Ist ja interessant !? und wo bekommt man das erzählt bitte?
Entscheidend ist nicht der Zins für die Existenzfähigkeit eines Geldsystems, schon gar nicht seine Höhe.
Nullzins heisst ja nicht, daß jeder Interessent Kredit zugeteilt bekommen muss, wann er grad lustig ist.
Selbst bei Nullzins kann man sich stabiles System vorstellen.
Geldmengenwachstum gibts so oder so nur mithilfe neu in Umlauf gebrachter Geldmengen. Wie jetzt auch. Um die Zuteilung dieses Geldes wird gebuhlt werden, soweit klar.
... nun zum ANTI-ZINS-SYSTEM ...nenn es SINZ-System
Aber was wenn es einen Preis ganz anderer Art für Geld(besitz) gäbe? eine Strafsteuer zb.
Eine Geldbesitzsteuer, wie ein negativer Zins daherkommend
Der echte Unternehmer wird natürlich dennoch sich Geld beschaffen, er will ja investieren. Und wenn er das schnell tut, kommt er weitgehend "strafzinsfrei" aus. Allerdings befreit ihn das nicht von Tilgungspflicht. Das Geld in Umlauf in diesem System wird also per se mit jeder auf Konto gehaltener Summe im Prinzip weniger. Allerdings nicht wirklich , wenn der Staat die Einnahmen aus dieser Geldhaltesteuer sogleich wieder in Umlauf begibt. Was dann allerdings nicht erzwungen werden könnte wie heute!
Dafür darf davon ausgegangen werden, daß jede Geldeinheit investiert wird, die dem Staat abgenommen wird.
Das würde im Prinzip der Vorstellung gut entsprechen, die du immer hast: Daß Geld wie eine Ware wäre, ein Gut, ein Rohstoff, ein Betriebsmittel.
Und wie sollte eine vernünftige Ökonomie mit sowas umgehen? --sparsam, schlank,- ja,genau so.
Dieses Sinz-System würde quasi die Frage klären mit wie wenig Geldmenge eine Gesellschaft auskommen könnte?
D.h. ,wie wir gelernt haben, gleichzeitig auch: ...mit wie wenig Schulden ?!!!!
In Zeiten unregistrierbaren Bargeldbesitzes war das natürlich schwer realisierbar. Jedoch ist heute der Tag nicht nur nahe, er ist bereits gekommen wo man völlig bargeldlos die Dinge regeln könnte. Per Handy-überweisung zur Not.
Das bisschen Bargeld würde sich vermutlich von alleine dünne machen. Oder man stattet es mit einem Verfallsdatum aus , falls sich herausstellte die effektiv nötige Geldmenge wäre ganz viel kleiner als bisher angenommen.
Geldsparen, d.h. die höchstmöglich flexible Form von Kaufkraft vorzuhalten, würde folglich kosten.
Logisch eigentlich --- vergleichbar dem Vorhalten von Strom als höchstflexibelster Energieform.
Oder auch Benzin. Selbst Benzin hat ein Haltbarkeitsdatum.
Würde man Tauschhandel erlauben können in diesem Sinz-System (copyright as usual by Brigitte & Me ) ?
spannende Frage auch das...
Meine Güte, Frankie Boy, ich wollte dich zwischenzeitlich schon federn und vierteilen, ... bald würde ich dich abbusserln wollen.. und dir Verdienstorden anverordnen angesichts der Förderung des Gedankenguts der Revolution !
Antworten
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15.04.2010, 16:38
AW: Über Frank60 zum Anti-Zins-System
Geändert von hombre (15.04.2010 um 21:26 Uhr)
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15.04.2010, 16:48Inaktiver User
AW: Über Frank60 zum Anti-Zins-System
Ist es nicht so, daß es im Islam ein Zinsverbot gibt?
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15.04.2010, 22:33
AW: Zu den Schulden. Des Staates, wie auch Eurer.
Entschuldige bitte, maddin, ich will dich nicht achtlos übergehen. Vom islam.Zinsverbot hatten wir es schon mal. Wüster Grobi war dabei, hier im Strang oder bei Finanzkrise wohl.
Mit historischer Blickrichtung darf man davon ausgehen, daß zu mohammedanischen Zeiten bereits genügt Indizien erkannt waren den Zins als nonpersonales Moment schuldig zu sprechen. Irgendwas unerfreuliches war sicher vorgekommen. Mit vielen Toten wie man sich leicht ausmalen kann.
Mit SINZ Idee will natürlich weiter gespielt werden, du verstehst sicher.
- was würde das für die Miethöhen zb bedeuten, wenn statt Zins Sinz wäre?
