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Thema: Waffenexporte

  1. User Info Menu

    AW: Waffenexporte

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie mans nimmt, im Moment vielleicht.
    Aber, der Wind kann drehen, wenn man etwas aus der Hand gibt, hat man keinen Einfluss darauf, was derjenige eines schönen Tages damit macht.

    Nur, das ist eine Frage, wie man zum Waffenhandel generell steht....
    Monsoo, ähnliches geht mir auch dirch den Kopf.

    Ich möchte nicht alle Waffenexporte über einen Kamm scheren. Da wir eine Armee haben, es andere Staaten ähnlich machen, wäre eine Diskussion über Waffenexporte ziemlich theoretisch und jenseits der Realität.

    Meine Idee ist folgende:
    1. Es gibt Staaten, denen man "bedenkenlos" Waffen verkaufen kann, z. B. Luxemburg.
    2. Andere Staaten, die zu unserem Bündnis gehören, kann man auch beliefern. Aaaaber was ist jetzt mit den beiden Kontrahenten in Südosteuropa. Was ist, wenn z. B. die Türkei eine griechische Insel besetzt?. Die Türkei und Griechenland haben sehr unterschiedliche Vorstellungen über die Grenzen im Ionischen Meer.
    Beim Überfall der Türkei auf Zypern schaute die Welt auch nur tatenlos zu. Und was passiert, wenn es zu einem bewaffneten Konflikt zwischen zwei Nato-Ländern gibt? Wir werden wieder zusehen und Sonntagsreden schwingen.
    Daher wäre mir lieber, anstatt Waffenexport-Dritter zu werden, mehr Engagement in Richtung einer Lösung der dortigen Konflikte.
    3. Waffen in sichere Nicht-Nato-Länder.
    sehe ich ähnlich wie bei der Nato: Es gibt Länder, die kann man beliefern (Schweiz), andere sollte man mit Vorsicht genießen. So sehe ich die Schweiz, auch wenn wir uns mit den Schweizern gerade in den Haaren haben, nicht unbedingt in der Lage, uns in einem 7-Tage Krieg zu überrennen.
    Dann frage ich mich aber, was z.B. in Pakistan passiert. Die rüsten wir auf, wir lassen zu, dass sich dort eine weitere Atommacht etabliert. Und wir beliefern die ohne Ende, andere machen das natürlich genauso. Und hoffen, und bibbern und hoffen, dass das korrupte Regime in Pakistan auf Dauer hält und nicht einem (noch schlechteren) Regime weichen muss. Und in diesem Falle würde es richtig rund gehen. Ein Land mit Atombomben, das womöglich von einer antiamerikanischen Regierung geführt wird.

    Das klingt alles sehr nüchtern, doch mir vergeht manchmal der Spaß, wenn ich denke, was passieren kann, wenn die angeschafften Waffen auch eingesetzt werden.
    Und wenn ich gerade Zeitungen aufschlage und den Jubel sehe, dass wir wieder Drittbester im Waffenexport sind, muss ich kotzen. Heute wird gejubelt, und morgen liegt ein unschuldiges Kind im Graben, dem die Beine weggeschossen wurden. Klingt vielleicht zu pathetisch, ich weiß......man möge darüber hinwegsehen.
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Waffenexporte

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Damit, das Deutschland Waffen exportiert, war, bin und werde ich nie einverstanden sein
    Warum?
    Maddin, dafür gibt es so viele Gründe die gar nicht auf eine Seite passen.

    Hier einige:
    • [*-]weil ich in der Nachkriegszeit geboren wurde

    • weil ich mitbekommen habe, wie der Generation vor mir die Kindheit und Jugend gestohlen wurde

    • weil ich in meiner Jugend von der Hippiezeit, Flower-Power-Zeit geprägt war mit "Nie mehr Krieg", meine Idole waren Ghandi, Martin-Luther-King, etc.

    • weil ich mich gut an den Ausspruch "Die Russen kommen" erinnern kan, der in den 70er und 80er Jahren noch Angst verbreitete. Angstvolle Menschen sind leicht zu manipulieren

    • ...
    Gruß dingsda

    Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
    Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.

  3. Inaktiver User

    AW: Waffenexporte

    Na dann ist Deine Aussage aber nur ein Teil Deiner Einstellung. Im Grunde willst Du dann jegliches Militär abschaffen.

