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21.06.2011, 20:21Inaktiver User
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
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21.06.2011, 20:55
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
Wie viele Milliardäre gibt es weltweit, die mehrere Milliarden Privatvermögen besitzen, so dass es ihnen nicht "weh" tun würde, wenn sie eine davon spenden würden?
Vielleicht wäre ja der "kleine" Teil der Millionäre so groß, dass es ausreichen würde, Griechenland zu retten.
Vielleicht hat es nur noch kein Milliardär gemacht, weil noch keiner gefragt wurde ob er es tun würde.
Was würde man riskieren, wenn man es nur mal versuchen würde, zu fragen, "haste mal ne Milliarde für Griechenland?"?
Dir dürften kaum Einwände haben, wenn ein Privatmann/Frau Griechenland eine Milliarde von seinem Privatvermögen spendet....und die Regierungschefs auch.
Eine allgemein gleiche Bildung und allgemeine Chancengleichheit in Europa wird es nicht deshalb nicht geben, weil sie nicht für gut geheißen wird, sondern weil sie von den Regierungschefs und von den Regierenden Europas und/oder von den Wirtschafts-Bossen nicht gewollt ist???Und in der EU gibt es so etwas wie einen Konkurrenzkampf. Eine allgemein gleiche Bildung wird es daher nicht geben.
Es sind also tatsächlich nicht nur Verschwörungstheorien von einigen Spinnern, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen in einem Land und Europas absichtlich und bewusst von oben herab dumm gehalten werden, damit die billigen Arbeitskräfte für geringqualifizierte Jobs nicht abhanden kommen?
Ich erinnere mich dabei an eine Aussage eines CDU-Politikers vor Jahren, der ähnliches mal ganz unverhohlen zum Ausdruck brachte, indem er sinngemäß behauptete, "man brauche nicht nur gebildete und studierte Menschen in einem Land - (man brauche auch welche, die die Drecksarbeit machen, bedeutet das im Klartext)", als es wieder mal um eine Bildungsreform ging (Nein, ich kann diese Aussage nicht belegen).
Wer ist es denn, wer sich da den Konkurrenzkampf liefert???
Die Wirtschafts- und Polit-Bosse?!! Die Völker der jeweiligen Länder untereinander bestimmt nicht!
Aber ausgetragen wird dieser Konkurrenzkampf auf dem Rücken der Bevölkerung?!!
Wundert sich da noch jemand, wenn es so viele Globalisierungsgegner gibt, die ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen nur noch durch Steine-Werfen und Autos-Anzünden vermögen?!!
Nein!
Ich glaube nicht, dass alle Milliardäre Egoisten sind.
Ich will es nicht glauben!
Ist der unüberwindbare Egoismus einiger Weniger wirklich das einzige Gegenargument
gegen eine Spenden-Aktion für Griechenland???
Und DAS soll verantwortungsvolles Handeln sein???
Vor sojemandem soll ich Respekt haben? ...
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21.06.2011, 21:10
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
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22.06.2011, 19:59
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
Endlich mal ein Politiker, der anfängt, nachzudenken, und seine alten Ideen einer Rettung Griechenlands über den Haufen wirft, und nun die Vorschläge von vielen Wirtschaftswissenschaftlern ernst nimmt:
Peer Steinbrück (sein Umdenken hat über ein Jahr gebraucht, aber immerhin ist er um einiges fixer als Schäuble und Merkel).
Griechenland: Wir tun nicht, was wir wissen | Wirtschaft | ZEIT ONLINE
Das einzige, was ich ihm noch raten würde, ist, sich zu überlegen, ob für Griechenland nicht eine neue(alte) Währung besser wäre. Aber sonst: Steinbrück, weiter so.Ich bin, also denke ich
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22.06.2011, 20:56
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22.06.2011, 21:02Inaktiver User
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22.06.2011, 21:10
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
Es sind ja nur Vorschläge, die Steinbrück gemacht hat. Auch den Schuldenschnitt hat er ja nur vorgeschlagen. Ein weiterer Vorschlag hätte ja auch sein können, dass Gr. in Verbindung mit dem Schuldenschnitt eine neue Währung erhält.
Aber sonst finde ich die Vorschläge von Steinbrück inzwischen passabel. Er kapiert langsam.
Was sagt Steinbrück oder was schlägt er vor zum Thema Wettbewerbsfähigkeit?
"Griechenland muss geholfen werden, seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu verbessern, sodass es auf einen stetigen Wachstumspfad kommen kann, dass es seine enormen Handelsdefizite abbauen und Staatseinnahmen erzielen kann, die für den Schuldendienst reichen.....Ferner muss es ein Investitionsförderungsprogramm für Mitgliedsländer der Währungsunion geben, die ökonomisch nicht mithalten. Als Geldquelle bietet sich eine Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte an."
Zuerst hat er so schön begonnen mit seiner Analyse, und dann dieses Ergebnis. Er sagt im Grunde nichts dazu, wie er die Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands verbessern will. Nach der Analyse, die ihm gut gelungen ist, wird er zu schwammig, zu wenig konkret. Die Sache mit der Heranziehung der Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte ist dann doch zu allgemein gehalten.Geändert von Wolfgang60 (22.06.2011 um 21:45 Uhr)
Ich bin, also denke ich
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22.06.2011, 21:39
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
Interessanter Bericht zu Griechenland von einem Ökonom
Dieser Star-Ökonom sagt ganz klar: So eine Situation hatten wir noch nicht und keiner kennt den Ausgang. Diese klaren und ehrlichen Worte sind das, was ich an sehr guten Ökonomen schätze. Jeder der was anderes in Bezug auf die Kenntnisse dazu sagt, der lügt.
