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  1. Inaktiver User

    AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Eigentlich ist es egal, wie man man die Versicherten zur Kasse bittet, wenn ein paar Ziele der Krankenkassenversicherung klar sind:

    Einen allgemeinen für alle zugänglichen Zugang zu einer Krankenversicherung. Immerhin sind etwa 300.000 Bürger bei uns nicht krankenversichert. Wollen wir Zustände wie in den USA, wo -keine Ahnung- ca. 25 Millionen Bürger nicht versichert sind? Sinnigerweise werden die Beiträge direkt vom Lohn abgezogen, damit es niemand vergisst.
    Sinnigerweise müsste man dann aber Ich-AGs und Selbständigkeit abschaffen, denn genau diese Leute betrifft der fehlende KV-Schutz. Sie beziehen keinen Lohn, von dem man KV-Beiträge abziehen könnte.
    Ich finde den Vergleich zwischen Deutschland und USA übrigens hanebüchen. Wer in USA nicht versichert ist, findet oft keine Versicherungsgesellschaft, die ihn nimmt bzw. die die tatsächlichen Krankheitsrisiken versichert. Wer in D immer noch nicht KV-versichert ist, WILL nicht KV-versichert sein, denn Ulla Schmidt hat die bestehende Lücke, die es mal gab, geschlossen.


    Wie gesagt, es ist in meinen Augen nahezu egal, wie die Mittel dafür aufgebracht werden, es werden weiterhin Beiträge sein und zunehmend Steuermittel - und die müssen wir nicht noch in einer großen Umverteilungsorganisation verbuttern.
    Es ist absolut NICHT egal, wie die Mittel aufgebracht werden, denn Steuern zahlen im Prinzip alle, in den gesetzlichen Krankenkassen sind aber NICHT alle Bürger versichert.

    Außerdem ist es nicht egal, weil Steuern mehr oder minder Privatsache sind, während KV-Beiträge und ihre Kostenentwicklung unmittelbar in die Lohnkosten eingehen und die Lohnnebenkosten mit aufblasen.
    Eine Anbindung des Sozialfaktors der KV an die Steuer löst diese enge Verbindung Krankenversicherung - Lohnkosten wenigstens ein Stück weit.

    In der Schweiz zahlt der Arbeitgeber übrigens überhaupt keine KV-Beiträge für seine Mitarbeiter. Das wird über Steuer bzw. über den "Tropf der Kantone" gelöst.
    Geändert von Inaktiver User (03.02.2010 um 14:19 Uhr)

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    AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung

    Zitat Zitat von schnarchstop Beitrag anzeigen
    Wobei die Führungskräfte dieser KKs mindestens 200.000 € jährlich verdienen.
    Bei uns im Südwesten bemisst sich das daran, was diese Führungskraft ansonsten in seiner Arztpraxis verdient hätte.

    So war jedenfalls seine Argumentation, warum er dieses relativ hohe Salär für sich in Anspruch nimmt.
    Au ja, wir sollten vor allem die kasenärztliche Vereinigungen abschaffen, sie vergeuden Geld, der "ehrenamtliche Leiter" der kassenärztliche Vereinigung Westfalen lässt sich dieses Ehrenamt mit ca. 300.000 € vergüten, sie verschleiern die tatsächlichen Kosten für Behandlungen und überraschen ihre Ärzte mit nicht nachvollziehbaren Kürzungen der Entgelte nach einem Quartal.
    Das gehört zuerst abgeschafft und jeder Patient sollte die Rechnung des Arztes an die Krankenkasse gegenzeichnen, oder sind alle gesetzlich Versicherten nicht des Lesens und Schreibens mächtig?
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. Inaktiver User

    AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung

    Zitat Zitat von DerJunge82 Beitrag anzeigen
    Bevor über das System nachgedacht werden sollte, müsste man mal generell schauen wo Geld einzusparen ist. Denn wenn die Kosten immer weiter steigen, stößt jedes System irgendwann an seine Grenzen.
    In dem Moment, in dem man Positivlisten einführt (in D Fehlanzeige) und Selbstbeteiligungen bei Arztrechnungen und Medikamenten einführt (in D trotz halbherziger Ansätze ebenfalls Fehlanzeige), reguliert sich das System ungleich besser als so, wie es derzeit aussieht.

