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Thema: Journalismus und Internet
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11.02.2010, 09:53Inaktiver User
AW: Journalismus und Internet
Geändert von Inaktiver User (11.02.2010 um 10:01 Uhr)
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11.02.2010, 10:01Inaktiver User
AW: Journalismus und Internet
Exakt. Deshalb neigt der eine VTs zu, der andere lehnt sie als Hirngespinst ab oder deshalb, weil in der FAZ nichts davon steht. Wegen der verschiedenen Sichtweisen. KANN eine FAZ überhaupt -um den Anspruch des Lesers und den eigenen Anspruch auf Seriosität nicht zu verletzen- wagen, eine VT zu thematisieren? Es besteht die Gefahr zweiter "Hitlertagebücher" usw. Sie sehen: Daß nichts thematisiert wird, kann durchaus ganz andere Gründe haben, als "Nichtexistenz" eines Phänomens.
Zitat von Inaktiver User
Hier eine Recherche zu "Medien" Medienkonzern(e) medienwatch & metainfo (gfok) einige BEsitzverhältnisse etc. Allgemeiner Natur, was durchaus Hinweise liefert.Welche dieser Medien "Recht hat", bleibt in der Tat der Sichtweise des Einzelnen überlassen.
Gemeinsam haben diese Medien, dass sie sauber recherchieren und keine expliziten Lügen verbreiten.
Sie haben nicht verstanden. Opelius hat den Hinweis gegeben, daß Medien in erster Linie wirtschaftliche Interessen verfolgen müssen. Daß durchaus das wirtschaftliche Interesse des Mediums mit den wirtschaftlichen Interessen der Werbenden und dem Informationsbegehren der Abonnenten kollidiert, zeitigt Ergebnisse, die entweder konträr zur Wahrheit sein können oder nur "die halbe Wahrheit" sind.Die Qualitätszeitung verkauft Informationen, im Idealfall auch gut recherchierte Hintergrundinformation, Ausgewogenheit und Seriosität an ein Publikum, das in der Lage ist solche Inhalte zu würdigen...
Wenn du nicht einmal in der Lage bist mit gelegentlichen Recherchefehlern, Gegendarstellungen und Mehrstimmigkeiten seriöser Medien umzugehen - wie willst du dann in der Lage sein, die Inhalte von Blogs u.a. politischen Webseiten zu beurteilen?
Dasselbe Problem haben Sie bei politischen Medien und Beiträgen, egal ob Zeitung oder Fernsehen. Koch und andere Politiker versuchen massiv Einfluß auf die personelle Besetzung zu nehmen, das ist doch unbestritten. Meine Cousine arbeitet bei einem Unternehmen, das statistische Daten auswertet. Dabei handelt es sich um kritische Daten zum Arbeitsmarkt und Wirtschaft. Mehrfach wurde von politisch höchster Ebene aus Berlin "angeregt", bestimmte Daten nicht so veröffentlichen zu dürfen, wie sie nach wissenschaftlicher Auswertung in Reinform vorlagen. Diesen Effekt werden Sie in vielen Medien aus verschiedenen Interessenslagen motiviert antreffen.
Deshalb halte ich "freien Journalismus" in Form eines Blogs oder freier Seiten mit guter Recherche (und das kann ich beurteilen, weil ich manchmal selber nachzuprüfen versuche) wegen meist wirtschaftlicher Unabhängigkeit für durchaus freier und "unkorrumpierbarer", als wirtschaftlich und politisch abhängige Medien.
Sie dürfen auch nicht vergessen, daß, wenn Sie "seit Jahr und Tag" dieselbe Zeitung lesen, in gewisser Weise "auf Linie" getrimmt werden können, ohne es zu merken. Es ist eine Konditionierung - die Macht der Medien und Propaganda ist schon immer bekannt und heiß umkämpft, weil es ihnen klar ist.
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11.02.2010, 10:11Inaktiver User
AW: Journalismus und Internet
Die größte Gefahr ist wohl, sich angesichts eines "guten Etiketts" einzubilden, nicht mehr selbst kritisch sein zu müssen.
Es klingt gut, wenn etwas auf Arte gezeigt wird und es klingt gut, wenn jemand etwas aus der Süddeutschen verlinkt: dennoch recht das noch lange nicht, um glaubhaft zu machen, dass das eigene Denken mit dem gezeigten auf einem Niveau korrespondiert.
Auch manches was in der BILD steht, wurde in sog. "seriösen Medien" zitiert und dann weiter gegeben als habe es nicht in der Bild, sondern im vordergründig "seriöserem Medium" gestanden.
Es kommt immer auf den Inhalt an und in unserer Zeit nimmt sich " Generation Blöd " zunehmend nicht mehr die Zeit, selbst zu denken : man sammelt Medienberichte, sortiert diese schnell nach "Seriosität" und Eigeninteresse plappert schnell nach ohne wirklich selbst geforscht und recheriert zu haben... Nicht einmal gerütteltes Halbwissen ist das..
Diese Forum ist voll davon..
Es spiegelt nur wer wo was zielorientiert sammelt..
Das Ziel steht schon vorher fest.
