Verehrteste Frau Blautanne,
forever young hat um Beantwortung einer ganz klaren Frage gebeten. Ihr deshalb Leseschwäche zu unterstellen, wenn wir hier schon über Integrität und Seriosität reden, ist ... na ja ... recht apart. Dürfte ich untertänigst darum bitten, die Fragezu beantworten, warum Ihr u.a. glaubt, Rentner würden keine Krankenkassenbeiträge zahlen?
N.B. Rentner und Krankenkassenbeiträge interessieren mich nicht die Bohne, aber Eure atemberaubende Hartleibigkeit, aufgeworfene Fragen zu beantworten, fällt schon auf.
Ja und? Irgendjemand muss ja die Meinungen von Zeitgenossen veröffentlichen, denn wie soll ich wissen, wie de Winter denkt, wenn ich keine Artikel von ihm zu lesen bekomme?
Ich lege Wert darauf, auch Artikel von Spaltpilzen, politisch Unkorrekten, gesellschaftlichen Zersetzern u.ä. zu lesen, DAMIT ich mir eine Meinung bilden kann. Wenn ich die nämlich nicht lese, weil ihnen der Ruf vorauseilt, zweifelhaft zu sein, dann ist das ein Vorurteil.
Im Übrigen finde ich manch einen Kommentar des Herrn Prantl auch zweifelhaft (viele sind gut, aber eben nicht alle).
Antworten
Ergebnis 51 bis 59 von 59
Thema: Journalismus und Internet
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13.02.2010, 10:14Inaktiver User
AW: Journalismus und Internet
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13.02.2010, 19:59Inaktiver User
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14.02.2010, 11:11Inaktiver User
AW: Journalismus und Internet
*freu*
In meinem Posting stand noch ein themenbezogener Satz, den ausgefiltert/unterschlagen/übersehen (??) hast.
Aaalso:
Die arte-Beiträge habe ich nicht gesehen.
Aber wie überall gilt: Es gibt eine seriöse Arbeitsweise, sei es in der Wissenschaft, im Journalismus, in der Buchhaltung, etc. Dabei müssen die Resultate verifizierbar sein. Dazu gibt es je nach Fach verschiedene Methoden. Im Journalismus holt man für gewöhnlich eine zweite Bestätigung ein.
Es gibt auch einen Journalismus, der bunt schillert, der auf Bestätigungen einen Pfifferling gibt, aber sehr unterhaltsam ist. Leser setzen sich prinzipiell lieber mit Gerüchten als mit Tatsachen auseinander.
Teilaspekte aus verifizerten Tatsachen herausgreifen und in einen ideologischen Kontext zu stellen, der einem nahesteht, machen fast alle Medien - allen voran die Bildzeitung, aber auch die Zeit und die Süddeutsche. Am wenigsten macht's die FAZ, aber die liest ja auch kaum Mensch zur Unterhaltung.
Alle Zeitungen transportieren eine ideologische Nachricht, die sie durch eine Mischung aus verifizierte Info, Unterhaltung und Meinungsbildung an den Mann zu bringen versuchen. Die Höhe des Anteils der Komponenten schwankt, aber vorhanden ist er in allen Printmedien, wobei es traditionell Medien gibt, die sauber bzw. unsauber arbeiten.
Im Internet ist die Herkunft der Info nicht nachzuvollziehen. So drehen Bilder die Runde, dass die Pasdaran im Iran das Volk niederknüppeln. Ob das wirklich so stimmt? Es ist jedoch ziemlich plausibel, und seriöse Medien weisen darauf hin, dass sie die Info nicht verifizieren können.
Im Internet führen also Gerüchte und Tatsachen ein gleichberechtigtes Dasein. Daraus können natürlich Gefahren erwachsen.
Im Internet herrscht andererseits Meinungsfreiheit. Das ist die riesige Chance des Internets. Es stößt gesellschaftliche Entwicklungen und Befreiungsbewegungen an. Deswegen unternehmen Diktaturen ja auch so verzweifelte Versuche, es zu stoppen.
Interessant ist dein Statement über seriöse und unseriöse Medien in Bezug auf de Winter. Für dich verläuft ganz offensichtlich die Grenze zwischen seriös und unseriös darin, wo Medien liebsame oder unliebsame Meinungen veröffentlichen. Ich bin selber in der Lage, mir eine Meinung zur Meinung von de Winter, Prantl oder Matussek zu bilden. Dazu brauche ich keine Vorschriften, welches Medium ich lesen sollte.
Die Infoquellen sind übrigens bei Zeitungen jeglicher Ausrichtung und Couleur oft identisch, AP, Reuters u.ä. und werden auch in zweifelhaften Medien genannt.
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14.02.2010, 14:17Inaktiver User
AW: Journalismus und Internet
Ganz recht. Von diesen Gefahren sollte hier im Strang eigentlich die Rede sein.
Aber diese Erwartung habe ich angesichts dessen, was mir hier begegnet ist, abgehakt.
Die Rede ist in diesem Strang eigentlich nicht von den iranischen oder chinesischen Printmedien, sondern von Medien der westlichen Hemisphäre. - Hast du das Gefühl, dass in den Printmedien von Ländern wie D-A-CH keine Meinungsfreiheit herrscht?Im Internet herrscht andererseits Meinungsfreiheit. Das ist die riesige Chance des Internets. Es stößt gesellschaftliche Entwicklungen und Befreiungsbewegungen an. Deswegen unternehmen Diktaturen ja auch so verzweifelte Versuche, es zu stoppen.
Für mich verläuft die Grenze zwischen seriös und unseriös entlang dessen, was du in anderen Strängen gern als "abendländische Werte" ins Feld führst.Interessant ist dein Statement über seriöse und unseriöse Medien in Bezug auf de Winter. Für dich verläuft ganz offensichtlich die Grenze zwischen seriös und unseriös darin, wo Medien liebsame oder unliebsame Meinungen veröffentlichen.
