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29.05.2010, 17:38
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
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29.05.2010, 18:02Inaktiver User
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29.05.2010, 18:13
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15.06.2010, 10:37
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
Schuldenkrise: Spaniens Bankenkrise spitzt sich zu - WirtschaftsWoche
Wenn ich dran denke, wie früher in Spanien Immobilien finanziert wurden:
Beispiel Appartment:
Produktionskosten inkl. Grundstück ca. 800 Euro pro m²
Verkaufspreis ca. 2.800 Euro pro m².
z.B. 80 m@ Wohnklo kosteten ca. 220.000 Euro.
Finanziert wurden nicht wie in Deutschland maximal 80 Prozent, sonden 120 Prozent, da man ja noch ein neues Auto wollte, und auch noch ne anständige Möblierung. (Immobilienbüros warben offensiv mit Flugblättern und im Schaufenster mit 120 Prozent-Finanzierung)
Vor der Krise konnte man noch einen Gewinn erzielen beim Verkauf der Wohnung nach einigen Jahren (Preissteigerung bei Immobilien lag jahrelang bei 7 Prozent).
Und jetzt liegt der Preis der Wohnung nicht mehr bei 220.000, sondern bei 120.000.
Auf der Bank hat man noch den Immobilienkredit von 230.000 liegen.
Sehr sehr viele Spanier sind pleite. Weit mehr als viele ahnen.
Die Sparkassen und bedingt auch Banken in Spanien schieben einen gigantischen Berg von Kundenkrediten vor sich her, die niemals mehr zurückgezahlt werden können.
Da kommt was auf uns zu, das geht gar nicht mehr in den Kopf rein.
Wie Europa das alles retten will ist mir ein Rätsel. Wenns klappt, ist das das achte Weltwunder.Ich bin, also denke ich
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15.06.2010, 12:53Inaktiver User
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
Warum eigentlich?
Für diejenigen Spanier, die in diesen Immobilien wohnen und ihren Kredit weiterhin abzahlen, hat sich erstmal überhaupt nichts geändert, denn solange man in einer Immobilie zu wohnen beabsichtigt, kann einem ihr Marktpreis herzlich egal sein.
Für diejenigen Spanier, die ihre Immobilie verkaufen wollen, ergibt sich ebenfalls kein realer Verlust, wenn sie eine - preislich ebenfalls stark verbilligte - Folgeimmobilie kaufen wollen.
Probleme ergeben sich vor allem für diejenigen, die ihre Immobilie nicht halten können, weil sie ihre Arbeit verlieren und deshalb den Kredit nicht mehr bedienen können. Wichtig ist also in erster Linie notwendige Arbeitsmarktreformen durchzuführen, die den Arbeitsmarkt stabilisierten und die hohe Arbeitslosenrate senken.
Probleme haben des weiteren die Spekulanten, übrigens häufig Briten, die investiert haben und nun sehen müssen, dass ihre Rechnung nicht aufgeht. Die Pleite von Immobilienspekulanten ist erstmal nur deren Sache.
Und schließlich betrifft der Verfall des Immobilienmarktes noch einige (wenige?) Immobilienbesitzer, die Spanien verlassen und keine Folgeimmobilie kaufen wollen. Sie realisieren tatsächlich einen Verlust.
Insgesamt steht und fällt alles mit der Frage, wie Spanien seinen Arbeitsmarkt stärkt - und v.a. auch die Arbeitsplatzverluste des zeitweise aufgeblähten Immobiliensektor auffängt. Die Preisentwicklung der Immobilien ist dabei untergeordnet.Geändert von Inaktiver User (15.06.2010 um 13:06 Uhr)
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15.06.2010, 13:02
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
Blautanne,
in Spanien sind viele Spekulanten (ganz stinknormale Bürger). Viele haben in Erwartung eines immer weiter laufenden Booms eine zusätzliche Immobilie gekauft, um a) einige Jahre Miete zu kassieren und b) dann gewinnbringend zu verkaufen. Nun bekommen sie keine Miete mehr (oder nur noch halb so viel), und der Wiederverkauf klappt auch nicht. Sollte das Vermögen groß genug sein, dass die Schulden zurückgezahlt werden können, entstehen der Bank keine Probleme, dann haben die Leute einfach kein Vermögen mehr.
Aber in sehr vielen Fällen reicht das Vermögen längst nicht mehr, um die Schulden zurückzuzahlen. Mieteinnahmen fallen weg, das Einkommen steigt nicht, und Bank erhöht die Zinsen. Zudem steigt das Einkommen auch nicht mehr so stark wie erwartet.
Glaub mir, ich sehe es tagtäglich. Das wird hier zur Katastrophe.
----------Ich bin, also denke ich
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15.06.2010, 20:18Inaktiver User
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
Katastrophe... wie ist denn die Stimmung der Menschen an sich? Sie werden bestimmt mit einfachen Menschen genauso zu tun haben wie mit Bessergestellten. Neulich hab ich irgendwo gelesen, daß in Spanien die Jugendarbeitslosigkeit um 20% liegen soll - das kommt mir enorm hoch vor.
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15.06.2010, 20:28Inaktiver User
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
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15.06.2010, 20:32
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
Die Jugendarbeitslosigkeit (16 bis 30-jährige) ist ein großes Problem. Offiziell bei 42 Prozent. Inoffiziell weit höher, denn junge Leute haben keine staatliche Unterstützung zu erwarten. Da wird mal ein bisschen zuhause ausgeholfen, aber mehr läuft nicht.
Ein großes Problem in Spanien ist, dass es keine organisierten Ausbildungswege gibt. Da fängt der 16-jährige einfach mal bei einem Brunnenbohrer an, macht irgendwann mal bei einem Installateur weiter, dann im Sommer zwei drei Monate in einer Kneipe usw.
Das macht sich auch bemerkbar an der Qualität der Arbeit. Hier bräuchte man unbedingt so etwas wie das deutsche Handwerk (ohne patriotisch zu sein).
Eigentumsdelikte nehmen stark zu, auch verbunden mit Gewalt. Allgemein nimmt auch die Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen stark zu. Was ist denn anderes zu erwarten. Die sitzen von morgens bis abends an mit ihren Leuten zusammen, da kann nur wenig gutes rauskommen.
Mit den 20 Prozent Arbeitslosigkeit, das ist die gesamte Arbeitslosigkeit. Jedoch sind die inoffiziellen Zahlen schon bei 22 bis 25 Prozent.Geändert von Wolfgang60 (15.06.2010 um 20:38 Uhr)
Ich bin, also denke ich
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15.06.2010, 20:48Inaktiver User
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
Danke. Gibt es von Seiten der Medien/ Politik Aufwiegelungsversuche wie bei uns gelegentlich auch? Könnte mir vorstellen, daß da viele radikale Gruppierungen ihre Chance wittern - von Neigungen zu Sozialismus/ Kommunismus schrieben Sie ja schon. Was empfiehlt eigentlich die Wirtschaftselite den Menschen?



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