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24.03.2010, 16:49
AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?
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24.03.2010, 18:32Inaktiver User
AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?
Wenn das die Begründung der Heiligsprechung wäre, dann gebe ich dir recht - das wäre unmöglich. Ich habe aber eine andere gefunden, die mir plausibler erscheint und so habe ich die Geschichte von Maria Goretti bzw. ihrer Heiligsprechung auch in Erinnerung:
Bei der Heiligsprechung Maria Gorettis am 24. Juni 1950 versammelten sich rund 500.000 Menschen. In seiner Ansprache hob Pius XII. hervor, dass das Mädchen wegen ihres Verzeihungsaktes gegenüber ihrem Mörder und aufgrund ihres bedingslosen Eintretens für die Tugend der Keuschheit zu verehren sei, ohne damit jedoch zu implizieren, dass sie in Sünde gefallen wäre, hätte sie sich nicht gewehrt.
Quelle
An anderer Stelle habe ich gelesen, dass das Mädchen nicht der Meinung war, es würde eine Sünde begehen, sondern sie hatte zu dem Mörder gesagt: Du darfst das nicht tun, das ist eine Sünde, da kommst du in die Hölle.
Ich kann mich natürlich nicht an die Heiligsprechung selbst erinnern
, aber halt daran, wie wir es später in der Schule gelernt haben.
Ich muss aber auch zugeben, dass ich zu der Praxis der Heiligsprechungen in der KK ein durchaus kritisches Verhältnis habe ...
Und ich weiß auch, dass es einen "Freundeskreis Maria Goretti" gibt, der sehr fundamental ist.
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27.03.2010, 18:26Inaktiver User
AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?
All das ist wirklich schlimm, und wir (und natürlich auch die Kirche(n) und der Staat in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen) sind in der Pflicht, dass sich solche Fälle möglichst nicht wiederholen.
Aber es gibt weltweit mindestens 1.2 Milliarden Katholiken.
Für die allermeisten von ihnen ist ihre Kirche etwas ausgesprochen Positives.
Kann man "die Kirche", die Heimat für eine so große Zahl von Menschen ist, wegen der Taten von einigen Hundert, dem Leiden von einigen (zu vielen!) Tausend, allgemein verdammen?
Müsste man nicht demnach eine Organisation (eine Partei?) mit 500.000 Mitgliedern verdammen, weil ein oder zwei dieser Mitglieder - ein oder zwei ihrer Funktionäre - kriminell geworden sind?
In welcher großen Organisation gibt es keine Kriminellen?
Ich halte die gegenwärtigen Angriffe auf die Kirchen für eine schlimme Medienkampagne, getragen von Journalisten, unter denen (prozentual gesehen) sicher ein weit größerer Anteil kriminell war/ist als bei den Funktionsträgern der Kirchen.
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27.03.2010, 19:14Inaktiver User
AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?
@djgm01 : danke für deine wohltuend sachlichen Beiträge !
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27.03.2010, 20:01
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28.03.2010, 15:40
AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?
1. Ist die katholische Kirche ihrem Selbstverständnis nach eine "Organisation" wie jede andere?
Ist der totalitäre moralische und dogmatische Selbstanspruch der katholischen Kirche eigentlich nur ein Marketinggag für die Bebeutelten, Minderbemittelten und Instabilen auf diesem Planeten oder ist damit nicht auch der Maßstab der eigenen Beurteilung gegeben?
2. Faszinierend: den wievielten Frühling erlebt z.Z. der Diskussionsverhinderungstopos "Medienkampagne" eigentlich? Ob Sarrazin, Westerwelle, die katholische Kirche oder Wetterfrosch Kachelmann: alle sind sie Opfer einer Medienkampagne, d.h. einer Kampagne, die gerade einmal nicht den eigenen Interesse dient. Schlimm in welchen Zeiten wir leben!
3. Jahrzehntelang haben der Katholizismus und ich in friedlichen, gegenseitigen Desinteresse koexistiert. Nein, eigentlich habe ich mit dem Katholizismus sogar dezent, sehr dezent sympathisiert, zumindest mit dem lebensfrohen und undogmatischen Katholizismus der Rheinländer.
