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  1. Inaktiver User

    AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    ich weiß, dass der Zölibat in der heutigen Form erst seit 1000 Jahren existiert. Begründung war damals, dass die katholische Kirche nicht wollte, dass die Bareinnahmen in einer Gemeinde für eine große Priesterfamilie verwendet werden sollten - und das insbesondere höhere Dienstgrade nicht an Söhne vererbt werden, sondern jeweils nach dem Tode des Amtsinhabers neu besetzt werden konnten. Ich kenne auch keine biblische Begründung.
    Das ist ja spannend. Wusste ich überhaupt nicht.
    Na sowas...

    Ich sehe aber nicht den Funken des Umdenkens innerhalb der KK.
    Wenn sie mal (ein einziges Mal!) die Begründung ernsthaft betreiben würden.
    Aber vielleicht können die amtierenden älteren Zölibatsopfer das gar nicht so begründen, dass man es ihnen glauben kann?

    @ LunaLimette
    ich schlage keinem Menschen ins Gesicht, wenn ich Fragen stelle, die sich auf verantwortungsvolle Elternschaft beziehen.
    Öhm.... wie?
    Ich verstehe deine Antwort so gar nicht.

    Hattest du den Eindruck, dass ich empfindlich reagiere?
    Mag sein, dass ich bei dem Thema empfindlich bin. Das hätte dann aber nichts mit Kirche zu tun. Sehr wohl aber damit, dass ich weiß, wie wichtig für Kinder beide sind: Vater und Mutter. Sie müssen nicht gleichzeitig da sein und sie müssen noch nicht einmal immer da sein. Aber man muss wissen (und das ist wirklich das Allermindeste), wer Vater/Mutter ist.
    Guck dir Geschichten von Adoptivkindern an, nur als Beispiel.

    Eigentlich habe ich deinen Einwurf überhaupt nicht verstanden.

    Verantwortungsvolle Vaterschaft, könnte man drastisch sagen, versucht die KK zu verhindern, während sie das Poppen und Kinderzeugen ihrer Abgesandten auf Erden in Kauf nimmt. Und das ist, mit Verlaub, sowas von nicht in Ordnung, dass es weh tut.

  2. Inaktiver User

    AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Familiengründung mit einem Priester bedeutet die bewusste Entscheidung für ein Leben als Alleinerrziehende.
    Und?
    Ist das das Ende?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Niemand ist gezwungen, ein Keuschheitsgelübde abzulegen.
    Doch, wenn einer zur Zeit katholischer Pfarrer sein will.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    niemand ist gehindert, aus diesem System auszusteigen.
    Dann isser aber kein katholischer Pfarrer mehr.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eine Garantie für ein lebenslanges gesichertes Arbeitsverhältnis mit vernünftiger Bezahlung haben andere Arbeitnehmer auch nicht.
    Darum geht's nicht.

  3. User Info Menu

    AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?

    Zitat Zitat von Sophia33 Beitrag anzeigen

    Außerdem wären Frauen sicher anders mit den vergewaltigten Kindern (dieser Begriff trifft es, nicht Missbrauch!!) umgegangen. Man nennt das Mitgefühl.
    Hallo Sophia,

    wo ist das Mitgefühl von bzw. Müttern bei vielen Inzestopfern? Inzestuöse Beziehungen zwischen Müttern und ihren heranwachsenden Söhnen sind keine Seltenheit, auch wenn sie nicht immer den strafrechtlichen relevanten Tatbestand des GV erreichen oder wenn die Mutter von der langfristigen inzestuösen Beziehung weiß, ihr Kind aber vom Vater nicht schützen will, oder sich den Versuchen des Kindes, von der sexuellen Misshandlung Mitteilung zu machen, beharrlich entzieht.

    Ich verstehe deinen Wechsel sehr gut und wünsche dir in deiner neuen Kirche alles Gute.

