Mit einem Polli im Außendienst wohl nicht (mein Pap war in der Justizvollzugsanstalt - da gibt es wirlich üble Gestalten), aber sonst?
Das Beamtentum besteht nunmal nicht nur aus Polizisten. Sondern aus hunderttausenden Schlappnudeln, die Papiere lochen, heften und rumtragen - viele Sparten sind weder so brandgefährlich, noch so produktiv, aufreibend oder gesellschaftlich einen Zusammenhalt gewährend, daß man ihn gut entlohnen müßte. Ich mein -hey!- würde hier jemand ernsthaft bemerken, wenn X Behörden mal 1 Jahr nicht besetzt wären? Nö. Beamtentum ist wie Zahnweh: Man merkt erst wie schlimm das ist, wenn es einen entdeckt.Wer will diesen Job denn machen?
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28.01.2010, 16:52Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
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28.01.2010, 16:54
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28.01.2010, 17:34Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Du würdest es merken - wie es viele merken, die gerne und ausufernd sich über das ach so bürokratische Deutschland auslassen. Die, die tatsächlich Deutschland den Rücken kehren und dahin gehen "wo andere Urlaub machen" stellen leidvoll fest, daß sie deutsche Ämter schmerzlich vermissen.
(das gilt auch für USA, AUstralien, Neuseeland, sämtliche europäische Länder).
Dann kristallisiert sich nämlich raus, daß in Deutschland Verwaltung ziemlich effizient und schnell funktioniert, vieles online geht und du vor allem fast jeden Behördenkram in jedem Kaff erledigen kannst, was in vielen Ländern nicht der Fall ist, da darf man in die "Verwaltungsstadt" oder im fiesesten Fall in die Hauptstadt fahren, um was zu regeln.
Die Öffnungszeiten bei uns sind zudem durchaus bürgerfreundlich geregelt und man kann meist verschiedenstes in behördenübergreifenden Bürgerbüros machen.
Wenn ich bei uns so gucke: 08:00-17:30 und wechselweise in den Stadtteilen ab 07:00 Uhr an einem Wochentag.... und ein Tag mit Vereinbarungsterminen....
EC-Zahlung an jedem Schreibtisch - also kein extra Warten an einer Kasse...
Klar - ein Amt, daß ich aktuelle nicht brauche - da würde mir sicher ne Weile nicht auffallen, wenn es geschlossen wäre...
Ich geh z.B. selten zum Zoll.... dessen Berechtigung würde ich dennoch nicht anzweifeln.
Und auch im Staatsarchiv und im Katasteramt hab ich nicht so oft zu tun. Ich vermute, die tragen da auch Papier umher...
Antje
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28.01.2010, 17:42
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Lol, man kann von diesem Beitrag halten was man will, zumindest ist Grobis Standpunkt klar und deutlich geworden.

Aber aus jeden Beitrag kann man noch was sinnvolles machen, also gehe ich mal auf"unnützes Beamtentum" ein.
Früher gab es deutlich mehr Beamte, der Postler war beamtet, der Schrankenwärter, der Streckengeher, die Telekomler, die Fahrkartenverkäuferin, Beamte im Umspannwerk, Vermessungsbeamte usw. Das hat Historie, weil man "hoheitliche" Aufgaben eben so wichtig eingeschätzt hat, dass sie nur ein Berufsstand, der eng an der Kandare zu nehmen ist, ausführen durfte.
Der Schrankenwärter war quasi die Pflichterfüllung in Person, sonst gäbe es Tote, der Streckengeher war auf Bundeseigentum unterwegs mit hohem Risiko, also kam nur ein Beamter in Frage, die Fahrkartenverkäufer hantierten mit viel Geld, der Telekomler war dem Fernmeldegeheimnis verpflichtet, der Beamte im Umspannwerk war verantwortlich, dass die Arbeiter auf der Strecke nicht gegrillt werden, to be continued.
Heute hat man davon längst Abstand genommen, in vielen Bereichen werden Arbeiter und Angestellte eingestellt, aber natürlich sind diese Beamten noch im Beruf, bzw im Ruhestand. Es gibt eine natürliche Lösung dieses Problem, bloß die dauert eben eine Generation."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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28.01.2010, 18:10Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Schön, heißt im Endeffekt wohl, dass diese Beurlaubung bis zum Pensionsanspruch ausgedehnt wird. Geht ja nicht, dass der Beamte Einbußen hat.