Nicht nur Journalismus und Internet wäre ein interessantes Thema, sondern auch : Der Mensch online in Diskussionen und seine Schirrmachereien.. Frank Schirrmacher : Das Internet macht unser Hirn kaputt
Der Mensch mit vielen Informationen aus zweiter/dritten Hand, der nur in den großen Topf greifen muss, um das zu finden, was seine Ideen untermauern soll : Es aber hauptsächlich durchs " gute" Etikett tun soll : "Es steht ja Arte dran..es steht ja in der Süddeutschen und nicht in der BILD..." ist der Tenor
Das ist aber auch Kinderkram :-) und ein Zeichen dafür, dass Schirrmacher vielleicht tatsächlich Recht hat..Geändert von Inaktiver User (11.02.2010 um 10:25 Uhr)
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11.02.2010, 10:30
AW: Journalismus und Internet
Und wie willst Du das verhindern?
Du willst "aufräumen"???
Woher weiss ich denn, dass DEINE Behauptungen stimmen.
Weder kannst Du hier belegen, dass Deine Behauptungenstimmen, noch kann ich sie widerlegen.Diejenigen, die das Internet als Informationsquelle nutzen, wissen im allgemeinen weder woher eine Behauptung kommt noch ob sie geprüft wurde. Sie glauben, verlinken weiter. Und wenn genügend Leute klicken und glauben und weiterverlinken, wird aus einer fetten Lüge oder einer aus der Luft gegriffenen Vermutung allmählich Wahrheit ...
Aber mein Bauchgefühl und mein gesunder Menschenverstand sagen mir: Du bist auf dem falschen Dampfer.
Ich habe auch zu Zeiten vor dem Internet - das war bei mir vor drei Jahren - schon nicht alles geglaubt, was in den Zeitungen stand oder in sonstigen Medien zu erfahren war.
Auch in Zeitungen wurde und wird von Qualitätsjournalisten schon immer und immer wieder mal gelogen wie gedruckt oder aus Unwissenheit die Unwahrheit gesagt.
Der Unterschied zu heute: Heute hat jeder das Recht und die Möglichkeit dazu.
Alleredings auch die Möglichkeit, wenn man anderer Meinung ist wie die Meinungsmacher, dagegen anzugehen.
Wie hätte ich früher die Möglichkeit gehabt, zum Beispiel gegen die einseitige Berichterstattung meiner Tageszeitung zugunsten einer Partei anzugehen oder zu protestieren? Eigenkritik lässt zumindest unsere Tageszeitung, die Mittelbayerische, selten zu.
Ich habe dort mal angerufen, warum mein Leserbrief nicht erscheint.
Trotz des Rechtes auf Verbreitung meiner Meinung wurde mir nur schnippisch gesagt: Was wir drucken, entscheiden immer noch wir.
Wie gut, dass das im Internet anders ist.
Und das soll gefälligst auch so bleiben!!
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11.02.2010, 10:39
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11.02.2010, 10:43
AW: Journalismus und Internet
Schön Streuner, dass Du Dich hier beteiligst.
Das Thema habe ich bereits beantwortet, siehe Post 17
Und es dürft nicht erst seit Wallraff bekannt sein, dass Bild-Reporter sehr wohl ihre journalistische Aufgabe ernst nehmen, aber erst die Redaktion daraus die großen Reißer macht. Und die Hauptschlagzeile bleibt dem Hauptredakteur überlassen, denn die entscheidet über die Verkaufszahlen am nächsten Tag.Geändert von Opelius (11.02.2010 um 10:51 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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11.02.2010, 10:57
AW: Journalismus und Internet
Du vertraust also mehr dem Namen einer "seriösen" Zeitung als Deinem eigenen Urteilsvermögen?
Mir scheint, Du hast zu wenig Selbstvertrauen.
Wenn Du nie in Blogs liest oder schreibst, woher weißt Du dann, wie es darin zugeht?
Mir hat mal jemand gesagt, er habe noch nie die BILD-Zeitung gelesen, wer da nur Lügen drin stehen...
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11.02.2010, 11:07
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11.02.2010, 11:09
AW: Journalismus und Internet
Das ist die Theorie.
In der Praxis beobachte ich mehr und mehr eine manchmal wie gleichgeschaltet agierende Presse, die schlecht recherchierte Nachrichten von Agenturen übernimmt oder aus Rücksicht auf Politik, Anzeigenkunden oder andere Hintermänner bestimmte Nachrichten unterdrückt oder verfälscht.
Drei Beispiele:
Die Klatschnachricht über die angebliche Affäre zwischen Oskar Lafontaine und Sarah Wagenknecht, die der Spiegel ohne jede nachrecherchierte Information in die Welt gesetzt hat, wurde von allen deutschen Zeitungen nachgedruckt.
Die Informationen über den Stand der angeblichen Vorbereitungen des Iran zum Bau einer Atombombe sind völlig unzureichend und (mit Absicht) verwirrend, ich verweise nur auf die physikalisch leicht zu klärenden Details, ob die Urananreicherung für medizinische oder für militärische Zwecke geplant ist.
Seit Jahren werden in der Berichterstattung die so genannten Reformen – Agenda 2010, Hartz IV, Rente mit 67 und so weiter – als alternativlos angepriesen. Gewiss, es gibt Gegenstimmen. Ihnen kommt aber in den Medien in keinem Fall das gleiche Gewicht zu wie den Stimmen der »Reformer« aus Politik und Wirtschaft.
Ich kann die Schwarz-weiss-Darstellung des ARTE-Beitrags keinesfalls teilen - ohne bestimmte Internet-Seiten wie an erster Stelle die Nachdenkseiten
( http://www.nachdenkseiten.de ) wäre ich sehr ungenügend informiert.
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11.02.2010, 11:13
AW: Journalismus und Internet




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