Das Politiker-Derbleck'n ist genauso sehr oder genauso wenig eine "Sitcom" wie z.B. "Neues aus der Anstalt" oder "Scheibenwischer".
Wenn dem so wäre, dann war es ganz in Ordnung und sozusagen selbstverschuldet, dass Dieter Hildebrandt immer wieder Ärger mit seinem "Scheibenwischer" hatte. Auch heutzutage müsste sich jeder Medienschaffende jeweils das Okay der Politik respektive des von der Politik und den Kirchen kontrollierten Senders (= Auftraggebers) einholen. Und aus gutem Grund lehnt das jeder einigermaßen ernst zu nehmende politisch denkende Kabarettist und Medienschaffende ausdrücklich ab.Da hast du absolut Recht. Aber nur wenn es ein freies Programm eines Kabarettisten ist.
Hier ist es aber auch das Recht eines Auftraggebers sich von einem bezahlten Vortragskünstler zu trennen wenn einem der Vortrag nicht gefällt.
So gesehen ist es sehrwohl die Pflicht eines Auftragskünstlers sich an die Massgaben seines Chefs zu halten.
Genau wie jeder andere Angestellte auch.
Aber ganz aus dem Blauen kommt solche Auffassung freilich nicht. Zumindest ist sie nicht ohne Beispiel.
In der Tat hatte die bayerische CSU eine sehr eigenwillige Vorstellung davon, was Freiheit von Kunst und Medien im TV wert ist bzw. was ein Kabarettist darf und was nicht: *klick*
Irgendwie halten viele total humorlose Menschen diese Haltung der CSU für Zensur.
Mein Verständnis bezüglich politischem Kabarett und bezüglich Artikel 5 GG ist ein anderes als das dieser Partei und als das des Guido-Wählvereins. Aber ich bin auch nicht FDP- oder C-Parteimitglied.![]()
Antworten
Ergebnis 31 bis 40 von 162
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07.03.2010, 21:24Inaktiver User
AW: Nockherberg 2010 - Bruder Barnabas
Geändert von Inaktiver User (07.03.2010 um 21:33 Uhr)
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07.03.2010, 21:25Inaktiver User
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07.03.2010, 21:28
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07.03.2010, 21:30Inaktiver User
AW: Nockherberg 2010 - Bruder Barnabas
Inhaltlich nicht, aber von der Relevanz durchaus. Es ist nicht mehr als eine durchschnittliche Büttenrede.
NAtürlich. Wenn ich irgendwo angstellt bin, dann muß ich die Regeln dort einhalten.Wenn dem so wäre, dann müsste sich ein Dieter Hildebrandt auch von seinem damaligen Auftraggeber, einem ARD-Sender, die Inhalte seines Scheibenwischers diktieren lassen.
Und in der Tat hatte die bayerische CSU eine sehr eigenwillige Vorstellung davon, was ein Kabarettist darf und was nicht: *klick*
Wer mehr will, soll mit seinem Bühnenprogramm unter eigener Regie auftreten.
Es bekam ja wohl niemand ein Berufsverbot.
Ich habe auch mit giftigstem Kabarett kein Problem, aber der Künstler muß sich Kritik gefallen lassen.Irgendwie halten viele total humorlose Menschen die Haltung der CSU für Zensur. Mein Verständnis bezüglich politischem Kabarett und bezüglich Artikel 5 GG ist ein anderes als das dieser Partei und als der Guido-Wählverein. Aber ich bin auch nicht C-Parteimitglied.
Zensur sieht anders aus.
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07.03.2010, 21:34Inaktiver User
AW: Nockherberg 2010 - Bruder Barnabas
Kann ich mir gut vorstellen. Vor allem, wenn sie wissen, daß sie mit ihren Steuern Ihren Praktikumsplatz bezahlen, ist das doppelt lustig. Ich glaube aber, das ist erst der Anfang der brutalstmöglichen Narreteien, die noch folgen werden.