Die schöne und wirklich bezaubernde Architektur vieler Kirchen und Klöster, der unzeitgemäße Sinn der Katholiken für Traditionen und Werte (als Gegengewicht zum alleszermahlmenden Wirtschaftsliberalismus), die geistigen Abenteuer und unterhaltsamen Inkonsistenzen der Scholastik, der Sinn für dramatische Inszenierungen (Messe), die Körperlichkeit der Orgelmusik, die Verdienste für den Erhalt der abendländischen Kultur (obwohl sie viel, viel geringer sind als manche Historiker glauben), die Soap-Qualitäten der Kirchengeschichte, etc.: all das mochte ich irgendwie gerne, auch wenn ich immer wusste, dass das alles nur Quatsch ist.
Doch manchmal reichen nur kurze Augenblicke und ein Bild wird wieder klarer. Vor ein paar Wochen habe ich zufällig eine Talk-Sendung mit Maischberger gesehen. Zu Gast waren u.a. ein gewisser Weihbischof Laun und eine gewisse Frau Kuby, beides glühende Apologeten der katholischen Kirche. Anstatt aber in Sack und Asche zu gehen, anstatt ausnahmsweise ein bisschen Demut zu praktizieren, wedelte dieser Laun einem Mißbrauchsopfer gegenüber mit dem Zeigefinger herum und diese Schlampe Laun erklärte die Kirche schlichtweg zum Opfer des linken Zeitgeistes.
Das hat mir völlig gereicht, um zu zeigen, was der Katholizismus schon immer war und heute noch ist: ein Hort der Verkommenheit.
...praeter gallum, qui cantat.
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28.03.2010, 19:47Inaktiver User
AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?
Zitat:
Müsste man nicht demnach eine Organisation (eine Partei?) mit 500.000 Mitgliedern verdammen...?
Das macht der eine oder andere gerne schon mal mit der Linkspartei,
weil das ja alles ehemalige SEDler sind.
... das konnte ich mir beim Mitlesen jetzt nicht verkneifen
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28.03.2010, 20:49Inaktiver User
AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?
Die Linkspartei ist noch viel kleiner!
Trotzdem steht meine Frage.
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28.03.2010, 21:28Inaktiver User
AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?
Ja, das kann man - in dem Sinne, dass sich "die Kirche" auch als Institution begreifen muss, mit Strukturen, die mitverantwortlich sind für das, was geschah.
Auch wenn man die Missbrauchsfälle als Taten Einzelner begreift, bleibt immer noch der skandalöse Umgang der Kirchenoberen mit den ihnen bekannten Fällen und der Versuch, das teilweise "intern" regeln zu wollen. Und dabei scheint sch die Instition auf ihren internen (Schweige-)Apparat ganz gut verlassen zu können .... zugegeben wurde ja immer nur auf Druck von aussen.
Von der Zurückhaltung des Papstes als "oberster Hirte" ganz zu schweigen.... sonst spricht er doch auch für "die Kirche"? Und hier - ist es gar nicht seine Baustelle?
djgm01, du hast den Kern meiner Kritik überhaupt nicht verstanden.... es geht nicht darum, "die Kirche" zu verdammen - ich wünschte mir nur, es würde sich jemand zuständig fühlen. Mehr echtes Mitgefühl zeigen, auch nach aussen. Keine Sprüche wie "Vergebung muss möglich sein" und so.
Insofern handelt "die Kirche" tatsächlich wie jede andere Organisation auch: mit dem Finger auf andere zeigen lenkt ab vom eigenen Versagen.... sieht man ja auch hier in der Diskussion, überall das gleiche Schema....
Stimmt, die Kirche ist nicht schlechter als andere "Organistionen" - aber eben auch nicht besser.
Da wird es dann aber schwierig werden, den Menschen glaubhaft zu vermittlen, man hätte den einzig wahren Weg zum seelischen Heil, oder?
Eine echte Zwickmühle, wie mir scheint.....
@Halbmast
schön auf den Punkt gebracht....
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28.03.2010, 23:18


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