    Übrigens:

    "Die deutschen Bischöfe wollen der Krise der katholischen Kirche mit einer "Steuerungsgruppe" entgegentreten. Nach SPIEGEL-Informationen soll das Gremium die Debatte um Reformthemen wie Zölibat vorantreiben. Hohe Austrittszahlen haben die Oberhirten offenbar alarmiert...
    Die Bischöfe sind zusätzlich besorgt, weil viele frustrierte Katholiken zu den Protestanten überlaufen. Vor allem die evangelischen Kirchen Süddeutschlands berichten von einem deutlichen Anwachsen der Übertritte. Ähnliches melden die Evangelische Kirche im Rheinland sowie die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers."

    Quelle: Krise der katholischen Kirche: Deutsche Bischöfe gründen Denkfabrik - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
    Die Kunst der Wahrnehmung

  4. Inaktiver User

    AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass Opelius die Verantwortung einseitig bei der Frau sieht. Aber wenn der Mann zu ängstlich oder zu bequem ist, für klare Verhältnisse zu sorgen, dann wird das nach der Geburt eines Kindes nicht anders werden. Das muss die Partnerin einkalkulieren. Familiengründung mit einem Priester bedeutet die bewusste Entscheidung für ein Leben als Alleinerziehende.
    Ich habe Opelius auch so verstanden. Auch wenn eine Frau mit einem (nicht mit ihr) verheirateten Mann ein Kind bekommt, kann sie keineswegs sicher sein, dass dieser das Kind anerkennt und zu ihm steht. Auch hier gibt es viele Fälle, wo die Frau den Vater nicht öffentlich machen kann/darf.
    Niemand ist gezwungen, ein Keuschheitsgelübde abzulegen und niemand ist gehindert, aus diesem System auszusteigen. Eine Garantie für ein lebenslanges gesichertes Arbeitsverhältnis mit vernünftiger Bezahlung haben andere Arbeitnehmer auch nicht.
    Ein Priester, der aus dem System aussteigt, steht erstmal vor dem Nichts.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sehr wohl aber damit, dass ich weiß, wie wichtig für Kinder beide sind: Vater und Mutter. Sie müssen nicht gleichzeitig da sein und sie müssen noch nicht einmal immer da sein. Aber man muss wissen (und das ist wirklich das Allermindeste), wer Vater/Mutter ist.
    Das hast du völlig recht. Leider ist es aber auch bei "weltlichen" Vätern keineswegs selbstverständlich.
    Verantwortungsvolle Vaterschaft, könnte man drastisch sagen, versucht die KK zu verhindern, während sie das Poppen und Kinderzeugen ihrer Abgesandten auf Erden in Kauf nimmt. Und das ist, mit Verlaub, sowas von nicht in Ordnung, dass es weh tut
    Da gebe ich dir recht. Ich bin absoluter Gegner des Pflichtzölibats und mich stört gewaltig, dass ein Priester, der sich offen zu Frau und Kind bekennt, gehen muss, während es stillschweigend geduldet wird, wenn er mit einer "Haushälterin" (auch mit Kind/ern) zusammenlebt.

  5. Inaktiver User

    AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?

    Boah, jetzt werde ich aber langsam.... sauer.

    Pelzpfote und Opelius, ich finde, dass ihr erheblich am eigentlichen Problem vorbei-argumentiert, indem ihr sagt, ein Priester sei nichts anderes als ein anderer Mann.

    Es geht nicht um die Rechte der Frau. Die ist ja erwachsen. Außer im Vatikanstaat, da ist sie vielleicht 13 Jahre alt.

    Es geht um den institutionalisierten Umgang mit Kindern, die trotz Zölibats entstanden sind.

    Echt jetzt mal.
    Ich glaube, eure Antworten könnten ein nicht anerkanntes Pfarrerskind schon erheblich verletzen.

    Das, was so einmalig daran ist, dass die Institution Erstaunliches tut, um beim Verschweigen zu helfen und nicht beim Dazu-Stehen.

    Könnt ihr den Unterschied nicht erkennen?