Damit nicht alle geschlossen den Hammer fallen lassen. Ginge auch gar nicht, sonst käme frank60 oder ein anderer Chef und würde sagen: "Aufruf zum Generalstreik ist verboten!". Dagegen nehmen sich sittenwidrige Gesetze doch viel seriöser aus. Na dann...Ich vermute, das wissen die, die das zu verantworten haben, genau. Da steckt System dahinter. Wir sollen gegeneinander aufgehetzt werden. Zu welchem Zweck, da komme ich auch noch dahinter
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07.03.2010, 21:36
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07.03.2010, 21:37Inaktiver User
AW: Nockherberg 2010 - Bruder Barnabas
Zensur ist nicht identisch mit Berufsverbot.
Ach nee. Wie denn?Ich habe auch mit giftigstem Kabarett kein Problem, aber der Künstler muß sich Kritik gefallen lassen.
Zensur sieht anders aus.
Zensur (censura) ist ein politisches Verfahren, um durch Massenmedien [...] vermittelte Inhalte zu kontrollieren, unerwünschte beziehungsweise Gesetzen zuwiderlaufende Inhalte zu unterdrücken und auf diese Weise dafür zu sorgen, dass nur erwünschte Inhalte veröffentlicht oder ausgetauscht werden.
(Wikipedia)
Offensichtlich war die Unterdrückung von Scheibenwischer-Sendungen Zensur.
Die CSU hat ihre ganz eigenen Vorstellungen von Freiheit der Meinungsäußerung und der Kunst, und offensichtlich teilst du deren Anspruch auf "Kontrolle" unerwünschter politischer Meinungsäußerung. Auch deine "Auftraggeber/Auftragnehmer"-Sichtweise beinhaltet, dass man für alle TV- und Radioproduktionen die Zensur rechtfertigen würde.
Ich finde diese Auffassung zur Medienfreiheit ziemlich merkwürdig.
.Geändert von Inaktiver User (07.03.2010 um 21:52 Uhr)
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07.03.2010, 22:20Inaktiver User
AW: Nockherberg 2010 - Bruder Barnabas
Und ich finde den Hype um eine Büttenrede ziemlich merkwürdig.
Es handelt sich doch nicht um eine wichtige politische Nachricht die unterdrückt wird.
Wir reden um den geschmacklosen Witz eines Possenreissers und nicht um fundamentale politische Weisheiten die unterdrückt werden.
Und gerne nochmal, ja selbst ein Reporter darf nicht schreiben was er will wenn es dem Herausgeber nicht passt.
Als Angestellter darf man nicht machen was man will. Das war immer so und wird immer so sein. Wenn du also so willst, dann unterliegen alle Angestellten einer Zensur.
Wenn Herr Lerchenberg diesen Spruch auf seiner eigenen Veranstaltung getan hätte, dann hätte er auch Kritik bekommen, was auch legitim ist, aber er hätte nicht zurücktreten müssen.
Aber als bezahlter Vortragskünstler hat man diese Freiheit nunmal nicht.
Und ebenso hast du vorhin auf die Freiheit des Künstlers im GG hingewiesen. Völlig richtig. Aber steht da auch, daß einem alles gefallen muß und das Kritik deswegen verboten ist ?
Nein, das steht da nicht.
Weiterhin sollte man sich auch mal klarmachen wie ehrabschneidend dieser Witz war ? Mal abgesehen davon, daß ein solcher Vergleich m.E. sowieso unterirdisch ist.
Man kann ja über Westerwelle denken was man mag, aber er ist doch bitteschön meilenweit entfernt davon ein Nazi zu sein.
Und wenn man dann quasi zum KZ-Wächter ernannt wird, dann hat man schon das Recht solches nicht mehr lustig zu finden.
Ich erinnere mich noch daran, daß Altkanzler Schmidt das auch nicht lustig fand als Lafontaine ihn seinerzeit dieses Attribut zubilligte.
Auch er suchte und fand Gelegenheit zur Rache.
