hab jetzt erst Gelegenheit gefunden die Erklärung Schaefflers komplett zu lesen.
Er sieht wesentliche Problempunkte. Und weigert sich am Vertusch- und Vertagungsspielchen betreff der Ungereimtheiten des realexistenten Finanzsystems weiter teilzunehmen.
Dass für ihn aber das oberste Schimpfwort immernoch "Planwirtschaft" heisst, unterscheidet seine von meinen Vorstellungen.
Sicher wären perfekt selbstregulierend, regierungs- wie auch sonst Aufsichtautonome immerfort katastrophenfrei/störungsfrei dahinarbeitende Maschinen und Systeme der Endtraum der Ökonomie. Den sehe ich aber in weiter Ferne (und dort noch nicht einmal) . Ich denke also realistischerweise gerne auch mittels planwirtschaftlicher Instrumente, und so also wider die marktwirtschaftliche Utopie.
Ihr seht also Hombre, Utopist (nach üblichem Sprachgebrauch) wider die Utopie (der selbsternannten Mainstream-Realisten mit begrenztem Horizont) .
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27.05.2010, 16:33
AW: Utopist wider Utopie
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27.05.2010, 18:34Inaktiver User
AW: Zu den Schulden. Des Staates, wie auch Eurer.
Mensch hombre. Da gibt es einen Einäugigen unter den Blinden und Sie mosern
Zitat von hombre
an einem Terminus rum, den er etwas ungeschickt gewählt hat. Prinzipiell hat er jedoch recht weil er das explizit auf die monetäre Planwirtschaft reduziert, womit er das Steuerungs- und Quantifikationsgeldmonopol meint. Ich habe soeben eine Site gefunden, deren unfreiwillig satirische Negativbeschreibung der Nachteile einer Planwirtschaft ich nicht vorenthalten möchte:
"Dem (oft behaupteten, jedoch keineswegs bestätigten) Vorteil gegenüber der freien Marktwirtschaft, dass durch eine Zentralverwaltungswirtschaft Vollbeschäftigung und Krisenfestigkeit gewährleistet werden kann, stehen Freiheitsbeschränkungen der Wirtschaftenden als Objekte der zentralen Planung, u. U. auch Mängel im Hinblick auf das Ziel der Wohlstandsförderung gegenüber." QUelle Planwirtschaft
Eine recht schöne Site ist diese:
Was Sie über die Ursache der Weltwirtschaftskrise wissen sollten: Die Inflationspolitik vor dem großen Finale » Geldmenge, Geschäftsbanken, Kredite, Prozent, Euro, Inflation » Bert Jensen mit einigen recht gelungenen, komprimierten Erläuterungen.
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27.05.2010, 19:29
AW: Zu den Schulden. Des Staates, wie auch Eurer.
Danke Grobi, sehr guter Beitrag, für alle verständlich.
Sollte man zur Pflichtlektüre für alle Schreiber in den aktuellen „Krisensträngen“ machen.
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10.06.2010, 13:59Inaktiver User
AW: Zu den Schulden. Des Staates, wie auch Eurer.
Mittlerweile benennt sogar schon das ZDF-Heute-Journal die waren Ursachen der Finanzmisere - es ist das Zinseszinssystem ansich; was wir gerade erleben ist im Papiergeldsystem dadurch fest eingebaut.
ZDF heute journal - ZDFmediathek - ZDF Mediathek
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10.06.2010, 16:48
AW: Zu den Schulden. Des Staates, wie auch Eurer.
Oh je, Geschichte wiederholt sich.
Komisch, das wird immer erst erkannt, wenn man aufgrund allzu überschwänglicher Lebensweise diese Zinsen für geliehenes Geld plötzlich nicht mehr zahlen kann.
Als nächstes wird Jagd auf die bösen reichen Kapitalisten gemacht.
Vielleicht legt man dann mal die Spekulationseinkommen offen.
Das lenkt wunderbar vom eigentlichen Problem und deren Ursachen ab.