Nun ja, was den Luxus angeht, habe ich mal' gerechnet und komme auf einen monatlichen KK-Beitrag von € 278,-- aufgerundet, welcher bspw. mit einem 400 €-Job auch ohne Beamtenstatus zu bewältigen ist.Übrigens genieße ich in dieser Zeit die Vorzüge der Krankenversicherung der Beamten. In den 12 Jahren als beurlaubte Beamtin mit einem Kind habe ich bisher ca 40000 Euro für unsere Krankenversicherung gezahlt. Diesen Luxus des Zuhausebleibens als Beamter muss man sich erst mal leisten können, als mitversicherte Ehefrau würde ich keinen Cent zahlen.
Aber trotzdem hast Du Recht, denn zu diesem geringen KK-Beitrag gibt es keine KK-Versicherung für Selbständige bzw. Ehefrauen als Mitversicherte bei Privatkrankenkassen.Geändert von Inaktiver User (28.01.2010 um 18:32 Uhr)
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28.01.2010, 18:27
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Du hast Recht, pelzpfote

Nocturna, ich musste grinsen über Deinen leicht ironischen Beitag bzgl. Telekom und Fernmeldegeheimnis.Der Schrankenwärter war quasi die Pflichterfüllung in Person, sonst gäbe es Tote, der Streckengeher war auf Bundeseigentum unterwegs mit hohem Risiko, also kam nur ein Beamter in Frage, die Fahrkartenverkäufer hantierten mit viel Geld, der Telekomler war dem Fernmeldegeheimnis verpflichtet,
Natürlich war die Bahn früher ein Verlustgeschäft. Aber viele Beamte kümmerten sich um die Reisenden und bezogen dafür ihr Gehalt.
Wenn ich richtig gelesen habe, wird die DB jedes Jahr mit 20 Mio Euro bezuschusst, unrentable Strecken im Personenverkehr werden eingestellt, Personal entlassen und Lokführer sind oft übermüdet wegen der knapp kalkulierten Dienstpläne.
WüsterGrobi meint, so wäre es besser. Ich frage mich: für wen?Gruß dingsda
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.
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28.01.2010, 18:27Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Teils, teils. Ich habe beruflich einige Jahre im Ausland gelebt und meine Erfahrung lehrt, dass mit einigen Geldscheinchen doch vieles machbar ist.
Ich habe mir erlaubt, die Einschränkungen blau zu markieren. Weil, ich habe es auch anders erfahren dürfen.Dann kristallisiert sich nämlich raus, daß in Deutschland Verwaltung ziemlich effizient und schnell funktioniert, vieles online geht und du vor allem fast jeden Behördenkram in jedem Kaff erledigen kannst, was in vielen Ländern nicht der Fall ist, da darf man in die "Verwaltungsstadt" oder im fiesesten Fall in die Hauptstadt fahren, um was zu regeln.
Die Öffnungszeiten bei uns sind zudem durchaus bürgerfreundlich geregelt und man kann meist verschiedenstes in behördenübergreifenden Bürgerbüros machen.
Wenn ich bei uns so gucke: 08:00-17:30 und wechselweise in den Stadtteilen ab 07:00 Uhr an einem Wochentag.... und ein Tag mit Vereinbarungsterminen....
EC-Zahlung an jedem Schreibtisch - also kein extra Warten an einer Kasse...
Klar - ein Amt, daß ich aktuelle nicht brauche - da würde mir sicher ne Weile nicht auffallen, wenn es geschlossen wäre...
Ich geh z.B. selten zum Zoll.... dessen Berechtigung würde ich dennoch nicht anzweifeln.
Und auch im Staatsarchiv und im Katasteramt hab ich nicht so oft zu tun. Ich vermute, die tragen da auch Papier umher...
Antje
Zum fett unterlegten Teil möchte ich anmerken, dass auffallend ist, dass diese Leistungen immer teurer werden und der Erfindungsreichtum der Ämter unerschöpflich und selten dem Wohle des Bürgers (ursprünglicher Gedanke) entspricht.Geändert von Inaktiver User (28.01.2010 um 18:36 Uhr)
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28.01.2010, 18:46Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Ach Sommerwind,
ich kann Dir auch ein paar amerikanische EDV-Konzerne nennen, bei denen "Ziemlich effizient" schon geschönt bezeichnet wäre....
Antje
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28.01.2010, 18:47
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Nein, es gibt natürlich eine Obergrenze der Beurlaubung und dann fängt man eben wieder zum Arbeiten an (hoffentlich nicht Stuttgart) oder man verzichtet aufs Berufsbeamtentum, lässt seine Jahre mit Verlust zur BfA übertragen und steht dann ohne Berufsausbildung im Arbeitsleben.
Es gibt auch Risiken als Beamter, Versetzungen in andere Bundesländer als Bundesbeamte gehören dazu und Kündigung ist keine Lösung, um dem zu entgehen."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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28.01.2010, 18:51Inaktiver User



) mal für einen Tag tauschen?
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