Und das ist für mich auch nachvollziehbar.
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07.03.2010, 23:20
AW: Nockherberg 2010 - Bruder Barnabas
Das ist und bleibt Geschmackssache. Der Vergleich war sicher heftig, ich finde aber auch die Äußerungen von Hernn Westerwelle heftig. Und auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil
Ich auch.
Es geht mir nicht darum, dass Paulaner u. U. Herrn Lerchenberg im nächsten Jahr nicht mehr verpflichtet. Das ist natürlich die Entscheidung der Brauerei. Aber: Bevor die Fastenrede aufgeführt wird, wird sie der Leitung vorgestellt und abgesegnet. Es passiert also nicht, dass Paulander überrascht wird, was am Abend des Starkbieranstichs bei ihnen aufgeführt wird. Im Vorfeld fanden sie es wohl noch in Ordnung.
Mich stört, dass der BR eine Sendung überträgt, sie wiederholt und dann kommentarlos Passagen einfach herausschneidet. Es wurde "Unpassendes" einfach nicht gesendet. Wenn das keine Zensur ist, was dann?
Mir fällt auf, dass Paulander auf der einen Seite Kabarett aufführen will, auf der anderen Seite es sich aber mit keinem verderben will. Für Kabarett ein fast unlösbares Kunststück.
Bruno Jonas hat nach zwei Jahren keine Lust mehr gehabt, Django Asül hatte einen Auftritt, Lerchenberg hatte jetzt drei Auftritte und hört wieder auf. Letztes Jahr haben die Singspielautoren aufgehört. Es stand der Vorwurf der Zensur im Raum, den Paulander hefitg dementierte. Irgendwie ist das ganze damals schon nicht glaubwürdig gewesen.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
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07.03.2010, 23:30Inaktiver User
AW: Nockherberg 2010 - Bruder Barnabas
Und nun nicht mehr. Ist ihr gutes Recht. Immerhin ist so ein fauxpas auch ziemlich geschäftsschädigendes.
Traurig wenn man das allerdings nicht vorher merkt.
Es ist die Entscheidung gewisse Passagen einer Unterhaltungsshow nicht zu zeigen weil sie in der Tat beleidigend und ehrabschneidend ist. In meinen Augen ist es zuviel pohei um eine Büttenrede. Es ist keine wichtige politische Nachricht die dort zensiert wird, sondern ein geschmackloser Witz eines Possenreissers.Mich stört, dass der BR eine Sendung überträgt, sie wiederholt und dann kommentarlos Passagen einfach herausschneidet. Es wurde "Unpassendes" einfach nicht gesendet. Wenn das keine Zensur ist, was dann?
Einen Politiker mit KZ-Wächtern in Verbindung zu bringen ist nun wirklich nicht mehr besonders kabarettistisch.Mir fällt auf, dass Paulander auf der einen Seite Kabarett aufführen will, auf der anderen Seite es sich aber mit keinem verderben will. Für Kabarett ein fast unlösbares Kunststück.
Im übrigen wiederhole ich mich gerne, das ist eine Büttenrede wie im Karneval. Was ist daran Kabarett ?
Diese Künstler bevorzugen eben lieber frei zu reden. Das geht eben nicht als Auftragsredner.Bruno Jonas hat nach zwei Jahren keine Lust mehr gehabt, Django Asül hatte einen Auftritt, Lerchenberg hatte jetzt drei Auftritte und hört wieder auf. Letztes Jahr haben die Singspielautoren aufgehört. Es stand der Vorwurf der Zensur im Raum, den Paulander hefitg dementierte. Irgendwie ist das ganze damals schon nicht glaubwürdig gewesen.
Und nochmal, was hat das mit Zensur zu tun wenn ich als Auftraggeber bestimme was auf meiner Veranstaltung gespielt wird ?
Nichts. Bestimmst du auf deinen Parties nicht auch die Unterhaltung ?
Also ich tue das bei meinen und ich denke so halten es fast alle.



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