Bis dato ermittelt man die Mieterwartung ja mithilfe seiner erwarteten Kapitalverzinsung. Bspw muss eine Wohnung, die aktuell 100.000 kostet bei 3% Verzinsungserwartung und 1% nicht umlagefähiger Kosten 4000€ p.a. einspielen kalt.
Wenn nun Sinz statt Zins herrscht, darf der Eigner sich höchst glücklich schätzen sein Geld-Kapital vor dem Sinz-Zugriff in Sicherheit gebracht zu haben indem er es in Immobilienbesitz transferierte.
Bei 1% Sinz spart er so 1000€ p.a., die er dem Mieter gut schreiben könnte, oder sich selbst in Gedanken vereinnahmen. Gehen wir regelmässig von letzterem aus.
Somit beträgt die Kaltmiete dann nur noch die 1% aus dem Erhaltaufwand, d.h. sie ist auf 1/4 geschrumpft in dem Beispiel: 1000 € also. Minimum. Unterstellen wir ein weiteres Gewinninteresse über die 1000€ fiktiven Gewinn hinaus, so wollen wir nochmal 1000€ Aufschlag durchgehen lassen. Dies mit Zins oder ohne.
So würden sich Jahreskaltmieten von 5000€ mit Zins und 2000€ ohne Zins, aber mit Sinz, gegenüberstehen. Mithin das Mietniveau auf 40% des Vorniveaus fallen.
Analog gilt dies für sämtliche Kapitalkostenbestandteile in der Preisrechnung für alle Produkte. Alles wird folglich billiger.
Weiter könnte es SINZ-Freibeträge geben.
Die Liquidität zur Tätigung täglicher Geschäfte soll etwa Sinzabgabefrei bleiben. Also wird Sinz erst ab Kontostand xy fällig, über 10000€ zb.
Das ist äquivalent einer geduldeten Sparquote.
Man könnte diese ans Lebensalter knüpfen. Junge und Alte erhalten bspw. höhere Freibeträge.
Tauschgeschäfte können geduldet werden, will ich mal glauben. Zu aufwändig und umständlich bei der Abwicklung, alsdaß sie systemrelevant werden könnten.
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Nun, bis hierher siehts ja rosarot aus
Schulden runter, kein Staatsbankrott droht mehr, Mieten runter, Preise runter.... geniale Verhältnisse. Wo sind die Haken?Geändert von hombre (22.04.2010 um 14:49 Uhr)
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16.04.2010, 07:17
AW: Zu den Schulden. Des Staates, wie auch Eurer.
Ein kleiner Wunsch zum Morgen sei mir erlaubt:
Verstehts bitte als Grundlagenforschung !
Und fragt also nicht gleich zuerst: Aber wie willst du das Geld deines Sinz-Systems konvertierbar halten zu Zins-System-Geld , wie soll sich das je vertragen , wie und wo willst du Sinz einführen ?
Aber soviel sei erlaubt zu fragen:
Muss Sinz Zins notwendigerweise ausschließen ?
Sinz erlaubt nur global-pauschale Justierung über alle Branchen, für alle Wirtschaftsteilnehmer identisch gleich, nicht selektiv. Analog Leitzinsänderung etwa.
Zins dagegen erlaubt für die Umstände jedes einzelnen Wirtschaftssubjekts, sogar jedes einzelnen Kreditgegenstands, mithilfe individueller (Risiko) Merkmale einzujustieren.
Möglicherweise mag man darauf nicht verzichten.
Und möglicherweise ist dem Zins ja sogar sein ausufernder Geld+Schuldenwachstums-Zahn gezogen mittels Erschaffung des Antipoden Sinz?
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22.04.2010, 14:54
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22.04.2010, 16:10Inaktiver User
AW: Über Frank60 zum Anti-Zins-System
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22.04.2010, 16:40
AW: Über Frank60 zum Anti-Zins-System
Ach was nee!?
Wenn das so ist, dann will ich mal erst extra dankbar sein. Wäre klassisch Fall von: "Wahrheiten brauchen Mutigen, der sie ausspricht." ..nur daß Sie selbsteverständlich weder von mir noch von Brigitte was ernstlich zu befürchten gehabt hätten ..vonwegen entgangenen Ruhmes etc ;-)
Silvio Gesell
Schon oft gehört, aber nie wirklich beschäftigt damit. ...hätte er es nicht "Sinz" nennen können
Freigeld also... ich werd mich dazu schlauer machen.
