Hallo
so schön dieser Süddeutsche-Artikel sich ungefähr auf Bild-Niveau auf Beamte einschießt - es werden schlicht Äpfel mit Birnen verglichen - denn der Durchschnitts-Beamte (und damit der Durchschnittspensionär) entspricht nunmal NICHT dem Durchschnitts-Rentenempfänger:
"Die genannten Zahlen sind aber nur sehr bedingt vergleichbar: 78 % der Beamten sind im höhereren oder gehobenen Dienst, also in der Regel mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Bei Angestellten liegt diese Quote deutlich, bei Arbeitern noch weitaus niedriger. Unterschiede der Bildungsabschlüsse führen zu Unterschieden beim Einkommen und wirken sich damit automatisch auf die Ruhegehälter aus. Ein weiteres Problem bei der Vergleichbarkeit sind die unterschiedlichen Erwerbsbiografien: Den Eckrentner mit seinen 45 Arbeitsjahren gibt es faktisch kaum noch, denn durchschnittlich 10 Prozent Arbeitslosigkeit führen bei Rentnern zwangsläufig dazu, dass von den 40-50 Jahren zwischen Schulabgang und Ruhestand ca. 4 Jahre wegen Arbeitslosigkeit verminderte Beiträge gezahlt werden."
Man müßte also das Ganze nach Bildungsabschlüssen "aufdröseln" und dann nochmals die Renten und Altersruhegelder vergleichen (und auch Betriebsrenten, betriebliche Lebensversicherungen etc. bei vergleichbaren Jobs dazurechnen! So zahlt bei nem Freund (Informatiker) seit Arbeitsbeginn der Arbeitgeber jeden Monat 200 € in eine Kap-Lebensversicherung als Altersvorsorge ein....)
Antje
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26.01.2010, 22:10Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
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26.01.2010, 22:14Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Bild und Süddeutsche?
Warum gehst du nicht auf die Argumente in diesem Artikel ein:
Bei den Beamten liegt schon die Mindestpension mit 1300 Euro viel höher als die Durchschnittsrente eines Arbeitnehmers; ein Beamter hat ja auch mit Arbeitslosigkeit nicht zu kämpfen.
Und: Die Mindestpension wird schnell erreicht, es genügen ein paar Dienstjahre, wobei Zivil- oder Wehrdienst sowie Ausbildung partiell angerechnet werden. Die Pension eines Beamten bemisst sich auch nicht, wie beim Rentner, aus einem in der gesamten Arbeitszeit errechneten Durchschnittseinkommen, sondern aus dem letzten Grundgehalt.
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26.01.2010, 22:51Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Hallo
ich zieh mich hier aus der Diskussion zurück - und zwar aus dem Grund: der ganze Thread ist nur darauf aufgezogen, die übliche Polemik anzubringen von überbezahlten, faulen, überversorgten Beamten, die die armen anderne Steuerzahler und unseren Staat in den Ruin treiben.
Nun bin ich keine Beamtin - aber ich seh keinen Run auf Beamtenstellen, keine Schlacht um Bewerbungsbögen für die Stellen z.A. Ich seh als Traumberuf bei Jugendlichen in der Liste nicht das Wort "Beamter"...
Ich sag es nochmal: Es steht jedem frei, Beamter zu werden. Warum tun es dann so wenige? Bestehen so viele die Einstellungsprüfungen nicht (das könnte ja implizieren, daß es doch nicht so leicht ist, so ein nichtsnutziger Beamter zu werden!) oder versuchen es viele gar nicht (das impliziert, daß es sich nicht lohnt, Beamter zu werden - warum dann dieser Neid?)
Ich weiß, daß bei den Justizbehörden händeringend jahrelang Mitarbeiter gesucht wurden - komischerweise wollten die meisten nach der Befristung gar nicht bleiben - es hat sich nämlich leider herausgestellt, daß dort erbärmlich viel Arbeit für ein sehr kleines Gehalt zu leisten ist.
Wie gesagt: Wer den Beamten ihr Leben neidet - eine Bewerbung könnte doch das richtige sein.
Findet Euch aber damit ab, daß man als Bundesbeamter schnell auch mal 600 km weit versetzt werden kann, ohne Einspruchsmöglichkeit, ohne, daß es jemanden die Bohne interessiert, was mit Kindern in der Schule passiert, ob die Ehefrau nen Job hat.... leider wird einem das nicht wie Managern mit einer lukrativen Auslöse und Eingliederungshilfen für die Familie versüßt , sondern ist einfach "Part of the job". Auf diese Art und Weise sind wir erst in einem 1500 Seelen Kaff in der Lüneburger Heide gelandet und dann (ich war in der 2. Klasse) in Bayern... - und - nein - es war von diesen Versetzungen NIEMAND in der Familie begeistert. Das Gegenteil ist eher der Fall.
