Nein, das ist einfach Unsinn, denn:
"Im vergangenen Jahr mussten die Kantone bereits 3,4 Milliarden Franken für Prämienverbilligungsprogramme aufbringen. Als Folge hängen in manchen der 26 Kantone bis zur Hälfte der Bürger am Tropf des Staates. Die Pauschale hat den Schweizern vor allem eines gebracht: Ein Flickwerk von Gesundheitsreformen."
Genau und da bin ich auf deine konkrete Lösung dieses Problems gespannt.Außerdem hängt grundsätzlich alles davon ab, wie man den sozialen Ausgleich steuerlich behandelt - und das ist kein systemisches Problem, sondern ein quantitatives.
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Ergebnis 11 bis 20 von 66
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03.02.2010, 13:07
AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung
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03.02.2010, 13:18
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03.02.2010, 13:25Inaktiver User
AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung
Natürlich müssen die Kantone zuschießen. Und sie sollen es auch tun. Sie tun es aus Steuergeld. Dass sie es tun, ist ja genau der soziale Faktor, den Deutsche an ihrem Modell (bei dem die Beiträge vom Einkommen abhängig gemacht werden) für so unverzichtbar halten.
Wie ich eingangs bereits sagte: sozialer Ausgleich ist Sache der Steuer und NICHT Sache einer Krankenversicherung. In der Schweiz findet dieser Ausgleich direkt über die Einkommenssteuer statt, in Deutschland gibt es ein Kuddelmuddel aus Steuer und einkommensabhängigen KV-Beiträgen, die in sich alles andere als logisch, geordnet und transparent erscheinen.
Diesen - absolut unerlässlichen - Zuschuss aus Steuermitteln als "am Tropf des Staates hängen" zu bezeichnen ist völliger Quatsch, weil das im System so vorgesehen (!) ist. Übrigens auch bei dem Modell der deutschen "Kopfpauschale"/"Gesundheitsprämie".
.Geändert von Inaktiver User (03.02.2010 um 13:31 Uhr)
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03.02.2010, 13:34
AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung
Das heisst also, nachdem wir schon die sogenannten "Aufstocker" haben, die trotz eines Voll-Tagesjobs nicht davon leben können und vom Staat alimentiert werden, bekommen wir die nächste Gruppe von Hilfebedürftigen, die zur ARGE tippeln müssen, diesmal, um sich ihre KV leisten zu können.
Das ist sowohl vom Verwaltungsaufwand her, als auch von der psychologischen Situation der betroffenen Bürger her betrachtet völlig unsinnig.
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03.02.2010, 13:37Inaktiver User
AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung
Du hast das Prinzip immer noch nicht erfasst.
Vergleich lieber mit den Werbungskosten (Fahrt zur Arbeit, Arbeitszimmer etc.), die man in der deutschen Steuererklärung ja auch ansetzt, ohne sich gedemütigt zu fühlen.
siehe oben, Steuererklärung, mit Werbungskosten, Außerordentlichen Aufwendungen und dergleichenDas ist sowohl vom Verwaltungsaufwand her, als auch von der psychologischen Situation der betroffenen Bürger her betrachtet völlig unsinnig.
Geht doch auch. Wieso sollte der Verwaltungsaufwand so viel größer sein, wenn der Posten KV dazukäme?
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03.02.2010, 13:46
AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung
"Fahrt zur Arbeit" "Arbeitszimmer" ... dabei handelt es sich nicht um Menschen, die 1500 € netto verdienen.
Diese Menschen bezahlen kaum Steuer, weil sie kaum was verdienen. Insofern werden sie auch trotz einer KV-Pauschale unterm Strich weniger Geld haben als jemand, der etwas abzusetzen hat.
Kurz: der Gering-Verdiener wird benachteiligt.
Genauso wie du muss ich mich auch wiederholen: wer kann denn "ausserordentliche Aufwendungen" geltend machen ?siehe oben, Steuererklärung, mit Werbungskosten, Außerordentlichen Aufwendungen und dergleichen
Geht doch auch. Wieso sollte der Verwaltungsaufwand so viel größer sein, wenn der Posten KV dazukäme?
Die Grossverdiener freuen sich, dass sie nun auch noch ihre KV-Beiträge absetzen können und die Kleinverdiener haben nichts davon. Ich kenne Leute, die ihre Steuererklärung gar nicht abgeben, weil da sowieso nichts läuft.
Unterm Strich wäre es sinnvoller, eine Gesundheitskasse einzurichten, da die Nutzung der KK inzwischen zu einem Freizeitsport zu werden droht.