  4. Inaktiver User

    AW: Waffenexporte

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Monsoo, ähnliches geht mir auch dirch den Kopf.

    Ich möchte nicht alle Waffenexporte über einen Kamm scheren. Da wir eine Armee haben, es andere Staaten ähnlich machen, wäre eine Diskussion über Waffenexporte ziemlich theoretisch und jenseits der Realität.

    Meine Idee ist folgende:
    1. Es gibt Staaten, denen man "bedenkenlos" Waffen verkaufen kann, z. B. Luxemburg.
    2. Andere Staaten, die zu unserem Bündnis gehören, kann man auch beliefern. Aaaaber was ist jetzt mit den beiden Kontrahenten in Südosteuropa. Was ist, wenn z. B. die Türkei eine griechische Insel besetzt?. Die Türkei und Griechenland haben sehr unterschiedliche Vorstellungen über die Grenzen im Ionischen Meer.
    Beim Überfall der Türkei auf Zypern schaute die Welt auch nur tatenlos zu. Und was passiert, wenn es zu einem bewaffneten Konflikt zwischen zwei Nato-Ländern gibt? Wir werden wieder zusehen und Sonntagsreden schwingen.
    Daher wäre mir lieber, anstatt Waffenexport-Dritter zu werden, mehr Engagement in Richtung einer Lösung der dortigen Konflikte.
    3. Waffen in sichere Nicht-Nato-Länder.
    sehe ich ähnlich wie bei der Nato: Es gibt Länder, die kann man beliefern (Schweiz), andere sollte man mit Vorsicht genießen. So sehe ich die Schweiz, auch wenn wir uns mit den Schweizern gerade in den Haaren haben, nicht unbedingt in der Lage, uns in einem 7-Tage Krieg zu überrennen.
    Dann frage ich mich aber, was z.B. in Pakistan passiert. Die rüsten wir auf, wir lassen zu, dass sich dort eine weitere Atommacht etabliert. Und wir beliefern die ohne Ende, andere machen das natürlich genauso. Und hoffen, und bibbern und hoffen, dass das korrupte Regime in Pakistan auf Dauer hält und nicht einem (noch schlechteren) Regime weichen muss. Und in diesem Falle würde es richtig rund gehen. Ein Land mit Atombomben, das womöglich von einer antiamerikanischen Regierung geführt wird.

    Das klingt alles sehr nüchtern, doch mir vergeht manchmal der Spaß, wenn ich denke, was passieren kann, wenn die angeschafften Waffen auch eingesetzt werden.
    Und wenn ich gerade Zeitungen aufschlage und den Jubel sehe, dass wir wieder Drittbester im Waffenexport sind, muss ich kotzen. Heute wird gejubelt, und morgen liegt ein unschuldiges Kind im Graben, dem die Beine weggeschossen wurden. Klingt vielleicht zu pathetisch, ich weiß......man möge darüber hinwegsehen.
    Da ist schon was dran.
    Vor allem, die NATO ist ein Militärbündnis, das seit dem Mauerfall neue Mitglieder bekommen hat, gut und schön.
    In diesem Bündnis sind einige jahrhundertealte Erzfeinde, das ist mal das eine.
    Zum anderen weiss niemand was passiert, Bündnisse können auch gebrochen werden, in der Geschichte mehrfach vorgekommen und dann hat man Leuten etwas in die Hand gegeben, dass dann gegen einen selber eingesetzt wird.

    Ist jetzt etwas schwarzmalerisch und für einige sicher utopisch, aber irgendwo der dümmste aller Fälle.

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    AW: Waffenexporte

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da ist schon was dran.
    Vor allem, die NATO ist ein Militärbündnis, das seit dem Mauerfall neue Mitglieder bekommen hat, gut und schön.
    In diesem Bündnis sind einige jahrhundertealte Erzfeinde, das ist mal das eine.
    Zum anderen weiss niemand was passiert, Bündnisse können auch gebrochen werden, in der Geschichte mehrfach vorgekommen und dann hat man Leuten etwas in die Hand gegeben, dass dann gegen einen selber eingesetzt wird.

    Ist jetzt etwas schwarzmalerisch und für einige sicher utopisch, aber irgendwo der dümmste aller Fälle.
    Dann sollen wir der Bundeswehr aber auch keine Waffen mehr geben, womöglich gibt es in 30 Jahren einen Militärputsch und dann wird mit unseren Waffen auf uns geschossen.



