu ihrem letzten Atemzug und bis zum letzten Atemzug ihrer Kinder und sogar bis zum letzten Atemzug ihrer noch nicht geborenen Enkel niemals ihren Nachbarn verzeihen. Und von den Kindern, Enkeln und Urenkeln (!) der Täter würde man eine ziemlich abstrakte Betroffenheit fordern.

    Wem soll das nützen?
    Ich halte das jedenfalls für ziemlich abwegig.

    Ich habe jedenfalls wenig Sympathie dafür, so wenig Sympathie wie für diejenigen, die unbedingt die deutsche Vertreibung "wach halten" wollen. Vor allem habe ich wenig Lust mich zum Werkzeug von irgend welchen Interessensgruppen machen zu lassen, die ihre Süppchen mit unserer Hilfe zu kochen versuchen.
    Es geht um die Geschichte. Um die Geschichtsbücher. Sollen wir anfangen, wie die Türkei es wünscht, unsere Geschichtsbücher zu fälschen? Das kann doch nicht wahr sein. Langsam erkenne ich den Horror der Bücher Orwells und Huxleys: Geschichtsbücher werden gefälscht, gerade so, wie es den Machthabern gefällt. Die Wahrheit wird verboten, wie es Erdogans Partei es will. Das darf nicht sein. Unsere Kinder haben das Recht auf ungefälschte Geschichtsbücher.

    Ich bin auch dafür, dass unsere unrühmliche Vergangenheit, mit Judenverfolgung und Judenvernichtung auch in zukünftigen Geschichtsbüchern zu lesen sein wird, und es nicht so kommt, wie du sagst:
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Daher lass uns lieber darauf anstoßen, dass dieses Kapitel der Geschichte ebenso "vergessen" wird wie all die anderen unerfreulichen Kapitel in der jahrtausendealten Geschichte der Menschheit.
    Ich bin, also denke ich

  9. Inaktiver User

    AW: Armenian Genocide

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Puh...
    ich glaube, da unterschätzt Du zum einen die Nachwirkungen von Geschichte, und inwiefern sie identitätsbildend und politikbildend für das jetzt und heute ist.
    Eine ganze Kultur wurde ausgelöscht, Armenier erlebten tatsächlich eine Zeit der Diaspora. Und wenn Du so argumentierst - dann wäre letztlich die jüdische Diaspora 586 v. Chr. völlig unrelevant für heute - mit ihren daraus folgenden Vertreibungen, Stigmatisierungen etc. Stimmt aber nicht.
    Zum anderen widerstrebt es meinem Gerechtigkeitssinn, die Ermordung von 1 Million Menschen einfach so unreflektiert dem Vergessen anheim fallein zu lassen. Und eine fast 100jährige Geschichte der Verdrängung ist mithin schon Thema für sich.
    Ganz klar: mein Thema ist es nicht. Mein Gerechtigkeitssinn hat mit der Gegenwart genug zu tun; hundert- oder zweihundert Jahre alte historische Verbrechen aufzuarbeiten und darüber auch noch emotional betroffen zu sein - das würde mich heillos überfordern.

    Meine Familie hat Wurzeln in Ländern, die ihre eigenen Traumata zu bewältigen hatten bzw. haben und deshalb reagiere ich so misstrauisch auf diese Vorstöße der sogenannten Armenier in Europa und USA Verbündete für ihre politischen und materiellen Ziele zu gewinnen.

    Wir hatten dieses Strangthema übrigens vor einiger Zeit bereits, und auch damals habe ich auf die deutsche Vertriebenenthematik und den sinnvollen Umgang damit verwiesen. Man kann aber viele andere Beispiele nennen. Hutus und Tutsis zum Beispiel, die sich bis zum Jüngsten Tag gegenseitig die Vergangenheit vorwerfen könnten - oder Kambodschaner untereinander, Serben, Kroaten und Albaner, die ehemaligen Kolonialländer und deren Bürger, die schwarzen Südafrikaner den weißen Südafrikanern, usw. usw. usw.

    Ich denke: es reicht.

  10. Inaktiver User

    AW: Armenian Genocide

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Es geht um die Geschichte. Um die Geschichtsbücher. Sollen wir anfangen, wie die Türkei es wünscht, unsere Geschichtsbücher zu fälschen?
    Die Gefahr besteht wohl kaum.

    A propos deutsche Geschichtsbücher.
    Frag die heutigen Schüler oder Erwachsenen in Deutschland nach der Emser Depesche oder stell die Frage, durch welches Ereignis der Erste Weltkrieg ausgelöst worden ist. Mal sehen, was du zur Antwort kriegst ..

    Es besteht m.E. kein akuter Bedarf dafür sich aktiv für historische Aufarbeitungen am Rande Europas einzusetzen, wenn man bezüglich der eigenen Geschichte solche Defizite hat.

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