Na, das ist doch schon was.
Diejenigen, die geschockt waren von den angeblich so niedrigen Beamteneinkommen, erhalten also Entwarnung.
Was die Beamten-Krankenversicherung angeht, scheinen Beamte ähnlich gestellt zu sein wie privat Krankenversicherte der freien Wirtschaft. (Abgesehen davon, dass sie als Pensionäre anscheinend Zuschüsse zur KV erhalten, die ein Renter mit privater KV nicht erhält.)Leider wird das aber beim Vergleich von Renten und Pensionen eben nicht gemacht. Und um die geht es doch vor allem in diesem Thread. Da wird eben nicht berücksichtigt, dass Pensionen versteuert werden müssen und es werden die Krankenkassenbeiträge nicht abgezogen.
Was die Versteuerung von Renten und Pensionen betrifft, ist zweierlei zu berücksichtigen:
1. werden auch Renten zunehmend besteuert
2. ist die Besteuerung von Pensionen ein Ergebnis der Tatsache, dass die Beamten in ihrer aktiven Zeit niedrigere Steuern zahlen: Da die Steuern auf Bruttoeinkommen berechnet werden und da sie weniger Abzüge von ihrem Brutto haben, sind sie nämlich - verglichen mit Angestellten - regelmäßig zu niedrig besteuert.
Mit anderen Worten: die Besteuerung desjenigen Teils ihres Einkommens, das für Altersruhegelder reserviert ist, erfolgt bei Beamten (anders als bei Angestellten) nachgelagert, also in einer Zeit, in der das Gesamteinkommen und somit auch der Grenzsteuersatz deutlich niedriger ist.
Nicht-Beamte kennen dieses Prinzip ebenfalls, und zwar bei der Besteuerung der Lebensversicherung (Ertragsteil der LV gegenüber den Einzahlungen) sowie bei der Besteuerung von Betriebsrenten.
Fazit: was du als Nachteil für Beamte bezeichnest, ist in Wirklichkeit völlig normal bzw. ein Vorteil.
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28.01.2010, 11:12Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Geändert von Inaktiver User (28.01.2010 um 11:28 Uhr)
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28.01.2010, 11:24Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Leider hast du meine Antwort etwas verfälscht.
So hatte sie in Wirklichkeit ausgesehen - ich habe dir nur für diesen zitierten Satz zugestimmt.Da stimme ich dir hundertprozentig zu. Leider wird das aber beim Vergleich von Renten und Pensionen eben nicht gemacht. Und um die geht es doch vor allem in diesem Thread. Da wird eben nicht berücksichtigt, dass Pensionen versteuert werden müssen und es werden die Krankenkassenbeiträge nicht abgezogen. Wie ich neulich schrieb, macht das bei einer durchschnittlichen Pension von 2300 Euro ca. 600 Euro Abzüge aus.Wenn man das Einkommen von Beamten und Beschäftigten der freien Wirtschaft vergleicht, sollte man sinnvollerweise die Nettoeinkommen vergleichen
Ist das Diskussionsstil á la Blautanne?
Pensionäre erhalten keine Zuschüsse zur privaten KV. Wie kommst du darauf?(Abgesehen davon, dass sie als Pensionäre anscheinend Zuschüsse zur KV erhalten, die ein Renter mit privater KV nicht erhält.)
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28.01.2010, 11:29Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
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28.01.2010, 11:31Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Stimmt nicht, auch Rentner mit privater KV bekommen einen Kranken- und Pflegegeldzuschuss z:b. von der BfAdass sie als Pensionäre anscheinend Zuschüsse zur KV erhalten, die ein Renter mit privater KV nicht erhält.
Auszug aus der entsprechenden Info der BfA Deutsche Rentenversicherung Bund - Zuschuss zur KVdR
Höhe des Zuschusses
Der Zuschuss zur freiwilligen oder privaten Krankenversicherung wird in Höhe des halben Betrages geleistet, der sich nach Anwendung des um 0,9 Beitragssatzpunkte geminderten allgemeinen Beitragssatzes in Höhe von 14,9 Prozent auf den Zahlbetrag der Rente ergibt. Der Zuschuss beträgt demnach rechnerisch 7 Prozent der Rente.Geändert von Inaktiver User (28.01.2010 um 11:41 Uhr)
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28.01.2010, 11:34Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Hallo
Stimmt – es gibt einen breiten „Strauß“ an Zulagen – weil die pauschale Einteilung in Besoldungsgruppen nicht die Notwendigkeiten jeder einzelnen Berufsgruppe berücksichtigt.