Die Unterschicht ist sooooo empfänglich für diese Parolen.
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10.06.2010, 23:38Inaktiver User
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11.06.2010, 00:30
AW: Zu den Schulden. Des Staates, wie auch Eurer.
die "wahren" ... bitte
"kollabiert" ...bitteDie Zinsen können niemals bzahlt werden, sondern müssen als Neukredit wieder mit Zins aufgenommen werden. Das ist das System und es kolabiert irgendwann.
ansonst lass ich dir ja vollkommen Recht
aber was meint nun unser Frankie Boy... spricht er ironisch oder stellt er tatsächlich den Zins mit an den Pranger?
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11.06.2010, 05:39
AW: Zu den Schulden. Des Staates, wie auch Eurer.
Auch das ist ein Merkmal der Unterschicht, die sich in der Regel aus Leuten rekrutiert, die es nicht so mit dem rechnen haben.
Der Zins für Kredite ist doch bereits zur Schuldenaufnahme bekannt, ist doch keine Überraschung, dass für Kredite Zinsen zu bezahlen sind.
Niemand wird zum Schulden machen gezwungen.
Wenn ich eine Anschaffung mache muss ich kalkulieren, ob sich diese Anschaffung auch rentiert und in diese Rentabilitätsrechnung muss ich die Zinsen einkalkulieren und wenn sich in dieser Kalkulation herausstellt, dass das Investment die Zinsen nicht erwirtschaftet muss ich es eben lassen.
Wenn man aber das Geld nicht investiert sondern vernascht, dann muss man sich nicht wundern wenn es doppelt anstrengt, bei der Rückzahlung des Kredits und der Zinsen.
Ihr tut gerade so, als wären Zinsen eine nachträgliche Forderung von der niemand etwas wusste.
Aber genauso benimmt sich die Unterschicht.
Sarazzin hat recht, wir werden immer dümmer.
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11.06.2010, 09:18Inaktiver User
AW: Zu den Schulden. Des Staates, wie auch Eurer.
Das gilt für den Einzelfall. In einem System aus mehreren (vielen) Individuen ist die zu erbringende Zinsmenge unbekannt. Deshalb ist auch unbekannt, ab wann diese Menge real oder in naher Zukunft gegebene Tilgungsfähigkeit aus der Realwirtschaft z.B. geleistet werden kann. Deshalb kommen die "großen Überraschungen" relativ unerwartet. Ich glaube, man unterliegt demselben Denkfehler wie Smith: Es gibt keine ordnende Hand. Wesentlich wahrscheinlicher und auch logisch ist, daß wir es beim Zinssystem und den Folgen wie Kapitalakkumulation mit etwas zu tun haben, das naturgemäß zur Destabilisierung neigt.
Zitat von frank60
Sie können nicht ernsthaft glauben, daß sich aus Ihrem Muster eine Beherrschbarkeit sowohl der Einzel-, als auch der Summe der Gesamtanschaffungen ableiten läßt. Ein mathematisches, strikt kontinuierliches Modell läßt sich nicht mal eben so auf eine hochkomplexe Realität übertragen. Nennen Sie es den BP-Effekt.Wenn ich eine Anschaffung mache muss ich kalkulieren, ob sich diese Anschaffung auch rentiert und in diese Rentabilitätsrechnung muss ich die Zinsen einkalkulieren und wenn sich in dieser Kalkulation herausstellt, dass das Investment die Zinsen nicht erwirtschaftet muss ich es eben lassen.
Nach Ihrer Meinung wären ausschließlich "Investments" zulässig, die sich offenbar geldlich rentieren müssen und das auch regelmäßig tun, damit es funktioniert. Das ist natürlich unmöglich. Aber denken Sie mal weiter: 1. Was würde passieren, wenn ausschließlich jeder (bzw. die überwiegende Geldmenge) so investiert würde? Ich meine, dann gelangt man an den Punkt, an dem wir jetzt stehen. Und 2. wie sähen die Folgen solcher "Investmentstrategien" in einem Wirtschaftsmodell westlicher Prägung aus - und zwar nicht nur im Hinblick auf den "sich bescheidenden, nicht unklug verschuldenden Konsumenten", sondern deren abhängig Beschäftigten wie Unternehmen und Dienstleister.Wenn man aber das Geld nicht investiert sondern vernascht
Gez.
ein Unterschichtler
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11.06.2010, 14:13
AW: Zu den Schulden. Des Staates, wie auch Eurer.
was soll das denn jetzt?