Sgen wir mal so - als Beamtenkind weiß ich mehr als genau, warum ich niemals den Wunsch gehabt habe, Beamtin zu werden.
Und das allerletzte ist: Selbst dein Dienstherr - dem Du Loyalität garantieren mußt! - steht in keiner Weise loyal zu Dir, sondern macht Dich zum Spielball von politischen Spielchen.
Nichts für mich.
Antje
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27.01.2010, 01:03Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Da die meisten Beamten dem gehobenen Dienst zuzurechnen sind, fangen die Mindestgehälter auch sehr viel höher an, als bei den Durchschnittsrentnern.
Deshalb sollte man schon besser die Renten von Managern der mittleren und höheren Führungsebene heranziehen und die aktuellen Gehälter.
Dann stellt sich recht schnell heraus, dass sich die Manager, von ihrem höheren Gehalt, locker eine private Altersvorsorge leisten könnten.
Bei einer Umstellung auf das Rentensystem der Beamten müssten also die Gehälter steigen. Und auch das Risiko Arbeitslosigkeit scheint mir im Gehalt vieler Manager eingearbeitet zu sein.
Aber warum gibt's diese Diskussion alle paar Jahre mit den gleichen Postings.
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27.01.2010, 01:39
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
wenn wir mal von den pensionen der beamten ausgehen dann ruinieren die beamten uns.nicht nur das sie keinen cent in die kasse einzahlen sondern sie bekommen vom letzten gehalt ihre rente berechnet und nicht wie wir über die gesamte lebensarbeitzeit den durchschnitt berechnet.
Zeige den Menschen die Realität und sie werden dich beschimpfen, dich schlagen, dich verachten, dich ignorieren...
Zeige ihnen eine Lüge, an der sie kaputt gehen und du bist ihr Gott...
Am 13.juli 2013 hab ich nach
6 jahren meinen 5000.beitrag geschrieben.viele
Mädels schaffen das bei der BRI an einem Tag
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27.01.2010, 06:43
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Es ist doch ein primitives Rechenexempel, das Geld wird, wenn wir mit dem heutigen Niveau rechnen, nicht ausreichen.
Aberwitzig zu glauben, dass wir zweistelliges Wachstum bekommen um unser Zahlungsversprechen zu erfüllen.
Was wird passieren?
Die Welt wird nicht untergehen, alle Beamten nicht verhungern und die Rentner nicht auf der Straße erfrieren. Es wird Geld gezahlt werden, welches vorgenannte Szenarien nicht Wirklichkeit werden lässt.
Welche Möglichkeiten gibt s?
Wir gebärden über Nacht mehrere Hunderttausend Volljährige mit hohem Bildungsabschluss und geben denen Jobs damit sie das fehlende Geld erwirtschaften.
Oder, und das wurde jüngst angekündigt, wir verschulden unsere Haushalte weiter und geben Geld und genau das passiert gerade.
Die USA denken nicht daran ihre Zinsen anzuheben und Europa kann es demzufolge auch nicht andernfalls droht eine Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar, was zu einem weiteren Exporteinbruch führen würde.
Ds alles zu erklären führt zu weit aber zum Vergleich.
Die Merkel sagte damals die Spareinklagen sind sicher, heute wissen wir welchen Wert diese Aussage für den Fortbestand unserer zivilen System hatte.
Allein schon das Gebärden der paar User in der Bri, die ein paar läppische Euros als Möchtegernzocker an Island verloren, machte deutlich, was passiert wenn die Sparkassen ihre Schalter geschlossen hätten.
Heute verteufeln wir die FED.
In ein paar Jahren werden wir dankbar sein, dass sie eine große Inflation eingeläutet hat damit die weltweiten Zahlungsversprechen an Pensionäre und Rentner wenigsten monetär bedient werden können, ob der Wert des Geldes dann dem entspricht, was der Beamte sich noch vor 10 Jahren vorgestellt hat, dass steht woanders geschrieben.
Wenn wir nämlich nicht das Geld entwerten, dann werden spätestens in einigen Jahren sehr viele Staaten zahlungsunfähig sein. 30% und mehr für den Schuldendienst, wie soll das gehen?
Letztlich ist es doch diese Generation selbst die ihr Rentensystem nicht organisiert hat.
Als die nämlich beschlossen nichts zurückzulegen war ich noch ganz klein.
Mein Mitleid, dass die Zahlungsversprechen und Ersparnisse demnächst durch Inflation entwertet werden hält sich daher in Grenzen.
Im Übrigen, im Focus dieser Woche ist es sehr gut beschrieben, sehr lang aber das dürfte jeder verstehen.
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27.01.2010, 07:40Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Genau! Außerdem wird bei dem Vergleich immer der selbe Fehler gemacht
- es werden die Steuern und die Krankenkassenbeiträge der Pensionäre nicht abgezogen. Wenn man bei der angegebenen Durchschnittspension davon ausgeht, dass etwa 300 Euro an Steuern und nochmal so viel (300 Euro) für die Krankenversicherung bezahlt werden muss, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. 