So war mein Vater unter anderem als Sprengmeister tätig. Dafür gabs es eine „großzügige Zulage“ – die für den Tag um die 3 MARK betrug. Das war übrigens auch 1975 nicht viel Geld. Diese mußte beantragt werden und wurde nur gewährt, wenn an diesem Tag die Sprengtätigkeit (die im Entschärfen von Blindgängern aus bestand) mehr als 80 % der Tagestätigkeit war.
Sollte jemand Interesse am Blindgänger-entschärfen haben….. ich bin sicher, es werden noch Kandidaten gesucht – die Todesrate im Dienst ist da gar nicht so ohne im Vergleich zu Bürojobs….
Es gab auch für Postbeamte (als es noch solche gab und auch welche im einfachen Dienst – ist schon eine Weile her) eine Zulage für die Kollegen, die auf Telefonmasten steigen mußten. Aber nur ab einer bestimmten Höhe, wenn ich mich recht erinnere.
Antje
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28.01.2010, 11:39Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Nochmal aus BT #31:
Von 1700 € Nettoeinkommen kann ein Durchschnittsrenter nur träumen, zumal auch er Sozialabgaben und Steuern von seiner Rente zahlen muss, sobald sie eine bestimmte Höhe erreicht.Der Durchschnittspensionär erhält 2300 Euro monatlich, der Standardrentner 1176 Euro.
Das hat auch damit zu tun, dass die Beamtenschaft sich anders zusammensetzt als die Rentnerschaft: Der Anteil des gehobenen und höheren Dienstes, der gut Ausgebildeten also, ist bei den Beamten ziemlich hoch. Das erklärt die Kluft zwischen Renten und Pensionen aber nur zum Teil.
Bei den Beamten liegt schon die Mindestpension mit 1300 Euro viel höher als die Durchschnittsrente eines Arbeitnehmers; ein Beamter hat ja auch mit Arbeitslosigkeit nicht zu kämpfen.
@pelzpfote
Weihnachtsgeld wird als Sonderzahlung deklariert und/oder (je nach Bundesland) auf die monatlichen Zahlungen aufgeschlagen.Geändert von Inaktiver User (28.01.2010 um 11:48 Uhr)
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28.01.2010, 11:51Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Die Zulagen müssen vor dem Hintergrund der Durchschnittseinkommen und der Kaufkraft gesehen werden.
1975 betrug das Durchschnittseinkommen in Deutschland umgerechnet ca. 11.000 Euro pro Jahr. Das Durchschnittseinkommen 2007 betrug 29.500 Euro, also das Zweieinhalbfache. *Quelle*
Der von dir genannte Zuschlag war der Zuschlag für berufsbedingte Risiken. Weiß zufällig jemand, wie es mit den Einkommen vergleichbar gefährlicher Tätigkeiten in der Industrie aussah? Ich muss nämlich passen. Ich weiß aber, dass Erfordernisse der Betriebssicherheit in Industrieunternehmen erst sehr allmählich eingeführt wurden. Das relativiert die Gefahren für Sprengmeister gegenüber den Arbeitern z.B. im metallverarbeitenden Gewerbe doch etwas.
Hinzu kommt, dass Beamte weitere Zuschläge bekamen, z.B. dafür, dass dein Vater verheiratet war. Dann Zuschläge für euch Kinder, für jedes einzelne, und zwar zusätzlich zum normalen Kindergeld (falls es das damals schon gab).
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28.01.2010, 12:32Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Beamte gibt es in unterschiedlichen Einrichtungen - deshalb auch unterschiedliche Zulagen/Vergünstigungen. Dürfte auch Dir bekannt sein.
Wo habe ich das bestritten ? Allerdings würden sich Leute, die im Niedriglohnsektor tätig sind, über solche Zulagen auch freuen (Mitarbeiter im Hotelgewerbe, Verkäuferinnen, Putzfrauen z. B.).Es ist doch wohl moralisch in Ordnung, dass der Polizist einen marginalen Beitrag für die Kauf und Pflege seiner Uniform bekommt, wenn er sich im Dienst der Allgemeinheit von Betrunkenen vollk…. lassen muss oder die Feuerwehr ihre Anzüge nach dem Einsatz reinigt. Meinst du denn, die freiwilligen Feuerwehren waschen ihre Sachen auch nie und zahlen ihre kostspielige Ausrüstung selber?
Auch fahren solche Leute nicht im Dienstwagen während ihrer Tätigkeit zur nächsten Imbiss-/Eisbude oder können mal' eben während der Dienstzeit ihren Pass verlängern lassen usw. usw.
Leider immer wieder zu beobachten. Es sei ihnen gegönnt, dann aber bitte auch nicht jammern!