Die Bauern hab ich dort mitspielen lassen - Elf Millions million Dollar, Baby!! - allerdings nicht in der Hauptrolle, wie Sie sie ihnen anzudienen wohl im Sinne geführt hättenGeändert von hombre (22.04.2010 um 16:44 Uhr)
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22.04.2010, 17:02Inaktiver User
AW: Über Frank60 zum Anti-Zins-System
Wieso? Als wir mit Herrn Ahab ausgiebig diskutierten, gab es mehrere Links und Ausführungen dazu. Aber Sie mußten ja unbedingt Ihre SMS-Verschwörung.... und so..... pfff.
http://userpage.fu-berlin.de/~roehri...geldpraxis.pdfSchon oft gehört, aber nie wirklich beschäftigt damit. ...hätte er es nicht "Sinz" nennen können
Freigeld also... ich werd mich dazu schlauer machen.
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22.04.2010, 17:21
AW: Über Frank60 zum Anti-Zins-System
sehr vielen Dank nochmal ,Wuester.
Gleich 5% Umlauf-/Liquiditätsgebühr! WOW.
dachte ich da überbescheiden?
ich zitiere aus dem Link zu den von mir nachgefragten Haken :
Otto Schily ...unser oller Innenminister Otto Schily, hat sich kritisch mit Freigeld auseinandersetzen müssen ?Deutlich sachlicher setzte sich Bundesinnenminister Otto Schily mit dem
Freigeld auseinander. Sein Bekenntnis Der Vorstellung, Geld müsse altern,
kann ich wenig abgewinnen. (Schily 1996: 82) unterlegt er im wesentlichen mit
vier Argumenten:
1. Freigeld erhöht den Umlaufzwang des Geldes. Das sei aus wirtschaftlichen
Gründen ggf. wünschenswert, ökologisch aber nicht zu vertreten; ausufernde
Wirtschaft führt zu verstärkten Umweltbelastungen.
2. Wird der Wirtschaft das Geld als Anlageform genommen, wird sie in andere
Güter ausweichen.
3. Freigeld sei als Komplementärwährung nicht brauchbar, da jedermann die
zinsgünstigen Kredite des Freigeldes in Anspruch nehmen würde, jedoch
keiner Geld auf strafzinsbelasteten Freigeldkonten anlegen würde.
4. Freigeld ist bereits allein wegen des hohen bürokratischen Aufwandes nicht
praktikabel.
Prinzipiell empfiehlt Schily Mißtrauen in technische Lösungskonzepte für die
monetäre Krise: Ihre Ursachen seien nicht im Geldsystem selbst, sondern im
Umgang mit Geld zu suchen und zu überwinden. (Schily 1996: 93)
Die Unterschätzung der zu erwartenden Widerstände, die Gefahr von Kapitalflucht,
die mangelhaften Regulierungsmöglichkeiten einer Zentralbank ohne
Leitzins all das sind weitere offene Fragen an die Freiwirtschaftsbewegung,
die im Rahmen dieser Arbeit nicht vertieft werden können.
Doch garnicht sein Fachgebiet! Die Banker selber scheinen lieber schweigen wollen zum Thema.
Ich werds mir reinziehen baldmöglichst - voller Vorfreude
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22.04.2010, 21:37Inaktiver User
AW: Zu den Schulden. Des Staates, wie auch Eurer.
Mir ist zu dem Sinzgedanken Folgendes eingefallen: Auch er beseitigt nicht das Problem der Akkumulation. Nicht der Vermögens-, sondern weitaus schlimmeren (meiner Ansicht nach) Warenakkumulation, unter die auch Grundbesitz fällt. Denn anstatt dem Schwund seines Geldes zuzusehen (das meinte Schily in etwa unter Punkt 2 und 3): 2. Wird der Wirtschaft das Geld als Anlageform genommen, wird sie in andere
Güter ausweichen. 3. Freigeld sei als Komplementärwährung nicht brauchbar, da jedermann die zinsgünstigen Kredite des Freigeldes in Anspruch nehmen würde, jedoch keiner Geld auf strafzinsbelasteten Freigeldkonten anlegen würde. wird es entweder lieber als Kredit ausgegeben oder gleich in Realwert festgesetzt. Nehmen wir hier Objekte, die dem Eigentümer Ertrag bringen, also Mietshaus oder Landpacht. So installiert sich erneut ein System der Akkumulation - wie ich meine, sogar schneller als beim Zinssystem. Was passiert?
Da Geld sonst schwindet, sitzt es zunehmend in Realwerten fest und der Kreislauf friert praktisch ein. Dem kann man nur entweder durch erneute Geldschöpfung (praktisch; hier wäre eine Geldausgabe in Form eines BGE denkbar
) oder einem schwundfreien Freibetrag begegnen.
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Wie wäre es, dem Sinzgeld/ Freigeld ein schwundfreies Refugium zu bieten? D.h., wenn es dort gelagert ist, schwindet es nicht. Denkbar ist eine Art Bank für (Wirtschafts)Investition und Konsum.
Egal was, immer gibt es Haken und Ösen. Spannend und interessant ist das Thema auf jeden Fall.




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