    Und dass es auch andere Männer gibt, die ein Verhältnis die Existenz kosten kann, ist doch ab-so-lut kein Argument dafür, dass man den besonderen Umstand des Zölibats außer Acht lässt, Quatsch, mehr noch: es reicht ja nicht, dass die Priester sich die Sexualität komplett verkneifen müssen, nein, Sexualität darf auch allen anderen keinen Spaß machen (Verhütungsverbot). Oder wenn, dann nur, um die Kinderlein auch zu sich kommen zu lassen, um Kinder der Liebe zu zeugen.

    Mannmann, das muss einem doch zynisch vorkommen, wenn man seinen Vater nicht ansprechen darf, weil der im Namen der Liebe.... ach, was reg ich mich hier auf.

  6. User Info Menu

    AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mannmann, das muss einem doch zynisch vorkommen, wenn man seinen Vater nicht ansprechen darf, weil der im Namen der Liebe.... ach, was reg ich mich hier auf.
    ich weiß auch nicht, weshalb Du Dich aufregst.
    Ich versuche einfach an den zur Zeit noch vorherrschenden Fakten zu diskutieren. Dazu gehört, dass es einem Priester weder erlaubt ist, mit einer Frau zu schlafen, noch Kinder zu zeugen. Wenns trotzdem passiert, versucht die KK, den Gelöbnisbruch und die Versorgung der Kinder irgendwie unter einen Hut zu bringen.
    Es ist natürlich ziemlich blöd, wenn nicht lachhaft, dass die ganze Kirchengemeinde den Priester mit "Vater" anspricht, nur die eigenen Kinder ihn nur "Onkel" nennen dürfen.

    Ich kann zwar jeden Menschen verstehen, der um die Problematik weiß, dass er sich eine "andere" katholische Kirche wünscht. Als evangelischer Christ habe ich alle "fortschrittlichen" Schritte unserer Landeskirchen begrüßt, die Zulassung von Frauen in Pfarrstellen für sehr gut und zeitgemäß empfunden, ich habe es sehr begrüßt, dass sich selbst eine Landesbischöfin scheiden lassen konnte, ohne dass sie dafür strafversetzt wurde, was bis die 60er Jahre noch üblich war.

    Nur ich beginne mich zu fragen, was hat es der evangelischen Kirche gebracht? Vielleicht mehr Menschlichkeit, Anerkennung von Brüchen in den Lebensläufen von Kirchenbeamten und -angestellten. Aber keineswegs das Halten von getauften Menschen in den Gemeinden.

    Ein Umdenken in der KK - und da wiederhole ich mich - wird erst einsetzen, wenn junge Männer sich nicht mehr für den Priesterberuf entscheiden, also der Kirche die Priester ausgehen. Aber zur Zeit werden Priester neuerdings importiert, wie ich gehört habe, vor allem jetzt aus Polen. In Irland, den USA und in Polen gibt es noch genug Priester.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  7. Inaktiver User

    AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Es ist natürlich ziemlich blöd, wenn nicht lachhaft, dass die ganze Kirchengemeinde den Priester mit "Vater" anspricht, nur die eigenen Kinder ihn nur "Onkel" nennen dürfen.
    Also bei uns spricht niemand den Ortspfarrer mit "Vater" an. "Pater" ist die Anrede für Ordensgeistliche und bei denen ist es eher selten, dass sie Kinder haben, denn in der Ordensgemeinschaft ist die Situation anders als in der "freien" Gemeinde.

  8. Inaktiver User

    AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    ich weiß auch nicht, weshalb Du Dich aufregst.
    Wegen der Argumentation, die vorwegnimmt, dass das Aufrechterhalten des Anscheins (Priester lebt zölibatär) wichtiger ist als die Verantwortung für entstandenes Leben.

    Wenns trotzdem passiert, versucht die KK, den Gelöbnisbruch und die Versorgung der Kinder irgendwie unter einen Hut zu bringen.
    Ja. Und dann hat die KK tatsächlich wenig begriffen, was zur "Versorgung der Kinder" notwendig ist. So gesehen ist jedes Jugendamt dann wesentlich fortschrittlicher.