    Davon abgesehen werden die Gesundheitskosten selbstverständlich trotzdem weiter steigen, denn das ist aufgrund von Lebenserwartung und technischem Fortschritt in der Medizin unvermeidlich.


    Und welches System nun unbedingt besser ist, kann ich anhand der vorliegenden Fakten nicht wirklich beurteilen.
    Ganz meiner Meinung!
    Das System der Kopfpauschale an sich ist so gut oder auch so schlecht wie seine konkrete Ausgestaltung. Es gibt absolut keinen Grund, der grundsätzlich gegen eine Kopfpauschale spricht. Logischer wäre es, transparenter wäre es, aber ob es auch besser wäre, hängt von den Details ab.

    Hierin traue ich der FDP nicht über den Weg. Aber dennoch halte ich das Schweizer Modell (übrigens auch das von Micheline skizzierte kanadische System) dem deutschen Kuddelmuddel gegenüber für überlegen.
    Geändert von Inaktiver User (03.02.2010 um 14:08 Uhr)

  4. gesperrt

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    AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auch der Geringverdiener verursacht Kosten und muss KV-Beiträge zahlen. Wenn er es nicht tut, nicht einmal mit einem geringen Beitrag, dann wundert mich in Deutschland gar nichts mehr.
    Da bin ich völlig deiner Meinung.
    Es geht mir doch bloss auch darum, dass ein Mensch mit 1500 € netto keine zusätzlichen 200 €, oder auch nach Steuern 150 € aufbringen kann, ohne in existentielle Schwierigkeiten zu kommen.
    Oder siehst du das anders ?

    Die Großverdiener haben sich aus dem System der gesetzlichen Krankenkassen längst verabschiedet, sofern sie überhaupt je drin waren.
    Außerdem ist das nicht logisch. Es kann einem Normalverdiener im Grunde egal sein, ob er niedrige KV-Beiträge zahlt plus Einkommenssteuer oder höhere KV-Beiträge und etwas weniger Einkommenssteuer.
    WER jetzt nun alles in diese neue Form der KV einbezogen werden soll, weiss ich gar nicht.
    Letztendlich wäre es nach deiner Beschreibung aber fast egal, ob wir beim alten System bleiben oder dieses neue einführen.

    Auf jeden Fall hat die FDP mit diesem Vorschlag das Rad nicht neu erfunden und ich meine schon, dass wir von den Erfahrungen anderer Länder profitieren sollten.
    Warum soll man nicht die schweizer Erfahrung einbeziehen ? Wenn diese Menschen damit unglücklich sind, dann sollte das nicht einfach weggewischt werden.

    Es ist immer wieder verblüffend zu sehen, wie schwierig es zu sein scheint, das gewohnte Denk-Gleis zu verlassen.
    Du siehst doch bei Hartz-IV, dass der Versuch, unsere Sozialsystems zu entlasten, hier nachwievor heiss diskutiert wird.
    Zurecht oder zu unrecht ?
    Ziel der Maßnahme war, unsere Sozialsysteme zu entlasten.


    Wenn man bedenkt, dass der Durchschnittsbürger in Deutschland angeblich doppelt so häufig zum Arzt geht wie der französische Bundesbürger, dann kann man in der Tat auf solche Ideen kommen.
    Diesem Problem wird man nur Herr, wenn man die Beiträge so niedrig wie irgend möglich ansetzt, und im Gegenzug Selbstbeteiligungen einführt.

    Aber wenn man das täte, gäbe es sofort das nächste Geschrei.
    Ja, eine Selbstbeteiligung ist eine sehr gute Idee und würde zu einer höheren Wertschätzung der eigenen Gesundheit führen und den Menschen klar machen, dass sie für ihre Gesundheit mit verantwortlich sind und nicht bloss der Arzt.

    Meine Zustimmung hättest du.