    Hans
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

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    AW: Waffenexporte

    Die Entwicklung moderner Waffen benötigt enorm viel Geld und spezifisches Know-How. Kein Land außer den Supermächten kann es sich leisten, alle relevanten Waffenarten selbst zu entwickeln. Daher ist eine Arbeitsteilung auch in der Rüstung notwendig. Hinzu kommt, daß sich die Entwicklung vieler Waffen nur für die eigene Armee nicht lohnt und ein Waffenexport eine notwendige Bedingung für die Entwicklung der Waffen ist.

    Die Frage, wem man aber Waffen verkauft, ist eine andere.

    Ich sehe es allerdings bei Griechenland und der Türkei relativ entspannt. Hinzu kommt, daß der Ausbruch eines Krieges weniger von Waffenimporten und mehr von der Psychologie der Politiker abhängt. Ein gut gefüllter Waffenschrank macht nicht automatisch aggressiv. Man kann sich auch mit Macheten massenhaft umbringen.

    Ich vermute, Griechenland und die Türkei haben langfristige Lieferverträge mit anderen Ländern bzgl. Waffenimport, die sich nicht so ohne weiteres kündigen lassen.

    Hans
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

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    AW: Waffenexporte

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Monsoo, ähnliches geht mir auch dirch den Kopf.

    Ich möchte nicht alle Waffenexporte über einen Kamm scheren. Da wir eine Armee haben, es andere Staaten ähnlich machen, wäre eine Diskussion über Waffenexporte ziemlich theoretisch und jenseits der Realität.

    Meine Idee ist folgende:
    1. Es gibt Staaten, denen man "bedenkenlos" Waffen verkaufen kann, z. B. Luxemburg.
    2. Andere Staaten, die zu unserem Bündnis gehören, kann man auch beliefern. Aaaaber was ist jetzt mit den beiden Kontrahenten in Südosteuropa. Was ist, wenn z. B. die Türkei eine griechische Insel besetzt?. Die Türkei und Griechenland haben sehr unterschiedliche Vorstellungen über die Grenzen im Ionischen Meer.
    Beim Überfall der Türkei auf Zypern schaute die Welt auch nur tatenlos zu. Und was passiert, wenn es zu einem bewaffneten Konflikt zwischen zwei Nato-Ländern gibt? Wir werden wieder zusehen und Sonntagsreden schwingen.
    Daher wäre mir lieber, anstatt Waffenexport-Dritter zu werden, mehr Engagement in Richtung einer Lösung der dortigen Konflikte.
    3. Waffen in sichere Nicht-Nato-Länder.
    sehe ich ähnlich wie bei der Nato: Es gibt Länder, die kann man beliefern (Schweiz), andere sollte man mit Vorsicht genießen. So sehe ich die Schweiz, auch wenn wir uns mit den Schweizern gerade in den Haaren haben, nicht unbedingt in der Lage, uns in einem 7-Tage Krieg zu überrennen.
    Dann frage ich mich aber, was z.B. in Pakistan passiert. Die rüsten wir auf, wir lassen zu, dass sich dort eine weitere Atommacht etabliert. Und wir beliefern die ohne Ende, andere machen das natürlich genauso. Und hoffen, und bibbern und hoffen, dass das korrupte Regime in Pakistan auf Dauer hält und nicht einem (noch schlechteren) Regime weichen muss. Und in diesem Falle würde es richtig rund gehen. Ein Land mit Atombomben, das womöglich von einer antiamerikanischen Regierung geführt wird.

    Das klingt alles sehr nüchtern, doch mir vergeht manchmal der Spaß, wenn ich denke, was passieren kann, wenn die angeschafften Waffen auch eingesetzt werden.
    Und wenn ich gerade Zeitungen aufschlage und den Jubel sehe, dass wir wieder Drittbester im Waffenexport sind, muss ich kotzen. Heute wird gejubelt, und morgen liegt ein unschuldiges Kind im Graben, dem die Beine weggeschossen wurden. Klingt vielleicht zu pathetisch, ich weiß......man möge darüber hinwegsehen.
    Ich will Dir schon recht geben, aber andererseits ist die Unterteilung auch recht scheinheilig, da Luxemburg dann deutsche Waffen irgendwohin verkauft.