    Nur ich beginne mich zu fragen, was hat es der evangelischen Kirche gebracht? Vielleicht mehr Menschlichkeit, Anerkennung von Brüchen in den Lebensläufen von Kirchenbeamten und -angestellten.
    Wenn es mehr Menschlichkeit gebracht hat, ist das ja nicht wenig. Finde ich. Für eine Kirche.

    Aber keineswegs das Halten von getauften Menschen in den Gemeinden.
    Marketingtechnisch gesprochen, macht die Kirche (sowohl Ev als KATH) nicht ausreichend deutlich, was ihr unverwechselbares Markenzeichen ist, ihr Inhalt - das, was "das Produkt" einzigartig bietet.

    Es gab hier mal für die dominante ev. Kirche im Stadtzentrum ein Konzept für die neu angebaute "Wiedereintrittsstelle".
    Neubau (!) an der alten Kirche - aus der Kirchenkasse, während kleine Kirchen in den Stadtteilen schließen.
    Das Konzept sah vor, an dieser in der City dominierenden Stelle mehr als eine "Stempelbude" einzurichten, sondern den Ort zu beleben mit Gesprächen, Diskussionen, Runden zu Themen, die die Menschen bewegen und zu denen die Kirche etwas zu sagen hat: Geburt, Sterben, Elternsein, Verantwortung, Engel, Ehe, Gottesglaube.... das Ganze als Runde verschiedener Menschen, aus der Kirche und nicht aus der Kirche. Sprechen über das, was Kirche ausmacht. Provokant formuliert: "Brauchen wir Engel?" "Ist die Kirche nur noch Wedding-Event-Manager?" Es sollte durch die gläsernen Wände zu sehen sein, dass hier Menschen sprechen, reden, in Bewegung sind. Samstags sollte es vor der Tür ein Café geben mit kleinen Beiträgen (Pfarrerrede? Lied? Zusammen singen?)...

    Rate, ob das Konzept genommen wurde.
    Der Neubau steht.
    Innen drin: Stempelbude.

    DAS ist das Problem der Kirchen.

    Ärgerlich ist halt, wenn ein KK-Vertreter (wie neulich bei der Kirchentagssendung im TV) einfach nur sagt "ich will das Zölibat weiterhin" und mit keinem Wort, warum eigentlich.

    Aber zur Zeit werden Priester neuerdings importiert, wie ich gehört habe, vor allem jetzt aus Polen.
    Ah. Polnische Priester. Die können ihre Haushälterin gleich mitbringen. Pflegekräfte werden hier auch dringend gesucht.
    Herrje, Deutschland - katholische Diaspora. Wenn die KK ein Unternehmen wäre, würde ich sagen, es wurde von einem sauschlechten Management abgewirtschaftet,

  9. Inaktiver User

    AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wegen der Argumentation, die vorwegnimmt, dass das Aufrechterhalten des Anscheins (Priester lebt zölibatär) wichtiger ist als die Verantwortung für entstandenes Leben.
    Dann hast du meinen Beitrag nicht ganz gelesen (obwohl du mich direkt angesprochen hast). Hier nochmal:
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich bin absoluter Gegner des Pflichtzölibats und mich stört gewaltig, dass ein Priester, der sich offen zu Frau und Kind bekennt, gehen muss, während es stillschweigend geduldet wird, wenn er mit einer "Haushälterin" (auch mit Kind/ern) zusammenlebt.

  10. User Info Menu

    AW: Verändert sich Ihr Vertrauen in die katholische Kirche?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ärgerlich ist halt, wenn ein KK-Vertreter (wie neulich bei der Kirchentagssendung im TV) einfach nur sagt "ich will das Zölibat weiterhin" und mit keinem Wort, warum eigentlich.
    Ich finde gar nicht, dass die das begründen müssen. Die ganze Religion ist ja aufs "glauben" ausgerichtet.

    Wenn durch den Zölibat irgendwann niemand mehr Priester wird, dann werden die sich schon was überlegen.

    Und es wird ja auch niemand zum Zölibat gezwungen.

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