Ja, Beamten leben weniger risikoreich, in jeder Hinsicht.Dass Versicherungen für die Beamtenschaft günstiger sind liegt schlicht und einfach daran, dass, in der Tat, Beamte ein geringeres Risiko für Versicherungen darstellen. Sie verursachen, warum auch immer, weniger Schäden, ergo günstigere Beiträge.
Dass Zulagen gezahlt werden, darüber regt sich doch niemand auf. Sie erhöhen aber in jedem Falle die monatlichen Nettobezüge. Wie heißt es so schön: Auch Kleinvieh macht Mist!Die Bahnvergünstigungen sind mir auch unbekannt. Ja, Bahnbeamte bekommen einen Bonus, genau wie Lufthansa ihren Angestellten Boni gewährt oder manche Banken ihren Mitarbeitern günstigere Kreditlinien. Übrigens ist nur ein Polizist in Uniform bisher von der Zahlung von Beförderungsentgelt freigestellt, im Zuge der zunehmenden Gewalt im Nahverkehr wird daran gearbeitet, dieses zu ändern, hoffentlich protestiert die Bevölkerung nicht wegen dieses Beamtenprivilegs.
Ach, Gottchen, der Arme (Ironie an/aus).Jeder Beamte ist disziplinartechnisch gefährdet, wenn er sich in Beruf und Freizeit daneben benimmt. Da war doch erst kürzlich der Polizist, der es nicht lassen konnte, in der Neujahrsnacht in der Kirche mit seiner Freundin Amore zu machen. Nein, er wurde nicht von der Kirche exkommuniziert, sondern es wartet von Seiten der Polizei ein Disziplinarverfahren auf ihn.
Was ist mit Leuten im Niedriglohnsektor (Hotelbranche, Gastronomie, Zeitarbeitsmitarbeitern etc.) oder gibt es solche in München (und anderen Großstädten) etwa nicht ?Es hat Vorteile ein Beamter zu sein, aber es gibt auch genügend Nachteile,die dafür in Kauf zu nehmen sind. Frag mal die Münchner Streifenpolizisten, die allesamt zum Einsatz in die Landeshauptstadt zwangsverpflichtet wurden und einen (selbstverständlich genehmigungspflichtigen) Zweitjob brauchen, um sich das Leben in einer der teuersten Städte Deutschland überhaupt leisten zu können bei ihrem Anfangsgehalt.
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28.01.2010, 12:40
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Sommerwind, hatten wir das nicht schon weiter vorne?
Beim Durchschnittsrenter werden alle miteinbezogen. Die Hausfrauen, die nicht gearbeitet haben und eine Minimalrente bekommen und auch die vielen Frauen, die trotz lebenslanger Arbeit eine lächerliche Rente bekommen.
Bei den Beamten gibt es den einfachen, mittleren, gehobenen und höheren Dienst. Den größten Teil über 50 % gibt es im gehobenen Dienst. Hier ist Abitur und eine Einstellungsprüfung Voraussetzung, daran schließt sich ein Fachschulstudium an.
Es gibt nicht "die" Beamten. Genausowenig wie es "die" Angestellten gibt. Eine Angstellte kann eine Verkäuferin genaus wie eine Managerin in einem Großunternehmen sein.
@Blautanne,
von Beamten hast Du wenig bis gar keine Ahnung, trotz Deiner Herkunft. Musst Du ja auch gar nicht. So läßt es sich viel befreiter lästern.
Politiker sind z.B. keine Beamten. Wenn ein Beamter Minister wird, ruht sein Beamtenverhältnis. Öffentlicher Dienst heißt nicht automatisch Beamter. Da gibt es auch viele Angestellte.
Ach Blautanne, das erinnert mich an eine Bekannte. Vor ca. 30 Jahren wollte sie sich beruflich verändern. Als sie erfuhr, dass sie im öffentlichen Dienst als Sekretärin damals im Jahr rd. 5000 DM weniger verdienen würde, lehnte sie entrüstet ab.Diejenigen, die geschockt waren von den angeblich so niedrigen Beamteneinkommen, erhalten also Entwarnung.
Sie verdiente zwar über 400 DM im Monat mehr, aber wenn sie erfuhr, dass es im öD für eine Brille 20 DM Beihilfe gab schäumte sie vor Wut.
Ich entrüste mich auch gerne über Ungerechtigkeiten, aber hier sehe ich keine.Gruß dingsda
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.
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28.01.2010, 12:48Inaktiver User
AW: Ruinieren die Beamten unseren Staat?
Extra für Dich in Rot: Nochmal aus BT #31:Sommerwind, hatten wir das nicht schon weiter vorne?
= Beitrag Blautanne # 31



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