Ein paar Zitate da heraus:
Welt Online: Was wäre denn die beste Lösung?
Alesina: Wissen Sie, wir bewegen uns auf unbekanntem Terrain. Ich finde es sogar kontraproduktiv, wenn selbsternannte Experten sich hinstellen und sagen, sie wüssten mit absoluter Sicherheit, was zu tun ist. Genauso satt habe ich es, Zeitungsartikel zu lesen, in denen steht, was wir machen sollen oder nicht. Die Situation ist einzigartig und sehr unsicher und niemand weiß, welche Konsequenzen die eine oder andere Variante haben könnte.
Welt Online: Sie haben sicherlich Recht, aber Politiker können nicht sagen, dass die Situation schwierig ist; irgendwann müssen sie diese Fragen entscheiden.
Alesina: Ich bin froh, dass ich kein Politiker bin und diese Entscheidungen nicht treffen muss. Wenn die Situation nicht so heikel wäre, hätte ich Griechenland einfach pleite gehen lassen und Schwamm drüber. Aber andere Länder kämpfen mit ähnlichen Problemen, und die Lage ist prekär. Das ist eine verdammt schwierige Situation.Im Fall von Griechenland sind die Staatsfinanzen gar nicht das Entscheidende. Die griechische Wirtschaft würde so oder so nicht wachsen, egal, ob die Regierung Ausgaben kürzt oder nicht.
Welt Online: Warum?
Alesina: Weil die Wirtschaft überhaupt nicht wettbewerbsfähig ist. Die Löhne sind zu hoch, die Strukturen verkrustet, und die Firmen sind der internationalen Konkurrenz völlig unterlegen. Ohne strukturelle Reformen kann die griechische Wirtschaft nicht wieder wachsen.Geändert von Kauder (22.06.2011 um 21:45 Uhr)
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22.06.2011, 23:07
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
Hier nachzulesen: Merkel ist gegen Griechenland Hilfen...
...ihr weht jedoch ein eisieger Wind der EU Staaten entgegen. Diese sähen Deutschland nur allzugern als Zahlerland, dessen Exporte geschwächt werden sollen, damit die eigene Konjunktur angekurbelt wird.
Egal was ich schreibe oder links entnehmen kann, Streuner hat sich zuvor Gedanken gemacht und teils geniale Einfälle dazu, wenn auch teilweise absurd beschrieben. Vor allem Deine Forderungen sind oft frei aller Wirklichkeit. Aber Deine Grundgedanken treffen oft zentrale Problembereiche, das auch themenübergreifend.Geändert von Kauder (22.06.2011 um 23:30 Uhr)
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23.06.2011, 09:41
AW: Sinn und Unsinn einer Rettung Griechenlands
Merkel kommt immerhin ins Grübeln. Wenn dann aber ihr Busenfreund Sarkozy wieder Druck macht stimmt sie Sarkozy zu 100 Prozent zu. Ihr Zögern zeigt aber schon, dass sie ahnt, dass diese Griechenland-Rettungsaktionen verpuffen, und die nächste Runde vielleicht nächstes oder übernächstes Jahr auf uns wartet. Bis dahin werden aber die ganzen Banken umgeschuldet haben, so dass auch Sarkozy einem Schuldenschnitt zustimmen wird.
Steinbrück wird im Moment von Mitgliedern der Regierung schwer kritisiert. Ich habe auch irgendwo gelesen, dass jemand sagte, das wäre die neunte Pirouette, die er gedreht habe. Er wiederum wirft dafür Merkel Pirouetten vor, also unentschieden)
Ich verstehe diese Kritiik nicht. In der Koalition hat man einheitlich das Denken abgestellt. Sarkozy gibt vor, Merkel übernimmt, und der Koalitionsrest applaudiert. Da ist mir Steinbrück zehnmal lieber, der, wenn er erkennt, dass er auf dem Holzweg ist, lieber mal umkehrt.
Und noch was. Es ist wieder dieses alternativlose, was mich stört. Diese aktuelle Griechenlandrettung wird wieder mal als alternativlos bezeichnet (nur mit anderen Worten, denn das Wort Alternativlos ist inzwischen verpönt). Das stimmt einfach nicht, und es ärgert mich. Es gibt auch andere Lösungen, doch es ist so, wie bei der Banken-Opel-und vorjährigen Griechenland-Rettung, diejenigen, die andere Ideen haben, werden in den Medien zu Griechenland-Feinden erklärt.
Noch was zu der Rettung:
Man redet von der Umschuldung. Zuerst mal ist Umschuldung neutral.
Merkel redet von einer sanften Umschuldung. Sanft heißt, dass Griechenland keine Schulden erlassen werden. Das Wort "sanfte Entschuldung" ist für mich wieder Aspirant für das Unwort des Jahres. Es steht dafür, dass die Griechen abgewürgt werden, Hauptsache, man presst noch den letzten Cent aus diesem Land.
Umschuldung kann auch Schuldenschnitt heißen. Da würde man den Griechen einige Schulden erlassen, so dass sie wieder loslegen können. Merkel ist für diese "sanfte Umschuldung (den aktuell von Sarkozy vorgegebenen, und von den meisten Euro-Ländern übernommenen Rettungsschirm).", Steinbrück für den Schuldenschnitt (gegen diesen Rettungsschirm). Schon aus dieser Erkenntnis ist Steinbrücks Denken um einiges Merkels Denken voraus. Aber immerhin beginnt Merkel wie Steinbrück, an diesem Rettungsschirm zu zweifeln. Vielleicht packt sie auch mal so ne Wende wie Steinbrück.Geändert von Wolfgang60 (23.06.2011 um 10:21 Uhr)
Ich bin, also denke ich



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