Ein Artikel, der tief rassistisch ist und haltlose, ehrabschneiderische Gerüchte in die Welt zu setzen versucht, liegt nach meiner Ansicht jenseits dieser Grenze. Ich hätte gedacht, das sei offensichtlich. Und deshalb wundere ich mich, dass du meine Auffassung zu Leon de Winter in dieser Weise interpretierst.
Wenn du so gut in der Lage bist Texte zu erfassen, dann hast du sicher gemerkt, dass von "Vorschriften" hier nirgendwo die Rede war.Ich bin selber in der Lage, mir eine Meinung zur Meinung von de Winter, Prantl oder Matussek zu bilden. Dazu brauche ich keine Vorschriften, welches Medium ich lesen sollte.
Wenn du das aber gemerkt hast - wieso schreibst du das dann?
.Geändert von Inaktiver User (14.02.2010 um 14:31 Uhr)
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14.02.2010, 15:57Inaktiver User
AW: Journalismus und Internet
Sagen wir mal so: Das, was veröffentlicht wird, ist ok. Interessanter ist das, was nicht veröffentlicht wird. Und da gab es in der Vergangenheit Themen, die beharrlich totgeschwiegen worden sind, obwohl sie dem Volk auf den Nägeln brannten. Z.B. gehört es zu den Verhaltensregeln des Deutschen Presserates, grundsätzlich die Nationalität eines Verbrechers nicht zu nennen, um, wie es heißt, Diskriminierung zu vermeiden. In Wirklichkeit wird dadurch die Lösung bestehender Probleme deutlich erschwert. Hier z.B. leistet das Internet einen großen Dienst durch den möglichen Zugriff auf Polizeistatistiken.
Liberté (d'opinion), Egalité, Fraternité ? Nix dagegen. Wenn du was anderes meinst, werde bitte konkreter.
Aber mit dem "für mich" kann ich nichts anfangen. Für seriös und unseriös gelten objektive Kriterien, und die gelten für alle und sind in den Standesrichtlinien für Journalismus begründet.
Ich kenne diesen Artikel nicht und möglicherweise würde ich zur gleichen Schlussfolgerung wie du gelangen. Trotzdem vermag ich nicht Schlimmes darin zu sehen, lesen zu können, wie dieser Mensch tickt, ohne mir gleich eines seiner Bücher zu Gemüte zu führen.
Das Wort "Vorschrift" fällt tatsächlich nicht. Aber hier erklärst du uns genau, wie wir es nicht machen sollen:
*Im RL gibt es zwar Lektoren, aber die prüfen auch nicht immer richtig. Ist ein bisschen OT, aber der Fall "Axolotl Roadkill" hat den Feuilleton und das Verlagswesen so richtig vorgeführt. So richtig zum Kotzen.
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14.02.2010, 20:56Inaktiver User
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14.02.2010, 22:49Inaktiver User
AW: Journalismus und Internet
Über das Thema als solches. Dabei geht es weder um den spezifischen Beitrag, noch um den spezifischen Artikel.
Kennst du denn Axolotl Roadkill?
Im übrigen habe ich mir die Reportage inzwischen angeguckt.
Impfe: Da, fürchte ich, bin ich eher auf Seiten der Verschwörer. Für Menschen ohne Vorerkrankungen ist sie völlig nutzlos, dafür aber teuer. Ich halte die Pharmaindustrie eher für geldgeil als für moralisch erhaben, siehe Contergan. Gut, dass nicht nur in Blättern veröffentlicht wurde, die auf Anzeigenkunden angewiesen sind. Für die Pharmaindustrie ist das natürlich dumm gelaufen.
Partizipativer Journalismus: Das Spiegel-Beispiel war klasse! Im dortigen Forum wird aus unerfindlichen Gründen moderiert, viele Beiträge unterdrückt, obwohl sie den Nubs entsprechen, bis die Beiträge das Bild reflektieren, was die Redaktion gerne hätte.
Und wenn "Le Post" seine Nubs so schlampig kontrolliert ...
Ansonsten wurden Leute gezeigt, die nicht kapiert haben, dass Freiheit nicht bedeutet, dass jeder alles darf, sondern dass meine Freiheit aufhört, wo die des Nächsten beginnt. Ich denke, das ist ein Thema, wo es viel interkulturellen Diskussionsbedarf gibt. So what?
Was mich betrifft: aus Spaß an der Freud.
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21.03.2010, 12:11Inaktiver User
AW: Journalismus und Internet
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Falls sich jemand mit dem Thema "Journalismus und Internet" befassen möchte, nachfolgend ein bemerkenswerter Link:
Artikelserie "Wozu noch Journalismus", Süddeutsche Zeitung
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22.03.2010, 21:27Inaktiver User
AW: Journalismus und Internet
Na eben. Viel Lärm um wenig. Seit dem Siegeszug des Computers haben die Angehörigen diverser Berufsgruppen heftig schlucken gelernt: Phonotypistinnen, Schreibkräfte, Schriftsetzer, Fotografen, Sekretärinnen, Übersetzer, etc., etc. Viele Berufe existieren in ihrer herkömmlichen Form nicht mehr, neue sind entstanden, der Untergang des Abendlandes steht nicht unmittelbar bevor.
Für die Betroffenen ist das natürlich eine sehr angsteinflößende und schwierige Situation mit zahlreichen Kollateralschäden. Keiner kann diese Befindlichkeiten deutlicher an den Mann bringen als Journalisten.
Die Einzelschicksale mögen hier und da fürchterlich sein. Aber das Berufsbild wird sich wandeln und weiterhin existieren.



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