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03.02.2010, 13:46
AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung
Eigentlich ist es egal, wie man man die Versicherten zur Kasse bittet, wenn ein paar Ziele der Krankenkassenversicherung klar sind:
Einen allgemeinen für alle zugänglichen Zugang zu einer Krankenversicherung. Immerhin sind etwa 300.000 Bürger bei uns nicht krankenversichert. Wollen wir Zustände wie in den USA, wo -keine Ahnung- ca. 25 Millionen Bürger nicht versichert sind? Sinnigerweise werden die Beiträge direkt vom Lohn abgezogen, damit es niemand vergisst.
Kinder müssen über die Versicherung der Eltern laufen, wie denn sonst?
Die Versicherung muss alle Krankheiten und Krankheitskosten abdecken, denn kein Mensch kann sein Risiko abschätzen, aber Versicherungsmathematiker.
Brillen, Schönheits-OPs und sonstiger Schnick-Schnack sind schon jetzt keine Kassenleistungen und sollten es auch weiterhin sein.
Das, was diskutiert werden muss, sind Kuren, insbesondere Mütter und Kinderkuren, Alternativmedizinbehandlung, und vor allem, wieviel Krankenkassen wir uns in Zukunft noch leisten wollen, es sind 250! Eine Nationalkrankenversicherung aber halte ich für grundsätzlich falsch.
In unserer ländlichen Gegend gibt es so gut wie keine Hausärzte mehr. Bezirksregierung und Landkreis überlegen schon, wie sie junge Ärzte auf Land locken sollen, zumindest als Nachfolger für den in Ruhestand gehenden Landarzt. Wenn man die locken will, muss ihnen einen Grundeinkommen garantiert werden.
Wie gesagt, es ist in meinen Augen nahezu egal, wie die Mittel dafür aufgebracht werden, es werden weiterhin Beiträge sein und zunehmend Steuermittel - und die müssen wir nicht noch in einer großen Umverteilungsorganisation verbuttern.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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03.02.2010, 13:49
AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung
Bevor über das System nachgedacht werden sollte, müsste man mal generell schauen wo Geld einzusparen ist. Denn wenn die Kosten immer weiter steigen, stößt jedes System irgendwann an seine Grenzen.
Und welches System nun unbedingt besser ist, kann ich anhand der vorliegenden Fakten nicht wirklich beurteilen.
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03.02.2010, 13:52Inaktiver User
AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung
Auch der Geringverdiener verursacht Kosten und muss KV-Beiträge zahlen. Wenn er es nicht tut, nicht einmal mit einem geringen Beitrag, dann wundert mich in Deutschland gar nichts mehr.
Die Großverdiener haben sich aus dem System der gesetzlichen Krankenkassen längst verabschiedet, sofern sie überhaupt je drin waren.Die Grossverdiener freuen sich, dass sie nun auch noch ihre KV-Beiträge absetzen können und die Kleinverdiener haben nichts davon. Ich kenne Leute, die ihre Steuererklärung gar nicht abgeben, weil da sowieso nichts läuft.
Außerdem ist das nicht logisch. Es kann einem Normalverdiener im Grunde egal sein, ob er niedrige KV-Beiträge zahlt plus Einkommenssteuer oder höhere KV-Beiträge und etwas weniger Einkommenssteuer.
Es ist immer wieder verblüffend zu sehen, wie schwierig es zu sein scheint, das gewohnte Denk-Gleis zu verlassen.
Wenn man bedenkt, dass der Durchschnittsbürger in Deutschland angeblich doppelt so häufig zum Arzt geht wie der französische Durchschnittsbürger, dann kann man in der Tat auf solche Ideen kommen.Unterm Strich wäre es sinnvoller, eine Gesundheitskasse einzurichten, da die Nutzung der KK inzwischen zu einem Freizeitsport zu werden droht.
Diesem Problem wird man nur Herr, wenn man die Beiträge so niedrig wie irgend möglich ansetzt, und im Gegenzug Selbstbeteiligungen einführt.
Aber wenn man das täte, gäbe es sofort das nächste Geschrei.Geändert von Inaktiver User (03.02.2010 um 14:05 Uhr)
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03.02.2010, 13:52
AW: Kopfpauschale / Gesundheitsprämie / Bürgerversicherung
Wobei die Führungskräfte dieser KKs mindestens 200.000 € jährlich verdienen.
Bei uns im Südwesten bemisst sich das daran, was diese Führungskraft ansonsten in seiner Arztpraxis verdient hätte.
So war jedenfalls seine Argumentation, warum er dieses relativ hohe Salär für sich in Anspruch nimmt.



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