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    AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In dem Moment, in dem man Positivlisten einführt (in D Fehlanzeige) und Selbstbeteiligungen bei Arztrechnungen und Medikamenten einführt, reguliert sich das System ungleich besser als so, wie es derzeit aussieht.

    Davon abgesehen werden die Gesundheitskosten selbstverständlich trotzdem weiter steigen, denn das ist aufgrund von Lebenserwartung und technischem Fortschritt in der Medizin unvermeidlich.
    Das sehe ich genauso. Ich hab aber wenig Hoffnung, dass die Politik Einsparungen durchsetzen kann/will.

  6. Inaktiver User

    AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung

    Zitat Zitat von schnarchstop Beitrag anzeigen
    Da bin ich völlig deiner Meinung.
    Es geht mir doch bloss auch darum, dass ein Mensch mit 1500 € netto keine zusätzlichen 200 €, oder auch nach Steuern 150 € aufbringen kann, ohne in existentielle Schwierigkeiten zu kommen.
    Oder siehst du das anders ?
    Das sehe ich keineswegs anders. Aber dann bitte logisch und transparent mitsamt sonstiger Transferleistungen wie Kindergeld etc. über den Fiskus.
    Die Krankenversicherung soll gegen Krankheit versichern und sonst gar nichts. In Deutschland werden ihr aber Aufgaben des sozialen Ausgleichs übertragen, und das ist m.E. der grundsätzlich falsche Ansatz.


    WER jetzt nun alles in diese neue Form der KV einbezogen werden soll, weiss ich gar nicht.
    Letztendlich wäre es nach deiner Beschreibung aber fast egal, ob wir beim alten System bleiben oder dieses neue einführen.
    Ist es nicht. Aber was konkret anders, d.h. besser oder schlechter ist, kann ich unmöglich sagen, ohne die konkreten Details des FDP-Konzeptes zu kennen. Ich bin die Letzte, die der FDP in irgendwas blind zustimmen würde, sondern will lediglich helfen Vorurteile gegen die "Kopfpauschale" abzubauen und den Blick auf die Details der Pläne lenken, wie auch immer sie aussehen mögen.


    Warum soll man nicht die schweizer Erfahrung einbeziehen ? Wenn diese Menschen damit unglücklich sind, dann sollte das nicht einfach weggewischt werden.
    Sind sie nicht.
    Schweizer haben eine direkte Demokratie. Wären sie mit ihrem System der KV nicht einverstanden, würden sie z.B. das deutsche Modell bevorzugen, dann hätte es längst eine Volksabstimmung und anschließende Gesetzesänderung gegeben.
    .
    Geändert von Inaktiver User (03.02.2010 um 14:58 Uhr)

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    AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung

    Es muss um eine Erneuerung der paritätischen Finanzierung gehen. Die Parität ist ja nicht irgendwas, sondern sie ist unmittelbarer Ausfluss des Verfassungsgrundsatzes von der Sozialpflichtigkeit des Eigentums. Paritätische Finanzierung der Sozialversicherung war ein tragendes Prinzip des Sozialstaats und bedeutete, dass die Kapitalseite zur Hälfte für die Finanzierung der sozialen Sicherung gegenüber den großen Lebensrisiken zuständig ist. Wenn also zur Stärkung der Finanzbasis der Gesetzlichen Krankenversicherung durch die Verbeitragung aller Markteinkommen - auch der Vermögenseinkommen - Mehreinnahmen auf Seiten der Versicherten erzielt werden, muss es andererseits einen zusätzlichen Beitrag der Kapitalseite geben. Nur dadurch kann erreicht werden, dass das Risiko künftiger Beitragssatzsteigerungen nicht überwiegend bei den Versicherten landet. Dazu wäre eine ergänzende Wertschöpfungsabgabe der Unternehmen einzuführen, die als prozentualer Beitrag von der betrieblichen Bruttowertschöpfung erhoben wird. (In den späten 70er Jahren wurde eine ähnliche Idee schon mal unter dem Begriff "Maschinensteuer" diskutiert.) Und immerhin ist ja die Ursache der Dauerkrise bei den GKV-Finanzen, dass die der Anteil der beitragspflichtigen Entgeltsumme seit 30 Jahren sinkt, während die Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen spiegelbildlich steigen.