Das verstehe ich auch nicht.Dann stellt sich recht schnell heraus, dass sich die Manager, von ihrem höheren Gehalt, locker eine private Altersvorsorge leisten könnten.
Bei einer Umstellung auf das Rentensystem der Beamten müssten also die Gehälter steigen. Und auch das Risiko Arbeitslosigkeit scheint mir im Gehalt vieler Manager eingearbeitet zu sein.
Aber warum gibt's diese Diskussion alle paar Jahre mit den gleichen Postings.
Auch bei der Aussage der SZ, dass die Mindestpension sehr schnell erreicht ist, wird nicht gesagt, wie hoch diese Mindestpension ist. Denn dann stellt sich schnell heraus, dass die so gering ist, dass uns als Berufsanfänger seinerzeit geraten wurde, eine sog. "Pensionszusatzversicherung" für die ersten Jahre abzuschließen, weil man sonst unter dem Existenzminimum ist.
Warum wiederholst du eigentlich diese Falschaussage? Dadurch wird sie doch nicht wahr. Solche Polemik hilft nicht weiter.
Es wurde hier schon mehrfach erklärt, dass den Beamten von Haus aus Beiträge zur Altersvorsorge vom Gehalt abgezogen werden; dass die der Staat nicht zurückgelegt hat, kann man doch den Beamten nicht anlasten.
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27.01.2010, 08:58Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
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27.01.2010, 09:11Inaktiver User
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27.01.2010, 09:56
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Im Artikelchen steht doch: Mindestpension 1300.- Ocken.
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Ich verstehe auch nicht warum hier immer betont wird, dass die hohen Pensionen nicht zu beanstanden wären, da sie ja vor allem an ehemalige Beamte höherer Laufbahnstufen ausgezahlt würden, wenn doch genau dieses der Kritikpunkt ist - dass nämlich die Pensionsansprüche nach dem Gehalt des Laufbahnhöhepunktes berechnet werden.
Fakt ist jedenfalls, dass die Gruppe der Wohlhabenden in Deutschland zu ca. 55% aus Beamten besteht. Wie kommt das zustande, wenn Beamte durchschnittlich bezahlt und bei Krankenversicherung etc. stark benachteiligt sind?
Fakt ist ebenfalls, dass in Untersuchungen zum gefühlten Glück regelmässig festgestellt wird, dass dieses im Wesentlichen vom Faktor Arbeitsplatzsicherheit und Wohlstand abhängt und Beamte mit 57% weit vor allen anderen die glücklichste "Gruppe" in Deutschland sind. (Da kann einem die Darstellungen ob der Benachteiligungen wie durch schlechte Krankenversicherung - die sich die Beamten selbst so zurechtgeschneidert haben - schon zynisch anmuten! - Bzw. kann das irgendwie so schlimm nicht sein, wenn es den Beamten statistisch nach Wohlstand und vom gefühlten Lebensglück trotzdem weit besser geht als der Restbevölkerung.)
Daraus ergibt sich dann natürlich schon die Frage, warum die Restbevölkerung sich das so leisten soll, da sie das schliesslich erwirtschaften muss - vor allem wenn sie sich eigentlich gar nichts mehr leisten kann.
Weder lässt sich die Bevorzugte Alimentierung von speziellen Staatsangestellten moralisch mit folgendem Begründen: gesellschaftlich wichtige Jobs müssen gut bezahlt werden und gut abgesichert werden. Denn das ist ja gar nicht der Punkt und der Fall: Weder sind Polizisten Topverdiener, noch Hebammen und Altenpflegerinnen verbeamtet.
Noch greift die andere Begründung für herausgehobenen Wohlstand: Der Anteil an der Wirtschaftsleistung/ Wertschöpfung. Auch mit diesem Argument fällt die Begründung schwer, warum die Beamten von der Restgesellschaft Wohlstandsmässig nach vorne geschoben werden.
Ich denke schon, dass da einiges ausgemistet werden muss. Warum es in einigen Orten verbeamtete Feuerwehrleute geben muss, in anderen (den meisten) eine freiwillige Feuerwehr ausreicht (grösser könnte der Gegensatz doch kaum sein), wird sich mir nie erschliessen.
Im Grunde gibt es doch nur wenige Kerngebiete die wirklich so hoheitlich sind, dass die normalen Instrumente arbeitnehmerische Sorgfalt sicherzustellen nicht ausreichen. Strafverfolgungsbehörden, Finanzämter, und Bundeswehr fallen mir ein aber das wars doch auch schon im Wesentlichen, scheint mir jedenfalls im Moment.Geändert von Ahab (27.01.2010 um 10:07 Uhr)



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