    Insgesamt machen Waffen am deutschen Export allerdings nur einen kleinen Teil im einstelligen Prozentbereich aus, wenn ich nicht irre - insofern finde ich das nicht ganz so bemerkenswert, bzw. in Hinblick auf die deutsche Wirtschaftskraft auch nicht erstaunlich, das Deutschland auf den forderen Plätzen ist. Ist Deutschland exportmässig doch praktisch überall wo es um Technologie und Qualität geht.

    Und wie Wolfgang etwa sagt, spräche doch eigentlich wenig dagegen, Munition für dänische Polizeipistolen zu liefern, warum auch nicht. Nur taucht diese Munition dann irgendwie doch bei indischen Kindermilizen auf. Und da der Waffenexport wirtschaftlich schlussendlich garnicht so bedeutsam ist, wärs mir lieber Deutschland würde darauf ganz verzichten.

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    AW: Waffenexporte

    Zitat Zitat von Ahab Beitrag anzeigen
    Ich will Dir schon recht geben, aber andererseits ist die Unterteilung auch recht scheinheilig, da Luxemburg dann deutsche Waffen irgendwohin verkauft.

    Und wie Wolfgang etwa sagt, spräche doch eigentlich wenig dagegen, Munition für dänische Polizeipistolen zu liefern, warum auch nicht. Nur taucht diese Munition dann irgendwie doch bei indischen Kindermilizen auf. Und da der Waffenexport wirtschaftlich schlussendlich garnicht so bedeutsam ist, wärs mir lieber Deutschland würde darauf ganz verzichten.
    OK, Lassen wir mal Luxemburg und die Schweiz.

    Das, was du sagst, stimmt. Waffen werden, ähnlich wie Ölprodukte, Maschinen etc international gehandelt, unabhängig von irgendwelchen Grenzen. Zuerst mal von sicheren in halbsichere Länder, dann in weniger sichere Länder, dann in Länder, von denen Gefahr ausgeht, bzw. ausgehen könnte.

    Ich bin mir dieser Scheinheiligkeit bewusst, wollte jedoch keinen Strang aufmachen, ob Waffenproduktion überhaupt verboten werden soll. Wenn produziert wird, wird auch verkauft, und dann weiß man wirklich nicht, wer am Ende die Waffe in der Hand hat. Da ich eine solche Grundsatzdiskussion verhindern wollte, brachte ich die Beispiele Griechenland-Türkei, Irak, Afghanistan und Pakistan. Gerade dort müsste doch jedem ersichtlich sein, wie pervers die Jubelorgien über die deutschen Waffenexporte sind.
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Waffenexporte

    Täglich verletzen sich nach offiziellen Angaben in Afghanistan noch 40 Leute an alter Munition, Sprengkörpern u.ä.

    Hier noch mal aus der Zeit: man beachte den großen grauen Kasten links Mitte (und darin den kleinen unten rechts).
    Geändert von Speckage (18.03.2010 um 19:21 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Waffenexporte

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie mans nimmt, im Moment vielleicht.
    Aber, der Wind kann drehen, wenn man etwas aus der Hand gibt, hat man keinen Einfluss darauf, was derjenige eines schönen Tages damit macht.

    Nur, das ist eine Frage, wie man zum Waffenhandel generell steht....
    Das ist richtig. Ich habe habe nichts gegen Waffenhandel an Verbündete.

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    ....... Aaaaber was ist jetzt mit den beiden Kontrahenten in Südosteuropa. Was ist, wenn z. B. die Türkei eine griechische Insel besetzt?. Die Türkei und Griechenland haben sehr unterschiedliche Vorstellungen über die Grenzen im Ionischen Meer.
    Beim Überfall der Türkei auf Zypern schaute die Welt auch nur tatenlos zu. Und was passiert, wenn es zu einem bewaffneten Konflikt zwischen zwei Nato-Ländern gibt? Wir werden wieder zusehen und Sonntagsreden schwingen...........
    Zum einen ist die Gefahr eines Konflikts zwischen Griechenland und der Türkei überhaupt nicht da. Zu anderen stimmt die Aussage, die Welt schaute tatenlos zu als die Türkei Nordzypern besetzte zu, schlichtweg falsch.
    Die NATO hat damals, durch einen gewissen Druck, einen schweren Konflikt verhindert.
    In der Zwischenzeit ist viel passiert und das Verhältnis beider Staaten ist wesentlich entspannter.

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