Das Problem sind doch gerade diejenigen, die grade sozuviel rechnen können, daß es reicht die Herumspekulationsregeln einigermaßen zu verstehen. Wobei dabei die großen Fische die Spielchen(Genannt:"Finanzprodukte") und Regeln entwerfen für die kleinen. Spielen tun sie dann in alle Richtungen gegeneinander. Nur daß die großen relativ gut zusammenhalten. Um ihre Pfründe nicht zu gefährden, man könnte sich gegenseitig leicht anschwärzen , Dreck ist genug da,der aber eben auch stets zurückfiele... Und weil es nunmal eher gelingt mit wenigen Teilnehmern Kartelle zu bilden als mit vielen, gar Millionen.
Die Unterschicht trägt kein Fünkchen, nicht das Geringste, zum Finanzdesaster bei. Sie könnte nichtmal.
Mit nix kannst du nix anrichten, so einfach ist das. Sie darf beliebig wenig rechnen können. Allerdings sollte man nicht so tun, als ob "mündige Bürger" ausgebildet worden wären, worunter man mit als erstes sogar verstehen will, daß sie frei ausgehandelte Verträge rechtsverbindlich eingehen dürfen.
Unser jetziges Finanz/Vertragsrechtssystem lässt viel zu viel Spielraum für die Haie. Den etwas clevereren, skrupelloseren werden die anderen ans Messer geliefert.
Ich drücke mich vorsichtig aus wenn ich schreibe: Die gegenwärtige Praxis unseres westlichen Systems ist zuallerst eklig. Und dann streßig, dann spannend, dann lange nichts.
Du musst anders beginnen: "Die Gesellschaft ist zum Schuldenmachen gezwungen, wir(als Gesamtheit) sind gezwungen."Niemand wird zum Schulden machen gezwungen.
Wenn Frank keine machen wollte, dann müsste wer anders ran. Finden sich nicht stets aufs neue hinreichend viele ist das Kapitalismusspielchen beim jetzigen Regelwerk schnell vorbei.
Schuldenaufnahme ist auch ohne Zins schon ein Risiko. Weil man tilgen muss. Zumindest von normalsterblichen Einzelkämpfern wird das verlangt werden von Kreditgebern. Die Verlockung sich zu überschulden besteht bekanntlich. Die Konsumwirtschaft unternimmt sogar die immensesten Anstrengungen das Verlocken zu perfektionieren und auf die Spitze zu treiben.
Diese Überlegungen "Kaufen oder nicht kaufen und was kaufen?" ersetzt heute weitgehend die Philosophie. Für die kein Platz mehr sein soll, würde sie doch den ganzen Wachstumswahn einstoppen.
Aber nicht genug mit diesem Problem...
Der Zinszuschlag obendrauf bedingt erst den eigentlich geldsystemimmanenten Geldwachstumszwang.
Wenn heute 5 Bio im Spiel sind, müssen es nächstes Jahr mindestens 5,25 Bio sein. Usw.
Diese jährlich frisch benötigten 250 Milliarden müssen woher kommen...und Geld kommt nur von Schuldenmachen. Wie soll das also laufen wenn plötzlich niemand mehr Schuldenmachen wollte/sollte ?
Diese blödsinnige "allseits-sparet-Politik" wird sich selbst ins Grab bringen.
Denn: den Zins zu entschärfen darauf kommen sie nicht. Selbst Allah weiss nicht warum nicht ???Geändert von hombre (11.06.2010 um 14:24 Uhr)


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