Noch zum Off-topic: Als alte Emanze ertrage ich arouets Beitraege nicht nur gut, ich schaetze sie sogar sehr, selbst wenn ich ihnen beim "Geschlechterthema" nicht zustimme. Da ist fuer mich, ich sagte es schon oft, Biologie eben nicht - das ganze-Schicksal, nur Teil desselbigen. Was man/frau daraus macht, mit welchem Glueck(lichem Umstand), welchem (genetischen) Talent und welcher Voraussetzung, vor allem: welchem Zusammenspiel aller moeglicher Faktoren, steht auf einem anderen Blatt. Dem jedes einzelnen. Wer das anders sieht und dafuer- entscheidend- auch noch gute Argumente parat hat- bitteschoen, dazu sind Diskussionen da. Wir muessen uns am Ende nicht alle an den Haenden halten und liebhaben- obwohl ich auch gern tanze.Und pfeife. Das Disparate ist doch erst das Spannende. Und insgeheim freue ich mich ueber jeden guten Streit, denn nur durch Streit und Missverstaendnisse und leidenschaftlich vertretene Positionen werden in Diskussionen Positionen klarer, auch die eigene.
On-topic: Als alte Emanze haette ich, wenn Schweizerin, fuer ein Minarettverbot gestimmt, wie es doch, angeblich, auch viele Feministinnen getan haben (sollten?).
Frauen sollten sich, wie ich finde, mit anderen Frauen wie Necla Kelek solidarisieren, sich zumindest fuer sie interessieren, die zwar gegen ein Minarettverbot ist, aber auch eine wunderbare, differenzierte Replik auf Schroeders FAZ-(pro)Minarettartikel geschrieben hat, wenn sie etwas ueber den Islam erfahren wollen und ueber die Rolle(n), welche der Islam "der Frau" zuweist.
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12.12.2009, 15:27Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Geändert von Inaktiver User (12.12.2009 um 16:03 Uhr) Grund: Link ergaenzt und deutlicher formuliert
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12.12.2009, 15:36Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Hm... soviel zum Thema Islam und Frauenrechte, wenn sogar hier im Forum sich ein Obermacho rumtreibt...

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12.12.2009, 16:04
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Na hör' mal, Dampfine, haargenau das ist doch auch meine Überzeugung, genauer gesagt 50/50, mehr aus Verlegenheit als aus Wissen, denn eine klare Abgrenzung, was sich nun biologischen, was kulturellen Faktoren verdankt, ist ja nicht möglich, da beide nicht unabhängig voneinander sind, die Kultur zu einem gewissen Grade Ausdruck der Biologie ist und ihrerseits wieder auf die Biologie zurückwirkt, meistens unwillkürlich positiv rückkoppelnd.
Ich verteidige und betone nur deshalb hier oft so sehr den Faktor "Biologie", weil dieses Forum von Soziokulturalisten dominiert wird, die bestenfalls verbal einen biologischen Einfluss einräumen, den aber de facto sofort wieder soziokulturalisieren bzw. negieren, wenn's konkret wird.
Man räumt einen biologischen Einfluss ein, zieht aber keinerlei Folgerungen daraus.
Ich bin ja ganz überrascht, mich in meinem "Biologismus" mit einer Emanze einig zu wissen, ganz fundamental, auch wenn wir uns in der Akzentuierung en détail sicher unterscheiden.
Und mit Frau Kelek würde ich mich auch solidarisieren, selbst wenn ich in ihrem Falle, was einige ihrer Ansichten anbelangt, ebenfalls anderer Meinung bin, was aber in Anbetracht der in Rede stehenden Probleme zweitrangig ist.
Was mich nun besorgt fragen läßt, inwieweit ich Feminist bin?
Kann ich mich noch im Spiegel ansehen, ohne rot zu werden?
Ich probier's mal aus und geh' mich jetzt schämen.
Bevor mir die wahren "FreundInen der Freiheit", die Tricoteuses, die Zierde eines jeden Revolutionstribunales, wieder ganz nonchalant und sansculottesk in's Gesicht springen.Cum grano salis
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12.12.2009, 16:10Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
aouret: Du sprichtst oft von einem Determinismus. Gibt Dir das gar nicht zu denken? Aber es ist OT.
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12.12.2009, 16:22
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Das ist sachlich einfach falsch, Maddin.
OT oder nicht.
Ich spreche oft von instinktiven DISPOSITIONEN (häufigeres Tendieren in eine bestimmte Richtung, eine beim einen Geschlecht stärker/häufiger als beim anderen Geschlecht vorkommende Geneigtheit zu diesem oder jenem), nicht von Determinierungen (zwangsläufiges Einschlagen einer bestimmten Richtung).