  8. Inaktiver User

    AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung

    Zitat Zitat von utopia_2020 Beitrag anzeigen
    Es muss um eine Erneuerung der paritätischen Finanzierung gehen.
    Es wird sie nicht geben.
    Und es kann sie auch nicht geben, denn das hätte unmittelbar Einfluss auf den Arbeitsmarkt.

    Das bedeutet aber, dass das höchst nützliche politische Gewicht, dass die Arbeitgeber ausübten, um ein ungebremstes Anwachsen der KV-Beiträge zu verhindern, auf den Staat übergehen und dieser die resultierende Verantwortung auch wahrnehmen muss.
    In der Schweiz hat der Staat das System der Grundversicherung voll im Griff - auch wenn sämtliche Versicherungen privat sind (keine gesetzlichen Kassen und folglich keine Zweite-Klasse-Patienten).


    Wenn also zur Stärkung der Finanzbasis der Gesetzlichen Krankenversicherung durch die Verbeitragung aller Markteinkommen - auch der Vermögenseinkommen - Mehreinnahmen auf Seiten der Versicherten erzielt werden, muss es andererseits einen zusätzlichen Beitrag der Kapitalseite geben.
    Nein, muss es nicht, denn was ist denn die "Kapitalseite"?

    "Die Kapitalseite" - Das sind UnternehmeN, und die kriegen keine Masern und keine Nierenkoliken, höchstens Liquiditätsprobleme. Wieso sollten sie überhaupt KV-Beiträge zahlen?

    - Und das sind UnternehmeR sowie Leute, die ein erwerbsfreies Einkommen beziehen. Sie sollte man sehr wohl zur Kasse bitten. Sie sollten alle pflichtversichert sein, und zwar mit einem relativ niedrigen einheitlichen Grundbeitrag und Selbstbeteiligung. Alle Beiträge zum sozialen Ausgleich sollten auch für sie nur über Steuern laufen.

    In der Schweiz sind übrigens ALLE Bürger krankenversichert, egal, welches Einkommen und welchen Beruf sie haben. In der Schweiz zahlt kein Unternehmen Krankenversicherung, aber jeder Bürger - egal ob reich oder arm, selbständig oder angestellt, Rentner oder Kind, Beamter oder Arbeiter.
    Und das funktioniert sehr gut.
    .
    Geändert von Inaktiver User (03.02.2010 um 15:13 Uhr)

  9. gesperrt

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    AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    ...Das gehört zuerst abgeschafft und jeder Patient sollte die Rechnung des Arztes an die Krankenkasse gegenzeichnen, oder sind alle gesetzlich Versicherten nicht des Lesens und Schreibens mächtig?
    Ich sehe auch kein Problem darin, wenn es bei den Privaten klappt.

    Offensichtlich ist der Wille bei den Politikern nicht vorhanden.

    Die Frage ist, warum ?

  10. Inaktiver User

    AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Au ja, wir sollten vor allem die kasenärztliche Vereinigungen abschaffen, sie vergeuden Geld, der "ehrenamtliche Leiter" der kassenärztliche Vereinigung Westfalen lässt sich dieses Ehrenamt mit ca. 300.000 € vergüten, sie verschleiern die tatsächlichen Kosten für Behandlungen und überraschen ihre Ärzte mit nicht nachvollziehbaren Kürzungen der Entgelte nach einem Quartal.
    Das gehört zuerst abgeschafft und jeder Patient sollte die Rechnung des Arztes an die Krankenkasse gegenzeichnen, oder sind alle gesetzlich Versicherten nicht des Lesens und Schreibens mächtig?
    Nenn bitte einen Grund, warum der Patient eine beliebig hohe Rechnung nicht gegenzeichnen sollte, wenn das für ihn keinerlei Konsequenzen (Selbstbeteiligung oder auch nur Vorstrecken der Kosten) hat.
    .
    Geändert von Inaktiver User (03.02.2010 um 15:10 Uhr)

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