Selbst die werden nur sichtbar bei Betrachtung der Durchschnittseigenschaften der jeweiligen GESCHLECHTERGRUPPE, bei Vergleich der DURCHSCHNITTE, müssen sich beim jeweiligen Individuum, das vom Durchschnitt der Gruppe, der es angehört, ja abweichen kann und darf, nicht zeigen.Geändert von arouet58 (12.12.2009 um 16:38 Uhr)
Cum grano salis
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12.12.2009, 16:28Inaktiver User
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12.12.2009, 16:30Inaktiver User
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12.12.2009, 16:38Inaktiver User
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12.12.2009, 17:04
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
1.
Wenn so dein Bitten aussieht:
Wie sieht dann dein Fordern aus?
2.
Wäre das vernünftigste, ja. Allerdings steht dieser ("relative") Wahrheitsbegriff exakt im Gegensatz zu den Bedürfnissen, die Religionen allgemein bedienen. Es ist ja gerade der Wunsch der Religionsfans, der lästigen und verunsichernden Zeichenhaftigkeit, der im Prinzip endlosen Interpretation ihres Selbst- und Weltverständnisses zu entkommen und endlich eine "letzte Gewissheit" zu haben.
Aus diesem Grund sind Religionen, auch wenn sie sich moderat geben, immer totalitär. Wenn man (berechtigterweise) sagt, das Christentum sei (im Gegensatz zum Islam) "aufgeklärt", vergisst man dabei gerne, dass es dazu erst gezwungen werden musste.
Ich bin für Religionsfreiheit, aber nur wenn niemand dazu genötigt wird, der Religion auch nur irgendeine Art von Respekt entgegen zu bringen.
3.
Gut so. Nicht, dass ich das Verbot in der Sache gut fände - keineswegs - aber ich finde es spannend zu sehen, was dabei herauskommt. Wir können davon ja nur lernen.Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
...praeter gallum, qui cantat.
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12.12.2009, 17:13
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Da Christen ja für sich - zu Recht - in Anspruch nehmen, Türme an ihre Kirchen zu bauen, müssen Muslime ihre Moscheen auch mit Minaretten ausstatten können.
Nicht umsonst hat Papst Paul VI. sich massiv für den Bau einer Moschee in Rom eingesetzt, gegen den die italienische Rechte ebenso massiv polemisierte.
Selbstverständlich eine Moschee mit Minarett, die bis dahin größte Moschee im noch nicht mehrheitlich islamischen Teil Europas.
Das ist das Ergebnis, außen - na ja, innen - sehr schön.
1974-78 von Paolo Portoghesi entworfen und gebaut, einem der besten Architekten Italiens.
Wenn der Papst in "seiner" Stadt ein Minarett erträgt, sollten andere Europäer doch auch dazu in der Lage sein.
Aber in Wahrheit geht es ja gar nicht um's Minarett, sondern um das, was IN der Moschee gelehrt wird und seine Folgen für unsere Demokratien.
Die Moschee, an der ich fast täglich vorbei fahre, in der ein späteres Mitglied der "Sauerland-Gruppe" sich zum Islam bekehrte und zum Djihadisten entwickelte, die hat kein Minarett.
Minarette sind nicht das Problem.
Sie abzulehnen, ist nur ein Symptom des eigentlichen "Leidens", sie zu verbieten demzufolge keine kausale, sondern nur eine symptomatische Therapie.
Schlimmer noch, sie abzulehnen erschwert die kausale Therapie, die in der Bekehrung des Islam zu Demokratie und Menschrechten bestünde, zur Abkehr von göttlich vorbestimmter weltlicher Ordnung UND Scharia, soweit sie den Menschenrechten widerspricht.
Das können nur Muslime selbst leisten und es fällt ihnen um so schwerer, das zu leisten, je ungerechter sie behandelt werden.
Minarette zu verbieten ist ungerecht, solange Christen in der Schweiz Kirchtürme bauen dürfen, weil es eine nicht zu rechtfertigende Ungleichbehandlung darstellt.
Wenn schon Zwang, dann sinnvoller Zwang, z.B. den, dass nur noch solche Imame in Schweizer Moscheen predigen dürfen, die an Schweizer Hochschulen eine islamische Theologie studiert haben, die mit Demokratie und Menschenrechten vereinbar ist.
Sollte es die noch nicht geben, diese Fakultäten, sollte man sie schnellstens einrichten und keine Zeit mit scheinlösenden Verschlimmbesserungen à la Minarettverbot verschwenden.Cum grano salis


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